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Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen           

Der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen wird seit 1977 verliehen. In Niedersachsen hatten besonders viele deutsche Schlesierinnen und Schlesier, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten, Aufnahme gefunden und wesentlich zum Wiederaufbau des Landes beigetragen. Die Niedersächsische Landesregierung hatte diesen Preis daher seinerzeit gestiftet als Zeichen der Verbundenheit des Landes Niedersachsen mit den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Schlesierinnen und Schlesiern. Mit dem Preis sollten die Leistungen solcher Kunstschaffender gewürdigt werden, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren auszuzeichnendes Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Gegenstand der Preisverleihung waren hervorragende Einzel- oder Gesamtleistungen auf dem Gebiete der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik.

Seit 1991 hat sich die Niedersächsische Landesregierung, getragen von dem Gedanken der Verständigung und Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen, das geänderte Ziel gesetzt, mit der Verleihung des Kulturpreises Schlesien zur gemeinsamen Pflege und Weiterentwicklung des Kulturgutes Schlesiens und des Kulturschaffens der Schlesierinnen und Schlesier beizutragen. Seitdem können auch polnische Künstlerinnen und Künstler, die in Schlesien wohnen, den Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik erhalten.

In den zurückliegenden Jahren haben sich die mit der Neuausrichtung des Kulturpreises Schlesien verbundenen Erwartungen erfüllt. Der Kulturpreis Schlesien hat sich zu einem deutsch-polnischen Begegnungspreis entwickelt, der zum festen Bestandteil der Verständigung zwischen Deutschland und Polen gezählt werden muss.

Der Kulturpreis Schlesien besteht aus zwei gleichwertigen Preisen, die mit je 4.000,- € dotiert werden. Es kann ein Sonderpreis verliehen werden.

Der Kulturpreis Schlesien 2006 geht an den Bildhauer und  Maler Siegbert Amler und an die Glasgestalterin Malgorzata Dajewska. Einen Sonderpreis erhält in diesem Jahr die Edith Stein-Gesellschaft in Breslau. Die Preise wurden am 16. September 2006 von dem Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport , Uwe Schünemann,  in der Aula Leopoldina  der Breslauer Universität verliehen.

Quelle:  http://www.niedersachsen.de/master/C18248555_N15725492_L20_D0_I198

Wir stehen in der Verantwortung – Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Bundesverband e. V.

Wir sind beunruhigt. Wir sorgen uns um die in den vergangenen Jahrzehnten erreichte deutschpolnische Verständigung und wenden uns an die deutsche und polnische Öffentlichkeit. Beunruhigt sind wir über die in den letzten Jahren zunehmenden Versuche, eine zukunftsgerichtete Partnerschaft zwischen Polen und Deutschland in Frage zu stellen.
Wir stehen in der Verantwortung: Leidvolle Erfahrungen haben die Geschichte der Nachbarschaft unserer beiden Völker geprägt. Die Teilungen Polens unter Beteiligung Preußens im 18. Jahrhundert, der unter deutschen Eliten im 19. und 20. Jahrhundert weit verbreitete Antipolonismus, der verbrecherische Angriffskrieg von 1939 mit der Ermordung vieler Millionen Polen, darunter die fast vollständige Vernichtung des polnischen Judentums während der deutschen Okkupation und die verheerenden Zerstörungen des Landes haben tiefe Wunden bei der polnischen Bevölkerung hinterlassen.
Eine Folge des Weltkriegs waren auch die Flucht, die Vertreibung und die Zwangsumsiedlung von Millionen Menschen aus ihrer angestammten Heimat. Das damit verbundene Leid ist für viele Familien eine bis heute prägende Erfahrung.
Angesichts dieser Geschichte blicken wir voller Dankbarkeit auf das, was in den letzten Jahren für die deutsch-polnische Partnerschaft erreicht wurde. Wir waren Zeugen historischer Gesten der Versöhnung: Angefangen von der Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Brief der polnischen Bischöfe, dem Kniefall Willy Brandts in Warschau über die wechselseitige Friedensbezeugung von Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl während der Kreisauer Versöhnungsmesse, die Rede von Außenminister Władysław Bartoszewski vor dem Bundestag bis hin zur Danziger Erklärung der Präsidenten Aleksander Kwaśniewski und Johannes Rau.
Der Grenz- und Nachbarschaftsvertrag von 1990 und 1991 besiegelt diese an Versöhnung und Verständigung orientierte Politik. Sie hat Polen und Deutsche einander so nahe gebracht wie nie in den letzten beiden Jahrhunderten. Auf beiden Seiten haben viele Persönlichkeiten, gesellschaftliche Initiativen und Politiker dazu beigetragen: die Kirchen, katholische Laien, die Solidarność-Bewegung, deutsche Gewerkschafter, Vertreter des polnischen Exils, die antikommunistische Opposition in der DDR, Publizisten, Künstler und Übersetzer, Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten, Stiftungen, Städtepartnerschaften sowie Vereine, darunter die Deutsch-Polnischen Gesellschaften.
Wir stehen in der Verantwortung: Der Beitritt Polens zur NATO und zur Europäischen Union bietet die große Chance für die endgültige Überwindung des deutsch-polnischen Gegensatzes sowie für eine dauerhaft friedliche Entwicklung unseres Kontinents. Die deutsch-polnische Aussöhnung und die europäische Integration sind daher unsere gemeinsame Zukunft, die nicht durch den Rückgriff auf alte Feindbilder – eines vermeintlichen innenpolitischen Nutzens wegen – geopfert werden darf. Wir appellieren daher an alle, denen das deutsch-polnische Verhältnis am Herzen liegt: Die Politik der Partnerschaft und Freundschaft, die seit 1989 in Europa so viel Gutes erreicht hat, muss im Interesse der Zukunft fortgesetzt werden. Wir, die Unterzeichnenden, werden auch weiterhin im Geiste des Vertrauens und der Verständigung zwischen unseren Staaten handeln und unsere gemeinsame Zukunft im vereinten Europa sehen.

Dr. Angelica Schwall-Düren, Vorsitzende
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Kuratoriumsvorsitzende

 

Ein vergessenes Arkadien - Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz. Ein deutsch-polnisches Ausstellungsprojekt von Monumenta Silesiae e. V., Görlitz und dem Muzeum Ziemi Kłodzkiej/(Museum des Glatzer Landes), Kłodzko/Glatz.

Schlesien – Land der Schlösser
„Schlesien - Land der Schlösser“, so nannte der Dresdner Architekt Robert Weber ein opulent ausgestattetes, dreibändiges Werk über eine kleine Auswahl an Herrensitzen Schlesiens, das er 1909 bis 1910 herausgab und das in mehreren gekürzten Neuauflagen, herausgegeben von Josef von Golitschek, von ca. 1980 bis heute mehrmals wieder aufgelegt wurde.
Tatsächlich ist Schlesien eine Region Mitteleuropas, deren Kulturlandschaft wie kaum eine andere durch die zahlreichen Schlösser und Herrenhäuser geprägt wurde. Als wirtschaftlicher, administrativer, sozialer und gesellschaftlicher Mittelpunkt dominierten sie das architektonische Erscheinungsbild der Dörfer ebenso wie deren Gemeinwesen.
In einer Datenbank für die Erfassung des Gesamtbestandes, die der Autor und Ausstellungskurator seit mehreren Jahren erarbeitet, sind bisher über 1800 registrierte und in der Literatur erschlossene herrschaftliche Bauten nachgewiesen. Der geschätzte Gesamtbestand in Schlesien einschließlich des böhmisch-/tschechischen Teils („Österreichisch-Schlesien“) und dem nach 1921 zugunsten Polens abgetrennten Ostoberschlesien, heute zur Woiwodschaft „Śląsk“ gehörend, kann jedoch auf ca. 2.200 bis 2.300 Objekte beziffert werden.

Die Situation nach der politischen Wende in Ostmitteleuropa
Obwohl zahlreiche Schlösser und Herrenhäuser in Teilen während des Zweiten Weltkriegs oder in unmittelbarer Folge vernichtet wurden, wie beispielsweise die bedeutenden Residenzen Sibyllenort/Szczodre (Kr. Oels), Primkenau/Przemków (Kr. Sprottau)oder Neudeck (OS)/Świerklaniec (Kr. Tarnowitz), blieben nahezu 85 % des Gesamtbestandes erhalten. Die meisten von ihnen wurden in der Nachkriegszeit als Unterkünfte für umgesiedelte resp. Vertriebene Polen („Repatriierte“), kommunale und staatliche Einrichtungen (Kindergärten, Hospitäler etc.) oder als Verwaltungssitze der Staatsgüter/PGRs genutzt. Erst seit Mitte der 1960er, verstärkt seit den 1970er Jahren sind zunehmend große Verluste am Gesamtbestand zu verzeichnen, die zumeist unterlassener Bauunterhaltung, der darauf folgenden Funktionsaufgabe und dem anschließenden völligen Verfall der einstigen Herrschaftssitze geschuldet sind.
Trotz der politischen Wende nach 1989 und zahlreichen inzwischen durchgeführten Privatisierungen von zuvor in staatlichem oder kommunalem Besitz befindlichen Schlössern konnte diese Entwicklung nicht unterbrochen werden. So sind gerade die vielen von staatlichen Institutionen inzwischen geräumten Bauten mehr denn je in ihrem Bestand gefährdet. Hinzu kommt die Aufgabe zahlreicher Staatsgüter und landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften, deren Verwaltungssitze meist ebenfalls in den dazugehörigen Schlössern untergebracht waren.
Aufgrund der Größe der Bauten, des hohen Anspruchs an die denkmalgerechte Instandsetzung und zukünftige Nutzung sowie angesichts mangelnder öffentlicher Unterstützung im Denkmalschutz sind sie noch immer eine besonders gefährdete Gattung von Baudenkmälern, da sie hohe Investitionen erfordern, aber vergleichsweise geringe Renditeaussichten versprechen.
Zudem fallen leerstehende Gebäude nicht nur dem Vandalismus zum Opfer, sondern werden zunehmend planmäßig ausgeschlachtet, wobei nicht mehr allein die „Materialgewinnung“ im Vordergrund steht, sondern gerade wertvolle Bauteile, wie Portalgewände, Wappentafeln, Fensterrahmungen etc. geraubt werden, um sie dem internationalen Kunstmarkt zuzuführen.

Ein Problemfall unter Vielen: Die Grafschaft Glatz
Ganz anders sieht es mit der Schlösser- und Parklandschaft des übrigens Schlesiens, hier insbesondere der ehemaligen Grafschaft Glatz aus, die mit rund 80 Objekten eine weit größere Zahl an Schlössern und Herrenhäusern gleicher, wenn nicht zum Teil sogar höherer künstlerischer Qualität als das Hirschberger Tal aufzuweisen hat.
Die Region, die bis in das 12. Jahrhundert Zankapfel zwischen den Königreichen Böhmen und Polen war und erst mit dem Frieden von Glatz 1137 für lange Zeit in böhmische Herrschaft  überging und durch König Georg von Podiebrad 1459 zur Grafschaft erhoben wurde, ist als Nahtstelle zwischen dem piastisch geprägten Schlesien und dem südlich der Sudeten angrenzenden Böhmen von besonderer kunst- und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Zahlreiche Bauten lassen eindeutig böhmische Einflüsse erkennen, wie z. B. die Residenz der Grafen Herberstein in Grafenort/Gorzanów. Seit dem 17. Jahrhundert werden dann auch schlesische Einflüsse in diesem Gebiet stärker, bis ab der Mitte des 18. Jahrhunderts sich durch die Integration der Grafschaft Glatz nach der Eroberung Schlesiens durch König Friedrich II. preußische Architektur durchsetzt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann auch hier, wie in allen ehemaligen Ostprovinzen Deutschlands, der Zerfall der bisher kontinuierlich gepflegten Kulturlandschaft. Eine Ausnahme waren die Kurbäder, die die Grafschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert berühmt gemacht hatten. Hier gibt es inzwischen auch wieder zahlreiche Ansätze, das bauliche Erbe zu pflegen, wie beispielsweise die aufwendige Restaurierung der Papiermühle in Bad Reinerz/Duszniki Zdrój und die Pflege der zahlreichen Kuranlagen belegen.
Im Gegensatz hierzu stehen jedoch die Schlossbauten, deren Zustand zumeist ausgesprochen besorgniserregend ist, sofern sie nicht schon zu Ruinen zerfallen sind, wie die Beispiele von Wölfelsdorf/Wilkanów oder Niederrathen/Ratno Dolne drastisch demonstrieren. Abgesehen von wenigen privaten Initiativen, wie z. B. am renaissancezeitlichen Herrenhaus in Mittelsteine/Ścinawka Średnia, sind nur wenige Anstrengungen erkennbar, die Schlösser dieser Region zu erhalten und diese dann in wirtschaftsfähige Konzepte für einen sanften „Kulturtourismus“ zu integrieren.

Diese deutsch-polnische Gemeinschaftsausstellung, die mit Unterstützung des Schlesischen Museums zu Görlitz, dem Kulturforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg und dem Herder-Institut in Marburg zustande kam, soll nun auf die fast vergessenen Schätze dieser Region aufmerksam machen. Zunächst wird sie vom 26. November 2006 bis zum 27. Mai 2007 im Museum des Glatzer Landes in Glatz (Muzeum Ziemi Kłodzkiej, Kłodzko - Öffnungszeiten: Mi-Fr 10-16.00 Uhr/Sa+So 11-17.00 Uhr/Mo+Di geschlossen) gezeigt werden, um dann als Tafelausstellung durch einige ausgewählte Orte (u. a. Mittelwalde/Międzylesie; Eckersdorf/Bożków; Bad Kudowa/Kudowa Zdrój) der ehemaligen Grafschaft zu wandern. Intention ist, die dort ansässige Bevölkerung für dieses architektonische Erbe verstärkt zu sensibilisieren und ihnen die denkmalpflegerischen Probleme nahe zu bringen. Nach einer weiteren Ausstellungsperiode im Schloss Lomnitz/Łomnica im Hirschberger Tal ab Herbst 2007 wird sie dann im Frühjahr 2008 auch in Deutschland (u. a. in Görlitz; Berlin, Potsdam und Marburg) zu sehen sein.

Arne Franke

 

Das Deutsche Polen-Institut schreibt für das Jahr 2007 zwei Bibliotheksstipendien für eine Dauer von jeweils vier bis sechs Wochen aus. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2006.

Zielsetzung der Förderung:
Mit der Vergabe von Stipendien werden wissenschaftliche Vorhaben aus dem Aufgabenbereich gefördert, der vom Deutschen Polen-Institut vertreten wird. Die Stipendien sollen den wissenschaftlichen Nachwuchs insbesondere aus Polen und Deutschland in die Lage versetzen, die reichhaltigen Bestände in den Sammlungen des Deutschen Polen-Instituts für ihre Forschungsarbeiten auszuwerten. Dabei sollen sich möglichst jeweils ein polnischer und ein deutscher Stipendiat gleichzeitig in Darmstadt aufhalten. Bewerbungen aus dritten Ländern sind ebenfalls möglich.

Höhe des Stipendiums:
Die Höhe des Stipendiums beträgt 1400 Euro. Aus diesen Mitteln sind sämtliche Nebenkosten zu tragen (Reisekosten, Unterbringung, Versicherungen).

Voraussetzungen für die Bewerbung:
Die wissenschaftliche Qualifikation der Stipendienbewerberin/des Stipendienbewerbers wird auf der Grundlage der einzureichenden Bewerbungsunterlagen geprüft. Förderungsberechtigt sind bevorzugt Graduierte, Doktorandinnen und Doktoranden sowie promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, im Ausnahmefall auch fortgeschrittene Studierende, die mit einer Forschungsaufgabe beschäftigt sind. Sie müssen in der Regel im Arbeitsbereich des Instituts bzw. in den Sammelschwerpunkten der Bibliothek bereits wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Die Bewerberin/der Bewerber muss über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und diese bei Bedarf schriftlich nachweisen.

Verpflichtungen der Stipendiaten:
Die Annahme eines Stipendiums bedeutet für die Stipendiatin/den Stipendiaten die Residenzpflicht in Darmstadt. Nach Ablauf des Stipendiums ist ein Ergebnis- und Erfahrungsbericht einzureichen. Außerdem wird erwartet, dass die Bewerberin/der Bewerber während des Aufenthalts das wissenschaftliche Vorhaben in einem Werkstattgespräch mit den Mitarbeitern des Instituts vorstellt.

Verpflichtungen des Deutschen Polen-Instituts:
Über die finanziellen Leistungen hinaus sorgt das Deutsche Polen- Institut für einen Arbeitsplatz in den Sammlungen des Instituts und unterstützt die Stipendiatin/den Stipendiaten auch bei anderen organisatorischen Fragen, insbesondere bei der Regelung der Wohnungsfrage. Das Deutsche Polen-Institut stellt im Rahmen der Möglichkeiten einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Hauses zur wissenschaftlichen Betreuung zur Verfügung.

Bewerbungsunterlagen:
Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, auf dem Postweg folgende Unterlagen mit dem Stichwort "Bibliotheksstipendium" in doppelter Ausfertigung beim Deutschen Polen-Institut einzureichen:
- ausgefülltes Formblatt (zu finden unter folgender Internetadresse: < http://www.deutsches-polen-institut.de/Service/Stipendien/index.php>
- Lebenslauf
- Kurze Projektskizze (2-4 Seiten)
- Ein bis zwei Gutachten zum Projekt
- Zeugniskopien
- Publikationsliste (sofern vorhanden)

Gründe für die Vergabe oder Ablehnung werden nicht mitgeteilt. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung eines Stipendiums besteht nicht. Bewerbungsunterlagen werden nur auf besonderen Wunsch zurückgeschickt.

Deutsches Polen-Institut
Leitung "Bibliotheksstipendium"
Mathildenhöhweg 2
D-64287 Darmstadt

Weitere Informationen: < http://www.deutsches-polen-institut.de/Service/Stipendien/index.php>

Ansprechpartner:
Dr. Peter Oliver Loew
Tel.: +49 (6151) 420217
 loew(at)dpi-da.de

Gefördert von: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

 

Stereotype und die deutsch-polnische Verständigung

Die traditionelle Herbsttagung der Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv) fand Ende Oktober wiederum im St. Wenzeslaus-Stift zu Jauernick bei Görlitz statt. Das Thema war „Stereotypen und Vorurteile vor dem Hintergrund der deutsch-polnischen Beziehungen“.

Wer die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen auf politischer Ebene verfolgt, der wird erschreckend festgestellt haben, wie schnell mit gezielten (Feind-)Bildern eine emotionale Stimmung geschaffen werden kann. So hat sich die gdpv dazu entschlossen, eine Tagung zu organisieren, die sich diesem Thema widmet.
Zur Einführung wurde der deutsche Spielfilm „Unkenrufe“ nach dem gleichnamigen Roman von Günter Grass vorgeführt. Darin wird eine Liebesgeschichte von einem Deutschen und einer Polin erzählt, die sich in der Umgebung von Danzig in der Gegenwart abspielt. Der Film greift viele vorherrschende Vorurteile auf, die zwischen Polen und Deutschen verbreitet sind. Insbesondere werden sie in den Dialogen sichtbar. Und auch wenn sie manchmal viel zu überzogen wirken, so sollen sie den Zuschauer gerade deswegen zum Nachdenken anregen.
Dabei sollte es nicht bei theoretischer Grundlagenbildung bleiben. Diesmal wurden die Teilnehmer von Anfang an aktiv ins Geschehen einbezogen. Dank der professionell vorbereiteten Trainerinnen Paulina Kleiner und Gundula Hiller (Berlin) konnten die vielen Teilnehmer mit ihren eigenen Stereotypen konfrontiert werden. In vielen Gruppenarbeiten und manchmal auch spielerisch wurde allen sehr deutlich, dass Menschen sofort dazu neigen, sich Vor-Urteile voneinander zu bilden, auch wenn sie gar nichts vom Gegenüber wissen. Ein Gesicht reicht oft aus, um sich sicher sein zu wollen, woher der Mensch kommt, welchen Charakter und welche Vorlieben er hat. Dazu kommt noch, dass wir uns schnell vorgefertigter Vorurteile bedienen, die wir mit einer bestimmten Nation verbinden.
Insbesondere für die zahlreichen Jugendlichen wurde sehr deutlich, dass solche Stereotypen nur dann abgebaut werden können, wenn man aufeinander zugeht und miteinander redet. Die sehr fröhliche Stimmung, die während des ganzen Beisammenseins herrschte, zeugte davon, dass solche Wünsche durchaus in die Praxis umgesetzt werden können.
Die Tagungsteilnehmer nahmen sich einen ganzen Tag Zeit, um die Stadt Dresden in einer Exkursion zu erkunden. Das deutsche Elbflorenz passte dabei sehr gut als Rahmenprogramm zur Tagung. Nicht nur, dass die Stadt mit August dem Starken der polnischen Geschichte verbunden ist, sondern vor allem die wiederaufgebaute Frauenkirche zeugt von Versöhnung unter einst verfeindeten Völkern.
Der Vorstand der gdpv möchte sich insbesondere beim Kulturreferenten beim Schlesischen Museum zu Görlitz, Herrn Dr. Michael Parak, für die finanzielle Unterstützung der Tagung herzlich bedanken.
Die nächste Tagung findet vom 12. bis 15. April 2007 (die Woche nach Ostern) im Teschener Schlesien statt. Sie wird die schlesische Mentalität in Grenzgebieten – unter besonderer Berücksichtung des polnisch-tschechischen Grenzraumes – behandeln. Der genaue Ort und das Programm werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Außerdem wird beim nächsten Treffen eine neue Vorstandswahl vorgenommen.

Gregor Ploch

 

Gerd Bucerius Doktoranden-Stipendien "Deutschland und seine östlichen Nachbarn. Beiträge zur europäischen Geschichte" (Ausschreibung 2007)

Das Doktoranden-Stipendium

Deutschland und seine östlichen Nachbarn verbindet eine mehr als tausendjährige gemeinsame Geschichte in Europa, die mit dem Ende der Teilung neue Bedeutung gewonnen hat. Die Entstehungsgründe unterschiedlicher kultureller und politischer Identitäten aber auch ihrer Gemeinsamkeiten muss kennen, wer die europäische Zukunft der Nationen Mittel- und Osteuropas gestalten will. Die Geschichte der historischen Nachbarn in der Mitte und im Osten der Alten Welt muss in ihren Gemeinsamkeiten erkannt und in ihrem Trennenden als komplementär und bereichernd akzeptiert werden. Denn nur im Wissen um seine komplexe Vergangenheit wird das neue Europa mehr sein können, als es das alte war.
Mit ihren Gerd Bucerius Doktoranden-Stipendien unterstützt die ZEIT-Stiftung die Erforschung der historischen Beziehungen zwischen Deutschland und Mittel- sowie Osteuropa. Seit 2001 erhielten mehr als 50 junge Wissenschaftler die Möglichkeit, ihre Dissertation zur Geschichte des mittel- oder osteuropäischen Raumes zu verfassen. Die abgeschlossenen und entstehenden Forschungsarbeiten sollen ein besseres Verständnis der Geschichte Deutschlands und Ostmitteleuropas befördern. Die internationale Zusammenarbeit junger Forscher sowie der Wissenschaftstransfer zwischen den lange getrennten Regionen unseres Kontinents werden gestärkt. Das Programm wird jährlich neu ausgeschrieben.

Die Ausschreibung

Die ZEIT-Stiftung bietet dem besonders qualifizierten Nachwuchs der Geschichtswissenschaften und benachbarter Fächer die Möglichkeit, sich im Rahmen von Dissertationen mit der Geschichte Mittel-, Ost- und Südosteuropas zwischen Mittelalter und Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Gegenstand können beispielsweise die Beziehungs- oder Transfergeschichte, die vergleichende Analyse innerer Entwicklungen, aber auch Regionalstudien sein. Voraussetzung ist, sich mit der Geschichte einer anderen, mittel- oder osteuropäischen Nachbarnation zu befassen. Bewerber, die nicht aus Deutschland stammen, sollten ein Thema mit Deutschlandbezug bearbeiten. Als Nachbarn werden die historischen Anrainer des Alten Reichs begriffen, was die Geschichte Russlands wie auch der südosteuropäischen Nationen einschließt. Ideengeschichtliche, wissenschafts- und kulturgeschichtliche Arbeitsvorhaben sind ausdrücklich erwünscht.
Die Stiftung gewährt abhängig vom jeweiligen Studienland eine monatliche Unterstützung von bis zu 1.000,-€ über einen Zeitraum von zwei Jahren. Eine Verlängerung um ein weiteres halbes Jahr ist im Einzelfall möglich. Eine Unterstützung für außergewöhnliche Sach- und Reisekosten kann hinzukommen.

Die Bewerbung

Die Bewerber müssen ihr Hochschulstudium abgeschlossen haben oder unmittelbar vor dem Abschluss stehen sowie eine besondere Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten erkennen lassen. Sie sollten das dreißigste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bewerben können sich junge Wissenschaftler aus Deutschland und aus den Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas.
Die Bewerbung erfolgt grundsätzlich online über die Internetpräsenz der ZEIT-Stiftung ( www.zeit-stiftung.de). Postalische Bewerbungen können nur im Ausnahmefall akzeptiert werden. Bitte beachten Sie, dass nur vollständige Bewerbungen bearbeitet werden können. Hierzu gehören neben den üblichen Unterlagen ein ausführliches Exposé sowie die gutachterliche Empfehlung zweier Hochschullehrer. Nichtdeutsche Bewerber benötigen eine Referenz aus dem deutschen Wissenschaftsraum.Bewerbungsschluss ist der 1. März 2007. Förderungsbeginn ist der 1. Juli 2007.

Die Jury
Über die Vergabe der Stipendien entscheidet im April 2006 eine von der ZEIT-Stiftung berufene Jury führender Fachwissenschaftler. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Jury begleitet das Stipendienprogramm fachlich im Rahmen jährlich stattfindender Kolloquien sowie durch regelmäßige Evaluation der Arbeitsergebnisse.
Der Jury gehören an:
Prof. Dr. Winfried Eberhard, Leipzig,
Prof. Dr. Johannes Fried, Frankfurt/Main,
Prof. Dr. Manfred Hildermeier, Göttingen,
Prof. Dr. Michaela Marek, Leipzig,
Dr. Frithjof Benjamin Schenk, München.

Rückfragen bitte an:
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Dr. Ingmar Ahl
Feldbrunnenstraße 56
20148 Hamburg
Tel.: 040/41336-770
Fax: 040/41336-777
 doktoranden-stipendien(at)zeit-stiftung.de

 

DIALOG-PREIS 2006 der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband
für die polnische Stiftung „POGRANICZE “ (GRENZLAND)

Verleihung findet am 11. November 2006 in Berlin statt

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband zeichnet mit dem
diesjährigen DIALOG-PREIS die polnische Stiftung „Pogranicze“ (Grenzland)
aus. Der DIALOG-PREIS wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Die
Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband will mit dieser Auszeichnung
Personen, Institutionen, Initiativen, Medienprojekte oder Redaktionen
würdigen, die sich in vorbildlicher Art und Weise für den Dialog der Völker
und Kulturen in Europa sowie die Vertiefung der deutsch-polnischen
Beziehungen engagieren. Der DIALOG-PREIS besteht aus einem Kunstobjekt der in Berlin lebenden polnischen Künstlerin Lidia Karbowska und einer Urkunde. 2005 wurde die Redaktion der katholischen Wochenzeitung „Tygodnik Powszechny“ aus Krakau ausgezeichnet.
Die Stiftung „Pogranicze“ (Grenzland) und ihr Kulturzentrum gelten in Polen
und außerhalb des Landes als zivilgesellschaftliche Modellprojekte im
postkommunistischen Europa. Im Grenzland-Kulturzentrum hat die Stiftung über
Jahre eine umfangreiche Dokumentation über die Multikulturalität
Mitteleuropas bestehend aus Büchern in verschiedenen Sprachen, Filmen,
Tondokumenten, Fotos und alten Postkarten aufgebaut. Das Haus ist allen in-
und ausländischen Forschern offen, die beispielsweise über die Geschichte
des polnischen Judentums oder der mitteleuropäischen Zigeuner forschen
wollen. Seit Beginn der neunziger Jahre organisiert die Grenzland-Stiftung
in der Weißen Synagoge internationale Schriftstellertreffen, führt
wissenschaftliche Colloquien über die Geschichte Mitteleuropas und ihrer
Kulturregion durch. Über die Grenzen der Region und Polens hinaus wurde die
Grenzland-Stiftung 2000 mit der Veröffentlichung des Buches „Nachbarn“ des
amerikanisch-polnischen Soziologen Jan Tomasz Gross über das Pogrom an Juden im nordostpolnischen Städtchen Jedwabne von 1941 bekannt. Das Buch von Gross, ein längerer Essay über die Vernichtung von polnischen Juden durch
die deutschen Einsatzgruppen zu Beginn des Russlandfeldzuges und die
Verwicklung polnischer Zivilisten, löste die intensivste Geschichts- und
Identitätsdebatte in Polen nach 1989 aus. Dank der Arbeit der
Grenzland-Stiftung ist Sejny zu einem symbolischen Ort für die polnische
Demokratie geworden, für die kritische Aufarbeitung europäischer Geschichte,
die Pflege des Erbes des mitteleuropäischen Judentums durch polnische
Christen und den Aufbau friedlicher Beziehungen Polens zu den benachbarten
Nationen. In Sejny ist deutlich zu spüren, dass der Beitritt in die
Europäische Union – die Rückkehr in die westliche Gemeinschaft – für viele
Polen keine Abwendung von der geschichtsträchtigen Mitte des Kontinents und
vom armen Osten Europas bedeutet; dass ihnen trotz der Ausrichtung auf
Brüssel die Sensibilität für die Peripherie Europas nicht abhanden gekommen
ist. Ganz im Gegenteil, man könnte gar meinen, dass mit der immer stärker
werdenden Verwurzelung Polens in die Strukturen des Westens in den letzten
Jahren, das Interesse und das Gefühl der Verantwortung für die Ränder
Europas, im besonderen die östlichen Nachbarn, zugenommen hat.

Die Verleihung des DIALOG-PREISES 2006 findet im Rahmen der Jahrestagung des Verbandes am 11. November 2006, um 10.00 Uhr in Berlin (Hotel Spreebogen, Alt-Moabit 99, Berlin-Mitte) statt. Die Auszeichnung werden die Vorsitzende des Kuratoriums des Verbandes, Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Rita Süssmuth, sowie die Vorsitzende des Verbandes, Dr. Angelica Schwall-Düren, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, dem Preisträger überreichen. Im Namen der Stiftung werden Ma?gorzata und Krzysztof Czy?ewski den Preis entgegennehmen. Die Laudatio auf den Preisträger wird Prof. Robert Traba, Gründungsdirektor des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin sowie langjähriger Vorsitzender der Allensteiner Kulturgemeinschaft „Borussia“, halten.

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e.V. ist eine seit zwanzig
Jahren bestehende Dachorganisation von 52 auf der Ebene von Städten,
Gemeinden und Ländern aktiven Deutsch-Polnischen Gesellschaften. Zentrales
Projekt des Bundesverbandes ist das zweisprachige „Deutsch-Polnische Magazin DIALOG“. Das bereits 1987 gegründete Magazin zählt mit einer Auflage von 12.000 Exemplaren zu den größten bilateralen Zeitschriftenprojekten in
Europa.

Informationen zum Preisträger:  www.pogranicze.sejny.pl (polnisch-englische
Seite)

Berlin, 8.November 2006

Kontakt:
Basil Kerski, Chefredakteur des „Deutsch-Polnischen Magazins DIALOG“,
Tel. 030-26 551 – 630 oder –632;  basil.kerski(at)t-online.de; mobil 0179-100 17
94
 www.dialogonline.org
 www.deutsch-polnische-gesellschaft.de

Sabine Stekel
Redakteurin
Deutsch-Polnisches Magazin DIALOG
Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e.V.
Rauchstr. 17/18, 10787 Berlin
Tel.: 030-265 51 630  Fax: 030-265 51 631
 dpgbv(at)t-online.de
 www.deutsch-polnische-gesellschaft.de
 www.dialogonline.org