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Nautilus-Sauciere der Fa. C. Tielsch & Co., Altwasser, 1863-1895. Foto René Egmont Pech, Dresden, © Schlesisches Museum zu Görlitz 

Beste Qualität zu civilen Preisen – Schlesisches Porzellan seit 1820. Sonderausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz (27.10.2007-17.02.2008)

„Beste Qualität zu civilen Preisen“ war einer der selbstbewussten Werbesprüche, mit denen die schlesischen Fabriken Ende des 19. Jahrhunderts für ihre Produkte warben. Und in der Tat: Verstecken brauchten sie sich gegenüber ihren Mitbewerbern um die Gunst der adeligen und bürgerlichen Kunden in Deutschland nicht. Rund 50 Firmen produzierten zwischen 1820 und 1945 in Schlesien und stellten für die Porzellanfabriken in Sachsen, Thüringen und der Oberpfalz eine ernsthafte Konkurrenz dar. Ihre Blütezeit erlebte die Porzellanregion Schlesien von 1871 bis 1918. Im Jahre 1882 lagen die beiden einzigen Betriebe im Deutschen Reich mit über 1000 Mitarbeitern in Schlesien: die Firmen Carl Krister in Waldenburg und Carl Tielsch & Co. in Altwasser.
Die große Sonderausstellung gibt einen umfassenden Überblick über die Produktion der schlesischen Porzellanfabriken von 1820 bis in die Gegenwart. Dieser Bereich der Geschichte des europäischen Porzellans ist in der Fachwelt trotz der enormen Produktionszahlen und der wirtschaftlichen Bedeutung bisher vernachlässigt worden.
Die Anfänge waren recht bescheiden. Erst ab 1820 wurden in Schlesien Porzellanfabriken gegründet – ohne landesherrliche Privilegien, sondern in Privatinitiative von Kaufleuten, die sich ein gutes Geschäft versprachen. Ihnen folgten bald weitere Unternehmen, die rasch den Standard der etablierten deutschen Porzellanfabriken erreichten. Die Fabriken in Waldenburg, Altwasser, Tiefenfurt, Tillowitz, Freiwaldau und über 20 anderen Orten fanden ihre Absatzmärkte aber nicht nur in Schlesien und dem Deutschen Reich, sondern in großem Umfang auch in ganz Europa und Übersee. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges brach die schlesische Porzellanindustrie zusammen. Auch heute wird in Schlesien in mehreren Fabriken Porzellan hergestellt.
Vielfältige, ästhetisch ansprechende Porzellane vom Neu-Rokoko bis zum Art deco zeugen von der Leistungsfähigkeit der schlesischen Hersteller und werden in der Ausstellung zu sehen sein. Die Hintergründe ihres Erfolges verdeutlichen historische Ansichten der Fabrikgebäude, Dokumente, Verkaufskataloge und handgezeichnete Musterbüchern der Firmen Carl Krister in Altwasser, Carl Tielsch & Co. in Waldenburg und August Rappsilber in Königszelt.
Auf 400 m² sind die Porzellane auch in ihrem historischen Kontext erlebbar: auf einer festlich gedeckten Tafel, im Schaufenster eines Kolonialwarenhändlers in der Wetterau um 1930 oder zu Werbezwecken bei Verbrauchermessen. Erstmals präsentiert werden Porzellane aus bedeutenden Privatsammlungen und dem Besitz der Nachfahren von Fabrikanten. Leihgaben aus Polen ergänzen die umfangreiche Schau.
Mittels einer Computerpräsentation werden zusätzliche Materialien wie Firmenverzeichnisse, Musterbücher, Kataloge oder der Depotbestand des Schlesisches Museums zu Görlitz (darunter die Sammlung Eitel Tette, C.T.-Altwasser Porzellan) zu betrachten sein. Eine Begleitpublikation dokumentiert die Ausstellung und ihre Ergebnisse; ein vielfältiges Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene mit Führungen, Vorträgen und zwei Exkursionen nach Waldenburg/Wałbrzych sowie nach Freital und Meißen runden die Ausstellung ab.
Nach der Präsentation in Görlitz wird die Ausstellung in den Jahren 2008 und 2009 auch in anderen Museen in Deutschland, Polen und Tschechien gezeigt.

Eröffnung: Freitag, 26. Oktober 2007, 19 Uhr
Aktionstag „Rund um´s Porzellan“: 27. Oktober 2007, ab 12 Uhr

 

Die Bedeutung der Altranstädter Konvention für die Entwicklung der europäischen Toleranz. Festansprache von Prof. Dr. Norbert Conrads am 01.09.2007 auf Schloß Altranstädt

Vor 300 Jahren entzündete sich hier in Altranstädt eine hochpolitische Krise, an die wir heute um so bereitwilliger erinnern, da alles ein gutes Ende nahm. Für kurze Zeit war Altranstädt der archimedische Punkt des Reiches. Wer hier einen Hebel anzusetzen wußte, der konnte ganz Europa aus dem Gleichgewicht bringen. 

Um das zu verdeutlichen, muß in knappen Zügen geschildert werden, worum es ging. Ein gutes halbes Jahrhundert nach dem schrecklichsten aller Kriege, dem Dreißigjährigen Krieg, standen Deutschland und Europa erneut in einem militärischen Konflikt von großer Tragweite und ungewissem Ausgang. Schon vor Jahren waren an den Enden Europas Kriegsfeuer ausgebrochen und entwickelten sich von dort aus zu Flächenbränden. Sie konnten außer Kontrolle geraten, wenn sie sich in der Mitte Europas vereinten: Im Westen und Süden  tobte seit 1701 der Spanische Erbfolgekrieg, im Norden und Osten seit 1700 der sogenannte Nordische Krieg.

Sehr viel stand auf dem Spiel. In Spanien war 1701 der letzte Herrscher aus dem Hause Habsburg verstorben und hatte ein Reich hinterlassen, in dem die Sonne nicht unterging. Dieses Weltreich war von Madrid aus regiert worden, doch erstreckte es sich bis Amerika und Asien. Seit Jahren hatte Europa diesen Erbfall erwartet. Es hatte Versuche gegeben, sich frühzeitig zu verständigen. Doch als der Erbfall eintrat, obsiegte der dynastische Egoismus. Ludwig XIV. von Frankreich führte für seinen Enkel Philipp V. den Kampf gegen die Kaiser Leopold und Josef aus der deutschen Linie des Hauses Habsburg. Fast alle Staaten des westlichen Europa wurden in diesen Konflikt hineingezogen. Europa stand vor der Alternative, ob es am Ende dieses Krieges von einer europäischen Supermacht dominiert werden würde oder ob sich die politische Vernunft eines europäischen Gleichgewichtes durchsetzen ließe. Fragen, damals wie heute. 

Aus deutscher Sicht war es zunächst ein Reichskrieg. Neben Kaiser und Reich kämpften zahlreiche europäische Alliierte. Die Vielzahl der teilnehmenden Mächte führte zu einem Kampf an vielen Fronten, in Spanien, in Oberitalien, in Belgien, am Rhein und in Bayern. Es war damals, 1704, daß sich englische Marinesoldaten an der Südspitze Spaniens festsetzten, um das strategisch wichtige Gibraltar für England zu sichern, bis heute, wie man weiß.

An dem zweiten großen Konflikt der Zeit war Sachsen, oder besser sein Landesherr August (bekannt als August der Starke) ursächlich beteiligt. August war nicht nur Kurfürst von Sachsen, sondern seit einem Jahrzehnt (1697) auch noch König von Polen. Als solcher ließ er sich verleiten, das Fürstentum Livland zu überfallen, um es dem Königreich Polen einzuverleiben. Das Risiko schien gering, zumal er sich mit Zar Peter I. (dem späteren Großen) verbündet hatte. Und Schweden schien nicht sonderlich gefährlich, denn sein König Karl XII. war damals erst ganze 18 Jahre alt. Aber mit dem Ungestüm eines jugendlichen Draufgängers, das Karl XII. lebenslang behalten sollte, nahm der schwedische König diese Herausforderung an. Damit begann für mehr als zwei Jahrzehnte der Nordische Krieg.

Eigentlich war es üblich, daß Könige ihre Kriege von ihren Generälen führen ließen. Nicht aber Karl XII., der sein Schicksal mit dem seiner Truppen verband und damit später dem preußischen König Friedrich II. zum Vorbild wurde. Seitdem verfolgte Karl XII. den Urheber des Nordischen Krieges, König August von Sachsen-Polen, mit unerbittlicher Feindschaft. Und er übertrug diese Aversion auf alle, die ihm verbündet waren, vor allem auf Rußland. In Polen verlor König August 1704 seine polnische Krone, nur dachte er gar nicht daran, seinerseits abzudanken, zumal er sich bisher stets in sein sächsisches Stammland zurückziehen konnte. Wenn Karl XII. seinen Gegner entscheidend schlagen wollte, mußte er ihn in Sachsen selbst heimsuchen, und das geschah mit dem Feldzug des Jahres 1706. Hier im Schloß von Altranstädt wurde August von Sachsen von Karl XII. am 24. September 1706 zum Verzicht auf die polnische Krone gezwungen. Nicht auf Dauer, wie man weiß. Danach blieb der schwedische König mit seinen Truppen einfach hier. Diese Situation beunruhigte ganz Europa. Schon bildete sich um  die Person des jugendlichen Königs ein Mythos der Standfestigkeit und Unbesiegbarkeit. Er hatte bisher alle geschlagen, selbst den Zaren Peter und dessen gewaltiges Herr. Bald begann man, Karl XII. mit Alexander dem Großen zu vergleichen.

Mit der vollständigen Niederwerfung Sachsens und Polens schien Karl sein Kriegsziel erreicht zu haben. Wenn er sich jetzt mit seinen sieggewohnten Truppen in den noch immer schwankenden Spanischen Erbfolgekrieg stürzen wollte, so konnte das die Entscheidung dieses anderen parallelen Krieges bringen. Die Gesandten der europäischen Mächte umwarben daher den schwedischen König und gaben sich hier in Altranstädt die Klinke in die Hand. Auch Kaiser Josef I. fürchtete nichts mehr als ein schwedisches Eingreifen zugunsten Frankreichs. Die Frage war nur, wie man den reizbaren König bei Laune halten und zum baldigen Abzug bewegen konnte.

Karl XII. dürfte seine Zeit in Altranstädt mehr mit strategischen Planungen als mit dem Studium historischer Schriften verbracht haben. Erst spät, am 14. Juni 1707, unternahm er mit kleinem Gefolge einen Abstecher nach dem nahen Lützen, um den Kampfplatz kennenzulernen, an dem sein großer Vorgänger Gustav Adolf vor 75 Jahren den Tod fand. Wenn es ein Vorbild gab, an das Karl XII. anknüpfen konnte, dann war es dieser König Gustav Adolf, der im Dreißigjährigen Krieg deshalb so erfolgreich war, weil er seine schwedische Interessenpolitik mit einem glaubhaften Eintreten für den deutschen Protestantismus verbunden hatte. Als eine der Siegermächte des Dreißigjährigen Krieges behielt Schweden bis in die Zeiten Karls XII. das Recht, darüber zu wachen, ob der Westfälische Frieden von 1648 eingehalten werde.

Der Dreißigjährige Krieg gehörte zu den traumatischen Erfahrungen der deutschen Geschichte. Ihn zu beenden, war angesichts der zahllosen, einander ausschließenden Forderungen und Hoffnungen eine schier unlösbare Aufgabe. Jeder Frieden hat seinen Preis, nicht nur materiell, sondern auch ideell. Die Umsetzung seiner Beschlüsse konnte von den Betroffenen als schmerzlich, wenn nicht gar als neues Unrecht empfunden werden. Gleichwohl läßt sich die Leistung jener Staatsmänner, die nach jahrelangen Verhandlungen doch noch den Kompromiß des Westfälischen Friedens erzielt hatten, nicht hoch genug rühmen. Erst nach dem Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 begann eine nationalistisch geprägte Verunglimpfung des Westfälischen Friedens. Im Dritten Reich hielt man den Frieden von Münster und Osnabrück für einen Diktatfrieden à la Versailles. Und Hitler, der gern die Geschichte zur Illustrierung seiner Ziele bemühte, gab vor, mit seinem Krieg gegen Frankreich das französische System von 1648 zerschlagen zu wollen. Es bedurfte erst der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, um die friedensstiftende Tat des Westfälischen Friedens in neuem Lichte erscheinen zu lassen. Als sich drei Jahre nach Kriegsende, 1948, der Friedenskongreß zum 300. Male jährte, war die Neubesinnung allgemein. Seitdem wußte man die Leistung von 1648 und ihre europäische Verankerung wieder zu schätzen. Am eindrucksvollsten geschah es 1998, als die europäischen Staatsmänner nach Münster und Osnabrück kamen, um dieses Ereignisses zu gedenken. 1648 begann die gemeinsame Diplomatie Europas, eine Voraussetzung für die Einheit Europas von heute.

Die Welt des 17. Jahrhunderts, in der man bereit war, für seine evangelische oder katholische Glaubensüberzeugung in den Krieg zu ziehen, sein Leben zu lassen und dafür gefeiert wurde, mutet uns heute fremd, um nicht zu sagen, fundamentalistisch an. Der Dreißigjährige Krieg, wurde vielfach als Glaubenskrieg verstanden, auch wenn er am Ende zum bloßen Machtkampf verkam. Das Frustrationserlebnis, am Ende eines Krieges nichts gewonnen, sondern nur verloren zu haben, mußte für jeden, der um seines Glaubens willen gekämpft hatte, noch ernüchternder sein. Wer in einen Glaubenskrieg zog, tat es doch in der Überzeugung, für die einzig gerechte Sache einzutreten. Gott war auf seiner Seite und würde den Kampf mit einem Gottesurteil zugunsten der eigenen Religion entscheiden. Welche religiösen und philosophischen Konsequenzen mußte es haben, wenn dieser Kampf unentschieden endete oder gar verloren ging?

Am Beispiel des Nachbarlandes Schlesien läßt sich zeigen, welche Widersprüche 1648 gelöst wurden oder ungelöst bleiben mußten. Als politisches Gebilde war Schlesien für Österreich gerettet, alle Territorialansprüche anderer abgewiesen. Wie stand es aber mit der alle bewegenden Konfessionsfrage? Das Land gehörte dem katholischen Kaiser. Ginge es nach dem bekannten Rechtssatz des cujus regio ejus religio, dann hätte der Kaiser das ganze Land zur katholischen Religion zwingen können. Aber Schlesien war mehrheitlich eher lutherisch, einige der Stände Schlesiens hatten Gewohnheitsrechte oder Privilegien auf ihre Religionsfreiheit. Das betraf ganze Teilfürstentümer und die Landeshauptstadt Breslau. Keine andere Provinz des Habsburgerreiches wies eine vergleichbare konfessionelle Gemengelage auf. Die Konfliktlage zwischen dem Recht des Landesherrn auf Religionshoheit und dem individuellen Anspruch auf Gewissensfreiheit ließ sich nicht lösen. Es kam zu erzwungenen Kompromissen, die einerseits als Vergewaltigung der Gewissen empfunden wurden, andererseits als Wegweisungen einer zukünftigen Toleranz.

Der Frieden hatte dem Kaiser das Recht zur Schließung von 656 evangelischen Kirchen in Schlesien bestätigt, freilich nur in den ihm unmittelbar gehörenden Gebieten. Hingegen blieb in vier zentral gelegenen Fürstentümern und der Stadt Breslau das evangelische Bekenntnis geschützt. Für große Gebiete Schlesiens, die 1648 scheinbar endgültig zur lutherischen Diaspora wurden, blieb nur noch die Möglichkeit, weite Fahrten zu den erreichbaren lutherischen Kirche auf sich zu nehmen. So entstanden entlang der protestantischen Grenzen, auch an der Grenze zu Sachsen, die sogenannten Grenz- und Zufluchtskirchen. Hierhin brachte man die Kinder zur Taufe, hier ließ man sich ihm Glauben stärken. Das alles war bitter, gehörte aber zu den asymmetrischen Kompromissen, ohne die es keinen Frieden gegeben hätte.

Ganz am Schluß der Friedensverhandlungen hatten die Schlesier dank der solidarischen Unterstützung sächsischer Diplomaten noch ein außergewöhnliches Zugeständnis erreicht. In den Fürstentümern Schweidnitz, Jauer und Glogau wurden ihnen drei evangelische Kirchen zugestanden. Es waren die politisch wichtigsten Fürstentümer, die nach den Friedensbestimmungen rein katholisch werden sollten. Und ausgerechnet in den Hauptstädten dieser drei Fürstentümer kam es zu dieser Durchbrechung des flächendeckenden Konfessionszwanges. Das war mehr als eine Bresche in ein katholisches Staatsverständnis, es war ein völlig neues Modell zur Erprobung konfessioneller Toleranz. Daß die neuen drei Kirchen nur aus Fachwerk erbaut werden durften, war zwar diskriminierend, aber der Breslauer Festungsbaumeister, der sie entwarf, machte sie so stabil und weiträumig, daß Tausende darin Platz fanden. In ihrer Einzigartigkeit und Schönheit wurden die beiden erhaltenen Friedenskirchen von Schweidnitz und Jauer zu Recht 2001 in das Weltkulturerbe aufgenommen.

In den Jahrzehnten nach dem Westfälischen Frieden sollten sich die politischen Verhältnisse überall weiterentwickeln. Selbst in Sachsen blieb ja nicht alles so, wie es sich 1648 befand. Es war 1707 gerade zehn Jahre her, daß Kurfürst August aus politischem Kalkül zur katholischen Kirche übergetreten war und mit ihm ein Teil seines Dresdner Hofes. Auch in Schlesien gab es ohne Zutun des Kaisers gravierende Veränderungen. Drei der evangelischen Fürstentümer des Landes gehörten seit 1675 unmittelbar zu Habsburg. Damit hatten sich bestimmte Voraussetzungen der Friedensregelungen geändert. Mochte es für die Katholisierung mancher Kirchen noch rechtliche Begründungen geben, so waren andere konfessionelle Zwangsmaßnahmen willkürlich und menschenunwürdig. Die Konfessionsfrage wurde erneut zu einer innenpolitischen Zerreißprobe Schlesiens.

Als Karl XII. 1706 Schlesien durchquerte, um wider Erwarten in Sachsen zu bleiben, fühlten sich viele an die Zeiten Gustav Adolfs erinnert, ebenso daran, daß Schweden zu den Garantiemächten des Westfälischen Friedens gehörte. Niemand wußte mehr um diese Möglichkeit, als jene Protestanten, die unter den Folgen des Kompromisses von 1648 gelitten hatten oder deren Rechte seitdem noch weiter beschnitten worden waren. Vielleicht konnte Karl XII. mehr erreichen als alle Bittgesuche in Wien bewirkt hatten. Umgekehrt gab es sowohl bei Karl XII. als auch bei Kaiser Josef I. den politischen Wunsch, sich zu verständigen. Schlesien war strategisch schon deshalb wichtig, weil es zwischen Sachsen und Polen lag. Sowohl die sächsischen Heere als auch die schwedischen mußten es durchqueren. Wann immer das bisher geschah, waren alle bemüht, diese Verletzung der kaiserlichen Souveränität auf das unvermeidliche Minimum eines raschen Durchzuges zu reduzieren, so daß der Kaiser keine feindlichen Absichten unterstellen konnte. Eine unerträgliche Vorstellung wäre es gewesen, sollten die Schweden Sachsen verlassen, um sich dafür in Schlesien einzuquartieren, und sei es unter dem Vorwand, die Protestanten schützen zu wollen.  

Das war der politische Hintergrund der Verhandlungen im Sommer 1707 zwischen dem kaiserlichen Sondergesandten Johann Wenzel Graf Wratislaw und einigen Diplomaten in Leipzig, die bald in direkte schwedisch-kaiserliche Verhandlungen hier in Altranstädt übergingen. Am Ende stand die Altranstädter Konvention vom 1. September 1707, heute vor genau 300 Jahren. Das ganze war ein beispielhaftes Krisenmanagement, die Lösung eines Konfliktes, der in früheren Zeiten leicht zum Kriege geführt hätte. Das hatte sich verhindern lassen, folglich war auch kein Friedensvertrag vonnöten, sondern nur eine Konvention, wenn man so will, ein Ergänzungsvertrag zum Westfälischen Frieden von 1648. 

Als Karl XII. bei seinen Verhandlungen zuletzt die schlesische Karte ausspielte und ultimativ eine Wiedergutmachung für den schlesischen Protestantismus forderte, hatte er eigentlich nur ein moralisches Recht dazu. Der Westfälische Frieden erlaubte ihm lediglich eine Fürsprache unter Ausschluß jeder Gewaltanwendung und Feindseligkeit (exclusa omni violentia et hostilitate). Aber es war eine moralisch starke Position, der seine geballte Militärmacht Nachdruck verlieh. Auf kaiserlicher Seite wuchs die Einsicht, den Bogen überspannt zu haben. Viele Klagen hatten ihre Berechtigung. Dazu stand in Wien mit Kaiser Josef I. und seinen Ministern eine neue Regierung in der Verantwortung, welche im Geist der Frühaufklärung erzogen worden, reformbereit war und dabei auch in konfessionellen Dingen zu Zugeständnissen fähig. Der nach Altranstädt entsandte kaiserliche Minister Wratislaw gehörte dazu. Er empfahl eine rasche direkte Einigung mit den schlesischen Protestanten, damit man dem schwedischen König erst gar keinen Anlaß für einen Religionskrieg gebe. Auch sah er die möglichen konfessionellen Konfliktpunkte ganz nüchtern und ohne konfessionelle Verbissenheit. Lieber solle man den Protestanten einige Kirchen zurückgeben, als sich auf einen Krieg einzulassen. Leider wäre lange Zeit den kaiserlichen Behörden jeder juristische Vorwand recht gewesen, um protestantische Kirchen einzuziehen. Das sei sicher nicht im Sinne des Westfälischen Friedens gewesen. Manche Streitpunkte seien Bagatellen und ließen sich leicht ausräumen. Im übrigen, wäre es nicht besser an manchen Orten einen konfessionellen Wettbewerb zuzulassen, neben einer katholischen Kirche auch eine evangelische zu gestatten „sintemahlen“, und ich zitiere Wratislaw, „auf diese Arth durch gute Lehr und Exempl mehrer Lutherische zu dem catholischen Glauben werden können gezogen werden, als wan man sie durch Gewalt zu einer Emigration zwinget, oder per Desperationem (zu Deutsch: also aus Verzweiflung) Anlas gebe, das Universum über ein Hauffen zu werffen“.

Was für eine Kehrtwendung. Kaiser Ferdinand I. hatte noch die Reformation zu jedem Preis verhindern wollen. Als sein Wahlspruch galt. „Das Recht muß seinen Gang haben, und sollte die Welt darüber zugrunde gehen“. Hier aber empfahl der Minister dem Kaiser mehr Toleranz, damit die Welt eben nicht zugrunde gehe.

Der Nachweis dieser Einsicht und prinzipiellen Konzessionsbereitschaft des Wiener Hofes war die eine Seite. Die andere, gefährlichere Seite lag in der atmosphärischen Eskalation in Altranstädt, der Krisenstimmung, dem unberechenbaren Temperament des schwedischen Königs, von dem Wratislaw damals äußerte „Ich habe nicht zu thun mit einem räsonnablen, sondern recht mit einem wilden Menschen, um von einem gesalbten Haupte nicht mehr zu sagen“. Die Tage und Stunden bis zur Unterzeichnung der Konvention waren daher an Dramatik schwer zu überbieten. Der König spielte auf Risiko, ohne die Karten aufzudecken, wie hoch das Risiko wirklich sei. Ging es wirklich um Krieg oder Frieden? Wratislaw rechnete bis zuletzt mit allen Möglichkeiten. Als man am 1. September 1707 unterschrieb, fiel die ganze Drohkulisse in sich zusammen. Die Schweden und ihr König zogen ab, durchquerten Schlesien in wenigen Tagen und verschwanden am östlichen Horizont. Die Frage blieb, ob hier nur ein Spiel mit hohem Einsatz geführt worden war, ein Ablenkungsmanöver, ja eine Kriegslist der Schweden. Vielleicht, um von den eigentlichen Absichten ablenken, nämlich dem seit langer Hand vorbereiteten Feldzug gegen Rußland?  

Diese Fragen zu stellen, war hinterher müßig. Die Konvention war unterschrieben, unter erpresserischen Umständen zwar, aber zu Bedingungen, die dem Geist der Zeit entsprachen. Zumindest die weitsichtigeren Politiker Wiens konnten mit diesen Abstrichen am katholischen Primat leben. Im ersten Artikel der Altranstädter Konvention bestätigte Kaiser Josef I. die Bestimmungen des Westfälischen Friedens, sie sollten „ungehindert und ungekränkt verbleiben“ und „das, was im Widerspruch zum wahren Verstand des Osnabrückischen Friedensschlusses neuerdings anzutreffen oder eingeführt wurde, korrigiert werde[n]“. Der Westfälische Frieden von 1648 blieb der Maßstab der Altranstädter Konvention.

In den Tagen nach Unterzeichnung der Konvention erwies sich das schwedisch-kaiserliche Verhältnis bereits als so tragfähig, daß beide Seiten die restlichen Geschäfte einer Kommission übertrugen und sich für deren Abwicklung sechs Monate Zeit ließen. Eine Rückkehr der Schweden wurde mit der Zeit immer unwahrscheinlicher. Gleichwohl gibt es keinerlei Indiz dafür, daß man am Kaiserhof mit dem Gedanken gespielt hätte, die unter erpresserischen Umständen zustande gekommene Konvention zurückzunehmen. Wohl aber ließen die kommenden Monate erkennen, wieviel an internen Diskussionen zu führen war, um die Widerstände gegen die Konvention innerhalb des habsburgisch-katholischen Lagers abzubauen. Vor allem der Breslauer Bischof, der zugleich auch der weltliche Repräsentant des Kaisers in Schlesien war, wollte seine Hand nicht zur Umsetzung des Beschlossenen reichen. Er wußte sich an der Seite des Papstes, der doch tatsächlich den Kaiser schriftlich ob seiner Nachgiebigkeit gegenüber den Feinden seiner heiligen Religion getadelt hatte. Noch unglaublicher waren die italienischen Nebenwirkungen, wo es in Folge der Altranstädter Konvention zu militärischen Scharmützeln zwischen kaiserlichen und päpstlichen Truppen kam. Militärisch waren sie belanglos, aber sie zeigen die Schärfe des aufgebrochenen Gegensatzes. Etwas zugespitzt und mit einem Blick auf das Mittelalter hat man daher diese Gefechte im Kirchenstaat 1707 als den letzten Krieg zwischen Kaiser und Papst bezeichnet.

Das sollte freilich die gemischte Kommission in Schlesien nicht beeindrucken, die nun begann, das Erforderliche auszuhandeln und durchzuführen. Ihr gehörte der bisherige schwedische Gesandte in Wien, Henning Freiherr von Stralenheim, an. Er wurde für die schlesischen evangelischen Stände in den kommenden Monaten der wichtigste Ansprechpartner. Obwohl weitgehend auf sich allein gestellt, entwickelte der schwedische Gesandte in Breslau eine eigenständige Politik, so als stünde ihm das Drohpotential von Altranstädt noch immer zur Verfügung. Sein Verbündeter wurde die Öffentliche Meinung, deren Bedeutung er in Leipzig erkannt hatte, denn Leipzig war die Hauptstadt des deutschen Buchdrucks und Buchhandels. Bereits während der Altranstädter Verhandlungen waren die Möglichkeiten des Printmediums von evangelischer beziehungsweise schwedischer Seite zum Einsatz gekommen. Die verschiedentlich geäußerte Hoffnung des Wiener Hofes, man könne die Konzessionen geheim halten, um möglichst kein Aufsehen zu erregen, wurde dadurch von vornherein vereitelt. In Flugschriften und Zeitungen wurden die Denkschriften und Memoranden zur schlesischen Konfessionsfrage verbreitet. Das geschah nun auf Betreiben Stralenheims auch von Breslau aus. Fast alle Denkschriften, die zwischen ihm und den kaiserlichen Verhandlungspartnern ausgetauscht wurden, gelangten sehr zum Ärger der Kaiserlichen an die Öffentlichkeit. Aber im Unterschied zu den Flugschriftenkampagnen früherer Jahrzehnte, fehlte dabei die herabsetzende Polemik. Im Vordergrund stand die sachliche Information. Das war ein modernisierender Zug ganz im Sinne der Aufklärung. Man verständigte sich schließlich auf die Rückgabe von 125 Kirchen und Kapellen an die Protestanten und eine Reihe weiterer Zugeständnisse.

Dank des Rückhalts in der Öffentlichen Meinung konnte der schwedische Gesandte seine Verhandlungsposition festigen, obwohl die militärische Drohung hinfällig geworden war. Immerhin war der kaiserliche Nachrichtendienst recht gut informiert, mit welchen Schwierigkeiten der schwedische König auf seinem Rußlandzug zu tun hatte. Der Zar lockte das schwedische Heer immer tiefer ins Land, bis er ihm im Juli 1709 die vernichtende Niederlage von Poltawa zufügen konnte. Stralenheim aber gelang es, in einem riskanten Spiel zwischen unnachgiebigem Beharren, Mobilisierung der Öffentlichkeit, dem Ausloten weiterer Spielräume und gelegentlichem Einlenken, ein Optimum an Ergebnissen zu erreichen. Am Eindrucksvollsten war, daß er als Einzelner während der Breslauer Verhandlungen eine Zugabe erhandelte, die in der Konvention gar nicht vereinbart war.

Ihm stand die Sonderregelung des Westfälischen Friedens vor Augen, als ebenfalls nach Abschluß der eigentlichen Verhandlungen die drei Friedenskirchen hinzugegeben wurden. Und so unterschrieb er nicht eher das vom Kaiser gewünschte Abschlußdokument, ehe er nicht ebenfalls solche Toleranzkirchen erstritten hatte. Da man sich auf kein Recht berufen konnte, so blieb nur die Form eines kaiserlichen Gnadenerweises. Deshalb der Name Gnadenkirchen. Wichtiger war das Ergebnis: sechs zusätzliche Gnadenkirchen in den evangelischen Diasporagebieten, nämlich die Gnadenkirchen von Sagan und Freystadt im nördlichen, die von Hirschberg und Landeshut im westlichen Schlesien, ferner Militsch im östlichen Landesteil. Besonders exponiert und konfessionspolitisch folgenreich wurde die Gnadenkirche im oberschlesischen Teschen. Sie wurde später zur Keimzelle der modernen evangelischen Landeskirche von Österreich.

Stralenheim war über seinen Erfolg überglücklich. Dem schwedischen König berichtete er, früher habe man einen Dreißigjährigen Krieg führen müssen, um drei Friedenskirchen zu erstreiten, er, Stralenheim, aber habe durch bloße Verhandlungskunst gleich sechs evangelische Kirchen von gleicher Bedeutung erreicht. Es schmälert nicht die Leistung des Unterhändlers, wenn man darauf verweist, um wieviel höher die Bereitschaft des Wiener Hofes im Jahre 1708 stand, solches zu gewähren. In Wien hatte man intern längst ökonomische Kosten-Nutzen-Rechnungen angestellt, welche wirtschaftlichen Vorteile es dem Lande brächte, wenn man solche Toleranzkirchen in katholischen Gebieten erlaubte.

Noch ein weiterer Aspekt lag ganz im Bereich der heraufziehenden Aufklärung: die hohe Wertschätzung von Schule und Bildung. Nicht nur die sechs neuen Gnadenkirchen, sondern auch die drei älteren Friedenskirchen erhielten jetzt eigene evangelische Schulen. Mithin gewann der schlesische Protestantismus zu seinen bisherigen Schulen noch neun weitere große Schulen dazu, ein Zuwachs, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Hinzu kam noch eine Hochschule eigener Art, wie sie damals in vielen europäischen Ländern modern war. In Liegnitz wurde 1708 eine Ritterakademie errichtet. Das altertümliche Wort macht nicht sogleich deutlich, daß es sich um eine Art Eliteschule des schlesischen Adels mit einem modernen Bildungsprogramm handelte, in etwa vergleichbar den sächsischen Fürstenschulen.

Hier verständigten sich der Kaiser und der schlesische Adel miteinander auf eine paritätische Schulverfassung, deren ökumenische Haltung ihresgleichen sucht. Die Studierenden sollten „ohne Unterscheid der Religion“ aufgenommen werden, im Direktorat sollten sich die Konfessionen abwechseln, evangelische und katholische Professoren lehrten einvernehmlich nebeneinander, zwölf Stipendienplätze wurden im Verhältnis sieben zu fünf zwischen Protestanten und Katholiken geteilt. Die Akademie benötigte keinen Geistlichen, und Theologie stand erst gar nicht im Lehrplan. Um den konfessionellen Frieden zu gewährleisten, sollten Lehrer wie Akademisten „sich eines stillen, ehrbahren und gottesfürchtigen Wandels befleißigen … auch Sonn- und Feyertags die Kirche und den Gottesdienst, jeder nach seiner Religion, fleißig besuchen. Und sollen absonderlich die Gebete in der Academie also eingerichtet werden, daß solche von beyderley Religionen gebetet werden können“. Wenn das vielbemühte Wort von der Schlesischen Toleranz eines handgreiflichen Beweises bedurfte, hier ist er zu finden, und zwar lange ehe die Preußen in Schlesien einfielen und recht erfolgreich propagierten, erst mit ihnen habe die Toleranz in Schlesien Einzug gehalten.

Ich bin am Ende meiner Ausführungen. Die Altranstädter Konvention gehört von ihren auslösenden Faktoren her dem konfessionellen Zeitalter an. Sie war vom Inhalt und ihrer Rechtsgrundlage her ein Nachzügler des Westfälischen Friedens. Die Altranstädter Konvention stand aber dem Zeitalter der Religionskriege bereits so fern, wie sie dem Zeitalter der Aufklärung nahe war. Somit nahm sie eine Vermittlerfunktion zwischen beiden ein. Für diese Übergangszeit hat der Leipziger Historiker Eduard Winter den Begriff der Frühaufklärung vorgeschlagen, der die Sache gut charakterisiert. Für das konfessionelle Zeitalter waren noch die oktroyierten Regelungen des Konfessionszwanges kennzeichnend. Auch die Altranstädter Konvention war davon nicht ganz frei. Daneben aber enthielten die konfessionellen Regelungen bereits pragmatische Anpassungen an die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft, an die zukünftige Verfassung des bikonfessionellen oder konfessionsneutralen Staates. Noch war eine längere Wegstrecke auf dem Weg in die Moderne zurückzulegen, ehe das Gedankengut der Aufklärung selbstverständlich, ehe der Gedanke der Menschenrechte, einschließlich der Bekenntnisfreiheit, formuliert und durchgesetzt wurde. Für Deutschland brachte die Altranstädter Konvention einen erkennbaren Fortschritt in diese Richtung. Mit einer Reihe solcher Zwischenstufen hat unsere Gesellschaft den Weg aus den Zwängen des konfessionellen Absolutismus und der religiösen Fremdbestimmung gefunden. Das ist eine Errungenschaft, die uns heute, da uns der religiöse Fundamentalismus oder andere Formen der Intoleranz erneut als Bedrohung begegnen, noch kostbarer und schützenswerter erscheint. Das verpflichtet uns zum Dank an jene vorausschauenden Politiker von 1707 und zur Erinnerung an die Konvention von Altranstädt heute vor 300 Jahren. Vieles, was damals gewollt und erreicht wurde, wirkt bis heute fort.

Prof. Dr. Norbert Conrads, Stuttgart

 

 

Master of Arts „Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas“. Neuer Studiengang im Wintersemester 2007/2008 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder

An Deutschlands östlichster Hochschule treffen Dozenten und Studierende aus Deutschland, Polen, der Ukraine, Belarus und Russland sowie aus anderen Ländern Europas und der Welt zusammen, um interdisziplinär über Herausforderungen, Perspektiven und Probleme der Kultur und Geschichte Osteuropas in ihrem gesamteuropäischen Kontext zu streiten.

Europa vor Ort studieren
Das Einmalige an dem Masterstudiengang der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Viadrina ist, dass nicht nur Wissen über Mittel- und Osteuropa vermittelt wird, sondern, dass das Studium selbst in der Grenzregion zwischen Deutschland und Polen verankert ist. An Deutschlands östlichster Hochschule treffen Dozenten und Studierende aus Deutschland, Polen, der Ukraine, Belarus und Russland sowie aus anderen Ländern Europas und der Welt zusammen, um interdisziplinär über Herausforderungen, Perspektiven und Probleme der Kultur und Geschichte Osteuropas in ihrem gesamteuropäischen Kontext zu streiten. Die gewöhnlich kleine Seminargröße an der Viadrina ermöglicht eine intensive Betreuung durch die Dozenten und belebt den Kontakt zwischen den Studierenden. Ihnen stehen zwei Forschungsbibliotheken, jene der Viadrina und jene des Collegium Polonicum, zur Verfügung.

Innovation studieren
Die Lehre an der Viadrina ist gekennzeichnet durch verschiedene Ansätze der aktuellen historischen Osteuropaforschung sowie durch eine enge Zusammenarbeit weiterer, auf Osteuropa orientierter Professuren, die an der kulturwissenschaftlichen Fakultät erfolgreich miteinander kooperieren. Neben der deutschen und englischen Sprache sind Polnisch und Russisch für die wissenschaftliche Arbeit relevant. Studienvoraussetzung ist daher die Kenntnis des Polnischen oder Russischen. Vervollkommnung, Praxis und letztlich die Zertifizierung der Sprachkenntnisse werden durch fremdsprachliche Veranstaltungen sowie durch die enge Anbindung an das Sprachenzentrum der Viadrina realisiert.

Mehr erfahren
Über die Erfahrungen an der Europa-Universität hinaus haben die Studierenden die Möglichkeit, über ein Netzwerk mittel- und osteuropäischer Universitäten ein Semester im Ausland zu verbringen. Die dort erbrachten Leistungen werden nach den Kriterien des Bologna-Prozesses an der Viadrina anerkannt. Die während des Auslandssemesters gesammelten Erfahrungen können außerdem im Rahmen von Projektseminaren und im Kolloquium des Studiengangs an der Oder eingebracht werden.

Das Umfeld zählt
Wer sich auch außerhalb von Bibliothek und Seminarräumen zum Thema Mittel- und Osteuropa engagieren oder informieren möchte, trifft an der Viadrina schnell auf Gleichgesinnte. Ob bei Ausstellungen oder Vorträgen, Forschungsreisen, Publikationen, touristischen Projekten, ob im Rahmen des Osteuropa Kolloquiums oder bei den „Weißen Nächten an der Oder“ – eine Reihe von Initiativen der Studierenden und Dozenten mit Bezug zu Mittel- und Osteuropa sowie einschlägige Forschungsinstitute der Viadrina ermöglichen die Realisierung eigener Ideen und das Arbeiten in innovativen Zusammenhängen.

Zu diesen Institutionen gehören das Frankfurter Institut für Transformationsstudien (FIT), das Heinrich-von-Kleist-Institut für Literatur und Politik, das Karl-Dedecius-Archiv sowie Inititiaven wie Lahoda (Belarus), das Institut für angewandte Geschichte (europäische Grenzregionen) und Interstudies (Erasmus). Wer die Region auf eigene Faust erschließen oder sich vom Leben in Berlin inspirieren lassen will, kann das Semesterticket für Berlin und Brandenburg nutzen, oder auch gen Osten reisen, um etwa Städte wie Poznań, Warszawa oder Szczecin kennen zu lernen.

 http://www.kuwi.euv-frankfurt-o.de/de/studium/master/kgmoe/index.html

 

Offizielle Eröffnung der „Hindenburger Heimatsammlung“. V.l.n.r.: Vize-Stadtpräsident Krzysztof Lewandowski, Europabeauftragter Pawel Barteczko aus Hindenburger OS, Dr. Veronika Grabe, Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff 

Hindenburg OS in Essen- Ein Patenschaftsgeschenk an alle Hindenburger: Neueröffnung der „Hindenburger Heimatsammlung“

Pünktlich zum 28. Hindenburger Heimattreffen, wurde am Freitag, 7. September 2007, die „Hindenburger Heimatsammlung“ neu eröffnet. Die Eröffnung hat für die Stadt Essen Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff vorgenommen. Die Hindenburger repräsentierte Marianne Mosler und für die jetzige Stadt Hindenburg OS war der Vize-Stadtpräsident Krzysztof Lewandowski zugegen. Dr. Veronika Grabe, die mit der Einrichtung der Heimatsammlung seitens der Hindenburger beauftragt war, hat in die Neukonzeption mit erklärenden Worten eingeführt.
Die „Hindenburger Heimatsammlung“ findet nun ein neues endgültiges Zuhause in der Luisenschule in Essen-Zentrum. Dieses Gebäude wird voraussichtlich im Jahre 2009 seiner neuen Funktion als „Haus der Essener Geschichte" zugeführt werden. Dort sollen Ausstellungsbereiche zu Themen der Essener Geschichte entstehen und das Stadtarchiv untergebracht werden.
Der bisherige Hindenburger Sammlungsbestand wurde um Exponate aus der jetzigen Stadt Hindenburg OS ergänzt. Die neue Hindenburger Heimatsammlung ist nun eine Kultur-und Erinnerungsstätte mit den Schwerpunkten „Hindenburg OS gestern - Zabrze heute“.
Das Haupttätigkeitsfeld des Vertretungsausschusses „Hindenburg OS“ bei der Patenstadt Essen im Jahr 2007 war, neben der Vorbereitung und Durchführung des 28. Hindenburger Heimattreffens, die Umsetzung der Neukonzeption der seinerzeit eingerichteten “Hindenburger Heimatsammlung” in Essen. Diese Sammlung gehört zu den besten (historischen ostdeutschen) „Heimatsammlungen“ Nordrhein-Westfalens, die auch von polnischen Gruppen aus Oberschlesien, darunter auch mehrmals von der polnischen Stadtspitze Hindenburgs aufgesucht wurde. Des weiteren ist es gelungen, auch die Gemeinsamkeiten – in Kurzdarstellung – zwischen Hindenburg OS und Essen sowie dem Ruhrgebiet und dem oberschlesischen Industriegebiet in dieser Sammlung und darüber hinaus in einer Publikation aufzuzeigen.
Bedingt durch den Ausbau der Ganztagsschulen in Essen musste die bisherige Archiv- und Präsentationssammlung in Altenessen an einem neuen Standort neu aufgebaut werden. Die Raumzuweisung erfolgte durch die Stadt Essen. Erfreulicherweise sind die neuen Räume viel größer als die, die bisher genutzt werden konnten. Die größere Ausstellungsfläche wurde ebenfalls auch dazu genutzt, der jetzt polnischen Stadt Hindenburg OS die Möglichkeit zu geben, das gegenwärtige Stadtbild in einer Dauerausstellung präsentieren zu können. Der ehemalige Stadtpräsident von Hindenburg OS  Dr. Jerzy Golubowicz und seine seit November 2006 amtierende Nachfolgerin, Malgorzata Manka-Szulik, befürworteten zustimmend dieses Vorhaben. Dadurch hat die Arbeit der Hindenburger neue europäische und vor allem völkerverbindende Aspekte zusätzlich erfahren. Auch die Stadt Essen hat sich diesem Vorhaben uneingeschränkt angeschlossen. Die neue „Hindenburger Heimatsammlung“ ist die einzige Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland sein.
Die Realisierung dieses Vorhabens war Dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Essen, der Hauptsparkasse in Essen, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Auch der Vertretungsausschuss „Hindenburg OS“ bei der Patenstadt Essen hat sich selbstverständlich ebenfalls finanziell eingebracht. Die Kosten der Einrichtung der „modernen Visitenkarte“ der Stadt Hindenburg OS hat die jetzige Stadt Hindenburg OS übernommen.

Damian Spielvogel

Hindenburger Heimatsammlung
Kultur- und Erinnerungsstätte
Hindenburg OS gestern – Zabrze heute
Bismarcksplatz 10 in Essen
Betreuung: Helga Zöllig (Tel.: 0201-67 54 03)

 

 

„Eichendorff unter uns“. Ein Projekt der Stiftung Haus Oberschlesien im Rahmen des Eichendorff-Gedenkjahres 2007

Vor 150 Jahren verstarb Joseph von Eichendorff (1788–1857), besser bekannt unter dem selbst gewählten Namen Freiherr Joseph von Eichendorff. Nicht nur für seine Lyrik, sondern auch für zahlreiche Erzählungen und Dramen fand und findet der Romantiker noch immer große Anerkennung. Sein Name taucht immer wieder auf in der Öffentlichkeit. Seine Werke werden bis über Deutschlands Grenzen hinaus rezipiert. Dort, wo er lebte, gibt es Denkmäler und Plaketten. Straßen, Plätze und Schulen tragen seinen Namen.
In einer Online-Darstellung will die Stiftung Haus Oberschlesien mit Ihnen gemeinsam den Spuren Eichendorffs in Deutschland nachgehen. Das Projekt „Eichendorff unter uns“ soll mit Ihrer Hilfe eine Dokumentation über Eichendorff-Erfahrungen im Alltag gestalten.
- Trägt eine Straße in Ihrem Wohngebiet seinen Namen?
- Besuchen Sie oder Ihre Kinder eine Eichendorff-Schule?
- Führen Sie Ihre täglichen Wege an einem seiner Denkmäler vorbei?
Uns interessieren Ihre alltäglichen Erfahrungen mit Eichendorff und wir hoffen sehr auf vielfältige Zusendungen und spannende Beiträge. Schicken Sie uns digitale Bilder* mit Ihren Eichendorff-Impressionen aus der Großstadt, vom Land, aus dem Theater usw. Wo auch immer Joseph von Eichendorff Ihren Weg kreuzt – wir freuen uns auf Ihren persönlichen Beitrag.
Für jede genutzte Einsendung bedanken wir uns mit einem Buch zum Werk und Wirken Josephs von Eichendorff.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und danken Ihnen schon heute für Ihre Mithilfe.
Die digitalen Bilder senden Sie per e-mail an die Adresse  kontakt(at)oslm.de.
Gewünscht wird ein jpeg-Format mit 200dpi bei 10x15 cm.
Ergänzend benötigen wir einige Angaben, z. B. den Entstehungsort und das Entstehungsdatum der Aufnahme. Mit Ihrer Einsendung erklären Sie sich zur honorarfreien nichtkommerziellen Nutzung des Bildes ein verstanden. Wir gehen davon aus, dass die Bild- und Urheberrechte Dritter nicht verletzt werden.

Kontakt:
Stiftung Haus Oberschlesien
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 62/71
40883 Ratingen
Tel.: 02102/965-0
e-mail:  kontakt(at)oslm.de

 

 

Oberschlesischer Tag des Offenen Denkmals 2007. Oberschlesien – Vielfalt der Religionen und der Konfessionen

Der Oberschlesische Tag der Offenen Denkmals (GDD) wird als ein regionales Element im Rahmen des Europäischen Tages der Offenen Denkmals organisiert. Obwohl er in diesem Jahr erst zum dritten Mal stattfindet, hat er bereits unter den Kunst- und Geschichtsliebhabern der Region großes Ansehen erzielt. An den vorausgegangenen Veranstaltungen nahmen tausende Besucher teil. Die Organisatoren, Młodzież Górnośląska/die Oberschlesische Jugend, und die zahlreichen mit ihr kooperierenden Gesellschaften und Institutionen, rechnen deshalb auch in diesem Jahr mit großem Zuspruch. Das Motto für 2007 lautet „Oberschlesien – die Vielfalt der Religionen und der Konfessionen“. In mehr als 20 Ortschaften, nahezu über den gesamten historischen Landstrich verteilt – von Myslowitz bis Carlsruhe und von Teschen bis Woischnik und Guttentag –, werden vom 12. bis zum 15. September zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Einführungen angeboten. Interessenten erhalten die Gelegenheit, die Geschichte vieler Bauwerke und Anlagen, die einen religiösen Bezug haben, (christliche, jüdische Kirchen und Friedhöfe), kennenzulernen.
Zur offiziellen Eröffnung ist am 28. September in Kattowitz findet in der Kirche der Vorsehung Gottes in Zawodzie ein Orgelkonzert statt, das von der Stiftung Schlesien organisiert wird. Es spielt unter anderem der bekannte Organist Prof. Julian Gembalski.
Ab dem 15. September ist in Toschek eine Ausstellung zur Geschichte der Pfarrgemeinde zu besichtigen. Den Höhepunkt des GDD 2007 bilden die Veranstaltungen in der Zeit vom 29. bis zum 30. September und vom 6. bis zum 07. Oktober. Zahlreiche Denkmale werden in diesem Zeitraum der Öffentlichkeit zugänglich sein. Führungen von ehrenamtlichen Kräften und ausgewiesenen Kennern oberschlesischer Kunst ergänzen das Programm. In diesem Zusammenhang kann auch das historisch besonders wertvolle Kohlebergwerk „Guido“ in Zabrze/Hindenburg besichtigt werden. Untertage wird eine traditionelle Messe zelebriert und ein Konzert mit klassischer Musik veranstaltet.
Das Programm des GDD 2007 erfasst den Reichtum der Kulturregion Oberschlesien mit ihren religiösen und konfessionellen Besonderheiten. Es macht vor allem aufmerksam auf den großen Einfluss der Religion auf die Geschichte Oberschlesiens.

Im Internet gibt es weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe unter:  http://www.gornoslaskie-dziedzictwo.com/

 

GFPS-Polska vergibt zusammen mit GFPS e.V. aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit geförderte Stipendien für einen Studienaufenthalt in Polen an Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen

Geboten werden Stipendien:
- für das Sommersemester 2008: 01.02.2008 -- 30.06.2008, - an den Universitäten bzw. technischen Hochschulen in Warszawa, Kraków, Wrocław, Toruń, Łódz', Lublin u. a., mit der Möglichkeit zur Teilnahme am regulären Lehrbetrieb innerhalb eines Studiums in der Landessprache.
Erwünscht sind:
- Kenntnisse der polnischen Sprache, die zur regulären Teilnahme am Studium in der Landessprache befähigen,
- Interesse an Kultur und Gesellschaft Polens,
- gesellschaftliches Engagement,
- gute bis sehr gute Studienleistungen,
- Immatrikulation an einer deutschen Hoch- bzw. Fachhochschule,
- deutsches Abitur bzw. Fachabitur,
- deutsche Staatsangehörigkeit.
Die Leistungen des Stipendiums umfassen die Gebühren für die Einschreibung in einen polnischsprachigen Studiengang, ein monatliches Stipendium in Höhe von ca. 1.000 Złoty (vorbehaltlich der Mittelzusage), Hilfe bei der Vermittlung von Unterkunft und persönliche Betreuung vor Ort sowie die kostenlose Teilnahme am semesterbegleitenden Seminarprogramm.
Bewerbungsschluss: 31. Oktober 2007!

Weitere Informationen zum Stipendium, Auswahlkriterien und Bewerbungsverfahren/Bewerbungsunterlagen unter  www.gfps.org/stipendien < http://www.gfps.org/stipendien>. Bei Fragen wendet Euch bitte an stipendien@gfps.org < mailto:stipendien(at)gfps.org>.

Wir freuen uns auf Eure Bewerbung!
Herzliche Grüße Christina Hebel für die Auswahlkommission
Gemeinschaft für Studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa GFPS e.V.
 www.gfps.org

 

Noch 10 deutsche Teilnehmer für die Bildungsreise: Auf den Spuren der Mythen und Legenden von Glatzer Bergland (17.10.-27.10.2007) gesucht
Ein binatonales historisch-theatralisches Projekt für 10 Jugendliche aus Deutschland (Berlin) und 10 Jugendliche aus Polen (Stronie Slaskie/ Seitenberg) im Alter von 18-26 Jahren.
Die Vorkriegsbewohner von Ziemia Kłodzka nannten das Gebiet ein „Gott verlassener Winkel der Erde“. Es war eine interessante Region voller besonderer Orte, reich an zahlreichen geschichtlichen Erfahrungen. Gleichzeitig war es eine Region in der man Tradition, sowie Legenden und Mythen pflegte. Die schrecklichen Ereignisse des Zweit Weltkrieges und deren Folgen bei der Konferenz in Jalta verursachten, dass später über 40 Jahre lang die Regierung der Volksrepublik Polen um jeden Preis versuchte, die Vorkriegstraditionen dieser Gebiete zu verleugnen.
Junge Vertreter der zweiten und dritten Generation, die nach dem Krieg im Verborgenen Erdwinkel des Herrn Gottes geboren wurden, suchen 10 deutsche Teilnehmer, die mit ihnen von dem an vielen Orten ungebrochenen Schweigen abgehen, an das sie gestoßen sind. Das Ziel des Projekts ist die Suche nach den Wurzeln auch in der Tradition der Einwohner dieser Gebiete. Wie macht man das am besten? Man soll sich an die meist außergewöhnlichen Orte dieser Region begeben, die von der Hand der Natur erschaffen und um den menschlichen Gedanken ergänzt wurden, aber auch die, die von Menschen gestaltet wurden. Man soll versuchen, Menschen zu verstehen, die vor einem Jahrhundert und Tausend Jahren in Ziemia Kłodzka gelebt haben. Das Projektvorhaben umfasst eine gemeinsame deutsch-polnische Wanderung, u.a. zu Kasematten der unterirdischen Stadt Kłodzko, zu den Mauern des mittelalterlichen Ortes Bystrzyca Kłodzka, zum Treffen mit dem Geist der Eulengebirge und zum Drachennest auf der Schneekoppe.
Diese Wanderung ist jedoch nur ein Teil des Projekts; um die Tradition begreifen zu können, benötigt man zusätzliche Handlungen und Aktivitäten, die wir in dem künstlerischen Bereich ausführen wollen. Die Bearbeitung von entdeckten Mythen und Legenden, ihre Umgestaltung in szenischer Darstellung, in Präsentation mithilfe Fotografie und literarischer Mittel- in Form eines Reiseberichts gehören zu der zweiten Phase des Projekts, die Anfang 2008 in Polen (Seitenberg) stattfindet. Zielgruppe: Jugendliche aus Polen (Ziemia Kłodzka) und Deutschland, die an der Entdeckung der Kultur und Geschichte auf der Grundlage von alternativen Fakten (d.h. Mythen und Legenden) interessiert sind und schon Erfahrungen in der Theaterkunst haben.
Ziel des Projekts/ Projektprodukt: Das Projekt soll eine Suche nach der kulturellen Identität mit der Region Ziemia Kłodzka den jungen Deutschen und Polen ermöglichen, die durch ihren Wohnort, ihre Wurzel oder Interesse an der Region und der deutsch-polnischen Geschichte verbunden sind. Das Ziel des Projekts ist dabei die Entstehung einer deutsch-polnischen Publikation zur Projektdokumentation, Vorbereitung einer Theateraufführung und einer Fotoausstellung als Dokumentation der Wanderung, die im Fotostudio entsteht.

Teilnahmebeitrag: 120,- Euro pro Projektphase (inkl. Hin- und Rückfahrt, Verpflegung, Übernachtung und sonstige Programmkosten)
Anmeldung und Kontakt erbeten über: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e.V. , PaulinaKleiner@gmail.com

Paulina Kleiner
Trainerin für deutsch-polnische Zusammenarbeit & Interkulturelle Kommunikation
Florapromenade 3
D-13187 Berlin
+49 178.33 54 909
+49 30.437 37 887
 PaulinaKleiner(at)gmail.com

 

Grenzgänger – Recherchen in Mittel- und Osteuropa

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin Autoren bei den Recherchen für Veröffentlichungen, die Mittel- und Osteuropa als Thema grenzüberschreitend und für ein breites Publikum aufbereiten. Die Veröffentlichungen sollen zu Diskussionen anregen, den Dialog und das gegenseitige Verständnis fördern und können unterschiedliche Themenbereiche, Länder und historische Epochen umfassen.
Willkommen sind literarische und essayistische Prosa, Fototextbände, aber auch andere Formen wie Drehbücher für Dokumentarfilme und Hörfunkbeiträge. Die „Grenzgänger“ können ihre Werke zudem in öffentlichen Veranstaltungen präsentieren. Für die Durchführung dieser Veranstaltungen stellt die Robert Bosch Stiftung Mittel zur Verfügung. Interessierte Institutionen können finanzielle Unterstützung für Grenzgänger-Veranstaltungen beantragen.

Was kann gefördert werden?
Es können pauschale Recherchestipendien in Höhe von 4.000 € / 6.000 € / 8.000 € / 10.000 € beantragt werden, abhängig von Rechercheaufwand und -dauer. Damit sollen die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, Visa und Dolmetscher abgedeckt sowie die Lebenshaltungskosten während der Recherche bezuschusst werden.

Was kann nicht gefördert werden?
- Fachwissenschaftliche Veröffentlichungen, Zeitungsartikel, Reiseführer, Sammelbände, Theaterprojekte, Lyrik, Spielfilme und Übersetzungsprojekte
- Verlags- und Produktionskosten
- Allgemeine Arbeitsmittel, Bürokosten und Infrastrukturmaßnahmen

Interessierte richten eine schriftliche Bewerbung an das Literarische Colloquium Berlin. Die Bewerbungsunterlagen sind im Internet zu finden unter  www.bosch-stiftung.de/grenzgaenger oder  www.lcb.de/grenzgaenger.Nur vollständige Bewerbungsunterlagen können berücksichtigt werden.

Mit folgenden Unterlagen können Sie sich bewerben:
- Bewerbungsformular
- Tabellarischer Lebenslauf
- Exposé
- Interessenserklärung oder Vertrag von: Verlag/Sender/Agentur oder Produktionsfirma im deutschsprachigen Raum
- gegebenenfalls bereits veröffentlichte Bücher oder Medienbeiträge, Rezensionen und/oder Arbeitsproben zum beantragten Projekt (CD, DVD und Video bitte in 6facher Kopie)

Bewerbungstermine: jährlich am 30. April und 31. Oktober (Eingangsstempel LCB)
Eine unabhängige Jury wählt aus den eingehenden Bewerbungen Projekte zur Förderung aus. Die Entscheidungen werden voraussichtlich jeweils Mitte Juli bzw. Mitte Januar mitgeteilt.

Kontakt:
Literarisches Colloquium Berlin e.V.
Frau Aylin Rieger
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Telefon 030 / 81 69 96 64
 rieger(at)lcb.de
 www.lcb.de/grenzgaenger