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Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen an Schöne, Ilkosz und Kreisau

Am vergangenen Samstag, dem 24 Oktober wurde in Braunschweig zum 32. Mal der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen verliehen. Der 1977 ins Leben gerufene Preis hat seit 1991 deutsch-polnischen Charakter. Der Niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann überreichte die mit 4.000 Euro dotierten Hauptpreise der Schriftstellerin Rotraud Schöne und dem Direktor des Architekturmuseums Breslau, Dr. Jerzy Ilkosz.

Der Innenminister hob bei der Verleihung im Staatstheater Braunschweig vor 400 Gästen aus beiden Ländern insbesondere die Sonderpreisträger, die Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau und die Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau hervor. Kreisau sei der Ort des deutsch-polnischen und des europäischen Dialogs. "Das Gut Kreisau als geistiges Zentrum des deutschen Widerstandes gegen das Nazi-Regime steht heute als Symbol für Völkerverständigung und ein gemeinsames Europa in Freiheit und Aussöhnung", sagte der Minister.

Am 12. November wird in Kreisau der 20. Jahrestag der historischen Versöhnungsmesse begangen. Im Rahmen der ersten umfangreichen polnisch-bundesdeutschen Regierungskonsultationen, die Bundeskanzler Kohl wegen des Mauerfalls zuvor kurz unterbrochen hatte, waren die Delegationen und die beiden Regierungschefs Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl vom Oppelner Bischof Alfons Nossol zu einer Messe auf dem Gut des 1944 hingerichteten deutschen Widerständlers Helmut James Graf Moltke eingeladen. Die Bilder vom Friedensgruß der beiden Politiker gingen um die Welt. Zugleich wurde die Errichtung einer europäischen Begegnungsstätte in Kreisau beschlossen.

In der Pressemitteilung des Landes heißt es über die Hauptpreisträger: "Frau Rotraud Schöne wurde in Görlitz geboren. Sie hat in ihrem Gesamtwerk Schlesien mit seinen Menschen und ihrer reichhaltigen Kultur ein Denkmal gesetzt, indem sie ihre Erfahrungen aus Kindheit, Jugend und aus den späteren Besuchen in der niederschlesischen Heimat einbringt. Herr Dr. Jerzy Ilkosz, geboren in Frankenstein [Ząbkowice Śląskie, M.E.], ist Direktor des Architekturmuseums Breslau und hat sich der Sichtung und Pflege des schlesischen, polnischen und internationalen architekturgeschichtlichen Erbes gewidmet. Seine im Jahre 2005 erschienene Publikation über die Breslauer Jahrhunderthalle, die heute zum Weltkulturerbe gehört und das sie umgebende Ausstellungsgelände ist die erste umfassende Dokumentation dieses Bauwerks."

Plakat zur Ausstellung 

WIE NEUBÜRGER UND ALTEINGESESSENE ZUEINANDER FANDEN
Große Landesausstellung "Ihr und Wir. Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg" 
13.11.2009-22.08.2010

Kein Bollerwagen, kein Rucksack, kein Lager: Mit der Großen Landesausstellung "Ihr und Wir. Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg" geht das Haus der Geschichte bewusst  neue Wege. Nicht der Leidensweg von Flucht und Vertreibung soll im Vordergrund stehen, sondern das Ankommen der Menschen in der neuen Heimat. Die Schau ist vom 13. November 2009 bis zum 22. August 2010 im Haus der Geschichte zu sehen.
Mehr als 1,5 Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in den deutschen Südwesten. Für die Neubürger war es ein enormer Kraftakt, sich in der fremden Umgebung zurechtzufinden und dauerhaft Fuß zu fassen. Und für die Alteingesessenen war es eine beispiellose Herausforderung, in harten Nachkriegszeiten die zahlreichen Entwurzelten aufzunehmen. Welten prallten aufeinander. Wie sich aus diesen beiden Teilgruppen dennoch eine neue Gesellschaft formte, das beschreibt die Ausstellung "Ihr und Wir. Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg" im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. "Wir wollen nicht den ungezählten Ausstellungen zu Flucht und Vertreibung mit den immer wieder gleichen Bildern und Exponaten eine weitere hinzufügen", sagt Paula Lutum-Lenger, Ausstellungsleiterin des Museums zum wissenschaftlichen Ansatz. “Uns interessiert statt dessen: Wie ging das weiter?” Schon wenige Monate nach der Ankunft der Flüchtlinge habe beispielsweise Pfarrer Heinrich Magnani in Hettingen mit Lehmziegeln eine neue Siedlung für die Vertriebenen gebaut. Der Architekt war Egon Eiermann.

Am Anfang stand der Konflikt
Mit seiner Weitsicht und Tatkraft war der Kirchenmann im Nordbadischen seiner Zeit voraus, ansonsten war der Anfang mühsam. “Das Gelingen könnt Ihr nur zusammen mit den Neuangekommenen zustande bringen. Die Bewältigung dieser Aufgabe ist ein Teil unseres neuen Aufbaus.” Eine Mischung aus Appell und Befehl steckte in den Worten von Theodor Eschenburg, der 1946 als Landeskommissar für das Flüchtlingswesen in Württemberg-Hohenzollern in einem Merkblatt die Bewohner ansprach. Dem späteren Universitätslehrer und Publizisten Eschenburg war offenbar klar, wie schwer dieser gemeinsame Aufbau werden würde. Denn die Probleme waren allzu deutlich und in vielen Bereichen Konflikte somit vorprogrammiert: durch das Aufeinandertreffen verschiedener Konfessionen und unterschiedlicher kultureller Traditionen, durch die Zwangseinweisung Vertriebener in Häuser und Wohnungen oder durch die Konkurrenz um Chancen und Arbeitsplätze. Willy Bettinger, ebenfalls Flüchtlingskommissar, beschrieb 1947 in einer Radiosendung die Lage der Neubürger, die in Privatwohnungen eingewiesen worden waren,  so: "Sie dürfen keine Besucher empfangen ... sie dürfen nicht singen ...  Sie dürfen nicht, sie dürfen nicht!  Dürfen sie überhaupt leben?" Die Einheimischen hielten dagegen und beschwerten sich über die Vertriebenen: "Sie laufen den ganzen Tag wie beleidigt herum, und nichts ist ihnen recht." Gelegentlich kam es sogar zu Handgreiflichkeiten. Laut einer Pressemeldung vom April 1948 verprügelte ein Ulmer Bürger eine Flüchtlingsfrau, die bei ihm wohnte. Erst der Bau neuer Siedlungen entschärfte das Problem.

Erfolge im Kleinen
War noch 1961 jeder fünfte Baden-Württemberger ein Vertriebener oder ein Flüchtling, so ist  die Integration der Heimatvertriebenen als Besonderheit der Landesgeschichte heute weitgehend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Die Ausstellung "Ihr und Wir" zeigt auf, wo und wie Vertriebene und Alteingesessene aufeinander trafen. Beispiele für solche Begegnungsfelder sind neben dem Wohnen die politische Partizipation, die Arbeitswelt, die Familie, die Vereine oder die Kirchen. In den insgesamt 28 Ausstellungsvitrinen werden diese zunächst theoretischen Begriffe in lebendige Geschichten übersetzt. Diese machen deutlich, wie sich der Südwesten durch die Neubürger veränderte. Ein Beispiel ist die Erfolgsgeschichte des 1920 im oberschlesischen Oppeln geborenen Handballers Bernhard Kempa. Mit Kempa als Spieler und Trainer erlebte das Team von Frisch auf Göppingen einen ungeahnten Aufstieg bis hin zum Gewinn des Europapokals im Jahre 1960. Unspektakulär, aber dennoch bemerkenswert ist eine Begebenheit aus Nürtingen: Dort blieben viele katholische Heimatvertriebene nach dem Gottesdienst zum Gespräch vor der Kirche beisammen. Die Einheimischen hatten für diese Art von Gemeindeleben zunächst wenig Verständnis. Als im Jahr 1957 aber die neue Nürtinger Kirche eingeweiht wurde, befand sich an der Kirchenfront ein langes Vordach. Zuvor hatte das Neubauprojekt, zum guten Teil von den Gemeindemitgliedern durch Spenden finanziert, die bunt zusammengewürfelten Nürtinger Katholiken einander näher gebracht.
Im Ergebnis war der langwierige, schwere und komplizierte Prozess der Integration also erfolgreich und fruchtbar - er kann sogar für aktuelle und künftige Integrationsprobleme sensibilisieren. Wie nötig das ist, wird in einem Extraraum der Ausstellung herausgearbeitet. Dort werden beispielhaft die Schicksale von Menschen aus aller Welt vorgestellt, die jüngst kriegs- und krisenbedingt aus ihrer Heimat vertrieben wurden und heute im Südwesten leben.

Identitäten wandeln sich
Der gelungene Integrationsprozess im Südwesten spiegelt sich auch im Wandel der Identitäten wider. Wer oder was sind diejenigen heute, die vor Jahrzehnten noch als “Vertriebene”, “Neubürger”, “Flüchtlinge” oder “Alteingesessene” galten - teils, weil sie sich selbst so nannten, teils, weil andere sie so bezeichneten? Als richtiger Weg zu einer neuen, gemeinsamen Identität erwiesen sich Wohnbauprojekte wie die Karlsruher Waldstadt, die bewusst Menschen verschiedenster Herkunft mischten. Dort bezeichneten sich die Bewohner schon Mitte der 60er Jahre selbstbewusst als “Waldstädter”. Und heute ist fast in Vergessenheit geraten, wer einmal woher kam.

Veranstalter:
Die Große Landesausstellung "Ihr und Wir. Integration der Heimatvertreibenen in Baden-Württemberg" ist eine Kooperation vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart mit dem Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IDGL) in Tübingen.

Ausstellungsort:
Haus der Geschichte, Untergeschoss und Galerieraum

Öffnungszeiten:
täglich (außer montags) 10 bis 18 Uhr. Dauerausstellung donnerstags bis 21 Uhr.

Besucherdienst:
0711.212.39.89,  besucherdienst(at)hdgbw.de

Stipendium: "Grenzgänger"
Robert Bosch Stiftung und Literarisches Colloquium
Berlin schreiben Recherchestipendien für Autoren aus

Bewerbungsfrist: 31. Oktober 2009

Wer Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder China entdecken will, wer eine deutschsprachige Veröffentlichung plant und auf Recherchereise Richtung Osten aufbrechen möchte, kann sich um Förderung bewerben. Gesucht werden Autoren, die Informationen aus erster Hand sammeln, authentische Orte besuchen wollen und einen eigenen Blick wagen. Die Veröffentlichungen sollen ein breites Publikum erreichen können, zu Diskussionen anregen und zu mehr Verständnis für die Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas und China beitragen.

*Willkommen sind literarische und essayistische Prosa, Foto(text)bände, Kinder- und Jugendbücher, aber auch Drehbücher für Dokumentarfilme und Hörfunkbeiträge.*

Es können pauschale Recherchestipendien in Höhe von 2.000 bis 10.000 € beantragt werden. Eine unabhängige Jury wählt aus den eingehenden Bewerbungen Projekte zur Förderung aus. Die "Grenzgänger" werden zudem darin unterstützt, ihre Werke in öffentlichen Veranstaltungen zu präsentieren.

Bewerbungen können bis zum 31. Oktober 2009 an das Literarische Colloquium Berlin e.V. gerichtet werden (Inga Niemann, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Telefon 030/816996-64, E-Mail: niemann@lcb.de).

Weitere Informationen, Bewerbungsunterlagen sowie Veröffentlichungen der bisher geförderten "Grenzgänger" finden Sie im Internet unter
 www.lcb.de/grenzgaenger und  www.bosch-stiftung.de/grenzgaenger

Stipendienprogramm "Go-East" für Praktika und Studienaufenthalte in
Mittel- und Osteuropa


Die HANIEL STIFTUNG in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien vergibt auch für das Sommersemester 2010 Stipendien für Studienaufenthalte bzw. Praktika in Mittel- und Osteuropa

Antragsfrist: 30.11.2009

Bewerbungen zu senden an:
Prof. Dr. Nikolaus Lobkowicz (ZIMOS, Ostenstr. 27, 85072 Eichstätt)

Für: Studierende der Wirtschaftswissenschaften, der Journalistik, und der (Zeit-)Geschichte ab dem 4. Sem.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des ZIMOS: Tel: 08421-931717, Fax: 08421-931780, E-Mail:  zimos(at)ku-eichstaett.de

 http://www1.ku-eichstaett.de/ZIMOS/stipen.htm

Ausschreibung des Förderprogramms für internationale Jugendprojekte EUROPEANS FOR PEACE.

EUROPEANS FOR PEACE ist ein Programm der Stiftung "Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft" und wird von MitOst e.V. durchgeführt.

Bis zum 15. Januar 2010 können sich Schul- und Jugendgruppen aus
Deutschland, Mittel-, Ost- Südosteuropa oder Israel mit einem
gemeinsamen Projektantrag zum Thema "Menschenrechte in Vergangenheit
und Gegenwart" bewerben.

Ausführliche Informationen zum Ausschreibungsthema sowie zur
Bewerbung unter  www.europeans-for-peace.de

Kontakt:
Juliane Tomann
Programmreferentin
Schillerstraße 57
10627 Berlin
Tel: +49 (0)30 3151 7477
Fax: +49 (0)30 3151 7471
 tomann(at)europeans-for-peace.de
 www.europeans-for-peace.de