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Zwischen Böhmen, Polen und Deutschland. Das Glatzer Land im kulturellen Grenzgebiet. Tagung im Glatzer Land (24.04.-28.04.2008)

Veranstalter: Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv), Münster/Westf.
Ort: Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka

Dem Glatzer Land kommt als Grenzgebiet eine besondere Rolle zu. Innerhalb der Kulturlandschaften Schlesiens findet es nicht immer die Beachtung, die ihm zukommen kann. Wenn man in Deutschland von Schlesien redet, so werden die Besonderheiten der sog. Grafschaft Glatz nicht automatisch berücksichtigt. Vielen Polen ist das Glatzer Land zwar als Kurregion bekannt, doch die Geschichtsträchtigkeit und das kulturelle Erbe dreier Völker sind recht unbekannt.
Dabei kann die Region um Glatzer auf viele kulturelle Einflüsse blicken. Die lange Zugehörigkeit zu Böhmen hat tiefe Spuren hinterlassen, die sehr stark die deutsche Bevölkerung geprägt haben – auch im konfessionellen Bereich. Die polnische Geschichte ist noch relativ kurz und begann nach 700-jähriger Unterbrechung erst wieder im Jahre 1945. In der letzten Zeit interessieren sich die polnischen Glatzer verstärkt für die Geschichte ihres Landes und schließen die deutsche Zeit bewusst ein.
Mit der mehrtägigen Veranstaltung soll aufgezeigt werden, wie sich Grenzlage und kultureller Austausch verbinden. Den verschiedenen Volkstraditionen, Geschichten und Mythen wird dabei nachgegangen. Was zur Zeit des Kommunismus in Vergessenheit geriet, kann heute neu entdeckt werden. So wird deutlich, wie die Bevölkerung der Region mit ihrer Geschichte umgeht und wie Initiativen – insbesondere seitens der jungen Generation – mit tschechischen und deutschen Nachbarn in Kontakt treten. Von besonderem Interesse sind Beispiele, wo die Glatzer mit ihren Nachbarvölkern über ihre (häufig schwierige) Vergangenheit reden und gemeinsame zukunftsweisende Maßnahmen ergreifen. Der unterschiedliche Umgang der Glatzer mit ihrer „kleinen Heimat“ wird besonders herausgestellt. Vor dem Hintergrund der zeitweise erheblichen Belastungen in den deutsch-polnischen Beziehungen sind solche Jugendprojekte und Begegnungsmaßnahmen für den Verständigungsprozess von großer Bedeutung. Dabei soll den jungen Teilnehmern auch verdeutlicht werden, wie die deutschen Heimatvertriebenen zur Verständigung beitragen können.
Die Veranstaltung ist eine populärwissenschaftliche Tagung, in der die Teilnehmer durch Impulsreferate an die Fragestellungen herangeführt werden. Es werden Referenten aus der Bundesrepublik Deutschlands und aus Polen zu unterschiedlichen Aspekten sprechen, die die Bereiche der Geschichte, Kultur, Volkstradition, Religion und der Begegnung junger Menschen mit den Nachbarn beleuchten. Anschließend wird es Gelegenheit zu Diskussionen und Austausch geben. Die Tagung wird durch eine thematische Exkursion in die Region und durch eine Gesprächsrunde mit der älteren Generation der deutschen Heimatvertriebenen und heimatverbliebenen Glatzern abgerundet.

PROGRAMM (Änderungen vorbehalten):

Donnerstag, 24. April 2008
Anreise der Teilnehmer; Begrüßung, Einführung, Vorstellungsrunde
Das Glatzer Land: Kurzeinführung – Dr. Michael Parak (Görlitz)

Freitag, 25. April 2008
Teil I: Das Glatzer Land: Geschichte und Geschichten
Die Geschichte des Glatzer Landes – Dr. Małgorzata Ruchniewicz (Breslau, angefragt)
Die Bedeutung und Entwicklung der Touristik im Glatzer Land - Dr. Thomas Przerwa (Breslau)
Legenden, Mythen und (fast) vergessene Geschichten aus dem Glatzer Land – Gregor Ploch (Ratingen)
Teil II: Grenzüberschreitende Maßnahmen im Glatzer Land
Die deutsch-polnisch-tschechische Verständigung im Glatzer Land am Beispiel der dreisprachigen Zeitschrift „Ziemia Kłodzka / Od Kladského pomezí / Glatzer Bergland“ – Julian Golak (Glatz/Breslau), angefragt
Polnische und tschechische Lokalbevölkerung in der „Euroregion Glaciensis“ – Prof. Dr. Lesław Koćwin (Breslau)

Samstag, 26. April 2008
„Auf den Spuren des kulturellen Erbes des Glatzer Landes“
(Ganztägige Exkursion durch das Glatzer Land. Geplant sind folgende Stationen: Habelschwerdt, Grafenort, Rengersdorf, Glatz, Albendorf sowie das Kloster Braunau in Böhmen).
Abends: „Verständigung von jung und alt“ Eine Gesprächsrunde mit den deutschstämmigen und heimatvertriebenen Glatzern

Sonntag, 27. April 2008
Heilige Messe, Resümee und Abschlussdiskussion (N.N.)
Mittagessen und Abreise der Teilnehmer

Weitere Informationen bei:
gdpv
Ermlandweg 22
D-48159 Münster / Westf.
Tel.: +49 (0) 251 / 49 04 792
Fax: +49 (0) 251 / 42 0 12
Internet:  www.gdpv.de
Mail:  kontakt(at)gdpv.de

 

Arbeitsmigration in Mittel- und Osteuropa. Maikonferenz der Stiftung Kreisau 2008 (09.05.-11.05.2008)

Veranstalter: Stiftung Kreisau für europäische Verständigung
Ort: Kreisau / Krzyżowa

Anlässlich der Wahlen zum polnische Parlament, dem Sejm, im Herbst 2007 konnte man in den Abendnachrichten beeindruckende Schlangen vor den polnischen Auslandsvertretungen in Großbritannien und Irland sehen. Viele tausende Polen, zumeist jüngere Menschen, warteten geduldig, um ihre Stimme abgeben zu können.
Diese Bilder veranschaulichten das Ausmaß der Arbeitsmigration in den Jahren seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union. Und das Phänomen lässt sich – in unterschiedlichen Intensitäten – auch in den meisten anderen Ländern, die 2004 bzw. 2007 der EU beigetreten sind, beobachten.
Während der diesjährigen, XIX. Maikonferenz – seit 1989 die traditionelle „Jahrestagung“ der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung -  wollen wir zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema der aktuellen Arbeitsmigration einladen.
Wer geht, wer kommt (zurück) und was sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer solch massiven Wanderung.
Gemeinsam mit dem Centrum für angewandte Politikforschung (München) und dem Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Breslau / Wocław haben wir eine Tagung vorbereitet, die durch Vorträge von Experten, Diskussionen und Arbeit in thematischen Gruppen einen intensiven Austausch und die Formulierung von Handlungsempfehlungen ermöglichen wird, die wir am Ende der Tagung Politikern der Stadt übergeben wollen.

Freitag, 9. Mai 2008
Anreise
Mittagessen (fakultativ)
14.00 – 14.10 Begrüßung der Teilnehmer durch die Veranstalter
14.10 – 14.40 Einführung ins Thema „Identität, Werte, Migration“, Prof. Dr. Rita Süßmuth (angefragt)
14.40-15.40 Arbeitsmigration in den Beitrittsländern
„Wer geht, wer kommt, wer fehlt”, Migrationsforschungszentrum der Universität Warschau, N.N.
15.40-16.00 Kaffeepause
16.00-17.00 Erfahrungen mit der Arbeitsmigration in der Oppelner Woiwodschaft           seit 1990, Prof. Dr. Romuald Jończy, Universität Oppeln
17.00-18.00 Identität und Mobilität oder „Die Weite des Horizonts“ im Kreisauer Kreis, Annemarie Franke, Stiftung Kreisau
Abendessen
20.00 Film „Droga Molly/ Molly’s way” anschließend Diskussion mit der Regisseurin Emily Atef

Samstag, 10. Mai 2008
09.00-09.30 Arbeitsmigration und ihre Auswirkungen:  Beispiel Breslau, Dominik Golema, Stadtverwaltung Breslau
09.30-10.30 Arbeitsmigration D-PL, PL-D, Europäisches Migrationsnetzwerk, N.N.; Tomasz Dąbrowski , Polnisches Institut Berlin
10.30-11.00 Kaffeepause
11.00-12.00 Arbeitsmigration europäisch betrachtet, Vertretung der Europäischen Kommission in Polen,  Józef Pinior MdEP, N.N.
12.30 Mittagessen
14.00- 15.30 Arbeit in den Kleingruppen:
1. Arbeitsmigration und Gesellschaft
2. Arbeitsmigration und Wirtschaft
3. Arbeitsmigration und Politik
4. Arbeitsmigration und junge Generation
15.30-16.00 Kaffeepause
16.00-17.00 Fortsetzung der Arbeit in den Gruppen
17.00-18.00 Fahrt nach Breslau
18.15 Präsentation der Ergebnisse und Reaktion durch Vertreter der Stadt
19.30 Abendessen in Breslau
22.00 Rückfahrt nach Kreisau

Sonntag, 11. Mai 2008
08.00-09.00 Frühstück
09.00-10.30 Abschluss – Außenkommentare zur Konferenz aus Bulgarien, der Ukraine und Großbritannien, anschließend Diskussion
10.30 – 11.00 Kaffeepause
11.00-12.00 Ökumenischer Gottesdienst
12.30 Mittagessen
Abreise der Teilnehmer

Information und Anmeldung:
Dominik Kretschmann
Stiftung Kreisau für europäische Verständigung
Krzyżowa 7
PL 58-112 Grodziszcze
Tel.: +48-74-8500 251
Fax.: +48-74-8500 305
 d.kretschmann(at)krzyzowa.org.pl

 

Grenze–Granica. Die deutsch-polnische Grenze im 20. und 21. Jahrhundert. Deutsch-polnische Begegnung in Sankelmark (06.06.-08.06.2008)

Veranstalter: Akademia Baltica,  www.academiabaltica.de

Mit der Erweiterung des Schengen-Raumes um neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewinnt die Oder-Neiße-Grenze eine neue Qualität. Die Aufhebung der Grenzkontrollen Ende 2007 eröffnet ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Wir fragen nach dem Bedeutungswandel der Grenzen zwischen Deutschen und Polen - von der „blutenden Grenze“ in der Zwischenkriegszeit über die „Oder-Neiße-Friedensgrenze“ zwischen DDR und Volksrepublik Polen und die vielzitierten „Grenzen von 1937“ bis in die Gegenwart. Welche Rolle spielte und spielt die Grenze als trennendes, aber auch verbindendes Element? Geht mit der Grenzöffnung eine weitere Annäherung einher?

Bilanzen der Transformation in Polen. Interdisziplinäre Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts 2008 (05.09.-14.09.2008)

Veranstalter: Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
Tagungsorte: Darmstadt, Görlitz

Nach zwanzig Jahren Transformation in Polen, die das Land in allen Bereichen verändert hat, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Die unterschiedlichsten Disziplinen haben sich intensiv mit dem vielfältigen Wandel beschäftigt. Welche Erklärungsmodelle können sie heute anbieten? Inwieweit können die Methoden und Ergebnisse der Einzeldisziplinen auf andere Fächer übertragen und fruchtbar gemacht werden?
Die interdisziplinäre Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts will Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit geben, gemeinsam mit ausgewiesenen Fachleuten in einer offenen Atmosphäre voneinander zu lernen und miteinander zu diskutieren. Die Sommerschule beginnt in Darmstadt. Eine Reise nach Görlitz dient dazu, Transformationslandschaften in Deutschland physisch zu „erfahren“. In Görlitz stehen unter anderem Gespräche und Exkursionen in der Grenzregion beiderseits der Neiße auf dem Programm.
Eingeladen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (fortgeschrittene Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs), die sich vom Thema „Bilanzen der Transformation in Polen“ angesprochen fühlen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird erwartet, dass sie durch Vorbereitung auf die Sommerschule und aktive Beteiligung an den Diskussionen zum Gelingen des Kurses beitragen. Die Übernahme eines Kurzreferats bzw. die Präsentation eigener Forschungsergebnisse zum Thema der Sommerschule in Absprache mit den Dozenten ist verpflichtend. Einleitende Basislektüre wird im Internet bereitgestellt. Zur Sommerschule gehören auch Exkursionen, Abendvorträge und ein Kulturprogramm. Die Seminarsprache ist deutsch (Englischkenntnisse erwünscht). Teilnehmerbeitrag: 150 € (für Teilnehmer aus Ländern Ostmitteleuropas: 75 €). Reise- und Übernachtungskosten sowie Verpflegung (teilweise) sind frei.
Bewerbung mit dem beigefügten  Formular bis zum 30.4.2008.
Thementage zu Zeitgeschichte, Politik, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft.
Ihre Mitwirkung haben u.a. zugesagt:
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Prof. Dr. Mirosława Grabowska, Prof. Dr. Wolfgang Schlott, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Jan Winiecki, Prof. Dr. Klaus Ziemer.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen.
Die Sommerschule wird gefördert von der  ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der  Deutschen Bank AG.

Weitere Informationen:
Dr. Peter Oliver Loew +49-6151-4202-17
 loew(at)dpi-da.de

Manfred Mack
+49-6151-4985-12
 mack(at)dpi-da.de