Breslau (Wrodaw), vermutlich eine Gründung des böhmischen
Herzogs Vratislav l. (+ 921), ist seit jeher die Hauptstadt, das kulturelle
und religiöse Zentrum Schlesiens.
Im Jahre 1000 wurde die Siedlung zum Bischofssitz erhoben. Im frühen
13. Jahrhundert entstand eine Bürgerstadt deutschen Rechts neben
der Residenzstadt der piastischen Herzöge. Der spätmittelalterliche
Aufstieg Breslaus zu einer der wichtigsten Handelsstädte Deutschlands
setzte sich nach der Eroberung Schlesiens durch Preußen fort.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem modernen Industrie-
und Messezentrum. In den letzten Wochen des 2. Weltkriegs zur "Festung"
erklärt, wurde Breslau von den russischen Angreifern wie von
den deutschen Verteidigern zu weiten Teilen verwüstet. Inzwischen
hat die wieder aufgebaute Stadt ihren alten Rang als unangefochtene
Königin unter Schlesiens Städten lange wieder eingenommen.
Die 1950 ins Leben gerufene Partnerschaft zwischen Köln und den
heimatvertriebenen Breslauern gründete sich auf enge Wechselbeziehungen
zwischen beiden Städten, vor und nach der Vertreibung. Zwei Breslauern,
die nach dem Krieg hohe Ämter in Köln bekleideten - Rudolf
Langer und Gerhardt Wilczek - ist der Aufbau der Sammlung zu verdanken.
Sie ist seitdem mehrfach erweitert worden und hat ihren Standort gewechselt.
Die Sammlung enthält Objekte zur Breslauer Stadtgeschichte, eingebettet
in die Historie Schlesiens. Den Grundstock bildete der Nachlass des
Breslauer Mundartdichters Carl von Holtei. Präsentiert werden
Ansichten von Breslau auf Gemälden, Grafiken und Großfotos,
Gläser, Trachten, Münzen und Medaillen u. a. m. Auch eine
Bibliothek ist vorhanden. In den Räumen der Breslauer Sammlung
finden Wechselausstellungen, Dia-Vorträge und andere Kulturveranstaltungen
zu Vergangenheit und Gegenwart der Odermetropole statt.