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Ausstellung und Internetseite "Nationalsozialismus und Widerstand in Breslau 1933-1945"

Das lokalhistorische Projekt „Nationalsozialismus und Widerstand in Breslau 1933-1945“ entstand in Zusammenarbeit der Edith Stein Gesellschaft mit dem Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław. Als Anregung zur Entstehung des Projektes diente die besondere Geschichte von Wrocław, die nicht nur Diktatur und Zerstörung, sondern auch der Wechsel der Gebietszugehörigkeit und ein nahezu vollständiger Bevölkerungsaustausch nach Kriegsende geprägt haben.
Eine internationale Studierendengruppe arbeitete an der Rekonstruktion der Jahre 1933-1945 in Breslau. In Archiven wurden Zeitungen und Akten ausgewertet. Zeitzeugen wurden gesucht, weltweit gefunden und zu ihren Erlebnissen in Breslau befragt. Auf diese Weise konnte eine Fülle von Material zusammengetragen und zu einer zweisprachigen Ausstellung mit zahlreichen Bild- und Tondokumenten zusammengefügt werden.

Weitere Informationen und Ergebnisse des Projekts unter:  www.breslau1933-1945.pl
Die Ausstellung ist vom 30.04.-31.05.2007 im Muzeum Gross-Rosen w Rogoźnicy und vom 09.06.-22.07.2007 im Schlesischen Museum zu Görlitz zu sehen.

 

 

Robert Bosch Stiftung verleiht den Karl-Dedecius-Preis 2007 an Martin Pollack und Tadeusz Zatorski

Der zum dritten Mal verliehene Karl-Dedecius-Preis der Robert Bosch Stiftung für polnische und deutsche Übersetzer geht 2007 an Martin Pollack und Tadeusz Zatorski. Beide werden für herausragende Übersetzungen ausgezeichnet und für ihre Vermittlungsarbeit zwischen den Nachbarländern geehrt. Die Preisträger waren von einer deutsch-polnischen Jury unter dem Ehrenvorsitz von Karl Dedecius vorgeschlagen worden. Der Preis ist mit je 10.000 Euro dotiert und wird abwechselnd in Deutschland und Polen verliehen. Die diesjährige Preisverleihung veranstaltet das Deutsche Polen-Institut am 1. Juni 2007 in Darmstadt.

Martin Pollack (geb.1944 in Bad Hall/Oberösterreich), studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte in Wien. Von 1972 bis 1982 war er als geschäftsführender Redakteur bei der kulturpolitischen Monatszeitschrift Wiener Tagebuch, danach als freiberuflicher Journalist tätig. Von 1987 bis 1998 arbeitete er als Korrespondent des Spiegel in Wien und in Warschau. Seit 1998 freier Autor und Übersetzer.
Pollack hat als Übersetzer des in Polen wie auch im Ausland hochgeschätzten Journalisten Ryszard Kapuściński Außerordentliches geleistet. Zwei Jahrzehnte hindurch hat er kontinuierlich Bücher Kapuścińskis ins Deutsche übertragen und damit diesem Autor im deutschen Sprachraum Aufmerksamkeit und einen breiten Leserkreis erschlossen. Heute steht Kapuścińskis Bedeutung für die polnische Literatur ebenso außer Zweifel wie die Leistung seines Übersetzers und Vermittlers.
Martin Pollack hat auch eine Reihe anderer wichtiger Autoren, die das Bild Polens im deutschen Sprachraum um wichtige Facetten ergänzen, wie die polnisch-jüdischen Emigranten Wilhelm Dichter und Henryk Grynberg oder den renommierten Literaturwissenschaftler Michał Głowiński, in überzeugender Weise ins Deutsche übertragen. Mit der Übersetzung von Daniel Odijas „Sägewerk“ hat er einen wichtigen Vertreter der jüngsten Generation polnischer Autoren dem deutschen Leser nahe gebracht.
Martin Pollack darf im vollen Sinn als Vermittler zwischen Polen und dem deutschen Sprachraum bezeichnet werden. Er hat neben seiner übersetzerischen Tätigkeit in zahlreichen journalistischen Arbeiten über Polen berichtet, viele Theaterprojekte mitbegleitet und seinen Einfluss bei deutschen und österreichischen Verlagen genutzt, um bisher noch nicht bekannten polnischen Autoren den Weg zu bereiten. Schließlich hat Pollack als Herausgeber von mehreren literarischen und publizistischen Anthologien den deutschen Leser mit der polnischen Kultur in ihren auch regional verschiedenen Spielarten bekannt gemacht.

Tadeusz Zatorski (geb. 1960 in Bochnia) studierte Germanistik in Krakau und Berlin, arbeitete 1983 bis 2001 als Lektor für Deutsch an der Jagiellonen-Universität und an der Sporthochschule in Krakau. Seit 2001 ist er als freischaffender Übersetzer tätig. Er hat mehrere Bücher und Zeitschriftenbeiträge u.a. von Georg Christoph Lichtenberg, Heinrich Heine, Heinrich Böll, Max Weber, Hans Küng und Eugen Drewermann sowie zahlreiche eigene Texte zu den genannten Autoren und zur deutschen Literatur und Kultur veröffentlicht.
Eine besondere Leistung Zatorskis sind die polnischen Ausgaben der Werke von Georg Christoph Lichtenberg und Heinrich Heine. Lichtenberg war bis zur ersten Zatorski-Übersetzung der »Sudelbücher« 2001 in Polen beinahe völlig unbekannt. 2005 erschien im renommierten Danziger Verlag słowo/obraz terytoria eine neue über 500 Seiten umfassende und editorisch anspruchsvoll gestaltete Lichtenberg-Ausgabe mit Vorwort, Register, Bibliographie und einem Essay von Zatorski. Die Kunst der Übersetzers ist bei Aphorismen wie denen Lichtenbergs in besonderem Maße gefragt: Hier müssen in einem nur wenige Zeilen umfassenden Textfragment, oft nur in einem Satz, die Lexik, die Form, das Bild und die Pointe stimmen. Zatorski meistert diese Herausforderung mit Bravour. Eine andere übersetzerische Glanzleistung stellen Texte von Heinrich Heine dar: »Die Romantische Schule« und »Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«. Zatorski bewegt sich jenseits der literarischen Moden, sucht selber nach anspruchsvollen Autoren und kümmert sich mit allen Mitteln um den Zuspruch polnischer Verleger.

Weitere Informationen:
Dr. Andrzej Kaluza
Deutsches Polen-Institut
Mathildenhöhweg 2
64287 Darmstadt
Tel. 06151– 498513
Fax: 06151– 498510
e-mail:  kaluza.dpi(at)t-online.de
 www.deutsches-polen-institut.de

 

Die Tradition im Teschener Schlesien

Die österliche Woche war ein Anlass für die Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv), zu ihrem Frühjahrsforum an den historischen Randbezirk Schlesiens zu fahren. Rund siebzig Interessierte, unter ihnen viele Jugendliche, folgten dieser Einladung, um das Teschener Schlesien näher kennen zu lernen.
Dabei wird dieser Teil Oberschlesiens selbst unter Forschern vernachlässigt, da Oberschlesien eher mit dem Industrierevier oder dem Oppelner Teil assoziiert wird. Das ist leider schade, hat doch Teschen eine sehr bunte Geschichte, die bis heute sichtbar ist.
Zu Beginn verdeutlichte der Direktor des Oberschlesischen Museums in Ratingen, Dr. Stephan Kaiser, die historische Entwicklung der Region. Zwischen den Sudeten und den Karpaten gelegen, bildete das Teschener Schlesien eine natürliche kulturelle Einzugspforte aus dem Süden. Daher ist nicht verwunderlich, dass sich die Bevölkerung dieser Region immer sehr stark nach Wien orientiert hatte.
Welchen Einfluss die Habsburgermonarchie auf die Bräuche und die Tradition der Menschen hinterlassen hat, zeigte sehr lebendig die Direktorin des Beskidenmuseums aus der benachbarten Stadt Weichsel (Wisła), Małgorzata Kiereś. Frau Kiereś befasst sich als Ethnografin insbesondere mit den Bräuchen innerhalb der Bergbewohner der Beskiden, den Goralen. Die Habsburgerkrone wurde stets von den Menschen verehrt, wie man nicht nur in Archiven erforschen, sondern auch aus Erzählungen von alten Menschen erfahren kann. Dabei war die Region kein vom Kaiser vergessener Bezirk der k.k. Monarchie. In Weichsel stand ein kleines Schlösschen, in dem Franz Josef I. verkehrte, als er regelmäßig zur Jagd anreiste. Verkehrsanbindung an Wien war zu Beginn des 20. Jh. sehr ausgebaut, da eine Eisenbahnlinie vom slowakischen Kaschau über das Teschener Land nach Wien führte und viel genutzt wurde.
Man reiste viel nach Wien, da nur dort hochqualitative Stoffe gekauft wurden, die für die Erstellung der traditionellen bunt gestickten Trachten nötig waren. Mit diesen Trachten reisten sogar Abgesandte der Goralen nach Wien, um dem Kaiser die Ehrerbietung der Bewohner zu sichern und ihn zu unterweisen, wie man als ein guter Mensch leben solle.
Nach diesem sehr anschaulichen Vortrag, in dem sich die Referentin selbst nicht davor scheute, Tanz- und Gesangselemente einzubauen, wurde ein weiteres wichtiges Thema besprochen. Der Historiker an der Schlesischen Universität in Kattowitz/Teschen, Dr. habil. Janusz Spyra, nahm sich der Geschichte der Juden in der Region an. Bis zur Hälfte des 19. Jh. verlief das konfessionelle Zusammenleben von Katholiken, Protestanten und Juden recht harmonisch. Die Juden lebten wie auch in anderen Regionen in der gehobenen gesellschaftlichen Schicht, und nicht selten bekleideten sie hohe Ämter in der Stadt- und Gemeindeverwaltung. Die ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. einsetzende Welle des Nationalismus erreichte auch die Teschener Region. Die Juden fühlten sich stets der deutsch-österreichischen Sprach- und kulturellen Tradition zugehörig. Politisch unterstützten sie die deutsch-liberale Partei, welche auch die Interessen der Juden im Troppauer Landtag vertrat. Umso verwirrender wurde für sie der Umstand, dass sich nicht wenige Deutsche radikalisierten und antisemitisch wurden. Das nutzten jedoch die Polen und Tschechen nicht, die Juden auf ihre Seite zu ziehen. Sie konzentrierten sich auf ihre nationale Bewegung, welche den Juden gegenüber nicht gerade freundlich eingestellt war. Trotz Radikalisierungstendenzen innerhalb der deutschen Bevölkerung fühlten sich die Juden ihnen zugehörig, doch konnte die deutsch-liberale Partei immer weniger Einfluss ausüben.
Die zweite große nichtkatholische Konfession stellten die Protestanten dar. Gerade im Teschener Schlesien gab und gibt es bis heute die meisten Gemeinden. Der Historiker am Beskidenmuseum in Weichsel, Maciej Oczkowski, veranschaulichte ein Fragment der Geschichte dieser Tradition. 1905 kam es zu einer Erneuerungsbewegung innerhalb der christlichen nichtkatholischen Bevölkerung. Sie zielte darauf, den Glauben zu beleben und die Menschen für ihn zu begeistern. Es wurden neue geistliche Lieder gesungen, es kam zu spontanen Gebetstreffen, oder es kamen Prediger, die Ansprachen hielten. Gerade der Austausch unter einzelnen Gemeinden war wichtig, um Erfahrungen untereinander auszutauschen. Diese Bewegung ist bis heute tätig.
Im Anschluss an diesen Vortrag besichtigten die Teilnehmer die protestantische Kirche in Teschen, in der sie auch kurz über die Geschichte der Protestanten in der Region erfuhren. Die Teschener Jesus-Kirche ist eine der größten schlesischen Kirchen. Sie war bis zum Toleranzedikt des Kaisers Joseph II. von 1781 die einzige protestantische Kirche in der Region. Da sie nur als Friedenskirche außerhalb der Stadtmauern gebaut werden konnte, überstand sie zwei große Feuersbrände, unter denen die Stadt stark leiden musste. Heute ist die Kirche ein imposantes Beispiel des Klassizismus und des österreichischen Barocks. Ein interessanter Umstand ist, dass die Zugehörigkeit zum Protestantismus im Teschener Schlesien stets mit polnischen Einwohnern, und die katholische Konfession mit deutscher Bevölkerung assoziiert wurden. Gerade in den übrigen Teilen Oberschlesiens war es umgekehrt. Die Gemeinde umfasst heute ca. 6500 Gläubige.
Um die Bräuche und die Tradition stärker zu verdeutlichen, konnten sich die Teilnehmer an vielen visuellen Elementen erfreuen. Sehr eindrucksvoll war der Auftritt der Janina Marcinkowa – Lied- und Tanzgruppe, die lokale Tänze und Gesänge präsentierte. Das Ensemble besteht aus rund 30 Personen. Da es die Folklore sehr lebendig und witzig präsentieren kann, bekommt es regen Nachwuchszulauf und ist sehr gefragt.
Neben der Besichtigung des polnischen und tschechischen Stadtteils Teschen brachen die Tagungsteilnehmer zum benachbarten Skotschau (Skoczów) auf. Die kleine, doch schon seit dem Mittelalter bestehende Stadt kann den Besuchern viel Tradition bieten. Die Stadtarchitektur zeigt schon auf den ersten Blick, dass man sich in der Habsburgermonarchie befand.
Die Tagungsteilnehmer wurden zunächst von der Bürgermeisterin, Frau Janina Żagan, vom emeritierten protestantischen Pastor, Andrzej Czyż, und von der Vertreterin des Gemeindeamtes, Ewa Bojda begrüßt. Der Pfarrer erzählte kurz über die Geschichte der Gemeinde. Sehr stolz sind die evangelischen Christen darauf, dass Papst Johannes Paul II. ihre Einladung angenommen hatte und die Stadt im Jahre 1995 besuchte. Dabei suchte er nicht die katholische Kirche zum Gebet auf, sondern traf sich mit dem evangelischen Landesbischof zu einer ökumenischen Andacht in der protestantischen Kirche. Von der Kirche führt ein romantischer Weg auf einen Hügel, auf dem eine Kapelle steht. Vor ihr wurde ein großes Kreuz angebracht, das für die Papstmesse in Gleiwitz aufgestellt wurde. Von diesem Hügel bietet sich ein phantastischer Panoramablick auf die Region und die Beskiden.
Sehr ergreifend war die Gastfreundschaft, die die Tagungsteilnehmer seitens der evangelischen Gemeinde und der Stadtvertreter erfahren durften. Zur Stärkung gab es ein reichhaltiges Morgenbuffet mit selbst gemachtem Kuchen, der schlesischen Golatsche.
Die Organisatoren bedanken sich sehr herzlich beim Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für die finanzielle Unterstützung, ohne die diese wertvolle Tagung nicht möglich gewesen wäre.
Im Anschluss an die Tagung trafen sich die Mitglieder der gdpv, um Vorstandsneuwahlen vorzunehmen. Der Vorsitzende Gregor Ploch wurde in seinem Amt bestätigt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Sebastian Kortz gewählt. Weitere Vorstandmitglieder sind Patryk Szkudlarek und Katarzyna Golab-Schafrik. Beisitzer sind Teresa Zezulak und Paweł Ptok. Der Vorsitzende bedankte sich für die Mitarbeit zwischen dem Vorstand und der Geschäftsführerin, Dr. Christine Kucinski, und hofft, dass die Arbeit in den nächsten zwei Jahren im bewährten Rahmen weiter verlaufen wird.

Gregor Ploch

 

Junge Freiwillige übernehmen Verantwortung für Europas Kulturerbe

Das Kuratorium der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ hat im Dezember 2006 das neue Förderprogramm „Freiwillige für Europas Kulturerbe“ bewilligt.
Mit dem Programm möchte der Fonds junge Menschen anregen, sich im Rahmen eines internationalen Freiwilligendienstes in Grenzregionen für den Erhalt des Europäischen Kulturerbes einzusetzen. Mit dem Programm sollen Projekte in Mittel- und Osteuropa gefördert werden, die jungen Menschen praktische und theoretische Erfahrungen in der Denkmalpflege vermitteln und ihnen die Möglichkeit bieten, sich durch die gemeinsame Arbeit die facettenreiche Kulturgeschichte der Region jenseits allein nationaler Perspektiven zu erschließen. In diesem Programm kooperiert der Fonds mit der polnischen  Stefan-Batory-Stiftung, welche die Durchführung des Programms und die Beratung der Antragsteller übernimmt.

Ausschreibung 2007:
Im April 2007 wird zunächst für polnische Organisationen ein Wettbewerb für internationale Workshops zur Bewahrung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes ausgeschrieben.
Projektanträge können bis zum 7. Mai 2007 bei der  Stefan-Batory-Stiftung eingereicht werden.
 Ausschreibung 2007
 Antragsformular

Kontakt:
Fonds „Erinnerung und Zukunft“
Corinna Jentzsch
Markgrafenstraße 12 - 14
D-10969 Berlin
Tel.      +49 (0)30 259297-86
Fax:     +49 (0)30 259297-42
E-Mail:   jentzsch(at)fonds-ez.de

Der Fonds fördert bereits seit 2005 zwei Projekte für den internationalen Freiwilligendienst in der Denkmalpflege in Polen. Sie ermöglichen jungen Menschen unter fachlicher und pädagogischer Betreuung die Arbeit in unterschiedlichen Einrichtungen der Denkmalpflege und Kulturvermittlung. Die praktische Arbeit sowie begleitende Seminare und Sprachkurse bieten den Teilnehmern außerdem die Gelegenheit zu einem interkulturellen Austausch.
Die Projekte sind offen für Jugendliche im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die sich für Denkmalpflege und Handwerk interessieren und Freude an der Arbeit in einem internationalen Team haben.

Jugendbauhütte Niederschlesien:
Magda Zietkiewicz
Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Krzyzowa 7
PL-58-112 Grodziszcze
Tel.      +48 74 8500122
E-Mail:  magdaz(at)krzyzowa.org.pl 
 www.wolontariat.net.pl

Jugendbauhütte Ermland und Masuren:
Beata Samojlowicz
Verein Kulturgemeinschaft Borussia
ul. Wyzwolenia 2/7
PL-10-106 Olsztyn
Tel.      +48 89 5237293
E-Mail:  wolontariat(at)borussia.pl
 www.borussia.pl

Originalbeiträge aus dem Bereich der Kulturwissenschaften in "Inter Finitimos - Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte"

"Inter Finitimos - Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte" veröffentlicht Originalbeiträge aus dem Bereich der Kulturwissenschaften, in denen eigene Forschungsvorhaben und Projekte (Staatsexamens-, Magisterarbeiten, Dissertationen, Habilprojekte) vorgestellt oder markante Thesen vertreten werden, die zur wissenschaftlichen Diskussion anregen. Der Umfang der Beiträge sollte acht Normseiten (30 Zeilen à 60 Anschläge pro Seite) nicht übersteigen. Hinweise zur Gestaltung des Manuskriptes finden Sie auf unserer Homepage

www.interfinitimos.de. Interessenten werden gebeten, ihre Beiträge und Themenvorschläge mit der Redaktion abzusprechen.Textvorschläge für das Jahrbuch 5 (2007) bitte in Form von Dateien und in deutscher oder polnischer Sprache an:infos@interfinitimos.deEinsendeschluss für die Beiträge ist der 31. August 2007.

Autoren fuer dt.-poln. Literaturprojekt im Internet gesucht

literaturdepot.eu ist ein gemeinnütziges Projekt des  Vereins zur Förderung  des Literaturschaffens und des kulturellen Austauschs zwischen Deutschen und  Polen e.V. Auf der Website www.literaturdepot.eu sollen Menschen die Freude am Schreiben haben und unbekannte Autoren aus Deutschland und Polen dazu animiert werden, ihre bisher unveröffentlichten Bücher einem großen Publikum vorzustellen.Auf der zweisprachigen Website werden die Werke auszugsweise ohne vorherige Kontrolle oder Begutachtung durch Lektoren o.ä. veröffentlicht. Den Lesern wird die Möglichkeit gegeben direkt im Internet auf die Veröffentlichungen zu reagieren und selbst Rezensionen zu den einzelnen Werken zu schreiben.Interessierte Leser können die vollständigen Werke der Autoren über literaturdepot.eu exklusiv als Taschenbuch gebunden erwerben. Hierzu wird mit den Autoren ein Vertrag geschlossen, der es literaturdepot.eu ermöglicht, die  Bücher auf Anfrage in der gewünschten Stückzahl zu drucken und direkt an die Käufer zu verschicken. Die Autoren erhalten einen Anteil am Verkaufspreis. Die Herstellung der Druckerzeugnisse ist für die Autoren kostenlos. Außerdem werden sie bei der eigenen Vermarktung ihres Buches durch vergünstigte  Werbematerialien unterstützt.Neben der Förderung des Literaturschaffens in Deutschland und Polen ist es ein wichtiges Ziel, das Verständnis und Interesse für die Kultur des jeweiligen Nachbarlandes zu wecken. Hierfür sollen die auf der Website angebotenen Bücher in die jeweils andere Sprache übersetzt und zweisprachig veröffentlicht  und verkauft werden. Zur Finanzierung der Übersetzungen werden interessierten  Unternehmen Buchpatenschaften angeboten. Gegen eine einmalige Übernahme der Übersetzungskosten erhalten sie die Möglichkeit, ihre Werbung im Buch, auf der Website literaturdepot.eu und bei  Lesungen zu platzieren und so den Absatz  ihres  Buches aktiv zu fördern.

Kleine Ideen können die Welt verändern.
Wenn Sie kulturinteressiert sind, gerne lesen oder schreiben, ein völkerverbindendes Projekt unterstützen wollen oder einfach nur Gefallen an der  Idee gefunden haben....

Machen Sie mit!

Carmen Wustmann
Verein zur Förderung des Literaturschaffens und des kulturellen Austauschs zwischen Deutschen und Polen e.V. Kellerwaldweg 2B
D-13589 Berlin
 www.literaturdepot.eu
Tel.: +49 (0)30 378 13 03
Fax: +49 (0)30 37 58 53 72

 

Haus des Deutschen Ostens (HDO) München: Neues Logo, neues Motto, neue Ziele

Das Haus des Deutschen Ostens in München hat in den letzten Jahren neue Wege beschritten, um sich den gesellschaftlichen Entwicklungen zu stellen und die Einrichtung des Freistaates Bayern weltoffen, tolerant, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert zu präsentieren. Seit Jahresbeginn wurden diese Bemühungen vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen durch das Inkrafttreten eines neuen „Organisationserlasses für das Haus des Deutschen Ostens“ gewürdigt und rechtlich untermauert. Das Ministerium hat die Aufgaben des Hauses des Deutschen Ostens neu definiert und klar und eindeutig in sechs Punkten zusammengefasst:
Das „Haus des Deutschen Ostens“ hat die Aufgabe, als Kultur-, Bildungs- und Begegnungseinrichtung im Sinn des § 96 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) den Beitrag der früheren deutschen Staats- und Siedlungsgebiete im Osten und Südosten Europas zur gemeinsamen deutschen Kultur zu pflegen und fortzuentwickeln, in Bereichen mit europapolitischem Bezug tätig zu werden und damit eine Brückenfunktion für das Verhältnis des Freistaates Bayern insbesondere zu Ostmitteleuropa und Osteuropa wahrzunehmen, deutsche Minderheiten in ihren Heimatländern beim Erhalt ihrer kulturellen Identität zu unterstützen und dadurch ihre Rolle als Mittler der Verständigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und seinen östlichen Nachbarn zu stärken, Veranstaltungen gemäß § 96 BVFG selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltungsträgern durchzuführen, die Vermittlung der Kenntnisse über Ostmittel- und Osteuropa im Bereich der Erwachsenen-, Hochschul- und Jugendbildung zu unterstützen und zu stärken, als Fördereinrichtung Verbände, Einrichtungen und Einzelmaßnahmen nach § 96 BVFG im In- und Ausland zu unterstützen.
Zur Erfüllung seiner Aufgaben kooperiert das „Haus des Deutschen Ostens“ mit einschlägigen Einrichtungen und Institutionen im In- und Ausland. Die bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens, bewertete die neue Aufgabenstellung mit folgenden Worten: „Die organisierte Vertreibung der Deutschen aus ihren östlichen Heimatgebieten ist nicht nur ein Thema der Vergangenheit und der Folgen des Zweiten Weltkriegs. Das Kulturgut der Vertreibungsgebiete im Bewusstsein der Vertriebenen, dem gesamten deutschen Volke und des Auslands zu erhalten, hat vielmehr seit der EU-Osterweiterung an Bedeutung gewonnen. Diesem Bedeutungswandel trägt der ab 1. Januar 2007 geltende Organisationserlass für das Haus des Deutschen Ostens Rechnung.“
Zeitgleich mit dem Organisationserlass präsentierte das Haus des Deutschen Ostens ein neues Logo. Das bisherige Logo verlor das kleine bayerische Staatswappen, weil die Corporate-Design-Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung verlangen, dass es in voller Größe auf der rechten Seite des Schriftzuges „Haus des Deutschen Ostens: Kultur – Kunst – Bildung – Bibliothek – Begegnung“ steht. Aus diesem Grunde wurde ein neuer Richtungsweiser gewählt, der gleichzeitig das Programm des Hauses des Deutschen Ostens symbolisieren soll. Der Teil der Windrose, die Kompassnadel, will den Leitgedanken des Hauses des Deutschen Ostens für 2007 und darüber hinaus deutlich machen: „Der Herkunft eine Zukunft geben“. Der Direktor des HDO, Dr. Ortfried Kotzian, führte dazu aus: „Dies ist das Programm unseres Hauses. Es ist der Sinn unserer Veranstaltungen und es ist die Grundlage des Wirkens unserer hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Wie das Titelbild unseres Veranstaltungsprogramms für das erste Quartal des Jahres zeigt, geht es darum, Spuren zu hinterlassen, aber nicht damit sie in den Zeitläufen der Geschichte wie geschmolzener Schnee verschwinden, sondern dass sie bleiben und dass sie für künftige Generationen richtungweisend sind. Der Leitgedanke ‚Der Herkunft eine Zukunft geben’ wird die Arbeit unseres Hauses in den nächsten Jahren bestimmen.“
Mehr als 60 Jahre nach der Vertreibung der Deutschen aus dem Osten gilt weiterhin dass ein Haus des Deutschen Ostens nur seinen Sinn erfüllen kann, wenn es Menschen gibt, deren Interesse an einer solchen Einrichtung, die Einrichtung selbst sinnvoll macht. Den Freistaat Bayern, der diese Institution Haus des Deutschen Ostens trägt und unterhält, bilden alle Bürger Bayerns – auch und gerade jene fast zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland sowie aus den Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas, die in der Zeit von 1944 bis 1950 nach Bayern kamen. Dazu gehören ebenfalls die Aussiedler und Spätaussiedler, vor allem die Deutschen aus Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die bis in die Gegenwart hier eine neue Heimat suchen. Für das Heute und die Zukunft will das Haus des Deutschen Ostens München die Frage beantworten „Warum wir hier sind…?“, warum Deutsche aus dem Osten Europas in Bayern leben. Das HDO tut dies in dem Bewusstsein, dass die nachfolgenden Generationen ein Recht darauf haben zu erfahren, warum die ursprüngliche Heimat ihrer Eltern und Großeltern nicht mehr ihre Heimat ist.
Das Haus des Deutschen Ostens steht in der Verantwortung gegenüber jenen Menschen, die nach der Tragödie des Zweiten Weltkrieges den Aufbau und die Entwicklung des Freistaates Bayern in umfassender Weise mitgestalteten und damit zu Teilhabern an der politischen Kultur und der Lebensqualität in der gemeinsamen Heimat Bayern wurden. Die Integration dieser Neubürger war die wohl größte sozialpolitische Leistung der Bundesrepublik Deutschland in der Nachkriegszeit und braucht Vergleiche in europäischem Maßstab nicht zu scheuen.
Trotz dieser erfreulichen Tatsache ist in der Nachkommenschaft dieser bayerischen Bürger das Wissen um die Herkunft der Vorfahren nur noch in Ansätzen vorhanden. Die Herkunftsgebiete der Vertriebenen und Aussiedler mit ihren beachtlichen deutschen Kulturleistungen von europäischem Rang geraten zunehmend in Vergessenheit. Herkunft ist aber Teil jeder menschlichen Identität. Mit dem Haus des Deutschen Ostens soll den bayerischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aller Altersstufen die Möglichkeit gegeben werden, etwas über ihre Herkunft in Erfahrung zu bringen, Kontakte zu den Menschen in ihren Herkunftsgebieten zu knüpfen und dadurch einen Bezug zur Heimat der Vorfahren aufzubauen, damit sich diesem Raum Zukunftschancen in Europa eröffnen.
Die im Mai 2004 beigetretenen Mitgliedsländer der Europäischen Union, aber vor allem die zum Jahreswechsel 2007 neuen Staaten Rumänien und Bulgarien erhoffen sich eine gedeihliche Zukunft in der Gemeinschaft. Damit sind jene deutschen Volksgruppen in die EU aufgenommen worden, deren kulturelles Erbe auch vom Haus des Deutschen Ostens gewahrt werden soll. Die Siebenbürger Sachsen, die Banater Schwaben und die Banater Berglanddeutschen, die Sathmarer Schwaben, die Deutschen der Bukowina und der Dobrudscha, sie alle sind – so weit sie in ihrer Heimat geblieben sind – nun ebenfalls EU-Bürger geworden und haben die selben europäischen Rechte und Pflichten erhalten, die ihre ausgewanderten, ausgesiedelten, vertriebenen oder umgesiedelten Landsleute durch eben gerade diese Schicksalsfügungen oder die Entscheidung zum Verlassen des Landes vor Jahren erworben haben. Welche Konsequenzen diese neue Situation für das kulturelle Erbe der Deutschen in den neuen EU-Ländern haben wird, soll der aufmerksamen Beobachtung anheim gestellt sein. Aus diesem Grunde wird die Studienreise 2007 des Hauses des Deutschen Ostens nach Pfingsten den neuen EU-Ländern Rumänien und Bulgarien und der Kulturhauptstadt Europas 2007 Hermannstadt/Sibiu gewidmet sein.
Das kulturelle Erbe der Deutschen aus dem Osten, dessen Bewahrung sich das Haus des Deutschen Ostens München verpflichtet fühlt, sollte in der Gegenwart nicht so sehr vom Aspekt des Verlustes geprägt sein, sondern vielmehr den großen Schatz an kulturellen Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. Jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Beruf, Alter, politischer Einstellung oder dem Grad der Beteiligung am gesellschaftlichen Leben kann seine ganz persönlichen Erfahrungen mit den Kulturleistungen der Deutschen  aus dem Osten machen. Er benötigt nur einen kleinen Impuls und ein Minimum an Interesse bzw. Aufgeschlossenheit gegenüber kulturellem Leben überhaupt.
Diesem Ansatz versucht das aktuelle Programm des Hauses des Deutschen Ostens Rechnung zu tragen. Neben den klassischen Bildungsmaßnahmen mit Ausstellungen, Vorträgen und Vortragsreihen, Buchpräsentationen und Lesungen hat das HDO in seiner hauseigenen Gaststätte „Zum alten Bezirksamt“ ein Erzählcafé eingerichtet, in dem Zeitzeugen über ihr persönliches Schicksal und ihre Beziehungen zu den Menschen in Europas Osten berichten. Die aktive Kombination von Literatur und Musik stößt auf großes Publikumsinteresse, wobei eine kulturelle Nischenbildung Erfolg verspricht. 300 Besucher wollten das Konzert zum Jahresauftakt mit dem Titel „Du hast Glück bei den Frau’n, Bel ami“ zu Ehren des Westpreußen Theo Mackeben hören und sehen. Die Direktion des Hauses nützt ganz bewusst die künstlerischen Fähigkeiten der Mitarbeiter, hier besonders der Bibliotheksleiterin Brigitte Steinert. Der musikalisch-literarische Schwerpunkt wird Joseph von Eichendorffs 150. Todestag mit dem Rosenau-Trio Baden-Baden gedenken, der Bundeshauptstadt „Es gibt nur ein Berlin“ wieder mit Brigitte Steinert die Referenz erweisen, „Klänge aus Mähren“ mit einem Ensemble des Gärtnerplatz-Theaters München zu Gehör bringen, Gregor von Rezzoris „Maghrebinische Geschichten“ erzählen und sich Ernst Wiecherts 120. Geburtstag widmen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Kurse zu ostdeutschen Volkskunst- und Kunsthandwerkstechniken. Die Kursteilnehmer können im Haus des Deutschen Ostens Klöppeln lernen. Sie können die Kunst der schlesischen Bauernmalerei und Weißstickerei pflegen, Böhmerwäldler Kratzeier oder Böhmerwäldler Christbaumschmuck herstellen, alte Spitzen montieren und bei der sudetendeutschen Schriftstellerin Ursula Haas, Autorin von „Freispruch für Medea“ und Trägerin zahlreicher nationaler und internationaler Literaturpreise „Schreiben lernen“.
Im Bereich der Lehrerfortbildung hat das Haus des Deutschen Ostens erneut mit Rumänien und Bulgarien einen Auslandslehrgang im Programm und begleitet die bayerische Landesausstellung in Zwiesel „Bayern – Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft“ mit einer internationalen Lehrertagung, bei der tschechische und bayerische Kollegen ihre „Geschichtsbilder“ vergleichen werden. Daneben hat das HDO den diesjährigen Schülerwettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ den Auslandsschulen mit verstärktem Deutschunterricht zur Teilnahme und als Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt. Wegen des Themas „Auf der Suche nach dem Schlesischen Himmelreich“ ist die Resonanz in Schulen in Oberschlesien besonders groß.
Im November wird das Haus des Deutschen Ostens eine internationale Studientagung zum Thema „Kulturelle Autonomie deutscher Minderheiten in Europa“ durchführen. Hierbei sollen durch intensiven Vergleich die rechtlichen Voraussetzungen und die praktischen Maßnahmen der Kulturpflege in verschiedenen Staaten und bei unterschiedlichen deutschen Minderheiten untersucht werden, um Erkenntnisse für die Pflege und Weiterentwicklung der Kultur der Deutschen aus dem Osten in Bayern gewinnen zu können. Damit wird das Haus des Deutschen Ostens München seinen Aufgaben und Zielen sowie der Frage nach dem Sinn seiner Tätigkeit gerecht.

Dr. Ortfried Kotzian
Direktor
Haus des Deutschen Ostens
Am Lilienberg 5
81669 München
Tel. 089/449993-0
Fax:089/449993-150
 www.hdo.bayern.de
 ortfried.kotzian(at)hdo.bayern.de