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Gemeinsames Erinnern europäischer Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Neiße als Schicksalsfluss für Deutsche, Polen, Griechen und Tschechen (13.03.-16.03.2008)

Veranstalter: Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal in Zusammenarbeit mit dem INTERNATIONALEN P.E.N. Zentrum Schriftsteller im Exil Deutschsprachiger Länder unter Mitwirkung der Gesellschaft für Sächsisch-Polnische  Zusammenarbeit e.V. durchgeführt
Schirmherrschaft:     Steffen Flath, Staatsminister für Kultus des Freistaates Sachsen
Veranstaltungsort: Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, St. Marienthal 10, 02899 Ostritz
Seminarleitung: Prof. Dr. Wolfgang Schlott, Dr. Wolfgang Nicht, Hans Lindemann, Dr. Beata Bykowska

Folgende Themen werden Inhalt des Seminars bilden:
- Deportation, Flucht und Vertreibung in Europa;
- Widerstand gegen das Naziregime in Polen und Nordböhmen;
- Zusammenarbeit in den Euroregionen; unter dem besonderen Aspekt: Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern.
- Aufarbeitung der deutsch-polnischen Geschichte.
In dem Seminar wird unterschiedliche geschichtliche Aufarbeitung der Thematik aus der Sicht der Frauen und Männer Berücksichtigung finden.
Weiterhin werden Themen der europäischen Zeitgeschichte untersucht und diskutiert, wobei Experten und Zeitzeugen aus Deutschland, Polen und Tschechien zu Wort kommen. Es geht aber nicht nur um gemeinsames Erinnern, sondern auch um einen Blick in die Zukunft, wie die Arbeit und der Erfahrungsaustausch in den Euroregionen vertieft werden kann. Diskutiert werden soll außerdem über den gelungenen Brückenschlag, dass erstmalig ein gemeinsames deutsch-polnisches Geschichtslehrbuch erarbeitet wurde, dem weitere folgen sollen.
Das Seminar wendet sich an: Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Publizistinnen und Publizisten, Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer, Studentinnen und Studenten sowie Schülerinnen und Schüler von Gymnasien.

Programm:

Donnerstag, 13. März 2008

15.30 bis
19.00 Uhr Ankunft der TeilnehmerInnen
16.30 Uhr Kaffee
19.00 Uhr Abendessen
20.00 bis Begrüßung
21.30 Uhr Rainer Neumer, Vorstand des IBZ St. Marienthal
Prof. Dr. Wolfgang Schlott, Präsident des Exil - P.E.N. Clubs, Bremen
Erläuterungen zum Seminar, Dr. Beata Bykowska, IBZ
„Die Mutter der Holocaust-Kinder“ - Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto, anschließend Diskussion, Urszula Usakowska-Wolff, Berlin

Freitag, 14. März 2008

08.00 Uhr Frühstück
09.00 Uhr Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten über Deportationen von Polen nach Sibirien, Edward Duchnowski, Generalsekretär des Sibirienvertriebenen-Verbandes, Warszawa, Bozena Dudzinska, stellv. Vorsitzende des Sibirienvertriebenen-Verbandes, Kowary
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Was geschah am 22. Juni 1945 in den sächsischen Dörfern östlich der Neiße? Kurzreferat und Lesung, Prof. Dr. Werner Kutscha, Landau
12.30 Uhr Mittagessen
13.45 Uhr „Wie kamen die Griechen an die Neiße?, Prof. Dr. Stefan Troebst, stellv. Direktor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Universität Leipzig
15.15 Uhr Kaffee
16.00 Uhr Von den Sowjets deportiert und an der Neiße angesiedelt: Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten sowie Lesung aus dem Roman „Die Dornen des Windes“; Halina Baran, Bogatynia, Übersetzung: Alfred Müßiggang, Cottbus
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Kamingespräche

Samstag, 15. März  2008

08.00 Uhr Frühstück
09.00 Uhr Nordböhmen vor und nach dem II. Weltkrieg, Mgr. Jan Heinzl, Hejnice
Zeitzeugenbericht Horst Moudry, Frydlant
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Die „anderen Deutschen“ in der Tschechoslowakei – Gegner des Naziregimes und ihr Schicksal, Alina Wagnerova, Saarbrücken/Prag
Lyrik zu oben genanten Thema Milan Hrabal, Vansdorf,
Deutsche Nachdichtung gelesen von Roza Domascyna
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr „Polnische Patrioten an der Neiße“, Dr. Silke Naumann und Martin Naumann, Görlitz sowie Veteranen der Armii Krajowej (AK)
15.00 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr “Die Euroregionen in Mittel- und Westeuropa. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Karl-Heinz Lambertz, Eupen, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Generalberichterstatter für den Europarat über die Arbeit der Euroregionen
16.30 Uhr „Geschichte verstehen – Zukunft gestalten“. Das erste gemeinsam erarbeitete deutsch-polnische Geschichtslehrbuch, Kinga Hartmann, Sächsische Bildungsakademie Bautzen, Ute-Michaela Richter, Dr.habil. Krzysztof Ruchniewicz, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland-und Europastudien, Universität Wroclaw
18.30 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Gespräche am Kamin

Sonntag, 16. März 2008

08.00 Uhr Frühstück
09.00 Uhr Möglichkeit zur Teilnahme an der Hl. Messe in der Klosterkirche St. Marienthal
10.15 Uhr Das älteste Zisterzienserinnen Kloster Deutschlands, das seit der Gründung ununterbrochen existiert, Josefine Schmacht, Ostritz
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Abschlussdiskussion und Auswertung der Tagung, Prof. Dr. Wolfgang Schlott
15.00 Uhr Kaffee und Ende des Seminars, Dr. B. Bykowska

Gefördert von der Europäischen Gemeinschaft – Aktionsprogramm der Gemeinschaft betreffend die Gemeinschaftsstrategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2001-2006). Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen spiegeln nicht unbedingt die Meinung oder Haltung der Europäischen Kommission wider.
Weitere Förderung erfolgt durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Essen

 

Zwischen Böhmen, Polen und Deutschland. Das Glatzer Land im kulturellen Grenzgebiet. Tagung im Glatzer Land (24.04.-28.04.2008)

Veranstalter: Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv), Münster/Westf.
Ort: Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka

Dem Glatzer Land kommt als Grenzgebiet eine besondere Rolle zu. Innerhalb der Kulturlandschaften Schlesiens findet es nicht immer die Beachtung, die ihm zukommen kann. Wenn man in Deutschland von Schlesien redet, so werden die Besonderheiten der sog. Grafschaft Glatz nicht automatisch berücksichtigt. Vielen Polen ist das Glatzer Land zwar als Kurregion bekannt, doch die Geschichtsträchtigkeit und das kulturelle Erbe dreier Völker sind recht unbekannt.
Dabei kann die Region um Glatzer auf viele kulturelle Einflüsse blicken. Die lange Zugehörigkeit zu Böhmen hat tiefe Spuren hinterlassen, die sehr stark die deutsche Bevölkerung geprägt haben – auch im konfessionellen Bereich. Die polnische Geschichte ist noch relativ kurz und begann nach 700-jähriger Unterbrechung erst wieder im Jahre 1945. In der letzten Zeit interessieren sich die polnischen Glatzer verstärkt für die Geschichte ihres Landes und schließen die deutsche Zeit bewusst ein.
Mit der mehrtägigen Veranstaltung soll aufgezeigt werden, wie sich Grenzlage und kultureller Austausch verbinden. Den verschiedenen Volkstraditionen, Geschichten und Mythen wird dabei nachgegangen. Was zur Zeit des Kommunismus in Vergessenheit geriet, kann heute neu entdeckt werden. So wird deutlich, wie die Bevölkerung der Region mit ihrer Geschichte umgeht und wie Initiativen – insbesondere seitens der jungen Generation – mit tschechischen und deutschen Nachbarn in Kontakt treten. Von besonderem Interesse sind Beispiele, wo die Glatzer mit ihren Nachbarvölkern über ihre (häufig schwierige) Vergangenheit reden und gemeinsame zukunftsweisende Maßnahmen ergreifen. Der unterschiedliche Umgang der Glatzer mit ihrer „kleinen Heimat“ wird besonders herausgestellt. Vor dem Hintergrund der zeitweise erheblichen Belastungen in den deutsch-polnischen Beziehungen sind solche Jugendprojekte und Begegnungsmaßnahmen für den Verständigungsprozess von großer Bedeutung. Dabei soll den jungen Teilnehmern auch verdeutlicht werden, wie die deutschen Heimatvertriebenen zur Verständigung beitragen können.
Die Veranstaltung ist eine populärwissenschaftliche Tagung, in der die Teilnehmer durch Impulsreferate an die Fragestellungen herangeführt werden. Es werden Referenten aus der Bundesrepublik Deutschlands und aus Polen zu unterschiedlichen Aspekten sprechen, die die Bereiche der Geschichte, Kultur, Volkstradition, Religion und der Begegnung junger Menschen mit den Nachbarn beleuchten. Anschließend wird es Gelegenheit zu Diskussionen und Austausch geben. Die Tagung wird durch eine thematische Exkursion in die Region und durch eine Gesprächsrunde mit der älteren Generation der deutschen Heimatvertriebenen und heimatverbliebenen Glatzern abgerundet.

PROGRAMM (Änderungen vorbehalten):

Donnerstag, 24. April 2008
Anreise der Teilnehmer; Begrüßung, Einführung, Vorstellungsrunde
Das Glatzer Land: Kurzeinführung – Dr. Michael Parak (Görlitz)

Freitag, 25. April 2008
Teil I: Das Glatzer Land: Geschichte und Geschichten
Die Geschichte des Glatzer Landes – Dr. Małgorzata Ruchniewicz (Breslau, angefragt)
Die Bedeutung und Entwicklung der Touristik im Glatzer Land - Dr. Thomas Przerwa (Breslau)
Legenden, Mythen und (fast) vergessene Geschichten aus dem Glatzer Land – Gregor Ploch (Ratingen)
Teil II: Grenzüberschreitende Maßnahmen im Glatzer Land
Die deutsch-polnisch-tschechische Verständigung im Glatzer Land am Beispiel der dreisprachigen Zeitschrift „Ziemia Kłodzka / Od Kladského pomezí / Glatzer Bergland“ – Julian Golak (Glatz/Breslau), angefragt
Polnische und tschechische Lokalbevölkerung in der „Euroregion Glaciensis“ – Prof. Dr. Lesław Koćwin (Breslau)

Samstag, 26. April 2008
„Auf den Spuren des kulturellen Erbes des Glatzer Landes“
(Ganztägige Exkursion durch das Glatzer Land. Geplant sind folgende Stationen: Habelschwerdt, Grafenort, Rengersdorf, Glatz, Albendorf sowie das Kloster Braunau in Böhmen).
Abends: „Verständigung von jung und alt“ Eine Gesprächsrunde mit den deutschstämmigen und heimatvertriebenen Glatzern

Sonntag, 27. April 2008
Heilige Messe, Resümee und Abschlussdiskussion (N.N.)
Mittagessen und Abreise der Teilnehmer

Weitere Informationen bei:
gdpv
Ermlandweg 22
D-48159 Münster / Westf.
Tel.: +49 (0) 251 / 49 04 792
Fax: +49 (0) 251 / 42 0 12
Internet:  www.gdpv.de
Mail:  kontakt(at)gdpv.de

 

Grenze–Granica. Die deutsch-polnische Grenze im 20. und 21. Jahrhundert. Deutsch-polnische Begegnung in Sankelmark (06.06.-08.06.2008)

Veranstalter: Akademia Baltica,  www.academiabaltica.de

Mit der Erweiterung des Schengen-Raumes um neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewinnt die Oder-Neiße-Grenze eine neue Qualität. Die Aufhebung der Grenzkontrollen Ende 2007 eröffnet ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Wir fragen nach dem Bedeutungswandel der Grenzen zwischen Deutschen und Polen - von der „blutenden Grenze“ in der Zwischenkriegszeit über die „Oder-Neiße-Friedensgrenze“ zwischen DDR und Volksrepublik Polen und die vielzitierten „Grenzen von 1937“ bis in die Gegenwart. Welche Rolle spielte und spielt die Grenze als trennendes, aber auch verbindendes Element? Geht mit der Grenzöffnung eine weitere Annäherung einher?