Landnahme. Lesung und Gespräch mit Christoph Hein über das Leben von Flüchtlingen und Vertriebenen in der DDR
Moderation: Dr. Michael Parak, Kulturreferent für Schlesien beim Schlesischen Museum zu Görlitz
Termin: Mi., 12.03.2008, 19.00 Uhr
Ort: Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte in Potsdam, Eingang Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam
Veranstalter:
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam,
Deutsches Kulturforum östliches Europa Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferenten für Schlesien beim Schlesischen Museum zu Görlitz
Eintritt: 5 €/ erm. 4 €
Flucht und Vertreibung, dieses lange tabuisierte bzw. instrumentalisierte Thema ist für das Verständnis der deutschen Nachkriegsgesellschaften in Ost und West von zentraler Bedeutung. Im sechsten Jahrzehnt nach den Ereignissen sind die Heimatvertriebenen zum Gegenstand bemerkenswerter literarischer Entwürfe geworden. Mit dem Roman „Landnahme“ hat sich Christoph Hein auch als Chronist und Analytiker deutscher Zeitgeschichte profiliert. Er erzählt in seiner Mehrstimmigen Aufsteigerbiographie eines schlesischen Flüchtlingskinds, vom Leben aus der Erfahrung des Verlusts, über seine Erfahrung sich in seiner neuen Heimat - der DDR - zurechtzufinden. Auch der Lebensweg des 1944 in Schlesien geborenen Autors zeigt, dass solch ein Schicksal kein Einzelfall war. 1950 lebten rund 3,3 Millionen Deutsche aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland in der DDR. Jeder fünfte Bewohner des Landes gehörte damit zum Kreis der Flüchlinge und Vertriebenen. Doch die SED belegte diesen Teil der deutschen Geschichte mit einem Tabu. Selbst die verharmlosende Bezeichnung „Umsiedler“ musste aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verschwinden.
Begleitprogramm zur Ausstellung "Oberschlesien im Objektiv" im Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte in Potsdam v. 08.02.-06.04.2008

