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V.l.n.r.: Dr. Hanna Nogossek, Thomas Urban, Karl-Markus Gauß, Dr. Michael Roik  

Feierliche Verleihung des Georg Dehio-Buchpreises 2006 an Karl-Markus Gauß und Thomas Urban am 29. November 2006 im Atrium der Deutschen Bank in Berlin-Mitte

Auf einer feierlichen Veranstaltung im Atrium der Deutschen Bank in Berlin-Mitte wurde am 29. November der Georg Dehio-Kulturpreis 2006 an Karl-Markus Gauß und Thomas Urban überreicht. Der Hauptpreis des Georg Dehio-Buchpreises war im Mai 2006 von einer international besetzten Jury an den Salzburger Publizisten Karl-Markus Gauß für sein Gesamtwerk vergeben worden. Den Ehrenpreis erhielt der Journalist und Schriftsteller Thomas Urban für seine Publikation Der Verlust. Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert.
Die Preise wurden in Vertretung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann durch Herrn MinR Dr. Michael Roik übergeben. In einem Grußwort rief Staatsminister Bernd Neumann dazu auf, dass die Gesellschaften Europas es als ihre Aufgabe ansehen sollten, ihre Sichtweisen der Vergangenheit zu vergleichen und auch wechselseitig zu ergänzen, um das Verständnis füreinander wachsen zu lassen, ohne jedoch dabei ihre Bilder von der Vergangenheit zu vereinheitlichen. In diesem Sinne setze das Engagement der Bundesregierung auf einen offenen, partnerschaftlichen Dialog vor allem auch mit den östlichen Nachbarn Deutschlands, der den Weg in das Europa von morgen ebne. »Um diesen Dialog erfolgreich führen zu können, benötigten wir Vermittler und Grenzgänger zwischen den Kulturen. Zu ihnen zählen in besonderer Weise Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler, Musiker und Journalisten. Die diesjährigen Träger des Georg Dehio-Buchpreises Karl-Markus Gauß und Thomas Urban sind solche Vermittler. Es ist ihnen immer wieder gelungen, ihren Lesern die unterschiedlichen geschichtlichen Erfahrungen der Nachbarn, ihre Sichtweisen und Standpunkte verständlich zu machen. In ihren Publikationen verstehen sie es, die historischen Wurzeln schwieriger Fragen der Gegenwart freizulegen. Mit analytischem, dabei immer einfühlsamem Blick erschließen sie ihrem Publikum Facetten des historischen und kulturellen Erbes, das Deutschland mit seinen östlichen Nachbarn verbindet.«
Der bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan rühmte in seiner Laudatio die vielfältigen literarischen Qualitäten des Essayisten, Reiseschriftstellers, Kritikers und kulturpolitischen Publizisten Karl-Markus Gauß. Seine Literaturkritiken zeigten eine beneidenswerte Vertrautheit mit dem kulturellen und literarischen Kontext, aus dem die einzelnen Autoren kommen. In seiner kulturpolitischen Publizistik befasse sich Gauß geistreich und hartnäckig mit den Fragen der österreichischen kulturellen Identität und dem Diskurs darüber, der europäischen kulturellen Identität und dem Diskurs über Europa, die kulturelle Identität und ihre konstitutiven Elemente, über die Natur der Identität und die Möglichkeiten, sie zu verstehen, zu benennen, zu beschreiben. Er offenbare uns Österreich als dichtes Netz von Grenzen und dann Europa als erweitertes Österreich und zeige dabei auf, dass Österreich und Europa vor allem wegen ihrer »Grenzhaftigkeit« aufregend und anziehend sind. Gauß' Denkweise verbinde seine Schriften zu einer Ganzheit, er sei besessen von der Grenze und von Grenzphänomenen. Er verbinde gekonnt den aktuellen Augenblick mit der tiefen Vergangenheit, indem er aufzeigt, wie sich das eine im anderen widerspiegelt. Gauß schreibe an einem großen, nicht zu vollendenden Antibarbarus und kämpfe gegen alle Vereinfachungen in sich und um sich herum.
Den Ehrenpreis erhielt Thomas Urban für sein Buch Der Verlust. Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert.
Der frühere bayerische Kultusminister Hans Maier hob in seiner Laudatio hervor, dem Autor, der in sich »einen wachen Journalisten und einen vorzüglichen Historiker in einer Person« vereinige, sei das Wunder gelungen, jenes Vertreibungsthema, das zu den besonders empfindlichen Themen der Zeitgeschichte gehört, »so sachkundig und objektiv« zu behandeln, »dass eigentlich niemand seinen Feststellungen ernsthaft widersprechen kann.« Dieses »Kunststück«, das fast schon an ein Wunder grenze, ereiche Urban durch drei einfache Maßregeln: Er beziehe alle zugänglichen Quellen und Darstellungen ein, halte sich nicht an die übliche Tabus (»Alle Fakten kommen auf den Tisch, nichts wird höfisch verschwiegen oder diplomatisch vertuscht.«) und stelle das Geschehene stets in seiner Duplizität und Parallelität dar, so dass die Leser abwechselnd in einen deutschen und einen polnischen Spiegel blicken und vergleichen könnten. Diese »[…] Darstellung der asymmetrischen Wahrnehmungen, der Widersprüche und Kontroversen ist lehrreich, sie hinterlässt Nachdenklichkeit beim Leser und regt zu weiteren Fragen und Nachforschungen an.«
Zur Festveranstaltung erklang ein kleines Konzert der Potsdamer Turmbläser mit festlichen Stücken des schlesischen Komponisten Johann Pezel (1639–1694) und des in Potsdam geborenen und in St. Petersburg verstorbenen Musikers und Komponisten Louis Maurer (1789–1878).

Quelle:  http://www.kulturforum.info/php/x.php4?x=1011474

 

Schlüsselbunde von Vertriebenen aus Schlesien 

Der lange Weg nach Hause - Vertriebene in der DDR. Einladung des Schlesischen Musuems zu einem Themenabend des MDR am 24. Januar 2007, 20 Uhr, Einlaß ab 19 Uhr

MDR Sachsenspiegel und MDR 1 Radio Sachsen gestalten einen gemeinsamen Themenabend, der den Schicksalen und Lebenswegen der deutschen Vertriebenen nach ihrer Ankunft in Sachsen nachgeht. Was ist aus ihnen geworden, aus denen die Staats-Doktrin "Umsiedler" und "Neubürger" machte und die sich mit der problematischen neuen Heimat arrangieren mussten?

Das Schlesische Museum zu Görlitz lädt herzlich ein, die Fernseh- und Radiobeiträge am 24. Januar, von 20 – 24 Uhr, in den Räumlichkeiten des Museums zu verfolgen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit Anrufen oder Interviews an den Sendungen zu beteiligen. Es finden Liveschaltungen ins Museum statt und ein Journalist des MDR wird im Museum die Meinungen und Berichte der Anwesenden aufnehmen

Programmübersicht:

MDR 1 Radio Sachsen 20:00 - 21:45 Uhr
Vertriebene erzählen über ihre persönlichen Schicksale

MDR Sachsenspiegel 21:15 - 21:45 Uhr
Reportage über die Lebenswege der Vertriebenen in der DDR

MDR 1 Radio Sachsen 21:45 - 24:00 Uhr
Diskussionsrunde mit Zeitzeugen und prominenten Gästen im Landesfunkhaus Dresden
Hörer können live im Landesfunkhaus anrufen und sich an der Diskussion über die Situation der Vertriebenen in Sachsen seit 1989 beteiligen.

siehe auch:   http://www.mdr.de/sachsenspiegel/3750831.html

Was wird aus den Heimatsammlungen?

Die Zukunft der Heimatsammlungen – ein zunehmend drängendes Thema der ostdeutschen Kulturarbeit – war im Dezember 2006 Gegenstand eines Kolloquiums, das auf Initiative des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, in Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz und der Martin Opitz Bibliothek, Herne, stattfand. Rund 40 Fachleute diskutierten die aktuelle Situation und zukünftige Lösungsansätze für die mehreren hundert ostdeutschen Heimatstuben in Deutschland.
Seit den sechziger Jahren waren in vielen westdeutschen Bundesländern unterschiedlich umfangreiche Sammlungen zur Darstellung der heimatlichen Lebenswelt zusammen getragen worden. Das Spezifische dieser Sammlungen ist, dass sie neben dem allgemeinen historisch dokumentarischen Wert vor allem einen hohen emotionalen Wert für die in der Regel ehrenamtlich tätigen Betreiber sowie die Besucher besitzen. Es ging bei der Einrichtung vieler Heimatstuben nicht nur um die museale Dokumentation und Aufbewahrung kulturell bedeutender Objekte der ehemaligen Heimat, sondern auch um das Zusammentragen sehr persönlicher Gegenstände mit individueller Geschichte und vor allem um die Möglichkeit der Begegnung und des Gedankenaustausches. Heute haben diese Sammlungen einen hohen dokumentarischen Wert als ein wesentlicher Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge. Es herrschte allgemeiner Konsens unter den Tagungsteilnehmern, dass dieser dokumentarische Wert auch künftig erhalten und den nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht werden solle. Mögliche Lösungsansätze für diese Zukunftsperspektiven wurden von Leitern einzelner Heimatstuben sowie Museumsfachleuten vorgestellt.
Eine für Niedersachsen exemplarische Lösung stellte der Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler des Bundeslandes, Rudolf Götz MdL, vor. Das Grenzdurchgangslager Friedland, das seit Kriegsende Millionen Menschen aufgenommen hat, soll künftig teilweise einer neuen Bestimmung zugeführt werden. Die Landesregierung plant eine Gedenkstätte einzurichten, die durchaus auch größere Heimatsammlungen in ihrer ursprünglichen Form aufzunehmen vermag, bzw. diese als Wechselausstellungen präsentiert. Damit wird Friedland zum umfangreichen Dokumentationszentrum.
Nicht für alle Heimatstuben, die aufgrund der Altersstruktur der ehrenamtlichen Betreuer nicht weiter Afrecht erhalten werden können, gibt es eine derartige Ideallösung. Manche gehen in den Stadtmuseen ihrer jeweiligen Paten- oder Partnerstadt auf. Der Verbleib am Standort ist eine Lösung, sofern in gegenseitigem Einvernehmen mit der Stadt- oder Museumsverwaltung der ostdeutschen Sammlung eine entsprechende Präsentationsmöglichkeit gewährleistet wird. Da häufig an persönliche Kontakte gebunden, ist dies für einen längerfristigen Bestand aber nicht immer gewiss.
Andere Überlegungen, die Sammlungen aus Westdeutschland in die Ursprungsstädte nach Polen zu transferieren wurden im Allgemeinen schnell verworfen. Selbst wenn aktuell gute Beziehungen zu den verantwortlichen polnischen Direktoren der städtischen Sammlungen bestehen, ist auch dort nicht sicher, dass die deutsche Sammlung auf Dauer präsentiert wird. Ein Verbleib im Westen wird auch aufgrund des dokumentarischen Wertes der Heimatstuben als Orten der Verarbeitung der Traumata von Flucht und Vertreibung favorisiert.
Speziell für die schlesischen Heimatstuben wurde von dem Leiter der Bundesgruppe Liegnitz, Dr. Gerhard Kaske, das Modell vorgestellt, die Heimatstuben in eine neue Stiftung mit einer eigenen Ausstellungsstätte in Görlitz zu überführen. Die Finanzierung solle durch Schlesier, den Bund sowie die involvierten Bundesländer langfristig erfolgen.
Ein weiterer Ansatz ist die Übernahme von Teilen der Heimatstuben in die Bestände und Ausstellungen der großen regionalen Landesmuseen. Das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm hat in seiner Entstehungszeit in den 90-er Jahren einige Heimatsammlungen in die Dauerausstellung integriert. Dies bedeutet allerdings eine starke Veränderung der bisherigen Präsentation, die je nach emotionaler Bindung der Betreuer an diese Sammlungen sehr unterschiedlich bewertet wird. Für die schlesischen Heimatsammlungen sind die drei großen Einrichtungen, das Schlesische Museum zu Görlitz, Haus Schlesien in Königswinter, sowie das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen grundsätzlich Ansprechpartner und Auffangstätte.
Auch das Bundesarchiv in Bayreuth nimmt in großem Umfang Unterlagen und Dokumente in seinen Bestand auf und macht diese wiederum der Forschung zugänglich.
Die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne bewahrt Bibliotheks- und Archivgut und ist nicht zuletzt an Heimatzeitungen sowie an Heimatliteratur, die nicht über den Buchhandel erhältlich ist, interessiert.
Zunächst ist vor allem eine Erfassung der gesamten Bestände sowohl archivalisch als auch fotografisch von Bedeutung. Hierzu hat das Schlesische Museum zu Görlitz bereits Ende der 90er Jahre eine Erhebung durchgeführt, die baldmöglichst aktualisiert werden soll. Außerdem ist bei den Betreibern die Schaffung des Bewußtseins für die Notwendigkeit einer Nachlassregelung, die bisher nur 40 der schlesischen Heimatstuben getroffen haben, notwendig. Hilfestellung leistet auch die 1988 in Nordrhein Westfalen gegründete AG Heimatstuben als Koordinations- und Beratungsstelle.
Letztlich wird es wohl kein einheitliches Rezept für einen künftigen Erhalt der Heimatstuben geben, sondern es wird je nach Situation entschieden werden müssen, welche Sammlung in welcher Form weiter existieren kann. Es ist beabsichtigt, das begonnene Gespräch fortzusetzen, um gemeinsam Richtlinien für den Umgang von gefährdetem Kulturgut in Heimatsammlungen zu erarbeiten. Die Referate und Ergebnisse des Kolloquiums sollen zeitnah als Dokumentation zur Verfügung gestellt werden. Bei Interesse wird um Kontaktaufnahme mit dem Bundesinstitut gebeten.

Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Johann-Justus-Weg 147 a, 26127 Oldenburg, Tel: 0441/96195-0, Fax: -33, Mail:  bkge(at)uni-oldenburg.de

Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, 44623 Herne, Tel: 02323/162805, Fax: 162609,  information.mob(at)herne.de

Schlesisches Museum zu Görlitz, Brüderstr. 8, 02809 Görlitz, Tel: 03581/8791-0, Fax: -200, Mail:  kontakt(at)schlesisches-museum.de

Haus Schlesien, Museum für schlesische Landeskunde, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter, Tel.: 02244/886-0, Fax: -230, Mail:  museum(at)hausschlesien.de

Oberschlesisches Landesmuseum, Bahnhofstr. 62, 40883 Ratingen, Tel: 02102/965-0, Fax: -240, Mail:  info(at)oslm.de

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, AG Heimatstuben, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf, Tel: 0211/169910, Fax: 353118, Mail:  information(at)gerhart-hauptmann-haus.de

Lastenausgleichsarchiv, Bundesarchiv, Dr.-Franz-Str. 1, 445 Bayreuth, l: 0921/4601-0, Fax: -111, Mail:  laa(at)barch.bund.de

 

Nicola Remig, Museum für schlesische Landeskunde, Königswinter.

 

 

 

 

 

 

8. Deutsch-Polnischer Tandem-Sprachkurs in Breslau/Wrocław

Die Edith Stein Gesellschaft in Breslau organisiert in Zusammenarbeit mit BKJ e.V. mit Sitz in Remscheid vom 10. März bis 24. März den 8. Intensivtandemsprachkurs in Polnisch (für Deutsche) und in Deutsch (für Polen) in Breslau/Wrocław, der sich an Multiplikatoren des deutsch-polnischen Jugend- und Studentenaustausches richtet.
Der Unterricht wird durch qualifizierte muttersprachliche Lehrer (Polonisten, bzw. Germanisten) in Gruppen von etwa 10 Personen in zwei Stufen (fortgeschrittene Anfänger und Mittelstufe) erteilt.
Der Sprachkurs wird durch ein Rahmenprogramm (einen zweitägigen Ausflug, eine Stadtführung, kulturelle Veranstaltungen und Erfahrungsaustausch für Multiplikatoren der deutsch-polnischen Jugendarbeit) abgerundet.
Der Teilnehmerbeitrag beträgt für deutsche Teilnehmer 195 Euro, für polnische Teilnehmer 350 PLN. Im Teilnehmerbeitrag sind die Kosten für den Sprachunterricht, alle Materialien, die Unterkunft (Doppelzimmer und Dreibettzimmer im Studentenwohnheim), Verpflegung, das Rahmenprogramm, sowie Versicherungen enthalten.
Interessierte sollten ein Bewerbungsschreiben bis zum 21. Januar an  tandemowy(at)edytastein.org.pl schicken, das folgende Angaben beinhaltet:
- Lebenslauf
- Sprachkenntnisse (Wie lange lernst Du schon Polnisch/Deutsch? Wie viel kannst Du sagen? Wie viel kannst Du verstehen?)
- Deine Erfahrungen im Bereich der deutsch-polnischen Jugend- und/oder Studentenarbeit (Was hast Du bisher gemacht? Was machst Du zur Zeit? Was planst Du für die Zukunft?)
Die Bewerbung kann in deutscher oder polnischer Sprache verfasst werden.
Wichtig: Dieser Kurs richtet sich nicht an blutige Anfänger. Ein paar Vorkenntnisse sind dringend erforderlich, um auch in der Gruppe fortgeschrittene Anfänger ein ungefähr gleiches Niveau zu wahren. Seid also bei den Angaben über Eure Sprachkenntnisse ehrlich.
Der Sprachkurs wird aus Mitteln des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes gefördert.

Anmeldung und weitere Informationen:
Edith Stein Gesellschaft
EDITH STEIN HAUS
ul. Nowowiejska 38
50-315 Wrocław
Tel/Fax: +48 (0) 71 78 33 619
Email:  tandemowy(at)edytastein.org.pl

 

Denkmal der Schlesischen Aufstände am St. Annaberg © Wolfgang Schekanski, Herder-Institut Marburg 

Geschichtsorte in Schlesien 1921-1947 – Deutsche und polnische Erinnerungen. Fortbildungsreise für Multiplikatoren nach Nieder- und Oberschlesien

Termin: Mi., 18.04.2007 bis Sa., 21.04.2007
Veranstalter: Deutsches Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferenten für Schlesien beim Schlesischen Museum zu Görlitz
Teilnehmer: Mitarbeiter der politischen Bildungsarbeit, Journalisten

Anmeldung erforderlich! Beschränkte Teilnehmerzahl!

Zu den üblichen Zielen von Bildungsreisen nach Schlesien gehören Auschwitz und Kreisau. In Schlesien liegen jedoch noch weitere Geschichtsorte, die im kollektiven Gedächtnis von Deutschen und Polen nicht so präsent sind. Finden öffentliche Debatten über diese Orte statt, zeigt sich, dass die polnischen und deutschen Erinnerungen höchst unterschiedlich sind.
Aus diesem Grund laden das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam und der Kulturreferent für Schlesien beim Schlesischen Museum zu Görlitz Multiplikatoren der politischen Bildungsarbeit und Journalisten zu einer viertägigen Fahrt durch Nieder- und Oberschlesien ein, bei der ausgewählte Geschichtsorte besucht werden sollen.
Der St. Annaberg, das Kriegsgefangenenmuseum in Lamsdorf, der Sender Gleiwitz, das Konzentrationslager Groß-Rosen sowie die St. Hedwig-Stiftung Muhrau und die Friedenskirche in Schweidnitz bilden die Ziele der Reise, bei der die Teilnehmer Informationen und Anregungen für Ihre berufliche Tätigkeit erhalten sollen.
Dank Fördermitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien können die Kosten für die Fahrt auf einen Eigenanteil von 75,- € begrenzt werden. In diesem Teilnahmebeitrag sind die Kosten für die Fahrt in Nieder- und Oberschlesien, drei Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen sowie Eintrittsgebühren enthalten. Die An- und Abreise nach Berlin bzw. Görlitz muss von den Teilnehmern selbst organisiert und finanziert werden. Die Unterkunft erfolgt in Doppelzimmern, auf Wunsch kann gegen Aufpreis ein Einzelzimmer bestellt werden.

Ihre Anmeldung richten Sie bitte bis zum 5. März 2007 an einen der unten angegebenen Ansprechpartner.

Gabriele Samietz
Deutsches Kulturforum östliches Europa
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Tel. +49(0)331 200 98 13
Fax. +49(0)331 200 98 50
 samietz(at)kulturforum.info
 www.kulturforum.info

Dr. Michael Parak
Kulturreferent für Schlesien
Schlesisches Museum zu Görlitz
Untermarkt 4
D-02826 Görlitz
Tel. +49(0)3581 8791 116
Tel. +49(0)3581 8791 222
 mparak(at)schlesisches-museum.de
 www.schlesisches-museum.de

 

Programm der Fortbildungsreise: 18. bis 21. April 2007

Mittwoch, 18. April 2007

9.06 Uhr Abfahrt Berlin Hauptbahnhof
12.07 Uhr Ankunft in Görlitz, Fußmarsch zum Schlesischen Museum; Gepäcktransfer, kleiner Imbiss im Museum
14.00 Uhr Fahrt von Zgorzelec nach Góra Swiętej Anny/St. Annaberg (268 km)
18.00 Uhr Rundgang auf dem St. Annaberg
Fahrt vom St. Annaberg nach Opole/Oppeln (48 km)
Übernachtung und gemeinsames Abendessen in Oppeln

Donnerstag, 19. April 2007

9.00 Uhr Zentrales Kriegsgefangenenmuseum in Lamsdorf-Oppeln
Ehemals: Kriegsgefangenenlager (1870/71; 1914/18), Stalag VIII B, Stalag 318/VIII F und Stalag 344 (Zweiter Weltkrieg), Arbeitslager für Deutsche (1945/46)
Gespräch mit Direktor Prof. Dr. Edmund Nowak
14.00 Uhr Fahrt nach Gliwice/Gleiwitz (109 km)
Museum der Rundfunkgeschichte und der Medienkunst – Rundfunksender Gleiwitz
Der Sender Gleiwitz– Erinnerung an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
Gespräch im Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz
Übernachtung und Abendessen in Gliwice/Gleiwitz oder Katowice/Kattowitz

Freitag, 20. April 2007

9.00 Uhr Institut des Nationalen Gedenkens - Kommission zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Polnische Nation, Kattowitz
Gespräch über Aufarbeitung der Vergangenheit und Geschichtspolitik in Polen
12.00 Uhr Fahrt nach Świdnica/Schweidnitz (235 km)
16.00 Uhr Führung durch die Friedenskirche von Schweidnitz
17.30 Uhr Fahrt nach Morawa/Muhrau (20 km)
Fundacji Św. Jadwigi (Stiftung Hl. Hedwig): Gespräch über Möglichkeiten der deutsch-polnischen Zusammenarbeit
Übernachtung und gemeinsames Abendessen in Muhrau

Samstag, 21. April 2007

9.00 Uhr Fahrt von Muhrau nach Goczałków (9 km)
Muzeum Gross-Rosen w Rogoźnicy / Museum Groß Rosen
12.00 Uhr Fahrt von Goczałków nach Zgorzelec (116 km); Transfer nach Görlitz
Angebot: Es besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch das Schlesische Museum zu Görlitz teilzunehmen.
15.51 Uhr Abfahrt nach Berlin (weitere Züge folgen stündlich)
18.42 Uhr Ankunft Berlin Hauptbahnhof

 

Praktikumsangebot des Zentrums für Historische Forschung Berlin

Das Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften wurde am 11. Oktober 2006 gegründet. Das Zentrum widmet sich in erster Linie der Erforschung von historischen und gegenwärtigen Aspekten der deutsch - polnischen Beziehungen im europäischen Kontext. Dazu dient die Konzeption und Durchführung von individuellen und im Team verfassten Forschungsprojekten wie auch die Organisation von Konferenzen, Seminaren und Diskussionen. Wir legen dabei bewusst Wert auf eine interdisziplinäre Erforschung der Geschichte im Kontext der anderen Geisteswissenschaften.
Wir suchen StudentenInnen, die Interesse haben in einer neu gegründeten wissenschaftlichen polnischen Einrichtung ein Praktikum zu absolvieren. Wir erwarten Engagement, Kreativität, Selbständigkeit und Teamfähigkeit sowie gute Polnischkenntnisse. Der Inhalt des Praktikums umfasst allgemeine Bürotätigkeiten, Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen, Hilfe beim Aufbau der Bibliothek sowie Recherchearbeiten. Das Praktikum ist leider unbezahlt.

Bei Interesse wenden sie sich bitte an:
Joanna Schallert
Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Majakowskiring 47
13156 Berlin
Tel.: 030/486 285 40
E-Mail:  schallert(at)panberlin.de

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Webseite:
 www.panberlin.de

Das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen in Görlitz bietet einer Volontärin/einem Volontär die Möglichkeit, Erfahrungen im internationalen Kulturmanagement zu sammeln.

Das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen ist eine Kultur- und Wissenschaftseinrichtung im Dreiländereck D-PL-CZ und verfügt über ein weit gespanntes Netzwerk an internationalen Kooperationspartnerschaften in Kunst und Wissenschaft.
Das Collegium PONTES Görlitz-Zgorzelec-Zhorelec (CP) ist ein internationales Forschungskolleg jeweils in den Sommermonaten für herausragende Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler. Es ist jedes Jahr einem anderen Thema aus dem Bereich Europäische Integration gewidmet und wird gemeinsam getragen von der Hochschule Zittau/Görlitz, der Universität Breslau, der Karls-Universität Prag und dem Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen.
Zu den wichtigsten Phasen des Projekts gehören:
- Bestimmung der Inhalte (Hauptthema und Nebenthemen für Forschungsteams) und Gewinnung von Experten
- Fundraising
- Ausschreibung
- Organisation der Vorkonferenz im Februar
- Organisation der Eröffnungskonferenz im Juni, der Abläufe in der Präsenzphase im Juni und Juli, des abschließenden Wissenschaftsklosters Ende Juli
- Betreuung von Teilnehmern
- Organisation von Fachexkursionen in D-PL-CZ und begleitendem Kulturprogramm
- Abrechnung, Abschlussbericht, Erstellung einer Dokumentation
- Lektorat der Manuskripte und zeitnahe Vorbereitung der Publikation (print und on-line).
Anforderungen an die Bewerber:
- Hochschulabschluss (Kulturmanagement, Kulturwirtschaft, Philologie, Internationale Beziehungen, Europa-Studien o.ä.)
- Deutsch und Englisch in Wort und Schrift
- Polnisch oder Tschechisch von Vorteil
- sicherer Umgang mit dem PC
- Führerschein
Zeitrahmen und Vergütung:
- das Volontariat dauert 12 Monate mit der Möglichkeit einer Verlängerung.
- die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden/Woche.
- Beginn: umgehend.
- Vergütung: analog zur Vergütung als Beamtenanwärter für den höheren Dienst (Anwärtergrundbetrag 1.052,06 Euro).
- Bewerbungsschluss: 31. Januar 2007
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen bitte per Email an:  institut(at)kultur.org oder per Post: Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen, Klingewalde 40, D-02828 Görlitz

Schüler im Ausland können nach dem „Schlesischen Himmelreich“ suchen. Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München bietet bayerischen Schülerwettbewerb 2006/2007 „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ Schulen mit deutscher Unterrichtssprache im Osten Europas an

Das Hauses des Deutschen Ostens in München, die Bildungs- und Kultureinrichtung des Freistaates Bayern für die Deutschen aus dem Osten und für die grenzüberschreitende Kulturarbeit mit den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie die dortigen deutschen Minderheiten, bietet den diesjährige Schülerwettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ auch Schulen im östlichen Teil Europas an. Voraussetzung für die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler in Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, in Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und Russland ist der teilweise Einsatz der deutschen Sprache als Unterrichtssprache oder mindestens als verstärkter Deutschunterricht im Sinne einer bilingualen Schule. Das bedeutet, dass gute Deutschkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für die Lösung der anspruchsvollen Fragen des Wettbewerbs darstellen. Um den Schülern und Schülerinnen in den genannten Ländern die Teilnahme am Schülerwettbewerb zu erleichtern, wird abweichend von den im Wettbewerbsheft ausgedruckten Teilnahmebedingungen keine altersgemäße Zuordnung vorgenommen. Vielmehr ist es den Deutschlehrern im Ausland überlassen, welchen Schwierigkeitsgrad des Wettbewerbes sie bearbeiten wollen.

Das Thema des diesjährigen Schülerwettbewerbes „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ lautet „Auf der Suche nach dem Schlesischen Himmelreich“ und befasst sich mit Geschichte, Kultur, Literatur, Lebensweise, berühmten Persönlichkeiten aus und in Schlesien. Jeder Altersstufe ist ein Kreativwettbewerb beigefügt, an dem sich ganze Klassen oder Arbeitsgemeinschaften beteiligen können. Der Wettbewerb bietet Gestaltungs- und Rätselmöglichkeiten in den verschiedensten Fächern: Literatur, Musik, Kunst usw. Er enthält Möglichkeiten der Projektarbeit, so zum Beispiel die Zeitzeugenbefragung, die Erstellung einer Videoproduktion oder erste literarische Gehversuche.

Die Fragebögen zum Schülerwettbewerb können als Klassensätze auch in größerer Stückzahl ausschließlich beim
Haus des Deutschen Ostens
- Schülerwettbewerb -
Am Lilienberg 5
D-81669 München
oder über Email:  poststelle@hdo.bayern.de
angefordert werden. Dazu sind auch die Plakate und eine Wandzeitung für die jeweilige Schule lieferbar. Die Antwortbögen der teilnehmenden Schulen sind ausschließlich bis zum 31.März 2007 an das Haus des Deutschen Ostens zu senden. Die auf dem gelben Antwortbogen ausgedruckte Anschrift des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) z. H. Herrn StR Michael Rißmann nimmt nur die Antworten der bayerischen Wettbewerbsteilnehmer entgegen. Es empfiehlt sich, den Wettbewerb in der jeweiligen Schule im Ausland bis zum 15. März 2007 abzuschließen.

Der schnellste Weg an die Wettbewerbsunterlagen zu kommen ist, sie einfach aus dem Internet herunterzuladen und auszudrucken. Dann kann die teilnehmende Schule sich auch nur für die Altersstufen entscheiden, die sie imstande ist, zu bearbeiten. Also sofort suchen unter  www.oestlichenachbarn.bayern.de.

Der Sieger wird aus den richtigen Antwortbögen per Losentscheid ermittelt. Als Hauptpreis stellt das Haus des Deutschen Ostens dem Schüler oder der Schülerin eine einwöchige Reise nach Bayern mit einer Begleitperson zur Verfügung. Die Kosten der Anreise aus dem Ausland nach München sind Bestandteil des Hauptpreises. Der Gegenwert dieses Preises umfasst mindestens 2000.- EURO. Daneben sind viele Sachpreise zu gewinnen.

Der Verein der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens München wird die beste Projektarbeit aus dem Ausland prämieren. Wenn das kein Anreiz für Schüler mit guten Deutschkenntnissen im Ausland ist, sich an diesem spannenden Wettbewerb „Auf der Suche nach dem Schlesischen Himmelreich“ zu beteiligen?

Dr. Ortfried Kotzian
Direktor
Haus des Deutschen Ostens
Am Lilienberg 5
81669 München
Tel. 089/449993-0
Fax:089/449993-150
 www.hdo.bayern.de
Email:  ortfried.kotzian(at)hdo.bayern.de 
 

Teamer gesucht für das deutsch-polnische Jugendprojekt "Junge Journalisten on Tour"

Das Projekt:
Im Rahmen des Programms "Junge Journalisten on Tour" schreiben Schulzeitungsredakteure oder anderweitig journalistisch interessierte Jugendliche aus Deutschland und Polen Reportagen über die ersten Jahre nach der EU- Osterweiterung. Dafür gehen sie in Kleingruppen auf Tour in der Grenzregion und recherchieren vor Ort. Wo es hingeht planen die Jugendlichen selbst. Ausgangspunkt ist das niederschlesische Kreisau, dort erhalten die Jugendlichen eine Einführung in die Thematik und in journalistische Stilformen und schreiben nach der Tour die Texte.

Zeitraum:
17.3.-25.3.2007

Aufgaben der Teamer:
Jeder Teamer betreut eine der Kleingruppen. Die Jugendlichen müssen sich kennen lernen, brauchen Hilfe in Recherchefragen, ggf. beim Interview und beim schreiben. Der Teamer nimmt möglichst eine Rolle im Hintergrund ein, ist aber verantwortlich für das Budget, das die Jugendlichen haben, und dafür, dass die Planung der Reise umsetzbar und vom journalistischen Hintergrund sinnvoll ist. Eine wichtige Rolle nimmt die Besprechung der Texte mit den Jugendlichen ein, die Teamer schauen auf stilistische und inhaltliche Ungenauigkeiten und klären sie mit den Jugendlichen auf. Nach dem Projekt helfen die Teamer den Jugendlichen bei der Veröffentlichung ihrer Texte.
Erwünscht zur Erleichterung der Kommunikation in der Gruppe sind Polnischkenntnisse.
Vergütung: 100 €
Bitte senden Sie ihren aussagekräftigen Bewerbungen per Email an friedhelm@kreisau.de <

Über den Veranstalter:
Die Kreisau-Initiative Berlin e.V. veranstaltet seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreisau für europäische Verständigung Jugendbegegnungen und -projekte im historischen Ort Kreisau. Während des zweiten Weltkriegs traf sich auf dem Gut die Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis", um darüber zu beraten, wie ein Europa nach dem zweiten Weltkrieg aussehen könnte.

friedhelm(at)kreisau.de>. Die Bewerbung sollte ein kurzes Motivationsschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und eine Schreibprobe enthalten.Eine Anerkennung als Praktikum ist möglich

Forschungsprojekt: Clemens Riedel (1914-2003) und die katholischen deutschen Vertriebenenorganisationen. Motor oder Hemmschuh des deutsch-polnischen Verständigungsprozesses?

In der letzten Zeit lässt sich in der Vertriebenenforschung feststellen, dass die deutschen Heimatvertriebenen nicht nur in ihrer Funktion als politisch-gesellschaftliche Gruppe, sondern auch aus der konfessionellen Perspektive untersucht werden. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn gerade die kirchlichen bzw. kirchennahen Organisationen spielten eine wichtige Rolle in der Bundesrepublik.
Dabei hatten katholische Vertriebenenorganisationen eine größere Gewichtung, da der Vertriebenenklerus über gute Kontakte zum Heiligen Stuhl verfügte und somit dort die Position der deutschen Heimatvertriebenen vortragen konnte. Dominant waren dabei katholische Schlesier aus der Erzdiözese Breslau, die zahlenmäßig am stärksten in der Bundesrepublik vertreten waren und sich daher dementsprechend organisieren konnten.
Die Untersuchung, die im Rahmen einer kirchenhistorischen Dissertation an der Universität Wien entsteht, will keine innerdeutsche Diskussion nachzeichnen, sondern auch die polnische Seite einbeziehen. So werden die Positionierung der katholischen deutschen Vertriebenenorganisationen mit ihrer prägenden Persönlichkeit Clemens Riedel (1914-2003) und die Stellung des polnischen Episkopats vergleichend gegenüber gestellt. Dabei soll die Haltung beider Seiten in ihrem kultur- und (kirchen-)politischen Kontext in den entscheidenden Fragen der deutsch-polnischen Beziehungen herausgearbeitet werden: Fragen zur gemeinsamen Geschichte, Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Grenze, Diözesanneuregelung in Polen, Behandlung der deutschen Minderheit in Polen, Fragen der christlichen Verständigung. Ebenso will die Untersuchung die Frage aufwerfen, ob die Debatte auf beiden Seiten stärker von pastoralen oder politischen Motiven geprägt war. Von Bedeutung ist dabei die Frage, welche Vorkehrungen die katholischen Vertriebenenorganisationen und der polnische Episkopat getroffen haben, um ihre Position beim Heiligen Stuhl klar zu legen und durchzusetzen.
Eine besondere Rolle nehmen die sog. Aussiedler ein, die zwischen 1950 und 1991 in die Bundesrepublik eingereist sind (insg. über 1,3 Mio.). Dabei soll geklärt werden, welchen Einfluss sie auf die westdeutsche Gesellschaft und ihre alte Heimat ausgeübt, welche Integrationsprobleme soziologischer und pastoraler Natur sie begleitet und welche Rolle sie bei den deutsch-polnischen Beziehungen gespielt haben.
Schließlich soll im Resümee die Frage beantwortet werden, ob katholische deutsche Vertriebenenorganisationen einen Beitrag für die deutsch-polnische Verständigung leisten konnten.

Kontakt:
Gregor Ploch
Wienerfeldgasse 11/4
A-1100 Wien
 gploch(at)aon.at

 

Forschungsprojekt: Positionen des vergessenen schlesischen politischen Aktivisten, Publizisten, Historikers, Literaturkenners und Übersetzers Theodor Opitz (1820–1896) anhand ausgewählter Werke. Kommentierte Studienausgabe

Die Herausbildung und Umsetzung liberaler und revolutionärer Positionen in Schlesien vor und nach 1848 sowie den Versuch deren weitere Umsetzung nach 1864 in den Realien der schweizerischen Demokratie darzustellen setzt sich das angekündigte Editionsprojekt zum Ziel. Im Zentrum der Betrachtung steht die Biographie des zu Unrecht auch von der Forschung vergessenen schlesischen politischen Aktivisten, Publizisten, Historikers, Literaturkenners und Übersetzers Theodor Opitz (1820–1896). Da Theodor Opitz in Schlesien geboren wurde und hier prägende ideelle Eindrücke aufnahm, ermöglicht der biographische Ansatzpunkt eine Einordnung in die europäische freiheitliche Ideengeschichte. 1820 geboren, gehört er zur Generation von Gottfried Keller (1819) und Theodor Fontane (1819), also zu jener Generation, die durch die revolutionären Umbrüche im europäischen Geschehen geprägt wurde. So hoffte Opitz 1848 auf eine europaweite Umsetzung der französischen Revolutionsideale des Jahres 1789, die er als Grundlage für die Schaffung neuer Republiken im Europa des 19. Jahrhunderts betrachtete. Die Entwicklungen in der Frankfurter Paulskirche enttäuschten den polischen Journalisten Opitz jedoch, denn er  erblickte in der Philistrierung der deutschen Politik ein Kleinschneiden der großen politischen Dimensionen. Um seine freiheitlichen Ideale zu verwirklichen und um ein Dasein als freier Schriftsteller führen zu können, ging Opitz 1864 in die Schweiz. Aber gerade im Land des Freiheitskämpfers Wilhelm Tell scheiterte nicht nur Opitzens Freiheitssehnsucht, sondern auch seine Lebensexistenz an den harten ökonomischen Lebensbedingungen des freien Schriftstellerdaseins. Die geplante Veröffentlichung soll anhand von dem philosophischen, politisch-historischen, ästhetischen und übersetzerischen Bereich zuzuordnenden Primärtexten von Theodor Opitz sowie anhand von Texten aus dem zeitgenössischen Umfeld eine Diskussion über den facettenreichen Freiheitsbegriff im 19. Jahrhundert in Europa ermöglichen. Der Kommentar geht auf die Verbindung zwischen Idee und deren individuellen Umsetzung ein, wobei diese vor dem Hintergrund großer politischer Umwälzungen im Zusammenhang mit dem Jahr 1848 betrachtet werden. Die geplante Werkausgabe kann somit auch den Universitäten in Schlesien Material für den Studiengang schlesische Literaturgeschichte zur Verfügung stellen.    

Kontakt:
Dr. Gabriela Jelitto-Piechulik
Uniwersytet Opolski
Instytut Filologii Germanskiej
Plac Staszica 1
PL 45-052 Opole
 gabijelitto(at)op.pl

 

 

 

Forschungsprojekt: Untertanen und Untertanenliegenschaften in den Gebirgsgebieten in Österreichisch-Schlesien im 18. Jahrhundert

In der tschechischen Historiographie wurden die sozialgeschichtlichen Forschungen der Untertanen in der Frühen Neuzeit im letzten Jahrzehnt wieder thematisiert und mehr systematisch betrieben. Die bisherigen Untersuchungen konzentrierten sich vorwiegend auf Böhmen, teilweise auch auf Mähren, es fehlt aber eine vergleichende sozialgeschichtliche Analyse, die sich mit der Landbevölkerung in Österreichisch-Schlesien beschäftigt. Diese Region verdient besondere Beachtung, weil sie in der Epoche der Durchsetzung der sogenannten „zweiten Leibeigenschaft“ durch gewisse spezifische Merkmale gekennzeichnet wurde. Im Unterschied zu Böhmen und Mähren galt für Schlesien die „Verneuerte Landesordnung“ nicht, dies spiegelte sich teilweise in der konfessionellen und rechtlichen Ebene wider. Weiter ist es wichtig zu betonen, dass die Wirksamkeit der Robotpatente vom Ende des 17. Jahrhunderts und von der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf Schlesien nicht erweitert wurde, erst nach dem Bauernaufstand 1766 kam es zur Einführung des Robotpatentes für Österreichisch-Schlesien, das von aufgeklärter Anschauung zur Untertanenproblematik beeinflußt wurde und eine modernere Lösung der Untertanenfrage darstellte.
In meinem Dissertationsprojekt beabsichtige ich die sozioökonomische Problematik der Landbevölkerung in Österreichisch-Schlesien im 18. Jahrhundert zu erforschen. Methodisch basiert das Dissertationsprojekt auf Durchführung einzelnen Mikrosonden. Aus jedem schlesischen Fürstentum, das nach 1742 als Bestandteil der Habsburger Monarchie blieb, d. h. Teschen, Neiße, Troppau und Jägerndorf, wurde ein Dorf ausgewählt, auf dessen Beispiel eine Mikrosonde durchgeführt werden soll.
Für die chronologische Festlegung der Forschung ins 18. Jahrhundert ist vor allem die Quellenbasis bestimmend. Von großer Bedeutung ist hauptsächlich der Umstand, dass in diesem Zeitraum die Quellen entstanden, die die Auskünfte über das ganze Gebiet Österreichisch-Schlesiens beinhalten. Sie ermöglichen die soziale Struktur, Wirtschaftsverhältnisse und auch einige demographische Aspekte im breiteren Kontext zu erfassen; nicht minder wichtig ist auch die Tatsache, dass in den für die Analyse ausgewählten Dörfern eine kontinuierliche Reihe von Grundbüchern aus dem 18. Jahrhundert zur Verfügung steht.
Den Schwerpunkt meines Projektes stellt die Analyse der Vermögensverhältnisse der Landbevölkerung dar. Es werden nicht nur wirtschaftliche und finanzielle, sondern auch soziale, alltägliche und lebensstrategische Aspekte, die mit dem Grundbesitztum und Grundübergabe verbunden waren, berücksichtigt. Mit der Konzentration auf Gebirgsdörfer und Gebirgsuntertanen wird hauptsächlich die Erläuterung dortiger spezifischer Lebensbedingungen und Verhältnisse verfolgt.

Kontakt:
Markéta Kouřilová
 kourilova.marketa(at)centrum.cz

 

Forschungsprojekt: Moderne Touristik und Transterritoriale Kommunikation zwischen Preußisch- und Österreichisch-Schlesien

Das Thema „Moderne Touristik und Transterritoriale Kommunikation zwischen Preußisch- und Österreichisch-Schlesien“ wird im Rahmen einer breiter angelegten Doktorarbeit bearbeitet, die der Kultur- und Sozialgeschichte der deutschen Touristenvereine in den böhmischen Ländern gewidmet ist. Die Dissertation wird an der Schlesischen Universität in Opava/Troppau realisiert. Die Untersuchung der transterritorialen Beziehung zwischen Preußisch- und Österreichisch-Schlesien geht von der Prämisse aus, daß die Teilung Schlesiens im Jahr 1742 keinesfalls das Ende der alltäglichen und kulturellen Kontakte der Schlesier beiderseits der neuentstandenen Grenze bedeutete. Die Mobilität – als eine der charakteristischen Tendenzen des industriellen Zeitalters – prädestinierte die häufigeren Kontakte der Bewohner der beiden benachbarten und weitgehend historisch verflochtenen Regionen. In Schlesien und anderen Grenzgebieten der böhmischen Länder trug dazu die Tatsache bei, daß sowohl an der reichsdeutschen als auch an der österreichischen Seite die Angehörigen deutscher Nation ansässig waren, was besonders im Zeitalter der Nationalismen einen wichtigen Stimulus darstellte.
Da die moderne Touristik weitgehend von den touristischen Organisationen bestimmt wurde, ist die Untersuchung vor allem den in Schlesien tätigen Gebirgsvereinen gewidmet. Zwei deutsche Touristenvereine waren dominierend in Österreichisch-Schlesien – der 1881 gegründete Mährisch-schlesischer Sudetengebirgsverein und der 1893 konstituierte Beskidenverein. Sie expandierten bald weit über die österreichische Staatsgrenze hinaus; ihre zahlreichen Ortsgruppen wurden in den Städten Preußisch-Schlesiens gegründet. Das österreichisch-schlesische Altvatergebirge und die Beskiden übten große Anziehungskraft auf die Population der Schlesischen Ebene aus. Im Rahmen des Projekts sollen die damit verbundene Pflege des Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen Österreichisch- und Preußisch-Schlesien. Das Projekt soll auf die bisher wenig berücksichtigte alltägliche und kulturelle Dimension der transterritorialen Kommunikation im historischen Schlesien aufmerksam machen um die bisher hervorgehobenen politischen Aspekte auszubalancieren.

Kontakt:
Mgr. Martin Pelc
Ústav historie a muzeologie
Slezská univerzita v Opavĕ
Masarykova 47
CZ-746 01 Opava
 pelcm(at)centrum.cz