"Schlesische Toleranz"
Ritterakademie Liegnitz, Stich von C. M. Trapp, 1741
Die Altranstädter Konvention bildete die Grundlage für die Gründung der Liegnitzer Ritterakademie 1708, einer paritätischen Hochschule für den schlesischen Adel katholischer wie evangelischer Konfession.
Die Altranstädter Konvention hatte zur Folge, dass die in Schlesien gewachsene Bikonfessionalität erhalten blieb und eine dauerhafte rechtliche Absicherung fand. Letztlich zog auch die katholische Kirche Nutzen aus dem Vertrag. Einnahmen aus den Gnadenkirchen flossen in die „Josephinische Stiftung“ zur Förderung des katholischen Kirchenbaus und der Unterhaltung von Geistlichen.
Die Ereignisse von 1707/ 1708 legten die Grundlagen für ein gleichberechtigtes Nebeneinander unterschiedlicher Konfessionen und Kulturen in Schlesien. In preußischer Zeit, unter den Bedingungen der Religionsfreiheit, konnte sich das Modell entfalten. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts, in der Epoche der Spätaufklärung, fand man einen Begriff dafür: „schlesische Toleranz“. Unter deutschen und polnischen Protestanten, aber auch in der schwedischen Öffentlichkeit hat man sich immer wieder an die Altanstädter Konvention erinnert. Jubiläen wurde mit Gedenkfeiern begangen. Nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts wächst ein neues Verständnis für die Botschaft von Altranstädt.
Konfirmationsgottesdienst in der Gnadenkirche Teschen, 2007
Nach der preußischen Eroberung Schlesiens besaß die Gnadenkirche im habsburgisch gebliebenen Teschen die einzige protestantische Gemeinde in Österreich. Heute gehören der evangelischen Gemeinde in Teschen rund 7500 Gläubige an.
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