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verschiedene Titelblätter des Dialog  

Georg Dehio Kulturpreis 2007 vergeben. Die Auszeichnung geht an den Dr. h.c. Ismants Lancmanis und das Deutsch-Polnische Magazin DIALOG

Der vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien dotierte Georg Dehio-Preis zeichnet Persönlichkeiten und Initiativen aus, die sich in vorbildlicher Weise mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinander setzen.
Der vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam vergebene Georg Dehio-Kulturpreis 2007 geht an den lettischen Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Imants Lancmanis und an die Redaktion des Deutsch-Polnischen Magazins DIALOG mit seinem Chefredakteur Basil Kerski.
Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Jörg Haspel sprach Dr.h.c. Imants Lancmanis den Hauptpreis (12.000 €) zu. Imants Lancmanis hat sich seit Jahrzehnten in der Erforschung und Erhaltung des deutsch-baltischen Erbes in Lettland bleibende und große Verdienste erworben. Sein Name ist dabei untrennbar mit der wissenschaftlichen Erforschung und glanzvollen Wiederherstellung des Schlosses der kurländischen Herzöge in Rundāle/Ruhenthal verbunden. Als Nestor der Kunsthistoriker und Museumsexperten in Lettland hat er entscheidenden Anteil daran, dass die historisch bedeutende deutsch-baltische Kulturlandschaft heute wieder ein lebendiger Teil der kulturellen Überlieferung in Lettland ist.
Der Ehrenpreis (8.000 €) geht an die Redaktion des Deutsch-Polnischen Magazins DIALOG und dessen Chefredakteur Basil Kerski. Die zweisprachig erscheinende Zeitschrift informiert seit 1987 fundiert und kritisch über Politik, Kultur und Geschichte im deutsch-polnischen Verhältnis und leistet damit in beiden Ländern einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung.
Die Verleihung findet im November 2007 in Berlin statt.

Zusammensetzung der Jury:
 Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Sibylle Dreher, Präsidentin des Frauenverbandes im BdV e.V., Berlin
Dr. Gerhard Gnauck, Korrespondent der Welt in Warschau
Prof. Dr. Jörg Haspel, Landeskonservator, Landesdenkmalamt Berlin
Prof. Dr. Csaba Gy. Kiss, Eötvös-Loránd-Universität Budapest
Dr. Andreas Lawaty, Direktor des Nordost-Instituts, Lüneburg
Dr. Beate Störtkuhl, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg

Quelle:  http://www.kulturforum.info/php/x.php4?x=1012508

St. Annaberg © 2007 Deutsches Kulturfourm östliches Europa • G. Samietz  

Geschichtsorte in Schlesien 1921–1947. Deutsche und polnische Erinnerungen. Bericht über eine Fortbildungsreise für Multiplikatoren nach Nieder- und Oberschlesien vom 18. bis 21. April 2007 von Gabriele Samietz

Die viertägige Exkursion für Multiplikatoren nach Nieder- und Oberschlesien vom 18. bis 21. April 2007 wurde vom Kulturreferenten am Schlesischen Museum in Görlitz (Dr. Michael Parak) und vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam (Fachreferentin für Kulturgeschichte und Kulturpolitik Gabriele Samietz) organisiert. Die Teilnehmer waren Journalisten und Redakteure von Presse, Rundfunk und Fernsehen (ZDF, MDR, FAZ, PNN, Deutschlandradio u.a.) sowie Mitarbeiter politischer Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung u.a.) und Museen.
Von Görlitz ging die Fahrt zum St. Annaberg/Góra Swiętej Anny 30 km südöstlich von Oppeln/Opole. Der 400 m hohe St. Annaberg wurde im Laufe der schlesischen Geschichte zum religiösen und politischen Symbol von Oberschlesien, wobei die Politik für das Trennende und die Religion für das Gemeinsame steht. Der Ort war vor dem Zweiten Weltkrieg der wichtigste katholische Wallfahrtsort in Oberschlesien, der sowohl von polnisch- als auch von deutschsprachigen Gläubigen besucht wurde.
Zum politischen Wahrzeichen von Oberschlesien wurde der St. Annaberg nach dem Ersten Weltkrieg. Bei der Volksabstimmung am 20. März 1921 über die Zukunft Oberschlesiens stimmten fast 60 Prozent der Bewohner für einen Verbleib der Region bei Deutschland. Daraufhin besetzten polnische Freischärler den strategisch wichtigen Annaberg, der aber am 21. Mai durch den aus deutschen Freiwilligen gebildeten Selbstschutz Oberschlesien zurück erobert wurde. Dieses Ereignis wurde sowohl im Dritten Reich als auch in kommunistischer Zeit in Polen durch nationale Propagandadarstellungen verklärt. Seit 1989 werden auf dem St. Annaberg auch wieder Messen und Andachten in deutscher Sprache gehalten.
Am zweiten Tag erfolgte der Besuch des Zentralmuseums der Kriegsgefangenen in Lamsdorf/Łambinowice in der Wojewodschaft Oppeln, wo die Gruppe durch den Direktor Prof. Dr. Edmund Nowak einen Überblick über die Geschichte des Lagers erhielt. Hier wurde in den Jahren 1939 bis 1945 eines der größten deutschen Kriegsgefangenenlager betrieben. Während des Zweiten Weltkrieges starben hier ca. 40000 Kriegsgefangene, vor allem Soldaten der Roten Armee, von denen die meisten verhungerten. Von Juni 1945 bis Herbst 1946 diente Lamsdorf als Internierungslager im Rahmen der Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien. Von den insgesamt 9.000 Internierten, vor allem Frauen, Alte und Kinder, starben dort über 1000 Deutsche. In kommunistischer Zeit war dies in Polen ein Tabu-Thema. Nach der politischen Wende 1989 hat sich vor allem Professor Nowak hinsichtlich der Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte des Lagers Lamsdorf verdient gemacht.
Von Lamsdorf ging die Fahrt weiter in die 115 km entfernt liegende oberschlesische Stadt Gleiwitz/Gliwice, die durch den Überfall auf den Sender Gleiwitz bekannt wurde, der als Anlass zum Zweiten Weltkrieg diente. Am 31. August 1939 erfolgte hier ein vom Sicherheitsdienst (SD) der nationalsozialistischen SS organisierter Überfall - angeblich polnischer Soldaten - auf den Rundfunksender, um den deutschen Angriff auf Polen als Antwort auf polnische Provokation hinzustellen. Seit 2005 ist der Sender Gleiwitz ein Museum.
Am Abend war die Gruppe im Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit zu einem Gespräch mit dem derzeitigen Direktor Marcin Wiatr eingeladen. Im Anschluss daran bestand die Gelegenheit der Debatte »Quo vadis, Europa?« zum Thema »Bedeutung des deutsch-polnischen Dialogs für die Zukunft der EU im Kontext der deutschen EU-Ratspräsidentschaft« beizuwohnen. Teilnehmer dieses Gespächs waren Dr. Angelica Schwall-Düren, MdB und polnische Politiker.
Am folgenden Tag besuchte die Gruppe das Institut für Nationales Gedenken (IPN) in Kattowitz. Aufgabe dieser Institution ist die Verfolgung von nationalsozialistischen und kommunistischen Verbrechen, von Kriegsverbrechen sowie von Verbrechen gegen Frieden und Menschlichkeit. Nach der Begrüßung durch den Direktor gab der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Grzegorz Bębnik einen Überblick über die Arbeit des IPN und beantwortete Fragen der Exkursionsteilnehmer.
Von Kattowitz ging die Fahrt nach Schweidnitz/Świdnica zur Besichtigung der berühmten Friedenskirche »Zur Heiligen Dreifaltigkeit« in Niederschlesien, die zusammen mit der Friedenskirche in Jauer/Jawor zu den größten sakralen Fachwerkbauten Europas zählt und 2001 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Dafür hatten sich polnische und deutsche Denkmalpfleger eingesetzt. Diese protestantischen Friedenskirchen entstanden nach dem Westfälischen Frieden von 1648, dem sie ihren Namen verdanken und zählen heute zu prägnantesten Baudenkmälern des gemeinsamen Kulturerbes von Deutschen und Polen.
Weiter ging es nach Muhrau/Morawa in Niederschlesien. Hier betreibt die St. Hedwig-Stiftung/Fundacja sw. Jadwigi in dem ehemaligen Herrenhaus der Familie von Wietersheim-Kramsta eine Kindertagesstätte und eine Akademie – eine deutsch-polnische Begegnungsstätte – für Schulklassen und Jugendgruppen.
Hier finden u.a. Seminare über schlesische Geschichte für Schüler und Studenten aus Polen und Deutschland statt, die von Mitarbeitern der Universitäten in Breslau und Oppeln betreut werden. In dem Kindergarten erhalten Kinder aus sozial benachteiligten Familien eine kostenlose Ganztagsbetreuung. Diese Initiative geht vor allem auf die heute 79-jährige Melitta Sallai, eine Nachkommin der Familie von Wietersheim-Kramsta zurück, die nach ihrer Pensionierung 1992 auf das Gut ihrer Eltern zurückkehrte.
Etwa 20 Kilometer von Muhrau entfernt befindet sich das ehemalige Konzentrationslager und die Gedenkstätte Groß Rosen/Rogoznica. Nach dem Besuch des Museums führte eine Mitarbeiterin der Gedenkstätte die Gruppe über das Gelände des ehemaligen Lagers. Es wurde am 2. August 1940 als Außenstelle des Konzentrationslagers Sachsenhausen eingerichtet.
Ab dem 1. Mai 1941 stand das KZ Groß Rosen unter eigener Verwaltung. Die Häftlinge wurden größtenteils in den nahe gelegenen Steinbrüchen zum Granitabbau eingesetzt. Anfang 1945 wurde das Lager geräumt, die Gefangenen deportiert oder auf Todesmärsche geschickt.
Zurück in Görlitz bestand die Möglichkeit, an einer Führung durch das Schlesische Museum zu Görlitz teilzunehmen, die von dem größten Teil der Reisegruppe genutzt wurde.

 

Die historischen Ansichten Schlesiens und die Erschließung der Sammlung Haselbach im Internet

Unter dem Titel „Bilder des zehnfach interessanten Landes“ berichtete die Kulturpolitische Korrespondenz 1236 über die rd. 4000 Schlesien-Ansichten umfassende Sammlung des ehemaligen Brauereibesitzers Albrecht Haselbach aus Namslau, von der eine Auswahl nun nach Ausstellungen in Görlitz und Regensburg in Kattowitz, Breslau und Marburg gezeigt wird. Doch nicht nur in den Ausstellungen sind die historischen Ansichten der Öffentlichkeit zugänglich. Die gesamte Sammlung wurde nach der Digitalisierung durch das Herder-Institut auch ins Internet gestellt. So können die rd. 4000 Ansichten unter  www.herder-institut.de jederzeit betrachtet werden. Gibt man z.B. Breslau ein, so werden 300 Ansichten wiedergegeben, oder unter dem  Künstlernamen Friedrich Bernhard Werner 292 Ansichten.
Zu der Digitalisierung erschien auch ein Begleitbuch unter dem Titel „Zeit-Reisen. Historische Ansichten aus der Graphiksammlung Haselbach“. Dieser Begleitband bringt nicht nur Aufsätze wie zur Person Albrecht Haselbach ( Diana Codogni-Łańcucka), zur Geschichte Schlesiens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Arno Herzig) oder über die künstlerische Darstellungsweise dieser Zeit (Johanna Brade), sondern Schwerpunkt ist ein Überblick über die Ansichten Schlesiens von 1493 bis Ende des 19. Jahrhunderts (Angelika Marsch). Dabei weist die Verfasserin, der durch ihre Spezialisierung auf historische Ansichten Schlesiens an dreißig entsprechende Sammlungen bekannt sind, in der Einleitung auf die wichtigsten Sammlungen schlesischer Ansichten in der Bundesrepublik hin. In diesem Zusammenhang gibt sie als Ergebnis ihrer Recherchen an, dass über 12.000 historische Ansichten Schlesiens im Besitz der Öffentlichkeit sind. Nach der Sammlung Haselbach hat vor allem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin (Staatsbibliothek, Kupferstichkabinett, Geheimes Staatsarchiv) den umfangreichsten Bestand dieser einst zu Preußen gehörenden Provinz.
Mit der Entdeckung der Landschaft in der Zeit der Romantik war das Riesengebirge mit dem Hirschberger Tal zum begehrtesten Reiseland nördlich der Alpen geworden. Nicht nur die Preußenkönige errichteten hier ihre Sommerresidenzen, auch zahlreiche Künstler wie Caspar David Friedrich und Ludwig Richter suchten diese Gegend auf. Damit entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Flut an Souvenirgraphiken, wie sie uns für keine andere Region überliefert ist. Das bestätigt im Begleitbuch neben den zahlreichen Abbildungen auch das Künstlerverzeichnis, die über hundert Titel umfassende Bibliographie zur Geschichte der Ansichten Schlesiens und vor allem die achtzig Titel von Ansichtenserien und illustrierten Büchern.
Es waren nicht nur die Landschaftsdarstellungen, die Schlesien im 19. Jahrhundert weit über seine Grenzen hinaus bekannt machten. Es waren ebenso die frühen Ansichten der Bergbauindustrie Oberschlesiens, die die Magnaten bei den Bildverlegern in Schmiedeberg in Auftrag gaben, und die uns durch die Sammlung Haselbach mit überliefert sind.
Ohne Zweifel stellt das vom Herder-Institut Marburg mit dem Schlesischen Museum Görlitz, dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg und dem Architekturmuseum Breslau durchgeführte Projekt der Digitalisierung der Sammlung Haselbach mit dem dazugehörigen Begleitbuch einen wesentlichen Beitrag zur Kulturgeschichte Schlesiens dar. Von der Digitalisierung der Ansichten und die Zweisprachigkeit (deutsch/polnisch) des Begleitbuches profitieren nicht nur die polnische Denkmalpflege sowie Museen, Archive und Forschungseinrichtungen, sondern damit  kann auch der jetzigen Bevölkerung Schlesiens die Geschichte dieses Landes näher gebracht werden, sodass das Bewusstsein an dem gemeinsamen kulturellen Erbe erhalten bleibt.

Zeit-Reisen. Historische Ansichten aus der Sammlung Haselbach, 320 Seiten 209 Abbildungen. Verlag Herder-Institut, Marburg, Marburg 2007. 25 €.
zu beziehen über das Herder-Institut, Gisonenweg 5-7 – 35037 Marburg.

Dr. Angelika Marsch

 

European Voluntary Service in "EDITH STEIN HOUSE -Center for Intercultural Dialogue" in Wroclaw/Breslau 15.09.2007 - 14.09.2008

Profile of the organisation:
Towarzystwo im. Edyty Stein (Edith Stein Society, ESS) in Wroclaw ( www.wroclaw.pl < http://www.wroclaw.pl/> ) is a non-profit, non- governmental organisation, wich has been established in December 1989, when the political situation in Poland finally allowed to form this kind of associations.
ESS is organizing and participating in various activities aiming at international, interconfessional and intercultural dialogue,
especially:
- Polish-German reconciliation,
- Christian-Jewish dialogue and
- Civic education.
Since its beginning in 1989 the ESS has been organizing projects in international youth exchange, workshops, language-courses, lectures and seminars on different topics, exhibitions, etc. Moreover, since 1997 ESS has got its own Website which is informing about all activities  www.edytastein.org.pl < http://www.edytastein.org.pl/>
The target groups of our activities are mostly young persons but also persons of every age who are interested in our main issues - Edith Stein, german-polish and christian-jewish topics. Our target groups live in Wroclaw itself as well as all over Poland, Germany (especially during german-polish "Tandem" language courses in spring and summer break). But we also attract participants from other countries like Israel or Ukraine (youth-exchange, workcamps, meetings for two weeks in summer break). In the future we want to attract more young persons from Wroclaw, especially from the residential surrounding of the EDITH STEIN HOUSE.
We host EVS-volunteers regularly since 2001 and we made positive experiences during this cooperation, which we always defined as an active exchange of visions and knowledge. The volunteers are hosted in guest rooms in EDITH STEIN HOUSE in a live-in-community with other international volunteers and young persons from Poland and Europe. Therefore the presence of the volunteers means a big gain for ESH as a place of meeting and exchange. Up to now, we made very positive experiences with hosting volunteers and want to proceed in the future.

Proposed activities for EVS volunteers:
A volunteer is supossed to take a part in various activities of the Edith Stein Society (ESS), especially in the work of the for cultural programmes' department.
Our offer to volunteers is a wide range of experiences and contacts, which we like to share with them (transfer of know-how).Volunteers will learn a lot about organisation of cultural and youth exchange projects as well as they will be integrated in many other activities of EDITH STEIN HOUSE. The role of international volunteers in ESS is mainly defined by the competences and the motivation of the volunteer.
We will be warmely welcoming the new volunteer. The ESH-team will support the volunteer with practical information about free time opportunities in Wroclaw, contacts to other volunteers and young persons .
In the last years volunteers were responsible for the following tasks, which are related to the regular ESS work, e.g. promoting the attitude of intercultural co-operation, dialogue and reconciliation:
- guiding groups through the Edith Stein House, the permanent exhibition about Edith Stein or other exhibitions,
- giving interactive language courses for children (being native speaker is their best competence),
- caring for the newly established library in ESH together with the team of ESH,
- organisation of regular events in the basement-rooms of ESH (piwnica kulturalna/ "cultural cellar"), in this case we are very opened for own ideas and creativity of the volunteers
- close cooperation with manager of cultural programmes' department during organisation of other cultural and youth exchange projects concerning our main topics (international, intercultural and interconfessional dialogue and comprehension; minimising stereotypes and prejudices as well as promoting the ideas of tolerance and acceptance);
- active participation during team-meetings of ESH, conferences, seminars etc. held in ESH;
- according to their competences volunteers also can take care for technical equipment and the website of ESH;
- volunteers should use the provided possibilities to show their personal and individual engagement as a european volunteer, which also means the he/she should promote awareness of the sourrounding for the EU "Youth"-programme by its own projects
The day of a volunteer will include work in the ESH, language training (courses, meeting with "tandem"-partners), evaluation and feedback with the mentor/team and free time, of course.
In the philosophy of ESS and ESH, intercultural exchange and mutual learning play a very important role. Hosting young international volunteers means a big gain for both, ESH as host organization and the volunteer. The activities of ESS/ESH comprehend many fields which are very interesting for young persons in the volunteering sphere. Up to now, we made very positive experiences with volunteers and want to proceed in the future.

Volunteer profiles and recruitment process:
We would like to welcome an open-minded person with positive thinking and a sense of humour. The volunteer should also be awaiting new contacts and experiences, be curious to learn more about different cultures and languages.
The volunteer should also have talents in organization and be interested in getting in contact with very different people.
Language skills are of course important for an EVS-volunteer, especially English. Basic Polish language skills could be very helpful for beginning a stay in Wroclaw

Contact: Ulrike Poetzsch, 0048 (0) 71 78 33 619  ulrike.poetzsch(at)edytastein.org.pl
 http://ec.europa.eu/youth/program/sos/hei/hei_en.cfm - 2007-PL-03 (Poland, Wroclaw)

 

9. Deutsch-Polnischer Tandem-Sprachkurs in Breslau/Wroclaw

Die Edith Stein Gesellschaft in Breslau organisiert in Zusammenarbeit mit BKJ e.V. mit Sitz in Remscheid vom 18. August bis 1. September den 9. Intensivtandemsprachkurs in Polnisch (für Deutsche) und in Deutsch (für Polen) in Breslau/Wroclaw, der sich an Multiplikatoren des deutsch-polnischen Jugend- und Studentenaustausches richtet.
Der Unterricht wird durch qualifizierte Muttersprachler (Lehrer für Polnisch, Deutsch bzw. Deutsch als Fremdsprache) in Gruppen von etwa 10 Personen in zwei Stufen (fortgeschrittene Anfänger und Mittelstufe) erteilt. An den Vormittagen läuft der Unterricht in den Kleingruppen ab und an den Nachmittagen treffen sich die Teilnehmer in gemischten Paaren zu animierten Sprachtandems.
Der Sprachkurs wird durch ein Rahmenprogramm abgerundet: einen zweitägigen Ausflug, eine Stadtführung, kulturelle Veranstaltungen und Erfahrungsaustausch für Multiplikatoren der deutsch-polnischen Jugendarbeit.
Der Teilnehmerbeitrag betr„gt für deutsche Teilnehmer 195 Euro, für polnische Teilnehmer 350 PLN. Im Teilnehmerbeitrag sind die Kosten für den Sprachunterricht, alle Materialien, Unterkunft (Doppelzimmer und Dreibettzimmer im Studentenwohnheim), Verpflegung, Rahmenprogramm, sowie Versicherungen enthalten.
Interessierte sollten ein Bewerbungsschreiben bis zum 30. Juni 2007an  tandemowy(at)edytastein.org.pl schicken, das folgende Angaben beinhaltet:
* Lebenslauf
* Sprachkenntnisse (Wie lange lernst Du schon Polnisch/Deutsch? Wie viel kannst Du sagen? Wie viel kannst Du verstehen?)
* Deine Erfahrungen im Bereich der deutsch-polnischen Jugend- und/oder Studentenarbeit (Was hast Du bisher gemacht? Was machst Du zur Zeit? Was planst Du für die Zukunft?)
Die Bewerbung kann in deutscher oder polnischer Sprache verfasst werden.
Wichtig: Dieser Kurs richtet sich nicht an "blutige" Anfänger. Ein paar Vorkenntnisse sind dringend erforderlich, um auch in der Gruppe fortgeschrittene Anfänger ein ungefähr gleiches Niveau zu wahren. Seid also bei den Angaben über Eure Sprachkenntnisse ehrlich.Der Sprachkurs wird aus Mitteln des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes gefördert.

Anmeldung und weitere Informationen:
Edith Stein Gesellschaft
EDITH STEIN HAUS
ul. Nowowiejska 38
PL 50-315 Wroclaw
Tel/Fax: +48 (0) 71 78 33 619
Email:  tandemowy(at)edytastein.org.pl

 

Wachgeküßt – DVD über die Geschichte von Schloss und Gut Lomnitz im Hirschberger Tal erschienen

Die bis heute fast unglaublich wirkende Entwicklung der Ruine von Schloss Lomnitz zu einem lebendigen deutsch-polnisches Kulturzentrum haben viele Mitglieder des VSK in den vergangenen Jahren miterleben können. Nun ist die wechselvolle Geschichte des Schlosses von der Stiftung Dominium Lomnitz und dem VSK in einer multimedialen Präsentation mit Text, Musik sowie mit bewegten und bewegenden Bildern festgehalten worden.
Die Geschichte beginnt mit der Entstehung der kleinen Burg Lomnitz, der Familie von Zedlitz, benennt den Wechsel der Besitzer im Laufe der Jahrhunderte, die Umbauten, die zur Entstehung des barocken Großen Schlosses und des klassizistischen Witwenschlosses führten sowie die Entwicklung des Dominium Lomnitz im Besitz der Familie von Küster bis zum Jahr 1945 und die spätere Nutzung als landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Im Zentrum stehen der Darstellung steht die Erweckung des Schlosses aus dem Dornröschenschlaf in den Jahren nach 1991 und die großen Pläne für die Zukunft.
Der 45minütige Film kann wahlweise in deutscher und polnischer Sprache auf allen üblichen DVD-Playern sowie auf dem C abgespielt werden. Die DVD kann im Schloss Lomnitz sowie über den VSK (z.Hd. Herrn Heinrich Dhom, Holzrothweg 2, 83083 Riedering, Telefax: 08036.306730 oder Email dhomvsk@online.de) bezogen werden.
Preis: 9,80 Euro + Versandkosten € 2,50
Sie können auch den Rechnungsbetrag in Höhe von € 12,30 unter Angabe Ihrer genauen Anschrift direkt auf das Konto des VSK :
Nr.: 15004163
Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien BLZ 850 501 00
Verwendungszweck : DVD
überweisen. Wir senden Ihnen dann die DVD unverzüglich zu

 

Einladung zur Teilnahme an der 3. Auflage an der Deutsch-Polnischen Journalismus-Akademie "Medien in Deutschland und Polen gegenüber Europa" (Gleiwitz/Gliwice-Kattowitz/Katowice-Oppeln/Opole-Krakau/Kraków, 23.09.-28.09.2007)

Die Deutsch-Polnische Journalismus-Akademie ist ein sechstägiger Workshop, der sich an junge angehende Journalistinnen und Journalisten richtet, Studierende der Journalistik und alle, die sich für die Magie der Medienwelt wie auch für die deutsch-polnischen Beziehungen und Zusammenarbeit der beiden Nachbarländer in und für Europa interessieren. Die Begegnung der jungen Leute aus Deutschland und Polen bietet eine gute Gelegenheit dazu, einen nicht alltäglichen Blick auf den Journalismus zu werfen.
Vorträge und Diskussionen mit bedeutenden MedienexpertInnen und KorrespondentInnen über ihre medienpolitische und gesellschaftliche Rolle beim Aufbau der Beziehungen zwischen den Ländern und zwischen den Bürgern wie auch über die Rolle der Medien bei der Gestaltung der deutsch-polnischen Beziehungen in Europa werden sich mit Workshops abwechseln. Durch eine aktive Teilnahme an Seminaren und Workshops, welche von ExpertInnen aus deutschen und polnischen Medien geleitet werden, werden die jungen Leute mit vielen Aspekten des Berufs des Journalisten vertraut gemacht und qualifiziert. Im Rahmen des sechstägigen Workshops werden vor allem die Themen der objektiven Darstellung der EU-bezogenen Themenbereiche, die Gestaltung der Medien-Realität und Rolle der Medien bei der Gestaltung der deutsch- polnischen Beziehungen im europäischen Kontext behandelt. Dadurch wird es ermöglicht, Einblick in das Insiderwissen des Journalistenberufs zu bekommen - eines Berufs, der Leidenschaft, Lebensart oder sogar Berufung zu einer besonderen Haltung gegenüber Politik, Wissenschaft und Kultur verinnerlicht.
Als ExpertInnen werden u.a.: Basil Kerski, Magazin DIALOG, Frank Herold, Berliner Zeitung, Dr. Gerhard Gnauck, Die Welt, Piotr Jendroszczyk, Rzeczpospolita, Michał Smolorz, Publizist, Urszula Makselon, Freelancer und Cornelius Ochmann, Politologe, eingeladen.
Teil des Programms der Akademie wird in Redaktionen, Radio- und Fernsehanstalten in den Medien in Schlesien und in Kleinpolen (Krakau) realisiert. Geplant sind vor allem praxisorientierte Besuche beim Radio RMF FM, Gazeta Wyborcza und Radio Katowice. Die Akademie wird in zwei Themen-Blöcke aufgeteilt sein:
"Journalistisches ABC" - dieser Teil wird vor allem m Sitz des Hauses der Deutsch- Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Gliwice stattfinden, wo die TeilnehmerInnen an einer Vortragsreihe sowie Workshops teilnehmen werden, die sich dem Journalismus-Insiderwissen und der Rolle der Medien in den deutsch-polnischen Beziehungen mit Blick auf den europäischen Kontext widmen werden. Dieser Teil ermöglicht den TeilnehmerInnen Diskussion und Meinungsaustausch mit bedeutenden deutschen und polnischen EU-ExpertInnen im Bereich Medien, Politik und Wissenschaft.
"Journalismus in der Praxis" umfasst Besuche in den bekannten Redaktionen, Radio- und Fernsehanstalten in Oberschlesien und Krakau und wird eine gute Gelegenheit dazu bieten, die Medienarbeit als Insider kennen zu lernen und mit einzelnen ExpertInnen und MitarbeiterInnen an ihren Arbeitsplätzen ins Gespräch zu kommen. An der Akademie nehmen junge Leute im Alter von 19 bis 26 Jahren aus Deutschland (10 Personen) und Polen (10 Personen) teil. Die Teilnahme an der Akademie ist kostenlos (Unterkunft in Doppelzimmer, Verpflegung, Reisekostenzuschuss oder -rückerstattung). Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist jedoch begrenzt. Voraussetzung für die Teilnahme an der Akademie ist die Verfassung eines Essays, einer Reportage oder eines Artikels zum Thema "Deutsche und Polen - gemeinsam für die Zukunft Europas" auf deutsch oder polnisch (max. 6000 Zeichen).
Wir bitten, den Text möglichst umgehend an das Haus der Deutsch- Polnischen Zusammenarbeit per Email oder Post zu übersenden (Einsendeschluss 13. Juli 2007).

Anmeldungen:
Marzena Karch
Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit
ul. Rybnicka 27
PL 44-100 Gliwice
Tel.: (48 32) 232-49- 02
Fax: (48 32) 232-49-01
Email:  marzena.karch(at)haus.pl

Eine Jury, bestehend aus Medien-Experten und Veranstaltern, wird am 15. August d. J. nach der Auswertung über das Ergebnis informieren. Ausführliche Informationen zum Programm der Akademie entnehmen Sie bald unserer Homepage  www.haus.pl und  www.mediahaus.pl
Dieses Projekt wird unterstützt durch die Stiftung für deutsch- polnische Zusammenarbeit, die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Stadt Gleiwitz/Gliwice. Zusammenarbeit bei der Durchführung der Rekrutierung in Deutschland: Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e.V.

 

 

Der oberschlesischer Tacitus

Die Geschichte Mitteleuropas blieb jahrzehntelang eine Domäne der Scharlatane, die zu jeder auch so ausgefallenen intelektuellen Akrobatik fähig waren um nur ihren Standpunkte zu stützen, die jeweilige politische Ansprüche belegen sollten. Zu den heißesten histographischen Schlachtfeldern gehörte Oberschlesien, dessen Reichtümer nicht nur die Aktivitäten der Politiker, sondern auch ihnen ergebenen oder ideologisierten Historiker inspirierten. Umso mehr sollte man andere, souveräne Überzeugunge, die frei von nationalen Vorurteilen sind, anerkennen. Jene Überlegungen bewegten die Ideengeber und die Schlesische Autonomiebewegung den Pfarrer-Augustin-Wetzel-Preis „Der oberschlesische Tacitus” zu verleihen.
Pfarrer Augustin Weltzel, der als Vater der oberschlesischen Geschichtsschreibung gilt (darum die Bezeichnung: „Der oberschlesischer Tacitus“), personifiziert eben die Werte, die uns nahe sind; Offenheit, Huldigung der Vielfältigkeit, Ehrlichkeit sowie Zurückhaltung in Beurteilungen. Der über mehrere Jahre in der Gemeinde Tworkau bei Ratibor arbeitende Pfarrer Augustin Weltzel überließ ein Werk, auf das von nachkommenden Generationen der Forscher und Liebhabern der oberschlesischen Geschichte weiterhin zurückgegriffen wird. Seine Publikationen sind einerseits auf einem großen fotografischen Material gestützt, dessen Quellen heute oft schon nicht mehr vorhanden und andererseits befreit vom nationalen deformierenden Blickpunkt sind, der bei vielen Historikern des 20. Jahrhunderts zu beobachten ist.
Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: Forscher der Geschichte Oberschlesiens und derer Verbreiter.
Vergeben wird er von einem aus Wissenschaftlern der Universitäten Kattowitz und Oppeln bestehenden Gremium. Jedes Jahr wird in jeder der Kategorien ausgezeichnete Person oder auch Institution eine Statuette des Oberschlesischen Tacitus, überreicht. Die Statuette wurde von dem Bildhauer Augustyn Dyrda entworfen und spiegelt eine in antikem Kleid und Umrissen der Muse der Geschichtsschreibung Klio mit Gesichtszügen des Pfarrers Augustin Weltzel Gestalt wieder.
Die ersten Preisträgern wurden Frau Ewa Chojecka, Professorin der Kulturgeschichte und Herr Henryk Waniek, Maler und Schriftsteller, für seinen Roman „Finis Silesiae“. Der Stifter der Statuetten im Jahre 2007 ist Herr Leon Swaczyna aus Ruda, Mitglied des Vorstandes der Schlesischen Autonomiebewegung.

Pfarrer Augustin Weltzel
Augustin Weltzel kam zu Welt am 9. April 1817 in Jeltsch. Da es in seinem Geburtsort nur eine protestantische Kirche gab, wurde er in der katholischen Gemeinde Meleschwitz getauft. Sein Vater stammte aus Dambrau bei Oppeln und arbeitete bei Graf Saurma-Jeltsch, seine Mutter Susanne war Tochter eines Musikers aus Rosenberg. Für seine Eltern hatte seine Ausbildung eine sehr große Bedeutung. Nach der Beendigung der Dorfschule besuchte er das St.-Matthias-Gymnasium in Breslau und 1842 beendete er das Theologiestudium an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Breslau. Am 8. Mai dieses Jahres empfing er auch priesterliche Weihe aus der Hand des damaligen Bischofs von Breslau Daniel Latussek. Seine erste Station als Priester führte ihn nach Stettin. Im Jahre 1857 jedoch kam er nach Oberschlesien, woher auch seine Eltern stammten. Er wurde Pfarrer von Tworkau bei Ratibor. Dort gab er sich seiner größten Leidenschaft – dem Studium über die Geschichte der Region hin. Er begann Artikel über die Geschichten schlesischer Städte zu schreiben, die sich mit der Zeit in ernste wissenschaftliche Publikationen verwandelt hatten. Das Forschen über die Informationsquellen und das Verknüpfen von Kontakten wurden durch die Beherrschung sowohl der deutschen Sprache und des Latein als auch aufgrund Kenntnisse der tschechischen und polnischen Sprache erleichtert. Man scherzte, dass das Postamt in Tworkau wurde nur dafür geöffnet, um den Geistlichen - Chronisten das Material von seinesgleichen aus der ganzen Region zuzustellen. Weltzel war auch der Politik zugewandt und in den Jahren 1863-1866 war er im Reichstag der Gesandte der Partei Zentrum. Vom preußischen König empfing er den Roten-Adler-Orden. Weltzel überließ Monographien von Ratibor, Cosel, Neustadt O.S., Guttentag und Sohrau O.S. sowie viele Publikationen über Geschichte anderer oberschlesischen Orte. Augustin Weltzel starb am 4. November 1897. Im Jahre 2007 feiern wir seinen 190. Geburtstag, 110. Todestag, 150 Jahre seit der Übernahme der katholischen Gemeinde in Tworkau und 165. Jahr seit seiner priesterlichen Weihe.

Ewa Chojecka
Ewa Chojecka, geb. am 13. April 1933 in Bielitz (Bielsko) gilt als Synonym der oberschlesischen Kulturgeschichte. Diese Stellung erwarb sie nicht nur aufgrund die zahlreichen Veröffentlichungen, ihr Engagement in der Arbeit bei internationalen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen, sondern auch durch ihren Anteil bei der Entstehung des Kunsthistorischen Institutes an der Schlesischen Universität Kattowitz im Jahre 1978. Bis dahin arbeitete Frau Professor Ewa Chojecka an der Jagiellonen Universität Krakau.
Dort führte sie die Forschung über Buchillustrationen und Grafik im späten Mittelalter und in der Renaissance. Dort habilirierte sie auch im Jahre 1969. In den 80er Jahren verschob sie den Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf den Bereich Kunst in Oberschlesien in 19. und 20. Jahrhundert. 1987 erschien ihr Buch „Architektur und Urbanität in Bielitz und Biala in den Jahren 1855-1939“, das ein neues Kapitel der Forschung über Kunst der Region eröffnete, in dem auch Frau Chojecka immer wieder ein Zeichen setzte. Dazu gehören Publikationen über das Meisterwerk zwischen den Weltkriegen entstandener sakraler Architektur der St.-Joseph-Kirche in Hindenburg von Dominikus Böhm sowie „Kunst in Oberschlesien vom Mittelalter bis Ende des 20. Jahrhundert“. Für die letztgenannte Arbeit, die auch die erste regionale Synthese der Kunstgeschichte in Polen ist, hat das Gremium Frau Prof. Chojecka die Statuette des „Oberschlesischen Tacitus 2007“ zuerkannt.

Henryk Waniek
Geboren am 4. März 1942 in Auschwitz (Oswięcim) und durch den größten Teil seines Lebens mit Kattowitz verbunden ist eine äußerst vielseitige Gestalt. Zum Umfang seiner schöpferischen Interessen gehören Kunstmalerei, Grafik, Buchillustration, Bühnengestaltung, Essayistik, Journalistik und Autor von Romanen. Er beendete die Kattowitzer Abteilung der Krakauer Kunstakademie. Zusammen mit Urszula Broll, Antoni Halor, Zygmunt Stuchlik und Andrzej Urbanowicz begründete er die Gruppe Oneiron, die sich aktiv in den Jahren 1967-1978 als erste in Polen tiefer mit dem Zen-Buddhismus beschäftigte. In seinen literarischen Arbeiten schöpft er aus den seelischen Wurzeln Schlesiens, die für ihn eine unerschöpfte Quelle der Inspiration wurde. In den Essaybändern: „Hermes in den Schlesischen Bergen“ (1994), „Eine Beschreibung einer mystischen Reise von Auschwitz nach Görlitz“ (1996), „Pythagoras auf Gras“ (1997), „Ein anderer Hermes“ (2001) deckt er Beziehungen zwischen der Landschaft und den Menschen auf. In dem letzten Essay schreibt der Autor: „Ein Spiel – falls es das richtige Wort ist  – könnte  wie folgt aussehen: Wir nehmen in die Hand einen Bleistift und legen die Karte Niederschlesiens vor uns. Dann machen wir die Augen zu und machen blind mit dem Bleistift einen zufälligen Punkt auf der Karte. Wir lesen den Namen des angezeigten Ortes oder seiner Umgebung und schreiben darüber einen Essay. Ich garantiere, dass egal wo die Bleistiftspitze landet, wir werden dort unermessliche Mengen an Themen finden“. Im Jahre 2003 erschien sein Roman „Finis Silesiae“, der für den polnischen Literaturpreis „Nike“ nominiert wurde. Als Grundlage für den Roman diente das Album „Die schlesische Landschaft“ aus dem Jahre 1940. Es ist die Geschichte eines Gleiwitzer Fotografen und seines Models, die in den 30. Jahren des XX. Jahrhundert durch Schlesien reisen und den Leser in ungewöhnliches Klima der Region führen. Aufgrund des sprachlichen Reichtums stellt es ein Beispiel einer ausgezeichneten Popularisierung der Geschichte eines Landstrichs dar.

Das Gremium des Preises
Im Jahre 2007 bestand das Gremium bei der Vergabe des Preises des Pfarrers Augustin Weltzel „Der oberchlesischer Tacitus“ aus folgenden Personen: Prof. Dr. Ryszard Kaczmarek (Vorsitzender und Historiker an der Schlesischen Universität in Kattowitz), Prof. Dr. Joanna Rostropowicz (klassische Philologin, Universität Oppeln),  Dr. Piotr Greiner (Historiker und Direktor des Staatlichen Archivs in Kattowitz), Dr. Norbert Honka (Historiker und Politikwissenschaftler von der Universität Oppeln), Dr. Tomasz Nawrocki (Soziologe und mehrjähriger Leiter des Regionalstudiums  an der Schlesischen Universität Kattowitz), Dr. Zbigniew Kadlubek (klassische Philologie, Schlesische Universität Kattowitz) und der Ideenstifter, Dr. Tomasz Slupik von der Schlesischen Universität Kattowitz, Delegierter des Vorstandes der Schlesischen Autonomiebewegung.

Piotr Dlugosz
Vizepräsident der Schlesischen Autonomiebewegung
 www.raslaska.org und  www.rasopole.org
Tel.: 0048 691 914 601