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Jauer (Jawor), Kreisstadt 70 km südwestlich
von Breslau, liegt an der Wütenden Neiße, einem Nebenfluss
der Katzbach, umgeben von den Striegauer Bergen und dem Katzbachgebirge.
Die Stadt wurde nach Magdeburger Stadtrecht mit rechteckigem Ring und
gitterförmigen Straßennetz vermutlich 1241/42 durch Herzog
Boleslaus von Schlesien gegründet. Sie war zunächst Sitz eines
Landvogtes, dann Residenz eines Herzogtums. Das Herzogtum Schweidnitz-Jauer
fiel 1392 an die Krone Böhmens. Die Gewerbe- und Handelstätigkeit
der einst sehr wohlhabenden Stadt war durch Tuchmacherei, Buchdruckerei,
Wagenbau und vor allem Leinenhandel geprägt.
Zu den markanten Gebäuden Jauers zählen das Rathaus, das nach
einem Brand 1896/97 neu errichtet wurde, die Laubenhäuser am Ring
aus dem 18. Jahrhundert und die katholische Stadtpfarrkirche St. Martin
(14. Jh.). Die evangelische Friedenskirche Zum hl. Geist (1654/55), ein
gewaltiger Fachwerkbau, der ca. 6000 Menschen fasste zählt seit 2001
zum Weltkulturerbe. Jauer besaß außerdem ein Schloss, das
"Niederschlesische Landestheater" und ein städtisches Heimatmuseum,
das jetzt als Regionalmuseum in der ehemaligen Franziskanerkirche wieder
eröffnet ist.
Die Heimatstube Jauer in der Patenstadt Herne (seit 1951) wurde 1955
gegründet und ist seit 1989 in der Musikschule Herne untergebracht,
zusammen mit den Heimatstuben Strehlen und Ortelsburg und der Kulturstube
Herne.
Zur Sammlung gehören u.a. die Heimatkartei Jauer-Stadt und -Land,
Bücher, Schriften, Bilder, Keramiken, Porzellan, Erinnerungsstücke
an Jauersche Spezialitäten (Kutschwagen, Würstel, Bienenkörbe).
Von Besonderheit sind eine Schulwandkarte des Kreises Jauer von 1933,
eine Vereinsfahne "Liedertafel Jauer" von 1846, das Modell
der ehemaligen Franziskanerkirche und zwei Modelle jauerscher Kutschenwagen.
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