Neisse (Nysa) war
Hauptstadt des Bistumlandes Neisse-Ottmachau-Grottkau und Residenz der
Bischöfe von Breslau seit dem 16. Jahrhundert. Wirtschaftliche
Bedeutung hatte der Garn- und Leinenhandel sowie der Handel mit österreichischen
und ungarischen Weinen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden
Festungsanlagen um Neisse errichtet, die unter preußischer Herrschaft
am Ende des 18. Jahrhunderts zu einer der stärksten Anlagen Europas
ausgebaut wurden. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte Neisse die größte
Garnison Schlesiens. Im März 1945 wurde die Stadt erobert und zu
ca. 75 % zerstört. Inzwischen ist jedoch vieles wieder aufgebaut.
Auf Initiative von August Mazur wurde 1950 in Schwabach zunächst
eine kleine Neisser Heimatstube eingerichtet. Zwei Jahre später
übernahmen der Landkreis und die Stadt Hildesheim die Patenschaft
für Stadt und Kreis Neisse. Seit 1963 befindet sich die immer umfangreicher
werdende Sammlung am heutigen Standort Hildesheim. Ein altes Fachwerkgebäude
im Stadtzentrum dient als Domizil des Heimatmuseums und des Archivs.
Zur Sammlung gehören Textilien, zahlreiche Grafiken, Bücher
und Landkarten aus dem 17. / 18. Jahrhundert. Ferner sind Keramik und
andere Gegenstände des Haushalts zu sehen. Von besonderer Bedeutung
sind eine preußische Regimentsfahne des 19. Jahrhunderts sowie
wertvolle Grafiken, wie eine Originalansicht "Nissa" aus der
Schedel'schen Weltchronik (1493).
Im Jahr 2002 wurde das 50-jährige Bestehen der Patenschaft Neisse
- Hildesheim gefeiert.