Reichenbach (Dzierzoniów)
liegt am Fuße des Eulengebirges und wurde vor 1230 gegründet.
Durch die Stadt verlief die wichtige Verkehrsverbindung von Görlitz
über Schweidnitz nach Neisse und Ratibor. Im Mittelalter bildete
Reichenbach den Mittelpunkt eines aus 30 Dörfern umfassenden
Weichbildes und hatte die Gerichtsbarkeit inne. Von wirtschaftlicher
Bedeutung war vor allem die Tuchmacherei, später die Herstellung
von Leinen und _ seit dem 18. Jahrhundert - von Baumwolle. Mit der
Einführung englischer Maschinengarne begann der Niedergang der
Baumwollspinnerei, was wiederum zum Weberaufstand in den benachbarten
Orten Peterswaldau und Langenbielau führte. Noch heute ist Reichenbach,
das im 2. Weltkrieg von Zerstörung weitgehend verschont wurde,
ein Zentrum der Textilindustrie.
Die Heimatstube Reichenbach ist eine Privatsammlung von Johannes Leuchtenberger.
Der Bestand setzt sich zusammen aus Notgeld, Büchern, Dokumenten,
rund 1000 Postkarten, Ansichten, einer Sammlung von Messtischblättern,
einigen Landkarten, einer Mineraliensammlung und kunsthandwerklichen
Objekten. Hervorzuheben sind ein Schinkelteller (Eisenkunstguss) sowie
zwei Silberdosen aus dem 19. Jahrhunderts, ferner Grabtafeln aus Porzellan.