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Liebenthal auf einer Postkarte um 1920. Foto (c) SMG

Tagesexkursion nach Liebenthal/Lubomierz und Boberröhrsdorf/Siedlęcin

Mittelalterliche Baukunst und bewegte Geschichte im Riesengebirgsvorland
Samstag, 30. Oktober 2010, 8-19 Uhr

Kennen Sie die Karguls und die Pawlaks? Nein? Diese in Polen legendären Bauernfamilien aus dem Filmkomödien-Klassiker „Sami swoi“ (etwa: „Hier sind alle Hiesige“) von 1967 fochten ihren aus der im Osten verlorenen Heimat mitgebrachten Streit um „drei Fingerbreit Land“ im neuen Westpolen aus, vor der Kulisse von Liebenthal. An die fiktiven Neuschlesier erinnern das jährliche polenweite Filmkomödien-Festival und ein kleines Museum mit 9-Plätze-Kino. Liebenthal, die kleinste Stadt Niederschlesiens, hat stimmungsvolle Gassen, einen Markt mit Laubengängen und ein kleines, reizvolles Rathaus. Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und Maternus gehört zu dem 1287 von der Witwe Jutta von Liebenthal gegründeten Benediktinerinnenkloster. Es hat die Geschichte der Stadt über Jahrhunderte geprägt. Die südländisch wirkende Barockfassade der Kirche stammt von dem Liegnitzer Baumeister Johann Jakob Scheerhofer, die Fresken des Hauptschiffs von Georg Wilhelm Neunhertz. Nach der Säkularisation wurde der Klosterkomplex 1843 von Ursulinen-Schwestern übernommen, die hier bis zur Vertreibung 1945 eine Mädchenschule leiteten. Die ehemalige evangelische Kirche, 1852 von Friedrich Wilhelm IV. für die kleine protestantische Gemeinde gestiftet, ist in ziemlich ruinösem Zustand und wurde eine Weile als Galerie genutzt. – Ein Abstecher in die höfische Welt des Mittelalters führt uns zum Wohnturm von Boberröhrsdorf. Der Bau aus dem frühen 14. Jahrhundert weist großzügige Räume und außergewöhnlichen Fresken mit Szenen aus der Lancelot-Legende auf. Ursprünglicher Hausherr war vermutlich der kunstsinnige Herzog Heinrich I. von Jauer.

Kosten: ca. 35,- € (je nach Teilnehmerzahl; Kosten für Bus, Mittagessen, Eintritte inklusive; Bezahlung am Reisetag)
Reiseleitung: Margrit Kempgen, Maximilian Eiden
Anmeldung bis 20. Oktober: Stiftung Evangelisches Schlesien, Görlitz, Schlaurother Straße 11, Telefon +49 3581 744 205

Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferenten