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Schüler erkunden die Lebenswege von Görlitzern

Wohl jede Familie in Görlitz kann in ihren letzten drei Generationen einen Angehörigen nennen, der die Stadt für immer verlassen oder aber sich hier niedergelassen hat. In Folge von Diktatur und Krieg, Flucht und Vertreibung, von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen ist die jüngste Geschichte der Stadt von einer starken Fluktuation ihrer Bevölkerung geprägt.

 
Zehn Schülerinnen und Schüler des Augustum-Annen-Gymnasiums erkunden mit Unterstützung durch ihre Lehrerin Petra Großert und Museumsmitarbeiterin Martina Pietsch die Lebenswege ihrer Verwandten oder der Absolventen ihrer Schule. Oft stammen die Großeltern der 15- bis 17-Jährigen aus dem Innern Schlesiens. Ihre Vertreibung endete in einem Katastrophenort, dem völlig überfüllten Görlitz am Ende des Zweiten Weltkrieges. Später kamen viele, die Arbeit in der Braunkohle fanden, Familien gründeten und eine Neubauwohnung bekamen. Manche Görlitzer sahen jedoch in der DDR keine Perspektive für sich und verließen die Stadt in Richtung Westen.     


Die Schüler haben sich mit den Interviewpartnern auf lange Gespräche über ihre Lebenswege vorbereitet und deren historischen Umstände ergründet. Die Projektergebnisse sollen in die Ausstellung „Lebenswege ins Ungewisse“ einfließen, die das Museum 2011 zeigen wird.