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Zwischen Böhmen, Polen und Deutschland. Das Glatzer Land im kulturellen Grenzgebiet. Tagung im Glatzer Land (24.04.-28.04.2008)

Veranstalter: Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung (gdpv), Münster/Westf.
Ort: Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka

Dem Glatzer Land kommt als Grenzgebiet eine besondere Rolle zu. Innerhalb der Kulturlandschaften Schlesiens findet es nicht immer die Beachtung, die ihm zukommen kann. Wenn man in Deutschland von Schlesien redet, so werden die Besonderheiten der sog. Grafschaft Glatz nicht automatisch berücksichtigt. Vielen Polen ist das Glatzer Land zwar als Kurregion bekannt, doch die Geschichtsträchtigkeit und das kulturelle Erbe dreier Völker sind recht unbekannt.
Dabei kann die Region um Glatzer auf viele kulturelle Einflüsse blicken. Die lange Zugehörigkeit zu Böhmen hat tiefe Spuren hinterlassen, die sehr stark die deutsche Bevölkerung geprägt haben – auch im konfessionellen Bereich. Die polnische Geschichte ist noch relativ kurz und begann nach 700-jähriger Unterbrechung erst wieder im Jahre 1945. In der letzten Zeit interessieren sich die polnischen Glatzer verstärkt für die Geschichte ihres Landes und schließen die deutsche Zeit bewusst ein.
Mit der mehrtägigen Veranstaltung soll aufgezeigt werden, wie sich Grenzlage und kultureller Austausch verbinden. Den verschiedenen Volkstraditionen, Geschichten und Mythen wird dabei nachgegangen. Was zur Zeit des Kommunismus in Vergessenheit geriet, kann heute neu entdeckt werden. So wird deutlich, wie die Bevölkerung der Region mit ihrer Geschichte umgeht und wie Initiativen – insbesondere seitens der jungen Generation – mit tschechischen und deutschen Nachbarn in Kontakt treten. Von besonderem Interesse sind Beispiele, wo die Glatzer mit ihren Nachbarvölkern über ihre (häufig schwierige) Vergangenheit reden und gemeinsame zukunftsweisende Maßnahmen ergreifen. Der unterschiedliche Umgang der Glatzer mit ihrer „kleinen Heimat“ wird besonders herausgestellt. Vor dem Hintergrund der zeitweise erheblichen Belastungen in den deutsch-polnischen Beziehungen sind solche Jugendprojekte und Begegnungsmaßnahmen für den Verständigungsprozess von großer Bedeutung. Dabei soll den jungen Teilnehmern auch verdeutlicht werden, wie die deutschen Heimatvertriebenen zur Verständigung beitragen können.
Die Veranstaltung ist eine populärwissenschaftliche Tagung, in der die Teilnehmer durch Impulsreferate an die Fragestellungen herangeführt werden. Es werden Referenten aus der Bundesrepublik Deutschlands und aus Polen zu unterschiedlichen Aspekten sprechen, die die Bereiche der Geschichte, Kultur, Volkstradition, Religion und der Begegnung junger Menschen mit den Nachbarn beleuchten. Anschließend wird es Gelegenheit zu Diskussionen und Austausch geben. Die Tagung wird durch eine thematische Exkursion in die Region und durch eine Gesprächsrunde mit der älteren Generation der deutschen Heimatvertriebenen und heimatverbliebenen Glatzern abgerundet.

PROGRAMM (Änderungen vorbehalten):

Donnerstag, 24. April 2008
Anreise der Teilnehmer; Begrüßung, Einführung, Vorstellungsrunde
Das Glatzer Land: Kurzeinführung – Dr. Michael Parak (Görlitz)

Freitag, 25. April 2008
Teil I: Das Glatzer Land: Geschichte und Geschichten
Die Geschichte des Glatzer Landes – Dr. Małgorzata Ruchniewicz (Breslau, angefragt)
Die Bedeutung und Entwicklung der Touristik im Glatzer Land - Dr. Thomas Przerwa (Breslau)
Legenden, Mythen und (fast) vergessene Geschichten aus dem Glatzer Land – Gregor Ploch (Ratingen)
Teil II: Grenzüberschreitende Maßnahmen im Glatzer Land
Die deutsch-polnisch-tschechische Verständigung im Glatzer Land am Beispiel der dreisprachigen Zeitschrift „Ziemia Kłodzka / Od Kladského pomezí / Glatzer Bergland“ – Julian Golak (Glatz/Breslau), angefragt
Polnische und tschechische Lokalbevölkerung in der „Euroregion Glaciensis“ – Prof. Dr. Lesław Koćwin (Breslau)

Samstag, 26. April 2008
„Auf den Spuren des kulturellen Erbes des Glatzer Landes“
(Ganztägige Exkursion durch das Glatzer Land. Geplant sind folgende Stationen: Habelschwerdt, Grafenort, Rengersdorf, Glatz, Albendorf sowie das Kloster Braunau in Böhmen).
Abends: „Verständigung von jung und alt“ Eine Gesprächsrunde mit den deutschstämmigen und heimatvertriebenen Glatzern

Sonntag, 27. April 2008
Heilige Messe, Resümee und Abschlussdiskussion (N.N.)
Mittagessen und Abreise der Teilnehmer

Weitere Informationen bei:
gdpv
Ermlandweg 22
D-48159 Münster / Westf.
Tel.: +49 (0) 251 / 49 04 792
Fax: +49 (0) 251 / 42 0 12
Internet:  www.gdpv.de
Mail:  kontakt(at)gdpv.de

 

Das Jahrbuch als Heimatkompendium. Tagung für Autoren, Herausgeber, Ortschronisten und Familienforscher (02.05.-03.05.2008)

Veranstalter: Oberschlesisches Landesmuseum
Veranstaltungsort: Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71 in 40883 Ratingen (Hösel)

Seit 1985 gibt die Stiftung Haus Oberschlesien das  Oberschlesische Jahrbuch (OSJB) heraus, zuletzt erschien Band 21/22 (2005/2006). Über viele zukunftsgewandte Fragen gilt es nachzudenken und zu diskutieren. Bei der Tagung soll daher über die Funktion eines solchen Kompendiums, die verschiedenen Erwartungshaltungen und Bedürfnisse gesprochen werden. In Berichten der Herausgeber werden neue Themen angesprochen und können Anregungen in die weitere Themenplanung einfließen. Der Vergleich mit anderen Reihen macht die Bedeutung des OSJB im In- und Ausland deutlich. Für Ortschronisten und Familienforscher ist der aktuelle Sachbericht insbesondere aus polnischen Archiven mit den dortigen Arbeitsbedingungen weiterführend. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs werden das OSJB und seine Herausgeber bekannt gemacht, und gemeinsam können Beiträge abgesprochen werden. Die Arbeitstagung wird unterstützt von der Staatskanzlei  Nordrhein-Westfalen.
Unterkunft: Übernachtungsmöglichkeiten auf Anfrage
Kosten: Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro
Leistungen: Der angegebene Tagungsbeitrag umfasst die Teilnahme an allen Vorträgen sowie die Pausengetränke und die Verpflegung.

Programm (Änderungen vorbehalten)

Freitag, 02. Mai 2008
Anreise der Teilnehmer
Gruppensitzungen
14:00-18:00 Besprechung des Herausgeberkollegiums
14:00-18:00 Besprechung der Arbeitsgruppe Ortschronisten/Heimatforscher
18:00-19:00 Abendessen
19:00-20:00 Vorstellungsrunde
20:00-21:30 Führung durch das Oberschlesische Landesmuseum und die Stiftung Haus Oberschlesien, Fachinformationszentrum

Samstag, 03. Mai 2008
Plenartagung
09:00 Begrüßung Dr. Stephan Kaiser, Ratingen, Direktor Stiftung Haus Oberschlesien
09:15 Einführung N.N. Herausgeberkollegium Oberschlesisches Jahrbuch
09:30-10:15 Dr. Wolfgang Kessler, Herne, Schlesische Periodika. Geschichte und Gegenwart. Darstellung unter besonderer Berücksichtigung der Bestände der Martin-Opitz-Bibliothek, Herne
10: 15- 10:30 Pause
10:30-11:15 Dr. Eckhard Bolenz, Bonn, Moderne Heimatbücher an Beispielen von Periodika aus dem Rheinland oder Westfälischer Heimatbund
11:15-12:00 Dr. Peter Chmiel, Das Heimatbuch in Polen. Überblick und Tendenzen. Ein Forschungsüberblick
12:00-13:15 Mittagspause
13:15-14:00 Dr. Piotr Greiner, Kattowitz/Katowice, Das Staatsarchiv Kattowitz
14:00-14:30 Kaffeepause
14:30-15:15 Dr. Piotr Górecki (Gleiwitz), Die genealogische Forschung auf der Quellenbasis der schlesischen Diözesanarchive
15:15-16:00 Zusammenfassung, Ergebnisse der Tagung, Abschlussdiskussion
Ende der Tagung

Kontakt und Information:
Oberschlesisches Landesmuseum / Stiftung Haus Oberschlesien
Bahnhofstr. 62/71, 40883 Ratingen
Tel.: 02102/965-0
Fax: 02102/965-400
e-mail:  info(at)oslm.de
 www.oslm.de

 

Arbeitsmigration in Mittel- und Osteuropa. Maikonferenz der Stiftung Kreisau 2008 (09.05.-11.05.2008)

Veranstalter: Stiftung Kreisau für europäische Verständigung
Ort: Kreisau / Krzyżowa

Anlässlich der Wahlen zum polnische Parlament, dem Sejm, im Herbst 2007 konnte man in den Abendnachrichten beeindruckende Schlangen vor den polnischen Auslandsvertretungen in Großbritannien und Irland sehen. Viele tausende Polen, zumeist jüngere Menschen, warteten geduldig, um ihre Stimme abgeben zu können.
Diese Bilder veranschaulichten das Ausmaß der Arbeitsmigration in den Jahren seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union. Und das Phänomen lässt sich – in unterschiedlichen Intensitäten – auch in den meisten anderen Ländern, die 2004 bzw. 2007 der EU beigetreten sind, beobachten.
Während der diesjährigen, XIX. Maikonferenz – seit 1989 die traditionelle „Jahrestagung“ der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung -  wollen wir zur intensiven Beschäftigung mit dem Thema der aktuellen Arbeitsmigration einladen.
Wer geht, wer kommt (zurück) und was sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer solch massiven Wanderung.
Gemeinsam mit dem Centrum für angewandte Politikforschung (München) und dem Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Breslau / Wocław haben wir eine Tagung vorbereitet, die durch Vorträge von Experten, Diskussionen und Arbeit in thematischen Gruppen einen intensiven Austausch und die Formulierung von Handlungsempfehlungen ermöglichen wird, die wir am Ende der Tagung Politikern der Stadt übergeben wollen.

Freitag, 9. Mai 2008
Anreise
Mittagessen (fakultativ)
14.00 – 14.10 Begrüßung der Teilnehmer durch die Veranstalter
14.10 – 14.40 Einführung ins Thema „Identität, Werte, Migration“, Prof. Dr. Rita Süßmuth (angefragt)
14.40-15.40 Arbeitsmigration in den Beitrittsländern
„Wer geht, wer kommt, wer fehlt”, Migrationsforschungszentrum der Universität Warschau, N.N.
15.40-16.00 Kaffeepause
16.00-17.00 Erfahrungen mit der Arbeitsmigration in der Oppelner Woiwodschaft           seit 1990, Prof. Dr. Romuald Jończy, Universität Oppeln
17.00-18.00 Identität und Mobilität oder „Die Weite des Horizonts“ im Kreisauer Kreis, Annemarie Franke, Stiftung Kreisau
Abendessen
20.00 Film „Droga Molly/ Molly’s way” anschließend Diskussion mit der Regisseurin Emily Atef

Samstag, 10. Mai 2008
09.00-09.30 Arbeitsmigration und ihre Auswirkungen:  Beispiel Breslau, Dominik Golema, Stadtverwaltung Breslau
09.30-10.30 Arbeitsmigration D-PL, PL-D, Europäisches Migrationsnetzwerk, N.N.; Tomasz Dąbrowski , Polnisches Institut Berlin
10.30-11.00 Kaffeepause
11.00-12.00 Arbeitsmigration europäisch betrachtet, Vertretung der Europäischen Kommission in Polen,  Józef Pinior MdEP, N.N.
12.30 Mittagessen
14.00- 15.30 Arbeit in den Kleingruppen:
1. Arbeitsmigration und Gesellschaft
2. Arbeitsmigration und Wirtschaft
3. Arbeitsmigration und Politik
4. Arbeitsmigration und junge Generation
15.30-16.00 Kaffeepause
16.00-17.00 Fortsetzung der Arbeit in den Gruppen
17.00-18.00 Fahrt nach Breslau
18.15 Präsentation der Ergebnisse und Reaktion durch Vertreter der Stadt
19.30 Abendessen in Breslau
22.00 Rückfahrt nach Kreisau

Sonntag, 11. Mai 2008
08.00-09.00 Frühstück
09.00-10.30 Abschluss – Außenkommentare zur Konferenz aus Bulgarien, der Ukraine und Großbritannien, anschließend Diskussion
10.30 – 11.00 Kaffeepause
11.00-12.00 Ökumenischer Gottesdienst
12.30 Mittagessen
Abreise der Teilnehmer

Information und Anmeldung:
Dominik Kretschmann
Stiftung Kreisau für europäische Verständigung
Krzyżowa 7
PL 58-112 Grodziszcze
Tel.: +48-74-8500 251
Fax.: +48-74-8500 305
 d.kretschmann(at)krzyzowa.org.pl

 

300 Jahre Ritterakademie in Liegnitz (Legnica) (31.05.2008)

Veranstalter: Wissenschaftlicher Arbeitskreis der Liegnitzer Sammlung Wuppertal; Vereinigung ehemaliger Ritterakademisten zu Liegnitz, bergische Universität Wuppertal
Ort: bergische Universität Wuppertal, Campus Haspel, Haspeler Straße 27, Schustersaal
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Siegfried Maser; Prof. Dr. Hubert Unverricht

Zur Gründung der Ritterakademie in Liegnitz

Am 11. November 1708 wurde die Ritterakademie in Liegnitz mit einer Rede des Landeshauptmanns und des ersten Professors auf der Burg in Liegnitz und unter großer Beteiligung der Liegnitzer Bevölkerung feierlich eingeweiht.

Zur Würdigung dieses für Liegnitz, Schlesien und die Nachbargebiete bedeutungsvollen Ereignisses laden die Veranstalter zu einem öffentlichen wissenschaftlichen Symposium in die Bergische Universität Wuppertal ein. In fünf Vorträgen wird die Geschichte der Ritterakademie in Liegnitz von der Gründung bis zu ihrem Ende im Jahre 1945 und die weitere Nutzung der Gebäude bis heute vorgestellt werden.

Um Anschluss an die Geschichte der Liegnitzer Piastenherzöge zu finden, ist es notwendig, sechs Jahrzehnte vor den Gründungstermin zurück zu gehen. Im Jahre 1646 gründete Herzog Georg Rudolf von Liegnitz (1602-1653) als kinderloser Witwer aus seinem Privatvermögen die St. Johannesstiftung zur Erhaltung evangelischer Kirchen und Schulen. Nach seinem Tode und dem des letzten Piasten Georg Wilhelm (1672-1675) zog Kaiser Leopold I. das gesamte Fürstentum als erledigtes Lehen ein, auch die St. Johannesstiftung  zurück, verbunden mit dem Vorschlag an die evangelischen Stände des Fürstentums, mit den Mitteln der Stiftung eine konfessionell paritätisch organisierte Ritterakademie in Liegnitz zu gründen. Der Adel des Fürstentums und die Stadt Liegnitz stimmten gern zu. Unterrichts- und Wohnräume konnten in den vorhandenen Häusern des Johannesstifts eingerichtet werden. Damit waren wichtige Voraussetzungen für die Gründung der Ritterakademie in Liegnitz bereits erfüllt.

G.K.

Lit. Prof. Dr. Pfudel: Geschichte der Königl. Ritterakademie zu Liegnitz,. Mitteilungen des Geschichts- und Altertums-Vereins für die Stadt und das Fürstentum Liegnitz, Zweites Heft, für 1906 bis 1908, S. 79 ff.
Gerhard Kaske, Horst Hiller Liegnitz, Die schlesische Gartenstadt, Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn 1992, S.103

 

Programm

10.00 Uhr          
Begrüßung:
Univ.-Prof. Dr. Volker Ronge, Rektor der Bergischen Universität Wuppertal
Ursula Schulz, Bürgermeisterin der Stadt Wuppertal
Dr. Gerhard Kaske, Vors. d. Wissensch. Arbeitskr. Liegnitzer S. Wuppertal
Wilfried v. Korn, Vors. d. Vereinig. ehem. Ritterakademisten zu Liegnitz
10.45 Uhr          
Vorträge:
Univ.-Prof. Dr. Norbert Conrads:  Gründung und Bedeutung der Ritterakademie in habsburgischer Zeit
11.30 Uhr          
Dr. Peter Mainka: Änderungen durch die preußische Regierung ab 1740/41
12.15 Uhr          
Pause: Besuch der Ausstellung, kleiner Imbiss
12.45 Uhr          
Vorträge:
Univ.-Prof. Dr. Hubert Unverricht:  Musik und Musikpflege. Ein Überblick.
13.15 Uhr          
Studiendirektor Eberhard Hönig: Ende und Auflösung der Ritterakademie (1943-1947)
13.45 Uhr          
Univ.-Prof. Dr. Edward Bialek: Die Nutzung des Gebäudes der Ritterakademie seit 1945
14.15 Uhr          
Ausstellung:
Theodor Blätterbauer (1823-1906): Liegnitzer Motive des Zeichenlehrers an der Ritterakademie
Elfriede Springer (1886-1959): Motive der Ritterakademie

 

Grenze–Granica. Die deutsch-polnische Grenze im 20. und 21. Jahrhundert. Deutsch-polnische Begegnung in Sankelmark (06.06.-08.06.2008)

Veranstalter: Akademia Baltica,  www.academiabaltica.de
Veranstaltungsort: Sankelmark (bei Flensburg)
Tagungsvorbereitung und -leitung: Karoline Gil, Dr. Christian Pletzing, Akademieleiter

Mit der Erweiterung des Schengen-Raumes um neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewinnt die Oder-Neiße-Grenze eine neue Qualität.
Die Aufhebung der Grenzkontrollen Ende 2007 eröffnet ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Die Grenze zwischen Polen und Deutschland war jahrzehntelang ein umstrittenes Politikum.
In der Weimarer Republik wurde die im Versailler Vertrag gezogene neue Ostgrenze Deutschlands als "blutende Grenze" bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zelebrierten die DDR und die Volksrepublik Polen an der "Oder-Neiße-Friedensgrenze" eine vordergründige Freundschaft. Dagegen gab es in der Bundesrepublik heftige Auseinandersetzungen um eine Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze an Oder und Neiße. Erst der 2+4-Vertrag sowie der Nachbarschaftsvertrag von 1991 lösten das Problem. Bei allen Auseinandersetzungen machten sich beide Seiten selten bewusst, dass gerade das deutsche Wort "Grenze" die Nachbarn verbindet: Es ist eines der wenigen polnischen Lehnwörter im Deutschen. Wir fragen nach dem Bedeutungswandel der Grenzen zwischen Deutschen und Polen bis in die Gegenwart. Welche Rolle spielte und spielt die Grenze als trennendes, aber auch verbindendes Element? Geht mit der Grenzöffnung eine weitere Annäherung einher?

Programm:

Freitag, 6. Juni 2008
ab 15 Uhr Anreise
15.30 Uhr Kaffee
16.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Dr. Christian Pletzing, Lübeck; Karoline Gil, Leipzig
16.30 Uhr Die deutsch-polnische Grenze im Prozess der europäischen Integration Dr. Marzenna Guz-Vetter, Berlin-Warszawa
18.00 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Die Oder als historischer Grenzfluss Uwe Rada, Berlin

Samstag, 7. Juni 2008
9.00 Uhr Der "polnische Grenzstreifen": Pläne einer deutsch-polnischen Grenze während des Ersten Weltkrieges Christhardt Henschel, Leipzig
10.30 Uhr Kaffee
11.00 Uhr Die deutsch-polnische Grenze in Oberschlesien 1922-1939 Dawid Smolorz, Gleiwitz/Gliwice
12.30 Uhr Mittagessen
15.00 Uhr Westdeutsche Wahrnehmungen der Oder-Neiße-Grenze in den Debatten um die Kartendarstellung des geteilten Deutschlands (1956-1972) Dr. Christian Lotz, Leipzig-Berlin
16.30 Uhr Kaffee
17.00 Uhr Die "Oder-Neiße-Friedensgrenze" zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen Dr. Burkhard Olschowsky, Oldenburg
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr "Lichter". Ein Film von Hans-Christian Schmid 

Sonntag, 8. Juni 2008
9.00 Uhr Die deutsch-polnische Grenze aus der Sicht der Vertriebenenverbände Dr. Matthias Stickler, Würzburg
10.30 Uhr Kaffee
11.00 Uhr Die deutsch-polnische Grenze von der deutschen Einheit bis zum EU-Beitritt Polens Dr. Andrea Hentz, Hamburg
12.15 Uhr Schlussdiskussion
12.30 Uhr Mittagessen, anschließend Abreise

Download des Tagungsprogramms:
 http://www.academiabaltica.de/files/2008-26-08_programm_y.pdf

Die Academia Baltica
Concordia domi foris pax - Eintracht im Innern und Friede im Äußern: Der Mahnung verpflichtet, mit der das Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, leistet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes ihren Beitrag zu europäischem Miteinander. Die Dynamik des Ostseeraumes öffnet Europa neue Chancen. Mit jährlich über 30 Veranstaltungen vermittelt die Academia Baltica Wissen und Erfahrung der nordischen Staaten und der neuen Mitglieder der Europäischen Union.

Anreise
Die Akademie Sankelmark liegt nahe der deutsch-dänischen Grenze 9 km südlich von Flensburg am Nordufer des Sankelmarker Sees. Autofahrer verlassen die Autobahn Hamburg-Flensburg an der Abfahrt Tarp in Richtung Sörup und halten sich gleich darauf am Kreisel auf der Bundesstraße 76 in Richtung Flensburg. Nach 6 km weist ein Schild linksab zur Akademie. - Bahnreisende fahren bis zum Bahnhof Flensburg, nehmen von dort ein Taxi (etwa 13 EUR) oder gehen ein Stück zu Fuß linkerhand den Hang aufwärts zur Haltestelle für den Bus nach Schleswig/Kiel oder Tarp/Eggebek. Die Akademie hat eine eigene Haltestelle.

Teilnahme
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 90,-- EUR, für Schüler, Studenten (bis 30 Jahre) und Arbeitslose 45,-- EUR. Der Zuschlag für ein Einzelzimmer beträgt 14,30 EUR. Für Teilnehmer aus Polen beträgt die Gebühr 35,-- EUR, Schüler und Studenten aus Polen zahlen 18,-- EUR. Im Preis enthalten sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und das Programm. Gäste ohne Übernachtung zahlen die Hälfte der Tagungsgebühr. Anmeldeschluss ist der 17.5.2008. Mit der Bestätigung erhalten Sie nach dem Anmeldeschluss weitere Informationen zur Anreise und Unterbringung. Bitte zahlen Sie Ihren Teilnehmerbeitrag bei der Anreise. Erfolgt eine Abmeldung später als vier Tage vor Beginn der Tagung oder erscheinen Sie nicht, müssen wir Ihnen die entstehenden Kosten berechnen. Gästen aus Polen können wir die Reisekosten erstatten. Wir bitten die Gäste, die Reisekosten so niedrig wie möglich zu halten und sich rasch zu melden. Eine Förderung durch das Bundesministerium des Innern ist beantragt. Unsere Tagungsnummer ist 26-08.

ANMELDUNG:
Academia Baltica
Hoghehus, Koberg 2, 23552 Lübeck
Telefax +49(0)451-39694-25
 office(at)academiabaltica.de
 www.academiabaltica.de

 

Bilanzen der Transformation in Polen. Interdisziplinäre Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts 2008 (05.09.-14.09.2008)

Veranstalter: Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
Tagungsorte: Darmstadt, Görlitz

Nach zwanzig Jahren Transformation in Polen, die das Land in allen Bereichen verändert hat, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Die unterschiedlichsten Disziplinen haben sich intensiv mit dem vielfältigen Wandel beschäftigt. Welche Erklärungsmodelle können sie heute anbieten? Inwieweit können die Methoden und Ergebnisse der Einzeldisziplinen auf andere Fächer übertragen und fruchtbar gemacht werden?
Die interdisziplinäre Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts will Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit geben, gemeinsam mit ausgewiesenen Fachleuten in einer offenen Atmosphäre voneinander zu lernen und miteinander zu diskutieren. Die Sommerschule beginnt in Darmstadt. Eine Reise nach Görlitz dient dazu, Transformationslandschaften in Deutschland physisch zu „erfahren“. In Görlitz stehen unter anderem Gespräche und Exkursionen in der Grenzregion beiderseits der Neiße auf dem Programm.
Eingeladen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (fortgeschrittene Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs), die sich vom Thema „Bilanzen der Transformation in Polen“ angesprochen fühlen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird erwartet, dass sie durch Vorbereitung auf die Sommerschule und aktive Beteiligung an den Diskussionen zum Gelingen des Kurses beitragen. Die Übernahme eines Kurzreferats bzw. die Präsentation eigener Forschungsergebnisse zum Thema der Sommerschule in Absprache mit den Dozenten ist verpflichtend. Einleitende Basislektüre wird im Internet bereitgestellt. Zur Sommerschule gehören auch Exkursionen, Abendvorträge und ein Kulturprogramm. Die Seminarsprache ist deutsch (Englischkenntnisse erwünscht). Teilnehmerbeitrag: 150 € (für Teilnehmer aus Ländern Ostmitteleuropas: 75 €). Reise- und Übernachtungskosten sowie Verpflegung (teilweise) sind frei.
Bewerbung mit dem beigefügten  Formular bis zum 30.4.2008.
Thementage zu Zeitgeschichte, Politik, Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft.
Ihre Mitwirkung haben u.a. zugesagt:
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Prof. Dr. Mirosława Grabowska, Prof. Dr. Wolfgang Schlott, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Jan Winiecki, Prof. Dr. Klaus Ziemer.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen.
Die Sommerschule wird gefördert von der  ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der  Deutschen Bank AG.

Weitere Informationen:
Dr. Peter Oliver Loew +49-6151-4202-17
 loew(at)dpi-da.de

Manfred Mack
+49-6151-4985-12
 mack(at)dpi-da.de