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Kopernikus-Gruppe: Deutsch-polnischer Appell an gemeinsames Verantwortungsgefühl und Vernunft

Seit über sechs Jahren befasst sich die »Kopernikus-Gruppe« mit ungelösten Fragen und neuen Herausforderungen im deutsch-polnischen Dialog. Der deutsch-polnische Expertenkreis versucht, zu wichtigen Themen der deutsch-polnischen Beziehungen Denkanstöße zu geben. Die Mitglieder der »Kopernikus-Gruppe« sind beunruhigt über die wachsenden Schwierigkeiten in diesem Dialog und wenden sich an Politiker und öffentliche Meinung in beiden Ländern mit folgendem Appell:

Wir sind beunruhigt über den unbegründeten Ausbruch von Emotionen in den letzten Wochen, der das deutsch-polnische Verhältnis betrifft. Über die »deutsch-polnische Interessengemeinschaft in Europa«, die von der polnischen Regierung vor kurzem – auf dem Deutsch-Polnischen Forum im Dezember 2005 – ausdrücklich bestätigt wurde, legt sich ein dunkler Schatten. Seit 1990 hat diese Interessengemeinschaft ungeachtet von divergierenden Optionen in verschiedenen Sachfragen (Irakkrieg, europäische Verfassung u.a.) beide Staaten und Gesellschaften verbunden.

Die Art und Weise, wie derzeit im öffentlichen Leben negative Erscheinungen über Gebühr betont werden, ist ein Abgehen von den Idealen hochverdienter Persönlichkeiten in Polen und in Deutschland, die es als ihre Gewissenspflicht angesehen haben, ihre persönlichen Erfahrungen aus Krieg und Terrorpolitik in das Werk der deutsch-polnischen Verständigung einzubringen. Dies ist ein Abgehen von den Idealen des Papstes Johannes Paul II., des Primas Stefan Kardinal Wyszyński, eines Władysław Bartoszewski, Bronisław Geremek, Stanisław Stomma, auf deutscher Seite eines Willy Brandt, Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, um nur wenige Namen unter den zahlreichen Personen in Deutschland und in Polen zu nennen, die über Jahrzehnte für die Überwindung von Vorurteilen und Ressentiments im Verhältnis zwischen unseren Völkern eingetreten sind. Millionen von Deutschen und Polen haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten an gemeinsamen Zielen gearbeitet. Der Tonfall öffentlicher Auseinandersetzungen gibt ein völlig falsches Bild der deutsch-polnischen Alltagswirklichkeit.

Die deutschen Befürworter der deutsch-polnischen Verständigung und die deutschen Freunde Polens haben den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, im politischen Leben Polens an verantwortlicher Stelle Partner zu finden, mit denen sie auch komplizierte Fragen des deutsch-polnischen Verhältnisses ernsthaft diskutieren können. Deutsche und Polen sollten wissen, dass sie sehr viel mehr verbindet, als diejenigen Politiker und Medien wahrhaben wollen, die sich mit den Beziehungen der beiden Völker auf anachronistische Art und Weise beschäftigen. Das Netzwerk der Beziehungen zwischen den Menschen, den Kommunen und Regionen, den Schulen und Hochschulen, anderen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, den Verlagen, Medien, Künstlern und einfachen Privatmenschen, darunter auch deutsche und polnische Vertriebenen, ist so umfangreich geworden, dass es zu einer wahren Verbindung zwischen Deutschen und Polen gekommen ist. Allein im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendaustauschs sind sich seit 1991 über 1,7 Millionen junge Menschen begegnet.

Die große Mehrheit der Menschen in beiden Gesellschaften wurde lange nach dem Zweiten Weltkrieg geboren. Es wäre eine unverzeihliche Sünde der Politik und der gesellschaftlichen Erziehung, wenn die heutige Generation der Deutschen und Polen wieder auf historische Konfrontationen zurückgelenkt würde. Mit einem Verharren bei den Leiden der eigenen Nation, wenn man von den Opfern spricht, und mit einem Mangel an der nötigen Sensibilität bei der Bewertung der Geschichte würde das, was in den letzten Jahrzehnten – zum Vorteil von Millionen Menschen in beiden Ländern – auf dem Weg zu Verständigung und Zusammenarbeit erreicht worden ist, gering geschätzt und diskreditiert. Die erfolgreiche Entwicklung der Beziehungen zwischen den Deutschen und den Polen in den letzten 15 Jahren ist bereits zum Vorbild für die zukunftsorientierte Gestaltung von historisch belasteten Nachbarschafts-Verhältnissen, wie z.B. den polnisch-litauischen und polnisch-ukrainischen Beziehungen, geworden.

Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, appellieren an die Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in beiden Ländern, diese unverantwortliche Eskalation aufzuhalten, eine kritische Bilanz der letzten Monate zu ziehen und schnellstens den Dialog in den Sachfragen zu intensivieren, die seit längerer Zeit rasche und einvernehmliche Entscheidungen verlangen. Ein aktualisierter Katalog der gemeinsamen Ziele, aber auch der Meinungsunterschiede sollte aufgestellt werden. Auf diese Weise würde die Befürchtung gegenstandslos, dass unsere Beziehungen dauerhaft beschädigt werden können, und es wird alles das gestärkt, was sich in den gegenseitigen Beziehungen bisher positiv entwickelt hat.

Es unterliegt doch keinem Zweifel, dass beide Länder aufeinander angewiesen sind und gemeinsam zahlreiche Projekte realisieren können, die für sie und für Europa wichtig sind. In den bilateralen Beziehungen betrifft das z.B. die Fragen einer von gegenseitigem Verständnis getragenen Erinnerungspolitik. Hier haben zuletzt noch die beiden Präsidenten Horst Köhler und Lech Kaczyński ein gutes Beispiel gegeben. In der europäischen Politik trifft das z.B. auf eine gemeinsame europäische Außenpolitik gegenüber Belarus, Russland und der Ukraine und die Entwicklung einer europäischen Energiepolitik zu.

Vor über 40 Jahren setzten die Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder Zeichen der Versöhnung. Vor 15 Jahren wurde der große Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Nicht kleinliches Gezänk und permanente Verdächtigungen, sondern diese Botschaften sollen weiter den Ton im deutsch-polnischen Dialog angeben, und aus ihrem Geist sollten Deutsche und Polen ihre Beziehungen weiter entwickeln.

Darmstadt, Warschau, 28. Juli 2006

Dr. habil. Klaus Bachmann, Breslau
Prof. Dr. Dieter Bingen, Darmstadt
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Warschau
Piotr Buras, Warschau
Roland Freudenstein, Brüssel
Dr. Andrea Gawrich, Kiel
Prof. Dr. Hans-Henning Hahn, Oldenburg
Basil Kerski, Berlin
Adam Krzemiński, Warschau
Dipl.Verw.-Wiss. Kai-Olaf Lang, Berlin
Dr. Doris Lemmermeier, Potsdam
Dr. Krzysztof Ruchniewicz, Breslau
Jürgen Vietig, Kleinmachnow
Hubert Wohlan, Bonn
Dr. Kazimierz Wóycicki, Warschau
Prof. Dr. Klaus Ziemer, Warschau
Prof. Dr. Marek Zybura, Breslau

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dieter Bingen
Mobil: 0177-6492484
Tel. 06151– 420215
Fax: 06151– 420210
e-mail: bingen@dpi-da.de    
 www.deutsches-polen-institut.de

 

„Auswärtsspiel“ - Aufenthaltstipendien für sächsische Schriftsteller und Künstler

Unter dem Motto "Auswärtsspiel" vergibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Jahr 2007 zum zweiten Mal insgesamt vier Literaturstipendien für sächsische Autoren in den Ländern Polen, Ungarn und in der Slowakei. Zusätzlich zu den bereits beste­henden Stipendienprogrammen soll sächsischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern für jeweils zwei Monate die Arbeit an begonnenen oder neuen Werken ermöglicht werden. Mit dieser Initiative will die Kulturstiftung die Kontakte zwischen den Kultur­einrichtungen pflegen sowie den gedanklichen und literarischen Austausch fördern.

Ausgewählt wurden Orte, die durch ihre besondere Geschichte mit Sachsen ver­bunden sind oder sich dem literarischen Austausch widmen: Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf (Polen, Foto rechts) ist nach seiner Renovierung im Jahr 2001 heute ein bedeutendes kulturelles Zentrum in Niederschlesien. Das Edith-Stein-Haus in Breslau veranstaltet Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen zur Litera­tur in transnationaler Perspektive. Das Lenau-Haus im ungarischen Fünfkirchen/Pécs organisiert Literaturabende und Lesungen mit deutschen, ungarndeutschen und österreichischen Autoren und die At-Home-Gallery in Samorin (Slowakei) hat in einer früheren Synagoge ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Literatur eingerichtet.

Zeit: Die Stipendien für das Gerhart-Hauptmann-Haus und das Edith-Stein-Haus kön­nen im Mai/Juni 2007 in Anspruch genommen werden. Die Stipendienaufenthalte im Lenau-Haus und der At-Home-Gallery sollen im Oktober/November 2007 stattfinden.

Zusätzlich zur Unterkunft und den einmaligen Reisekosten für die Hin- und Rückfahrt erhalten die Stipendiaten ein Aufenthaltsstipendium in Höhe von 700 Euro pro Monat.
Einsendeschluss ist auch hier der  1. Oktober 2006.

Antragsformulare und Hinweise zur Antragstellung:
 http://www.kulturstiftung.sachsen.de/kultfoer/stip.htm
Bewerbungen mit Pro­jektbeschreibung der geplanten Arbeit und einer kurzen Textprobe unter An­gabe des gewünschten Aufenthaltsortes senden Sie bitte an: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden.

 

 

 

 

 

 

Sammlung der figuralen Bienenstöcke, sog. „12 Apostel”, aus Höfel bei Löwenberg (Schlesien)

Sehr geehrte Herrschaften,

Mein Name ist Andrzej Paczos und ich bin Direktor des Naturkundemuseums in Jelenia Góra – Cieplice (Bad Warmbrunn). Ich schreibe an Sie mit der Hoffnung, dass ich, Dank Ihrer Hilfe, Materialien zur Restaurierung der berühmter Sammlung der figuralen Bienenstöcke, sog. „12 Apostel”, aus Höfel bei Löwenberg (Schlesien) finde.

Dieser Bienenstand galt bis Kriegsende als grösster und wahrscheinlich ältester in Europa. Bis heute sind nur ein paar Exemplare in einigen Museen in Polen erhalten geblieben. Seit einigen Jahren arbeitet unseres Museum mit dem Imkerverband in Jelenia Góra (Hirschberg) zusammen. Ein der Ergebnisse dieser Zusammenarbeit ist sog. „Riesengebirgsbienenstand” in dessen Rahmen möchte ich jetzt den Höfeler Bienenstand restaurieren. Wir haben auf Grund der erhaltenen Bienestöcke schon zwei Figuren fertig: Simeon und Hl. Petrus (Bilder anbei). Um weitere Gestalten zu rekonstruieren fehlen uns aber Materialien (Bilder, Beschreibungen, Zeichnungen, Skizzen). Ich habe ein paar alter Postkarten und Fotografien sowie ein Buch von Frau Jung-Hoffmann gesammelt. Sie sind aber klein und nicht guter Qualität. Deshalb meine grosse Bitte an Sie. Vielleicht könnten Sie den Lesern der "Neuen Bienen Zucht" unsere Frage nach den von uns gesuchten Materialien mitteilen? Vielleicht Dank Ihrer Hilfe werden wir alle „12 Apostel” neu anfertigen können.

Ich bedanke mich schon jetzt und bleibe mit der Hoffnung auf die gute Nachrichten

Ihr

Andrzej Paczos
Direktor des Naturkundemuseums in Jelenia Góra

Muzeum Przyrodnicze w Jeleniej Górze
ul. Wolności 268
PL 58-560 Jelenia Góra
Tel./Fax. 0048-75-7551506
Tel. 0048-75-7557400
 www.muzeum-cieplice.pl
E-mail:  muzeum(at)muzeum-cieplice.pl

 

Neue Kulturmanagerin am Edith-Stein-Haus in Wrocław/Breslau

Ich leite seit Anfang Juli 2006 die Programmabteilung im Edith-Stein-Haus in Wrocław/ Breslau. In Anlehnung an die Patronin Edith-Stein stehen deutsch-polnische Versöhnung sowie christlich-jüdische Verständigung in den Mittelpunkt unserer Programmarbeit. Als Zentrum für kulturellen Dialog kooperiert des Edith-Stein-Haus bei der Organisation von Ausstellungen, Lesungen, Jugendbegegnungen, Tagungen, Workshops oder Sprachkursen sehr eng mit Partnern und Teilnehmern aus Wrocław, Polen und Deutschland, aber auch aus Israel oder Frankreich. Mit dem 2005 eingeweihten Kulturkeller füllt sich im ehemaligen Wohnhaus der Familie Stein und heutigem Zentrum für kulturellen Dialog nun ein weiterer Raum mit Leben.

Vor meinem Dienstantritt in Wroclaw war ich als Entsandte des Insituts für Auslandsbeziehungen ifa in Gdańsk/ Danzig im Kultur- und Medienbereich tätig und studierte Kulturwissenschaftlen in Leipzig. Mehr unter  www.edytastein.org.pl.

Ulrike Pötzsch
Robert Bosch Kulturmanager

Kierownik Działu Programowego
Towarzystwo im. Edyty Stein
Dom Edyty Stein
ul. Nowowiejska 38
PL 50-315 Wrocław
Tel./Fax. 071 78 33 619
 www.edytastein.org.pl

 

Das Collegium PONTES 2006 verhandelt über Bedingungen europäischer Solidarität. Wissenschaft für die kulturelle, geistige und soziale Bestimmung Europas und der Europäischen Union

Die Bürger Europas suchen derzeit intensiv nach Antworten auf die Frage: was ist Europa? Zur Förderung des Diskurses über die kulturelle, geistige und soziale Bestimmung Europas und der Europäischen Union - unter besonderer Berücksichtigung des Beitrags der 2004 beigetretenen Staaten Mitteleuropas - haben die Universität Breslau, die Karls-Universität Prag und die Hochschule Zittau/Görlitz unter Federführung des Instituts für kulturelle Infrastruktur Sachsen 2001 das Collegium Pontes gegründet.

Das Format des Collegium Pontes ist ungewöhnlich. Die am Collegium tätigen scientists in residence sind einerseits erfahrene Wissenschaftler (Senior Fellows). Sie bauen in der Gelehrtengemeinschaft auf Zeit des Collegium Pontes Brücken zwischen ihren Disziplinen. Andererseits sind es Nachwuchswissenschaftler, Doktoranden und Post-Docs der Humanwissenschaften, die sich aktiv an diesem Dialog beteiligen (Junior Fellows). Nach innen eröffnet das Collegium seinen Teilnehmern durch die gemeinsame Arbeit in multinationalen und interdisziplinären Teams die Möglichkeit, die Europäisierung des Alltags gleichzeitig theoretisch zu thematisieren wie als Lebenspraxis zu erfahren. Es entstehen neue Netzwerke, die auch über den Projektverlauf hinaus Wirkung entfalten. Nach außen wirkt das Collegium Pontes als öffentliches Forum und Impulsgeber. Während der Laufzeit des Projektes publiziert das Collegium Pontes in Form von öffentlichen Präsentationen, Tagungen, einer Internetplattform und einer Schriftenreihe kontinuierlich Teilergebnisse seiner Arbeit. Darüber hinaus erarbeitet es Teilstudien und Instrumente, die Akteuren der Europapolitik zur Verfügung gestellt werden.

Durch das Miteinander der Generationen, der Nationen und der Wissenschaftsdisziplinen am Collegium PONTES verkörpert es in sich jene Idee von Europa, der seine Forschungen gelten. In den CP-Jahrgängen 2002 bis 2006 forschten die 41 Senior Fellows, 121 Junior Fellows und 88 Visiting bzw. Consulting bzw. Corresponding Fellows in rund 75.000 Stunden zu den Fragen, zu denen die Bürger Europas Antworten suchen.

Der fünfte Jahrgang 2006 des Collegium Pontes verhandelt über Bedingungen europäischer Solidarität, ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen von Prof. em. Dr. Ernst-Wolfgang Böckenförde, Bundesverfassungsrichter a.D., in einem Vortrag am Görlitzer Collegium Pontes. Als einzige akademische Institution steht es wiederum unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Polen und der Tschechischen Republik.

Die siebenwöchigen Forschungsarbeiten der Präsenzphase wurden von einer Gruppe exzellenter Senior Fellows gemeinsam mit einer multinationalen Gruppe von Junior Fellows sowie namhaften Visiting Fellows auf hohem Niveau durchgeführt. Erste Forschungsergebnisse wurden im Rahmen des „Wissenschaftsklosters“ Ende Juli der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Die Manuskripte werden Ende September abgeschlossen. Die ersten der zur Eröffnungskonferenz am 12. Juni entstandenen Beiträge sind bereits im Netz unter  www.kultur.org zu finden; die Gesamtpublikation soll gegen Jahresende vorliegen.

Der Jahrgang 2006 wird gefördert von der Europäischen Kommission, dem CIFE Nizza, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesiens, der Stadt Görlitz und privaten Förderern, darunter Škoda Auto, Mlada-Boleslaw.

Collegium Pontes 2006: Team I
“Überlegungen zu einem erneuerten Verfassungsvertrag der Europäischen Union“

Team I des Collegium Pontes 2006 beschäftigt sich mit dem vorläufigen Scheitern des Projektes eines europäischen Verfassungsvertrages. Es regt an, die instrumentelle und die symbolische Dimension des Europäischen Verfassungsvertragsentwurfes (VVE) zu entflechten und Europa als kulturelle Gemeinschaft aufzufassen, verankert in der geistigen und moralischen Solidarität seiner Bürger. Das Team wird gemeinsam geleitet von Prof. em. Dr. Werner Bramke (Zeitgeschichte), Universität Leipzig; Prof. Dr. Werner J. Patzelt (Politische Systeme und Systemvergleich), Technische Universität Dresden; Prof. Dr. Stefan Voigt (Wirtschaftspolitik), Universität Kassel; Prof. Dr. Hans Jürgen Wagener (Ordnungspolitik), Europa-Universität Viadrina Frankfurt an der Oder. Visiting Fellows sind unter anderem Prof. Dr. Friedrich Albrecht (Sozialpädagogik), Hochschule Zittau/Görlitz; Prof. Dr. Eli Salzberger (Rechtsgeschichte), Universität Haifa, und Rupert Graf Strachwitz, Humboldt-Universität. Die Junior Fellows kommen aus Berlin, Bochum, Kaliningrad/Königsberg, Luxemburg, Prag.

„Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker […] nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden“, heißt es in der Präambel der UNESCO-Verfassung.

Es ist offensichtlich, daß die Bürger der Europäischen Union nicht länger bereit sind, eine ausschließlich auf Rechtsangleichung und einheitliche Wirtschaftsräume orientierte Europapolitik mitzutragen. Ein Motto für diese Wirklichkeit bisheriger Europapolitik ließe sich im Wappen der Vereinigten Staaten finden. Es zitiert eine Stelle aus den „Bekenntnissen“ (4,13) des Augustinus, in denen dieser das Prinzip von Freundschaft bzw. von „Liebe und Gegenliebe“ beschreibt, die „aus mehreren einen“ mache (e[x] pluribus unum [facere]). In unangemessener Verkürzung des erotischen Grundgedankens bei Augustinus wird als Motto der USA die melting pot-Idee eines „Schmelztiegels“ kolportiert. Demgegenüber fordern die Bürger Europas eine Berücksichtigung der Einmütigkeit bei kultureller Vielfalt und des Prinzips der Unterschiedlichkeit ein. Im Ergebnis eines Wettbewerbs unter europäischen Schülern wurde dafür 2000 die Formel gefunden in varietate concordia / In Mannigfaltigkeit Einmütigkeit; die griechische Fassung spricht von der Polymorphia, der Vielgestaltigkeit, die sich noch deutlicher von der melting pot-Idee absetzt. In Art. I-8 des Verfassungsvertragsentwurfes hätte diese Formel zu einem der fünf europäischen Symbole erhoben werden sollen (kurioserweise ist dort auch der Euro als eines der Symbole verzeichnet; im übrigen wird er fälschlicherweise als „Währung“ statt als „Währungseinheit“ aufgeführt).

Eine Fortschreibung des Vertrages von Nizza ist unumgänglich, da nach den anstehenden weiteren EU-Integrationen die dort festgelegten Strukturen nicht mehr für ein sinnvolles Funktionieren 2009 ff. ausreichen werden. Dieses Ziel wäre mit dem gescheiterten Verfassungsvertrag erreicht worden. Der Diskussionsprozess um denselben zeigt gleichzeitig, daß ein zweites zentrales Ziel jeder europäischen Einigung noch nicht erreicht wurde: die Befestigung des Friedens in der geistigen und moralischen Solidarität seiner Bürger.

Im Prozeß von Laeken war versucht worden, zwei Dinge in ein Werk zusammenzubringen: einerseits ein kompliziertes und für viele unverständliches zwischenstaatliches Vertragswerk (instrumentelle Dimension); andererseits eine Verfassung, die den Bürgern Europas mehr Vertrauen in die Union hätte geben sollen (symbolische Dimension).

Um jene für die weitere Zukunft der EU-Institutionen wesentlichen Elemente zu „retten“, über die im bisherigen Verfassungsvertragsprozeß zwischen den beteiligten Regierungen bereits Übereinkunft erzielt wurde, wäre zu überlegen, ob nicht unter der deutschen Ratspräsidentschaft 2007 I eine Entflechtung der beiden unterschiedlichen Zielsetzungen, die dem Verfassungsvertrag zugrundelagen, eine Auflösung des Dilemmas erbringen könnte.

(1) Die im Verfassungsvertragprozeß bereits erreichten zwischenstaatlichen Übereinkommen ließen sich in einem schmaleren "Vertrag von Laeken" (um an den Prozeß positiv zu erinnern) einbringen.

Inhaltlich vielleicht ohne die heikle Festlegung einer "Begründung der Europäischen Union" (I-1; aber durchaus mit der historisch überfälligen Begründung einer "Rechtspersönlichkeit" nach I-7, das Kommunalrecht könnte mit der allseits vertrauten Rechtsfigur des Zweckverbands ein unpathetisches und daher gerade für besonders nationale Staaten akzeptables Modell liefern).

(2) Eine eigentliche "Verfassung für die Europäische Union" zielt auf die emotionalen Tiefenschichten erst der Eliten, dann weiterer Bevölkerungskreise. Sie ist zwar ein verschriftetes Dokument aus der Sphäre des Rechts, aber aus dem - dem positiven Recht notwendigerweise vorgelagerten - symbolischen Bereich des Vertrauens in die Ordnung der Gesellschaft. Auf diesem Vertrauen dann kann das kodifizierte Recht in der instrumentellen Dimension aufbauen. Der Verfassungsvertragsentwurf war als vertrauensbildende Maßnahme ungeeignet, für das Gelingen des „Projekts Europa“ ist eine solche Maßnahme jedoch dringlich.

Angeregt wird, ein kürzeres Dokument - möglicherweise unter Verwendung einer anderen Gattungsbezeichnung - auf den Weg eines umfassenden Diskussionsprozesses zu bringen. Inhaltlich: als „Verständigung auf Grundsätze“, die die geistige Verfasstheit Europas und seiner Bürger niederlegen (cf. insbesondere der Artikel I-1 bis I-8 sowie II-61 bis II-114). Typologisch: auf der Ebene einer loi constitutionelle (vgl. den deutschen Einigungsvertrag). Formal: als gemeinsames Referendum aller Bürger sämtlicher (dann 27) Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an ein und demselben Tag (eventuell mit einem doppelten Quorum nach dem Beispiel der Schweiz und ihrer Kantone). Politisch: der Schaffung einer europäischen Öffentlichkeit verpflichtet und in Überwindung des vorherrschenden Bildes der EU als einheitlichem europäischen Wirtschaftsraum, hin zu einem positiven Begreifen der komplexen Aufgabe der europäischen Institutionen mit ihrer vocation multiple (vielfältiger Aufgabenstellung, wie der französische Terminus für Zweckverbände heißt) für die Ermöglichung von Solidarität.

Paradoxerweise sind Gegenstand des zu schaffenden Dokumentes die geistigen Grundlagen Europas, welche ihrem Wesen nach am Anfang des Integrationsprozesses gestanden haben.

Collegium Pontes 2006: Team II
“Erscheinungsformen der Solidarität und Entsolidarisierung
in der schlesischen Literatur“

Team II des Collegium Pontes ist traditionell der Literaturwissenschaft vorbehalten, entsprechend der engen Kooperation mit dem Institut für deutsche Philologie an der Universität Breslau. 2006 beschäftigt es sich mit „Erscheinungsformen der Solidarität und Entsolidarisierung in der schlesischen Literatur“. Es steht unter der Leitung von Dr. Hans-Joachim Hahn (Literaturgeschichte), Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig, und Dr. Antje Johanning (Literaturgeschichte), Vytautas-Magnus-Universität Kaunas. Visiting Fellows sind unter anderem Dr. Michael Parak, Schlesisches Museum zu Görlitz, und Tobias Weger, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg. Die Junior Fellows kommen aus Berlin, Breslau, Dresden, Kattowitz und Kobe (Japan).

„Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen“, heißt es bei Andreas Gryphius. Solche barocken Vanitasbilder entstanden in Schlesien, einer Region, die von den Konfessionskriegen des 17. Jahrhunderts in besonderem Maße betroffen war. In dieser Zeit wurde über Solidarität oder Entsolidarisierung zwischen Menschen oftmals entlang von Konfessionsgrenzen entschieden. Da Solidarität sowohl zwischen Individuen als auch Gruppen geübt werden kann, ist der Entwurf von Menschenbildern sowie von menschlichen Gemeinschaften (über religiöse Zugehörigkeit, Abstammung, Nationalität, kulturelles Verhalten etc.) in unterschiedlicher Literatur (Belletristik, religiöses Traktat, Lehrgedicht etc.) ein besonders relevanter Aspekt des Themas. Literatur, seit Erfindung des Buchdrucks für einige Jahrhunderte das Leitmedium zur Verständigung über gattungsgeschichtliche Prozesse, bis sie von der heutigen Medienpluralität in dieser Funktion beerbt wurde, kann als diskursiver Ort der Konstruktion, der Reflexion sowie der Kritik von Solidaritätsvorstellungen und ihrem Gegenteil gedeutet werden. Literatur so zu verstehen, heißt, sie nicht als einfaches Abbild, als Repräsentation der Wirklichkeit zu missverstehen, sondern ein komplexeres Wechselverhältnis zwischen beiden vorauszusetzen. Es kann und soll daher insbesondere untersucht werden, wie in dem diskursiven Feld der „Literatur aus Schlesien“ Vorstellungen von Solidarität und Entsolidarisierung konstruiert werden. Wem gilt jeweils eine bestimmte Form solidarischen Verhaltens, wer dagegen wird davon ausgeschlossen? Wie sehen die jeweiligen Selbst- und Fremdbilder von den in der Literatur aus Schlesien vorzufindenden Akteuren aus? Ein weiterer Schwerpunkt besteht in einer begriffsgeschichtlichen Auseinandersetzung mit den Bedeutungsverschiebungen der solidaritas, um eine Reflexion benachbarter sowie gegensätzlicher Begriffspaare (Respekt vs. Demütigung; Würde vs. Entwürdigung etc.) sowie um ein Nachdenken über das Ideal solidarischer Gesellschaften ergänzt.

Einzeluntersuchungen gelten der Darstellung des ‚Judentums’ in der Reiseliteratur in Schlesien am Ausgang des 18. Jhs.; der Solidarität in ausgewählten Rübezahl-Erzählungen; der Oberschlesien-Grenzlandliteratur des Robert Kurpiun; der Nicht-Politischen Politik in der Tschechoslowakei nach 1938/39; Christoph Heins "Landnahme" unter Aspekten der Solidarität und Entsolidarisierung.

Collegium Pontes 2006: Team III
“Der grenzüberschreitenden Kultur ihr Recht geben.
Untersuchungen zu einm ‚Theaterverbund Neiße’“

Team III ergänzt die Theorie und die Literatur zur Solidarität um Untersuchungen zu ihrer Realisierbarkeit in einem konkreten kulturpolitischen Kontext am Beispiel des grenzüberschreitenden „Theaterverbund Neiße“. Das Team steht unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Aschauer (Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropa), Technische Universität Chemnitz; Prof. Dr. Erich Konter (Stadtsoziologie), Technische Universität Berlin; Prof. Dr. Matthias Munkwitz (Kulturökonomie), Hochschule Zittau/Görlitz Visiting Fellows sind unter anderem Generalintendant a.D. Günter Beelitz, Düsseldorf; Hans Herdlein, Präsident der Deutschen Bühnengenossenschaft, Hamburg; Dr. Reiner Zimmermann, Ministerialdirigent a.D., Dresden. Die Junior Fellows kommen aus Dresden, Görlitz, Krakau, Khmlenizkij (Ukraine), Chemnitz.

Das Forschungsprojekt „Theaterverbund Neiße“ (TVN) ist ein Kooperationsprojekt des Musiktheaters Oberlausitz/Niederschlesien, der Niederschlesischen Philharmonie Jelenia Góra, des Theaters Jelenia Góra, des Gerhardt-Hauptmann-Theaters Zittau und des Franz Xaver Salda Theaters Liberec. Die fünf Kooperationspartner haben das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen beauftragt, zu erforschen, wie eine engere Zusammenarbeit der beteiligten Theaterhäuser und Orchester zu gestalten ist. Die Forschungsarbeit begann Ende 2005 und ist auf zwei Jahre angelegt.

Im Rahmen der ersten Projektphase wurden die kulturpolitischen Rahmenbedingungen untersucht, welche in den Regionen wirksam sind und die Arbeit an den einzelnen Institutionen betreffen. Hier ging es v. a. um die Verschränkung kommunaler, regionaler, staatlicher und letztlich auch internationaler Akteure und Regelapparate im TVN mit ihren spezifischen Ausprägungen. In einer zweiten Projektphase wird die genaue Betriebsstruktur der fünf Häuser evaluiert. Die aus dieser Statusanalyse gewonnen Erkenntnisse stellen die Grundlage für die folgende Phase dar, in der im Frühjahr 2007 eine Strukturkonzeption für ein künstlerisch und wirtschaftlich tragfähiges trinationales Städtebundtheater zu erarbeiten ist. In der Folge wird ein Vorschlag für die Umsetzung des Strukturkonzeptes entworfen und bis Dezember 2007 dessen Durchführung vorbereitet.

Im Rahmen des Collegium Pontes 2006 beschäftigen sich zwei Forschungsgruppen mit den kulturökonomischen sowie den kulturellen, sozialen und mentalen Voraussetzungen für einen tragfähigen transnationalen Theaterverbund. Er wäre unseres Wissens der erste in Europa und würde im Falle einer Realisierung das herkömmliche Bild von den Aufgaben eines Stadttheaters substantiell erweitern.

Collegium Pontes 2006:
Potentiale für die Europastadt Görlitz-Zgorzelec im Kulturhauptstadtjahr 2010

Im Zusammenhang des Collegium Pontes 2006 werden auch Potentiale für die Europastadt Görlitz-Zgorzelec im Kulturhauptstadtjahr 2010 untersucht und im Zusammenwirken mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz ein Strukturkonzept erarbeitet. Die Leitung liegt bei Prof. Dr. Roland Giese (Controlling), Prof. Dr. Matthias Munkwitz (Kulturökonomie), Prof. Dr. Matthias Theodor Vogt (Kulturpolitikwissenschaften). Visiting Fellows sind unter anderem Prof. Dr. Dieter Bingen (Politikwissenschaften), Deutsches Polen-Institut Darmstadt, und Prof. Dr. Jan Sokol, Karls-Universität Prag.

Die Städte Essen (Sitz von 9 der 100 umsatzstärksten Wirtschaftsunternehmen Deutschlands) und Görlitz (0) sind gleichermaßen vom Abbau alter Industrien und – mit Kunst und Kultur als Motor – vom Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft geprägt. Das Ruhrgebiet hatte rund 60 Jahre Zeit, den Übergang zu bewältigen; in der Oberlausitz vollzog sich der Abbau 1990ff. in zwei Jahren, der Übergang ist noch nicht geschafft.

Die Einladung der Jury vom 11. April 2006 – ein Novum in der Geschichte der Europäischen Kulturstädte/Kulturhauptstädte - auch Görlitz-Zgorzelec möge sich am „Kulturhauptstadtjahr 2010“ beteiligen, eröffnet den beiden Städten für 2010 zahlreiche komplementäre Interaktionsmöglichkeiten. Man denke nur an die Rekultivierung von Industriebrachen oder an Kooperationen zwischen den „alten Polen“ des Ruhrgebietes (im 19. Jahrhundert immigriert) und den „neuen Polen“ von Zgorzelec (nach 1945). Das Votum der Jury macht wirtschafts- und kulturpolitisch außerordentlich viel Sinn. Gemeinsam mit Essen (und Pécs) ist nach Kooperationsprojekten für das Kulturhauptstadtjahr 2010 zu suchen.

Die ins Stocken geratene Europapolitik leidet an der unzureichenden Wahrnehmung der kulturellen Eigenständigkeit der EU-Beitrittsländer. Nur vom West-Ost-Transfer ist die Rede. Im Zentrum der Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr 2010 könnte, entsprechend der Lage der Doppelstadt auf der Via Regia und in der Peripherie dreier Länder, der Ost-West-Kulturtransfer sowie die Situation von peripheren Grenzregionen stehen, die durch Kulturbegegnungen ihre Grenzen und ihren brain drain mental überwinden.

Flankierend zur Sächsischen Landesausstellung „Via Regia“ (ev. Europaratsausstellung) könnten 2010 die 46 Mitgliedsstaaten des Europarats eingeladen werden, ein Schaufenster der europäischen Kunst und Kultur in peripheren Regionen zu formieren ( „Via Regia Live“); begleitet von einem Wissenschaftsprogramm beider Städte zur Begutachtung der wirtschaftlichen und sozialen Transformation.

Mit dem Begriff „Vize-Kulturhauptstadt“ ist ein juristisch valider Begriff ins Spiel gebracht worden, der aber auch zahlreiche inhaltliche Optionen eröffnet. „Vize“ bedeutet „Stellvertreterschaft“. 2010 könnte die Doppelstadt – mit oder ohne diesen Terminus - stellvertretend agieren für jene Städte, die abseits der Hauptstädte an der Peripherie des jeweiligen Landes liegen, die von Flucht und Vertreibung, von Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt sind, die jedoch über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus in gemeinsamen kulturellen Vorhaben mit ihren Nachbarn Kunst und Kultur als Mittel der Zukunftssicherung erkannt haben.

Ansprechpartner:
Agnieszka Mazur M.A.
Koordination Collegium Pontes
Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen
Klingewalde 40 | D-02828 Görlitz
Tel. +49-3581-42094.23 | Fax .28
mazur@kultur.org |  www.kultur.org

 

Ausschreibung des internationalen Schul- und Jugendwettbewerbs "Frieden für Europa - Europa für den Frieden", nächster Einsendeschluss 15. Oktober 2006

Ab sofort können neue Vorhaben beim internationalen Schul- und Jugendwettbewerb Frieden für Europa Europa für den Frieden eingereicht werden. Gefördert werden mehrtägige Projektbegegnungen zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder Israel, die sich mit dem Thema der aktuellen Ausschreibung befassen:
Welche Männer und Frauen haben sich trotz Krieg und Diktaturen mutig für Menschlichkeit und Versöhnung, für den Frieden und die Wahrung von Menschenrechten eingesetzt?

In gemeinsamer Projektarbeit soll das Leben und Wirken ausgewählter Personen erforscht und dokumentiert werden. Die Projektpartner können sich mit Menschen aus ihrem jeweiligen Umfeld befassen oder gemeinsam eine Persönlichkeit aus dem Blick verschiedener Nationen betrachten.

Der Wettbewerb Frieden für Europa Europa für den Frieden wurde anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes vom Fonds Erinnerung und Zukunft ins Leben gerufen und hat bis heute mehr als 150 Projektvorhaben mit einer Fördersumme von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro unterstützt.

Für das kommende Jahr stehen erneut 700.000 Euro für internationale Partnerschaften zur Verfügung. Projekte, die zwischen März und Dezember 2007 durchgeführt werden sollen, können sich bis 15. Oktober 2006 bewerben. Liegt die Durchführung zwischen September 2007 und Juli 2008, so gilt der 15. März 2007 als Einsendeschluss. Gefördert werden Reise-, Unterbringungs- und Projektdurchführungskosten.

Um auch neuen oder wenig erfahrenen Partnerschaften eine Teilnahme zu ermöglichen, bietet der Wettbewerb ein zweistufiges Bewerbungsverfahren an, bei welchem zunächst eine Projektskizze eingereicht wird. Anschließend werden von einer Jury aus allen Einsendungen die besten Vorhaben ausgewählt und diese Partner zur Antragstellung aufgefordert. Bei der Ausarbeitung des Projektantrags bieten wir Fortbildung und Beratung an.

Anregungen zum Thema der Ausschreibung und die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf unserer Internetseite:  www.frieden-fuer-europa.de

Wir freuen uns auf Ihre Projektideen und stehen für Fragen gern jederzeit telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Daniel
Programmleitung

Kontakt:
MitOst e.V.
Frieden für Europa - Europa für den Frieden"
Schillerstraße 57
D-10627 Berlin
Telefon: +49 (0)30 31 51 74 77
E-Mail:  info(at)frieden-fuer-europa.de
 www.frieden-fuer-europa.de

Der Wettbewerb Frieden für Europa - Europa für den Frieden" wurde vom Fonds Erinnerung und Zukunft initiiert und wird durchgeführt von MitOst e.V. 

GFPS-Polska-Stipendien für einen Studienaufenthalt in Polen an Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Geboten werden Stipendien:
- für das Sommersemester 2007: 01.02.2007 – 30.06.2007,
- an den Universitäten bzw. technischen Hochschulen in Lublin, Krakow / Krakau, Warszawa / Warschau, Wroclaw / Breslau, Poznan / Posen, Gdansk / Danzig, Torun / Thorn, Katowice / Kattowitz, Lodz / Lodsch u. a.,
- mit der Möglichkeit zur Teilnahme am regulären Lehrbetrieb (in allen oben genannten Universitätsstädten und in Katowice mit verstärktem Sprachunterricht) oder an Semestersprachkursen (nur in Krakau, Lublin und Poznan)

Erwünscht sind:
- mindestens Grundkenntnisse der polnischen Sprache,
- Interesse an Kultur und Gesellschaft Polens,
- gute Leistungen im bisher absolvierten Studium,
- Immatrikulation an einer deutschen Hoch- bzw. Fachhochschule,
- deutsches Abitur bzw. Fachabitur,
- deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Leistungen der GFPS-Polska umfassen die Gebühren für die Einschreibung in einen polnischsprachigen Studiengang, ein monatliches Stipendium in Höhe von 1.000 Złoty, Hilfe bei der Vermittlung der Unterkunft und persönliche Betreuung vor Ort.
Die Stipendienvergabe erfolgt vorbehaltlich der Mittelzusage durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit!
Bewerbungsschluss: 31. Oktober 2006!

Weitere Informationen zum Stipendium, zu den Auswahlkriterien, Bewerbungsverfahren/Bewerbungsunterlagen unter  www.gfps.org/stipendien.
Fragen an:  kommission(at)gfps.org.