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Das kulturelle Bewusstsein und die Tradition im Teschener Schlesien: Beitrag der Grenzbewohner für die deutsch-polnische Verständigung. Tagung der Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv)
12.04.-15.04.2007 in Teschen/Cieszyn

Die gegenwärtige Problematik im deutsch-polnischen Dialog resultiert nicht nur aus politischen Konstellationen auf beiden Seiten, sondern sie zeigt, dass die Unkenntnis des historisch-kulturellen Hintergrundes des jeweiligen Landes ein verzerrtes Bild vom Nachbarn liefert. Dabei gibt es gute Beispiele, die gelungene, auch wenn nicht unproblematische Berührungspunkte zweier (oder mehrerer) Kulturen aufzeigen.
Dazu gehört das Phänomen der Grenzbewohner. Diese haben im Verlauf der Geschichte äußerst intensive, und nicht nur immer positive Beziehungen zu ihrem Nachbarn gehabt, wovon ihre Kultur, Mentalität und selbst Dialekte beeinflusst sind. Ein interessantes Beispiel hierfür liefert das Teschener Schlesien, jener Teil Oberschlesiens, der kulturell sehr mannigfaltig ist, doch leider viel zu wenig beachtet wird. Das Teschener Schlesien wurde von Mähren, Polen und Deutschen – genauer gesagt von Preußen und Österreichern – geprägt, wobei man noch betonen kann, dass neben der römisch-katholischen Konfession der Protestantismus sehr stark seine Spuren in der Kultur hinterließ. Daher entsteht die Frage, wie sich die sehr bunte Geschichte und der Zusammenstoß mehrerer Kulturen und Völker auf die Bevölkerung ausgewirkt haben und dies immer noch tun.

Durchführung:
Nach einer Einleitung in die Problematik, die die wichtigste historisch-kulturelle Entwicklung dieses Gebiets aufzeigt, wird die ethnologische Zusammensetzung der hiesigen schlesischen Bevölkerung, ihres Kulturkreises und ihrer Selbstwahrnehmung beleuchtet. Es wird die Frage aufgeworfen, wie sich diese Punkte heute charakterisieren, welche Rolle die Beziehungen zu Tschechien, zu den polnischen angesiedelten Nichtschlesiern, zu den Deutschen und Österreichern spielen. Welche Rolle hat die „kleine Heimat“ im Kontext des vereinigten Europa? Hier wird sehr deutlich aufzuzeigen sein, welche Beziehungen die heutige Jugend zu ihrem Teschener Schlesien hat, ob die Kulturpflege bloß der alten Generation vorbehalten ist, oder sich junge Menschen dafür auch interessieren. Natürlich darf nicht der ökumenische Aspekt fehlen. Angesichts der Präsenz der protestantischen Kirche in der Region muss die Frage aufgeworfen werden, wie Gläubige beider christlicher Religionen heute miteinander umgehen. Ebenso wird die Rolle der Juden für die gesellschaftliche Entwicklung der Region beleuchtet.
Aufgrund dieser Analyse wird schließlich die Frage gestellt werden, inwieweit Grenzbewohner – gezeigt am Beispiel des Teschener Schlesiens – durch die Pflege ihrer regionalen Kultur und Bräuche dazu beitragen können, dass Polen und Deutsche ihre gemeinsame Geschichte erfahren und eine bessere Voraussetzung für einen gelungenen Dialog miteinander bekommen.

Geplantes Programm (Änderungen vorbehalten):

Donnerstag, 12. April 2007:

19.00 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer; Einführung in die Thematik: Grenzen ohne Begrenzungen. Einführung in die Landeskunde Schlesiens im Teschener Raum (Dr. Stephan Kaiser, Direktor des Oberschlesischen Landesmuseums, Ratingen)

Freitag, 13. April 2007:

09.00 – 09.45  Uhr: Ausgewählte Aspekte des Erbes der Österreichisch-Ungarischen Monarchie in der Kultur und im Leben der Bewohner des Teschener Schlesiens bis zur Gegenwart (Małgorzata Kiereś, Direktorin des Beskidenmuseums in Wisła)
09.45 – 10.30  Uhr: Traditionen und gegenwärtige Konsequenzen aus der Multikulturalität des Teschener Schlesiens (Prof. Dr. Halina Rusek, Institut für Ethnologie und Bildungswesen  in Cieszyn)
10.30 – 11.00  Uhr: Pause
11.00 – 11.45  Uhr: Zwischen Deutschen und Slawen – Die Juden im Teschener Schlesien (Dr. habil. Janusz Spyra, Historiker an der Schlesischen Universität, Katowice/Cieszyn)
12.00 – 15.00  Uhr: Mittagspause
15.00 – 15.45  Uhr: Spontane Einheit – Anfänge der christlichen Gesellschaft im Teschener Schlesien im Jahre 1905 (Maciej Oczkowski, Historiker am Beskidenmuseum in Wisła)
15.45 – 16.15 Uhr: Pause
16.15 – 17.30 Uhr: Auftritt der traditionellen lokalen Trachtengruppe „Janina Marcinkowa- Lied- und Tanzgruppe des Teschener Schlesiens“. Anschließend Referat und Diskussion über die hiesigen Bräuche und die Tradition (Referat über die Tradition und Bräuche: Kornelia Kasprzak, Cieszyn)
18.00 – 19.00 Uhr: Abendessen
19.00 – 20.00 Uhr: Besuch der protestantischen Gemeinde in Cieszyn (Pastor Janusz Sikora, Cieszyn)

Samstag, 14. April 2007

„Die Vielseitigkeit des Teschener Schlesiens“. Ganztägige Exkursion nach Cieszyn / Český Těšin und Skoczów. Treffen mit Vertretern des Museums des Teschener Schlesiens (Cieszyn) sowie des schlesischen Kulturzentrums (Český Těšin). Besichtigungen.

Sonntag, 15. April 2007

09:00 – 10:00 Uhr: Gottesdienst
10:30 – 11:00 Uhr: Resümee (Dr. Stephan Kaiser, Ratingen)
11:15 - 11:45 Uhr: Abschlussdiskussion
12:00 Uhr: Mittagessen und Abreise

Nähere Informationen und das Programm der Tagung unter:

 

 

www.visitator-breslau.de/index.php Infos über die Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung unter: www.gdpv.deTel.: +49 (0) 251 / 49 04 792; Fax.: +49 (0) 251 / 42 0 12Mail: kontakt@gdpv.de

Schweden und der europäische Protestantismus. Aus Anlass des Jubiläums 300 Jahre Altranstädter Konvention. 8. Symposium des Arbeitskreises Deutsche Landeskirchengeschichte (10.05.-13.05.2007)

Veranstalter: Verein für Schlesische Kirchengeschichte in Zusammenarbeit mit der Diecezja Wrocławska Kościół Ewangelicko-Augsburski w RP
Ort: Breslau / Wrocław

Im Jahr 2007 erinnert der Verein für Schlesische Kirchengeschichte e. V. an seine Gründung vor 125 Jahren, 1882 in Breslau. Außerdem wird in diesem Jahr das Jubiläum 300 Jahre Altranstädter Konvention (1707-1709) begangen. Beide Ereignisse sollen durch das gemeinsam veranstaltete Symposium gewürdigt werden.

Tagesordnung:

Donnerstag, 10. Mai 2006

18.00 Uhr Eröffnung Bischof Ryszard Bogusz und  Christian-Erdmann Schott
18.15 Uhr Vortrag: Jens E. Olesen, Greifswald: „Der Löwe aus Mitternacht“ als Retter des evangelischen Glaubens in Deutschland
19.30 Uhr Empfang beim deutschen Generalkonsul in Breslau (dazu ist eine besondere Einladung notwendig)

Freitag, 11. Mai 2007

8.30 Andacht
8.45 –9.30 Uhr:  Hermann Ehmer, Stuttgart: Die Rettung des württembergischen Protestantismus durch Schweden im Dreißigjährigen Krieg
9.30 – 10.15 Uhr: Inge Mager, Hamburg: Die Bemühungen des niedersächsischen Theologen Georg Calixt um konfessionelle Eintracht in dem von den Schweden gebildeten Herzogtum Franken im Jahr 1633
10.15 – 10.45 Uhr  Kaffeepause
10.45 – 11.30 Uhr: Hermann-Dieter Müller, Mainz: Die Schweden unter Gustav II. Adolf und Reichskanzler Axel Oxenstierna in Mainz/Rhein (1631-1636)
11.30 – 12.15 Uhr: Hans Otte, Hannover: Der Bremer Dom in schwedischer Hand (1648-1715)
12.15 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 – 16.30 Uhr Exkursion in Breslau
16.30 – 17.00 Uhr Kaffee
17.00 – 17.45 Uhr: Christian-Erdmann Schott, Mainz: Kinderbeten und Gnadenkirchen in Schlesien – zu den frömmigkeitsgeschichtlichen Folgen der Altranstädter Konvention
17.45 – 18.30 Uhr: Haik Thomas Porada, Leipzig: Schwedisch-Pommern während des Nordischen Krieges
Abendessen
20.00 Uhr Mitgliederversammlung Verein für Schlesische Kirchengeschichte e. V.

Sonnabend, 12. Mai 2007

8.30 Uhr Andacht
8.45 – 9.30 Uhr: Michael Bunners, Wismar: Ursprung und Grund der Gustav-Adolf-Verehrung in zeitgenössischen Predigten des Dreißigjährigen Krieges
9.30 – 10.15 Uhr: Ernst Koch, Leipzig: Zur Memoria des Königs Gustav Adolf in Thüringen
10.15 – 10.45 Uhr: Kaffeepause
10.45 – 11.30 Uhr: Ralf Thomas, Freital: Kirchliche Gustav-Adolf-Erinnerungsstätten im sächsischen Raum
11.30 – 12.15 Uhr: Hans-Joachim Ramm, Kiel: Entstehung des Gustav Adolf Werkes und seine heutigen Aktivitäten
12.15 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Exkursion zur Gnadenkirche in Milicz/Militsch
18.00 Uhr Die kirchengeschichtlichen Vereine stellen sich vor - Abschlussdiskussion 

Sonntag, 13. Mai 2007

10.00 Uhr Gottesdienst in der Hofkirche mit Bischof Ryszard Bogusz
Ende der Tagung

Tagungsort: Gemeindehaus der ehemaligen Hofkirche ul. Kazimierza Wielkiego 29 in Wroclaw/Breslau (Tel.: 0048-71-34 34 730)
Auskünfte erteilt: Dr. Christian-Erdmann Schott, Elsa-Brändström-Str. 21, 55124 Mainz. Tel.: 06131/690488

 

 

 

 

Der Adel in den lokalen Strukturen des frühneuzeitlichen Europa (15.-18. Jhrt.) (Oktober 2007)

Veranstalter: Institut für Geschichte der Universität Zielona Góra
Ort: Zielona Góra / Grünberg

Das Institut für Geschichte der Universität Zielona Góra organisiert die wissenschaftliche Konferenz, die der breiten Charakteristik des europäischen Adels in dem Zeitraum von 16. bis 18. Jh.  gewidmet ist. Die Problematik dieses Treffens beinhaltet das allgemeine Phänomen der Rolle des Adels im Gesellschaftsleben des alten Kontinents.
Die Hierarchie und die Horizonte der frühneuzeitlichen Welt wurden in Anlehnung an die bestimmte Gesellschaftsordnung gestaltet. Der wichtigste Faktor dieser Struktur blieb eine neue, am Ende des Mittelalters herausgebildete Gruppe, die man Jahrhunderte lang  in allen europäischen Urkunden als nobiles bezeichnete. Die ehemalige als natürliche Urahne und Stammväter des Adels angesehene Ritterschaft verlor immer mehr an ihrer militärischen Funktion. Dank diesem Prozess wurde die Rolle des Adels im öffentlichen Leben immer gröβer. Dies blieb im engen Zusammenhang  mit den lokalen Verhältnissen, und diese bildete nämlich vor allem die Wirklichkeit der politischen Struktur der europäischen Provinz, die aus einzelnen Fürstentümern, Freienstandesherrschaften, Kastelaneien, Weichbildern, aber auch einzelnen Majoratsgütern (Fideicommissen) und Herrschaften bestand.
Das ununterbrochene Interesse an diesem interdisziplinären Bereich von Forschungen über Leben und Gesellschaft bewegt zur Unternehmung eines breiten wissenschaftlichen Diskurses im Spezialistenkreis sowohl aus den polnischen als auch ausländischen Forschungszentren. Die Konferenz hat zum Ziel die Präsentation der wohl unterschiedlichen Ergebnisse von einzelnen Forschungsgruppen in bezug auf die durch den Adel geschaffenen Machtstrukturen der neuzeitlichen Gesellschaften Europas zu ermöglichen, um sie vergleichen zu können.

Grundsätze und Problematik der Konferenz :
- Der Adel im feudalen Vassallensystem der Neuzeit im Lichte der Akte vom normativen Charakter. Die Entwicklung der Standessymbolik und derer juristischer Aspekt: Wappen, Wappenbriefe, Nobilitierung, Incolat, Name, Geschlecht, Titulatur.
- Adelsvertretung im öffentlichen Leben der Lokalstrukturen, die Teilnahme an der Arbeit der Ämter in den Provinzen. Unabhängigkeitsgrad, Zuständigkeitsbereich und Kompetenzen.
- Beziehungen der ständischen Versammlungen und der Standesämter zu der Zentralmacht.
- Gestaltungsprozess der lokalen Eliten und deren Einfluss auf das öffentliche Leben der Gesellschaft.
- Die Wege zu Verwaltungs- und Militärkarrieren.
- Die Dienste außerhalb des Staatsapparats.
- Die Rolle des Adels in den kirchlichen  Strukturen.
- Der Adel als Besitzer und Verwalter der  Landherrschaft. Rechtsgrundlage des Grundbesitzes.
- Versammlungen des Adels angesichts den allgemeinen politischen Verhältnissen in Europa.

Sicherlich ist nur eine Begegnung nicht imstande, das vollständige Bild des Adels im Leben von Gesellschaften in der Neuzeit zu schaffen und alle analytischen Möglichkeiten der aufgenommenen Problematik aufzuzeigen. Daher soll unsere Konferenz eine Reihe von ähnlichen, künftigen Begegnungen eröffnen und die weiteren Aspekte der Adelskultur anbelangen. Wir sind überzeugt, dass solche Begegnungen die Gelegenheit für eine Übersicht des Forschungsstandes erschaffen wie auch eine Diskussion und Formulierung der dargestellten Probleme im größeren Forschungskreis ermöglichen und die weiteren Notwendigkeiten in diesem Bereich bestimmen.

Mit freundlichem Gruß
Prof. Dr. habil. Wojciech Strzyżewski

Die Konferenz findet im Oktober 2007 statt. Aus organisatorischen Gründen sollen Sie sich aber spätestens bis Ende Dezember 2006 anmelden. Weitere Informationen schicken wir nach der Schließung der Vorlesungsliste. Geplante Zeit für ein Referat ist auf 20 Minuten beschränkt.

Anmeldung und Auskunft:
Dr Małgorzata Konopnicka
Institut für Geschichte der Universität Zielona Góra
al. Wojska Polskiego 69
PL 65-762  Zielona Góra
tel. (0-68)  328 32 49
e-mail:  szlachta(at)poczta.onet.eu

Dr Jarosław Kuczer
Institut für Geschichte der Universität Zielona Góra
al. Wojska Polskiego 69
PL 65-762  Zielona Góra
tel. (0-68)  328 32 03
e-mail:  szlachta(at)poczta.onet.eu