Das Ende der Unterdrückung
Allegorie auf die Altranstädter Konvention, Stich von Christian Fritsch (1745)
Schlesien kniet vor Karl XII. und bittet um Beistand. Der Kaiser (rechts) muss in die Rückgabe der den Protestanten entzogenen Kirchen einwilligen.
Die Altranstädter Konvention brachte den schlesischen Lutheranern eine merkliche Verbesserung ihrer Situation. In den ehemals piastischen Fürstentümern Liegnitz-Wohlau-Brieg wurden 125 evangelische Kirchen zurückgegeben und die zwangsweise aufgelösten Konsistorien wieder hergestellt. Auch in den Erbfürstentümern wurden die Rechte der Lutheraner gestärkt und die ärgsten Diskriminierungen abgestellt. Anhänger anderer protestantischer Richtungen – Reformierte, Pietisten, Schwenckfelder – blieben freilich auch weiterhin Verfolgungen ausgesetzt.
Obwohl die Konvention unter dem Druck schwedischer Waffen zustande gekommen war, sah man in Wien durchaus auch Vorteile. Den reformorientierten Beratern Josephs I. war seit langem bewusst, dass die Lage in Schlesien unhaltbar geworden war. Die Unterdrückung der Lutheraner behinderte die wirtschaftliche Gesundung des Landes und drohte, die Autorität des Kaisers zu untergraben.
Ratifizierungsexemplar der Konvention von Altranstädt mit Siegel und Unterschrift Kaiser Josephs I., 6.9.1707, Fotoreproduktion
Karl XII. wollte im Vertrag an erster Stelle und als „Majestät“ genannt werden. Als die kaiserliche Seite dies ablehnte, verweigerte er die Unterschrift. So wurde die Konvention zunächst nur von Graf Wratislaw im Namen des Kaisers unterzeichnet. Dem Vertragstext folgen drei Separatartikel mit schwedischen Vorbehalten.
Faksimile: Riksarkivet, Stockholm
Druckfassung der Altranstädter Konvention, Wien 1707
Schon bald nachdem der Kaiser die Konvention am 6.9.1707 mit seiner Unterschrift bestätigt hatte, verbreitete sich die Nachricht über Flugschriften in ganz Schlesien.




