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Was wird aus den Heimatsammlungen? Zukunftsperspektiven für die historisch-ostdeutschen Heimatmuseen und Heimatstuben in Deutschland und für die dort verwahrten Sammlungen und Archivbestände

In Deutschland gibt es mehrere hundert Heimatmuseen und Heimatstuben („Ostdeutsche Heimatstuben“), die von landsmannschaftlichen Orts- und Kreisgemeinschaften, vom Bund der Vertriebenen oder von Einzelinitiativen betreut werden. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Einrichtungen. Manche haben den Charakter eines Treffpunkts mit Heimatsammlung und Heimatkartei bewahrt, andere haben sich zu kleinen Museen entwickelt oder präsentieren sich als regionale Schaufenster. Ihre Sammlungen setzen sich aus Erinnerungsstücken, Museumsgut und aus Schriftgut zusammen.
Viele Heimatsammlungen befinden sich in einer schwierigen Lage, über Ihre Zukunft wird von Betroffenen und Fachleuten nachgedacht. Nicht selten stellt der Generationswechsel die Betreuung vor Ort in Frage. Angesichts knapper Kassen sehen sich Kommunen zunehmend gezwungen, freiwillige Leistungen abzubauen, wir zum Beispiel die Bereitstellung von Räumlichkeiten oder die Zuwendungen für den Träger, gleich ob es sich um eine kommunale Einrichtung oder um eine regional aktive Heimatvereinigung handelt. In vielen Fällen ist der Fortbestand der meist kleinen Einrichtungen nicht mehr dauerhaft zu gewährleisten. Lösungen werden oft erst dann gesucht, wenn eine Notsituation eingetreten ist.
Umso wichtiger erscheint es deshalb, rechtzeitig nach Wegen für eine dauerhafte Sicherung von Einrichtungen bzw. von hier vorhandenen kulturhistorisch wertvollen Museums-, Bibliotheks- und Archivbeständen zu suchen. Es muss gewährleistet werden, dass das wertvolle Kulturgut Heimatgemeinschaften und darüber hinaus allen Interessierten zugänglich bleibt. Gleichzeitig sollten sie aber, soweit sie in größere Ausstellungszusammenhänge eingebunden sind, modernen Kriterien musealer Darstellung genügen.
Wichtig ist, dass über die Problematik nicht erst im akuten Gefährdungsfall nachgedacht wird, wenn häufig nur noch unbefriedigende Lösungen akzeptiert werden müssen. Frühzeitig muss fachliche Beratung geleistet und müssen tragfähige Konzeptionen und Vorschläge erarbeitet werden, auf die die Betroffenen bei Bedarf zurückgreifen können.
Ziel ist die Sicherung von Kulturgut und dessen Präsentation. Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation soll ein Rahmenkonzept erarbeitet werden, das unter Umständen mehrere Möglichkeiten und Alternativen für den Umgang mit gefährdeten Einrichtungen aufzeigt. Ein solches Konzept muss gemeinsam von museologisch erfahrenen Fachkräften, von den landsmannschaftlichen bzw. regionalen und lokalen Trägervereinigungen, von Vertretern der Landesmuseen und von den vor Ort verantwortlichen Personen erarbeitet werden. Dabei sind bereits vorliegende Anregungen in die Überlegungen einzubeziehen.
Es handelt sich um eine erste übergreifende Erörterung der allgemeinen Thematik. Davon unberührt bleibt die bei den Ländern und Kommunen liegende Zuständigkeit für die einzelnen Einrichtungen.

Nähere Informationen:
Bundesinstitut für Geschichte der Deutschen im östlichen Europa
Johann-Justus-Weg 147a
26127 Oldenburg
 www.bkge.de

 

Brückepreisgesellschaft steht zu Günter Grass als Preisträger

Die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec sieht nach ihrer Sitzung am 5.9. keinerlei Veranlassung, die Preisvergabe an Günter Grass in Frage zu stellen. Diese Feststellung sei einmütig getroffen worden, erklärte der Präsident der Gesellschaft Prof. Willi Xylander.
Der Nobelpreisträger Günter Grass hatte am 28. August seine im Frühjahr erklärte Annahme des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec zurückgezogen. Er begründete seine Entscheidung in einem Schreiben an den Präsidenten. Grass verwies dabei unter anderem auf Äußerungen des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Görlitzer Stadtrat und schrieb: „Ich weiß, wie es ist, wenn ein Preis, der einmal durch eine Jury zuerkannt wurde, nicht verliehen werden kann“.  Einen solchen Vorgang wolle er der Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises nicht zumuten und „ich selbst möchte ihn nicht noch einmal erleben“.
Die Gesellschaft bedauere ausdrücklich die Entscheidung von Günter Grass und betonte, dass ihre Entscheidungen stets partei- und fraktions-unabhängig seien und es keinen direkten oder indirekten Einfluss politischer Gremien auf ihre Entscheidungen gebe.
Kritik äußerte die Gesellschaft an den überregionalen Medien. Die vielen differenzierten Äußerungen anderer politischer Gruppierungen, auch von weiteren CDU-Mitgliedern aus Görlitz, die sich fast ausschließlich für Günter Grass als Brückepreisträger ausgesprochen hätten, waren überregional nicht mehr wahrgenommen worden. So sei die Aussage des CDU-Fraktionschefs unkommentiert als mehrheitliche Meinung in der Stadt stehen geblieben.
Die Enttäuschung sei sowohl bei den Bürgern der Europastadt, als auch bei den Mitgliedern der Gesellschaft groß. „Wir hatten uns sehr auf Günter Grass und den Festakt zur Preisverleihung gefreut“, sagte Xylander.
Nachdem Günter Grass seine Zusage zurückgenommen habe, werde es im Jahr 2006 nicht zu einer Verleihung des Brückepreises kommen, entschied die Gesellschaft.

Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec – Der Präsident
Professor Willi Xylander
Direktor des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz
Landesmuseum des Freistaates Sachsen
Am Museum 1, Postfach 300 154
02806 Görlitz
Telefon: 03581/4760100
Fax:       03581/4760101

ifa-Medienkoordinator/-in Polen

Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) ist die weltweit agierende Einrichtung im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland für Kulturaustausch, Dialog der Zivilgesellschaften und außenkulturpolitische Information. Es will mit seinem Programmbereich Integration und Medien zivilgesellschaftliche Strukturen in Mittel-, Südost- und Osteuropa im Prozess der europäischen Einigung stärken und unterstützt dazu auch das kulturelle Leben deutscher Minderheiten, insbesondere durch Projekte in den Bereichen Medien, Jugend, Kultur und Bildung und durch die Entsendung von Kulturassistent(inn)en und Redakteur(inn)en.
Im Rahmen dieses Programms suchen wir zum 1.12.2006 für die Dauer von zunächst einem Jahr einen Medienkoordinator (m/w) für die Beratung deutschsprachiger Medienprojekte in Mittel- und Osteuropa.
Bei den vielfältigen Aufgaben des Medienkoordinators stehen die Beratung der Redaktionen und Träger in medienwirtschaftlichen, journalistischen und organisatorischen Belangen, die Planung und Durchführung von journalistischen Fortbildungen, der Aufbau von Kooperationen deutschsprachiger Medien in Mittel- und Osteuropa und die Entwicklung neuer Projektideen im Vordergrund. Einsatzort ist Oppeln/Opole in Polen.

Voraussetzungen:
- Abgeschlossenes Hochschulstudium im Bereich Medienwirtschaft oder Journalismus
- Erfahrungen im Projektmanagement
- Erfahrungen in der Konzeption von Entwicklungsplänen bzw. Potenzialanalysen
- längere Auslandserfahrungen in mindestens einem MOE-Land und sehr gute Kenntnis mindestens einer osteuropäischen Sprache
- Zielorientierte eigenständige Arbeitsweise, Belastbarkeit und Verhandlungsgeschick

Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an die TvöD Entgeltgruppe 11.
Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben) bis zum 1.11.2006 nur per E-Mail an meko@ifa.de.

Die Robert Bosch Stiftung schreibt den Karl-Dedecius-Preis 2007 für polnische Übersetzer deutscher Literatur und deutsche Übersetzer polnischer Literatur aus

Zum dritten Mal lädt die Robert Bosch Stiftung polnische und deutsche Übersetzer ein, sich um den Karl-Dedecius-Preis zu bewerben. Die Auszeichnung, die den Namen des verdienten Übersetzers trägt, wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt vergeben und geht zugleich an einen deutschen und einen polnischen Übersetzer. Beide werden durch den Preis für ihre herausragenden Leistungen und ihre Vermittlungsarbeit zwischen den beiden Nachbarländern geehrt. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert. Eine unabhängige deutsch-polnische Jury unter dem Ehrenvorsitz von Karl Dedecius schlägt die Preisträger vor. Die Robert Bosch Stiftung gibt die Namen der Preisträger der Öffentlichkeit bekannt.
Die feierliche Preisverleihung veranstaltet das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt am 1. Juni 2007.
Vorschläge aus der Fachwelt und der interessierten Öffentlichkeit können an das Deutsche Polen-Institut Darmstadt gerichtet werden. Eigenbewerbungen sind ebenfalls möglich.

Die Bewerbungen sollen
einen kurzen Lebenslauf des Übersetzers/der Übersetzerin
ein Publikationsverzeichnis und
eine Auswahl aus dem übersetzerischen Werk – ca. 20 Seiten des Original- und des Übersetzungstextes
enthalten und bis zum 15. Dezember 2006 an folgende Adresse gesandt werden:
Deutsches Polen-Institut, Karl-Dedecius-Preis, Mathildenhöhweg 2, D-64287 Darmstadt

Der Karl-Dedecius-Preis wird seit 2003 verliehen. Er knüpft an die frühere Übersetzungsförderung der Robert Bosch Stiftung an, die bereits seit 1981 mit dem Übersetzerpreis und seit 1993 mit dem Förderpreis polnische Übersetzer deutschsprachiger Literatur ehrte.
Die Robert Bosch Stiftung und das Deutsche Polen-Institut setzen sich seit über zwanzig Jahren gezielt für die Verbreitung deutschsprachiger Literatur in polnischer Übersetzung und polnischer Literatur in deutscher Übersetzung ein. Dies geschieht durch die Förderung von Germanisten, Polonisten, Verlegern und Übersetzern in Polen und Deutschland. Von 1980 bis 2000 wurde die von Karl Dedecius herausgegebene »Polnische Bibliothek«, die in 50 Bänden bedeutende Werke der polnischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart vorstellt, von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Weitere Informationen:
 www.deutsches-polen-institut.de/Projekte/Karl-Dedecius-Preis/index.php

 

Wandeln Sie auf den Spuren Ihrer Familie in Schlesien

Wollten Sie sich schon immer mal auf die Suche nach den Wurzeln Ihrer Familie begeben? Diese liegen im heutigen Polen und Sie sprechen kein Polnisch? Sie möchten mehr erfahren über die Geschichte der Region, über ihre heutigen Bewohner und ihr einstiges Schicksal.

Speziell ausgebildete Studenten und Absolventen der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder begleiten Sie auf Ihrer Reise, übersetzen Gespräche, zeigen Ihnen die Umgebung und erklären ihre neuere Geschichte. Fernab von organisiertem Gruppentourismus können Sie sich so auf eine ganz persönliche Entdeckungsreise begeben.

Wir haben ausgesprochen gute Erfahrungen mit dieser Form der Begleitung gesammelt. Deshalb werden in speziellen Seminaren an der Viadrina junge Fremdenführer ausgebildet, die nicht nur deutsch und polnisch fließend sprechen und die Geschichte der Vertreibungen in Europa kennen, sondern die auch bereit sind, sich auf Ihre persönlichen Wünsche einzustellen.

Die jungen, zweisprachigen Reiseführer finden Sie unter
 www.instytut.net/heimatreise
Sie erreichen diese unter 0049 (0) 335 280 16 62 und 0049 (0) 176 20 55 28 09 oder unter:  j.niesser(at)transkultura.net

Das Institut für angewandte Geschichte wurde 2001 von Studenten der Viadrina zur Versöhnung von Vergangenheit und Gegenwart gegründet. Geprägt von einer geteilten Gegenwart und doch allzu oft bestimmt von einer trennenden Geschichte, ist im Grenzgebiet von Deutschland und Polen die Vermittlung des Vergangenen ein wichtiger Schritt zum Verständnis des Gegenübers und zur Überwindung der Grenzen im Kopf. Mit einfachen Mitteln versuchen wir daher das näher zu bringen, was vergangen ist, ohne dabei das zu übersehen, was in der Zwischenzeit entstanden ist. Wir organisieren Radtouren, bieten Stadtspaziergänge an und führen Seminare durch. In öffentlichen Aktionen weisen wir, wie 2002 beim Verkauf von Teilen der alten Stadtbrücke zwischen Frankfurt Oder und Slubice, auf die Geschichtsträchtigkeit des Alltags hin. Nachdem die Gründer bereits Absolventen der Europa-Universität sind, entwickeln sie nun gemeinsam mit neuen Studenten einen Begleitservice namens "Heimatreisen" für Reisende auf dem Weg zu ihren Wurzeln.
weitere Informationen unter:  www.instytut.net/de/institut/

Online-Recherche in Beständen der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften

Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (OLB) ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Görlitz. Sie ist eine wissenschaftliche Bibliothek in kommunaler Trägerschaft und Bestandteil der Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur.
1. Zur Benutzung der Bibliothek ist jede geschäftsfähige natürliche und juristische Person berechtigt.
2. Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften ist eine Präsenzbibliothek. Ihre Bestände sind nicht verleihbar.
3. Die Benutzung der Medien erfolgt im Leseraum der Bibliothek.
In Ausnahmefällen kann eine Ausleihe außer Haus erfolgen. Diese Ausnahme wird regelmäßig gewährt für:
- Verlagsveröffentlichungen mit einem Alter von   1 - 50 Jahren
- Verlagsveröffentlichungen mit einem Alter von 50 - 100 Jahren, wenn diese in mindestens 2 Exemplaren in der Bibliothek vorhanden sind.
Diese Ausnahmeregelungen gelten nicht für audiovisuelle Medien, Lose-Blatt-Sammlungen, Zeitungen, ungebundene Zeitschriften, Karten sowie Medien, die auf Grund ihres konservatorischen Zustandes für eine Entleihung außer Haus nicht geeignet sind. In strittigen Fällen entscheidet der Bibliotheksleiter.
Frühe Drucke und historische Zeitungen sind aus Gründen der Bestandssicherung nur für die wissenschaftliche Nutzung zugelassen.

Der Online-Katalog Web-OPAC V2.3 ( http://webopac2.goerlitz.de) verzeichnet den derzeit elektronisch erfassten Medienbestand der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften. Eine Recherche ist auch über den Katalog der Martin-Opitz-BibliotheK Herne ( http://www.martin-opitz-bibliothek.de) möglich.

weitere Informationen:  www.goerlitz.de/index_olbdw.html

GFPS-Polska vergibt aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefoerderte Stipendien fuer einen Studienaufenthalt in Polen an Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen

Geboten werden Stipendien
- fuer das Sommersemester 2007: 01.02.2007 bis 30.06.2007,
- an den Universitaeten bzw. technischen Hochschulen in Lublin, Krakow / Krakau, Warszawa / Warschau, Wroclaw / Breslau, Poznan / Posen, Gdansk / Danzig, Torun / Thorn, Katowice / Kattowitz, Lodz / Lodsch u. a.,
- mit der Moeglichkeit zur Teilnahme am regulaeren Lehrbetrieb (in allen oben genannten Universitaetsstaedten und in Katowice mit verstaerktem Sprachunterricht) oder an Semestersprachkursen (nur in Krakau, Lublin und Poznan)
Erwuenscht sind:
- mindestens Grundkenntnisse der polnischen Sprache,
- Interesse an Kultur und Gesellschaft Polens,
- gute Leistungen im bisher absolvierten Studium,
- Immatrikulation an einer deutschen Hoch- bzw. Fachhochschule,
- deutsches Abitur bzw. Fachabitur,
- deutsche Staatsangehörigkeit.
Die Leistungen der GFPS-Polska umfassen die Gebuehren für die Einschreibung in einen polnischsprachigen Studiengang, ein monatliches Stipendium in Hoehe von 1.000 Zloty, Hilfe bei der Vermittlung der Unterkunft und persoenliche Betreuung vor Ort.
Die Stipendienvergabe erfolgt vorbehaltlich der Mittelzusage durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit!
Bewerbungsschluss: 31. Oktober 2006!
Weitere Informationen zum Stipendium, zu den Auswahlkriterien und Bewerbungsverfahren unter

Vielen Dank und herzliche Gruesse

Christina Hebel
Gemeinschaft fuer studentischen Austausch
in Mittel- und Osteuropa e.V.
(+48) 510 95 79 69
(+49) 170 540 22 13
mail:  christina.hebel@gfps.org
www.gfps.org/stipendien

Bei Fragen wendet Euch bitte an  kommission(at)gfps.org
 http://www.gfps.org

Besucherandrang am Stand der Arbeitsgemeinschaft Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa  

Frankfurter Buchmesse 2006 - Das Deutsche Kulturforum östliches Europa präsentierte eigene Publikationen und die der Arbeitsgemeinschaft Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa war bereits zum zweiten Mal auf Einladung des Internationalen Zentrums, einer Kooperation der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amtes – »Herz des interkulturellen Dialogs und Plattform für Literaturen aus aller Welt« (Frankfurter Buchmesse) – mit einem Gemeinschaftsstand in Halle 5.0 vertreten. Es präsentierte die populärwissenschaftlichen Sachbücher, Text-Bildbände und belletristischen Titel des Kulturforums gemeinsam mit den Publikationen der Arbeitsgemeinschaft Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, der insgesamt 15 Institutionen und Museen angehören. Die Lage des Stands zwischen Verlagen und Kulturinstituten aus Ländern wie Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Slowenien und direkt gegenüber des Übersetzerzentrums erwies sich erneut als äußerst günstig, um fachkundige Leser, Autoren, Verleger und Kulturmittler anzuziehen. Insgesamt waren rund 285.000 Besucher zur 58. Frankfurter Buchmesse gekommen, an der sich mit 7.272 so viele Aussteller wie nie zuvor beteiligt hatten.

Am Samstag waren ab 16 Uhr zwei Mitglieder des Autorenteams des rechtzeitig zur Messe erschienen deutsch-polnischen Text-Bild-Bandes  Aurith – Urad, zwei Dörfer an der Oder – dwie Wioski nad Odrą am Stand anwesend, um das Publikum über die Entstehung der Publikation zu informieren: Der Titel geht auf ein Projekt in einem etwa 20 Kilometer südlich von Frankfurt (Oder) gelegenen Dorf zurück, das durch die Grenzziehung 1945 durch die Oder geteilt wurde und seitdem auf der deutschen Seite als Aurith, auf der polnischen Seite als Urad existiert. Das Projekt schuf nach mehr als einem halben Jahrzehnt erstmals wieder eine Verbindung zwischen beiden Dorfhälften, indem eine provisorische Brücke eingerichtet wurde. Das Buch ist eine Nahaufnahme der beiden Grenzdörfer und erzählt vom Alltag zweier Welten, die sich ebenso fremd wie ähnlich sind. Intensive Gespräche und reger Publikumsverkehr am Stand zeigten, dass dieses Thema viel Anklang fand.

Die vom Kulturforum gemeinsam mit dem Internationalen Zentrum organisierte Podiumsdiskussion am Sonntag Vormittag versammelte prominente Diskutanten auf dem Podium. Neben dem rumänischen Staatssektretär für Minderheiten, Zeno Pinter, war der aus Ungarn stammende österreichische Historiker Paul Lendvai anwesend, um mit Hedwig Morvai-Horváth, einer NGO-Vorsitzenden aus Novi Sad/Serbien und dem Fotografen Frank Gaudlitz aus Potsdam über die Bedeutung des Donauraums für Europa zu sprechen. Ausgangspunkt für die von dem Journalisten Jörg Magenau, Berlin, moderierte Diskussion bildete der deutsch-englische Bildband des Kulturforums  Warten auf Europa. Begegnungen an der Donau/Waiting for Europe. Encounters on the Danube. Neben verschiedenen Essays, darunter einem Vorwort von Karl Schlögel, enthält er Porträtaufnahmen von Menschen entlang der Donau und Aussagen über ihre Zukunftserwartungen. In dem kontroversen und spannenden Gespräch wurde deutlich, dass die Identitätssuche in Südosteuropa in gewisser Hinsicht erst begonnen hat.

Überschattet wurde die Frankfurter Buchmesse durch den Tod des rumäniendeutschen Schriftstellers Oskar Pastior, wenige Wochen bevor er den Georg-Büchner-Preis in Empfang nehmen sollte, und die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Das Internationale Zentrum reagierte auf die brutale Tötung der couragierten Russin, die unter anderem Wahrheiten und Hintergründe des russisch-tschetschenischen Krieges aufdeckte, mit einer spontanen Gedenkveranstaltung, bei der Bekannte und Freunde sprachen.

Beitrag von von Ariane Afsari
 http://www.kulturforum.info/php/x.php4?x=1010032