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Żbikowski, Andrzej / Hryciuk, Grzegorz / Ruchniewicz, Małgorzata / Szaynok, Bożena: Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung 1939-1959
Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 1015
256 S.
Preis 6,-- €

Das Gemeinschaftswerk von vier jüngeren polnischen Zeithistorikerinnen und –historikern wurde mit dem kartographisch erfahrenen Warschauer Verlag Demart realisiert. Es behandelt die beiden dramatischen Jahrzehnte vom deutschen Überfall auf Polen samt sowjetischer Beteiligung 1939 bis zum Ende der Repatriierung der in die UdSSR deportierten Polen 1959 und enthält Rückblenden auf die 1930er Jahre. Im Vordergrund stehen dabei die unterschiedlichen, indes sämtlich von Zwangsmigration geprägten, Schicksale von Polen im Dritten Reich und in der Sowjetunion, von Juden im Zweiten Weltkrieg und im kommunistischen Nachkriegspolen, von Deutschen im Mitteleuropa der Jahre 1944-1948 sowie von Ukrainern unter deutscher Besatzung und in Volkspolen.
Zu beziehen über  http://www.bpb.de/

 

Feilert, Emil:
Görlitz als schlesischer Erinnerungsort in autobiographischen Romanen von Rotraud Schöne
Festeinband, 156 S.
Preis: 24,- €
ISBN 978-3-940310-77-4

Rotraud Schönes autobiographische Romane "Schlesisches Himmelreich" und "Von Schlesien westwärts" gehören zu ihren erfolgreichsten Werken. Sie stellen eine deutsche Familiensaga dar, in der die heute in Berlin lebende Autorin Görlitz zu einem bedeutenden Erinnerungsort gestaltet. Durch ihre realistischen, mit fiktiven Elementen geschickt bereicherten Schilderungen des schlesischen Familienlebens in der Weimarer Republik und in der nationalsozialistischen Zeit konnte sie eine breite Leserschaft gewinnen. Die dargestellte Wirklichkeit der Romane von Schöne ist eine Mischung aus Erlebtem und Fiktivem. Die hier analysierten Werke enthalten einen stark autobiographischen Ansatz, wurden aber aus der zeitlichen Distanz eines Erwachsenen zu seiner Kindheit und Jugend geschrieben. Der Schwerpunkt dieser Studie wird weder auf die Poetik noch die Ästhetik der besprochenen Romane gelegt, sondern auf deren historisch-sittliche Bezüge, wobei die Schicksale der Familie Herzberg vor dem historischen Hintergrund rekonstruiert werden

 

Zeitschrift Confinium. 3 (2008)
(Confinium. Materiały do historii Górnego Sląska. Beiträge zur Oberschlesischen Geschichte.).
 
"Confinium" versteht sich als „eine unabhängige Off-Initiative junger Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland, Polen und Tschechien. Die als Sammelband jährlich erscheinende Zeitschrift beschäftigt sich auf mikrogeschichtlicher Ebene und mit interdisziplinärer Perspektive mit der historischen Region Oberschlesien. Abseits der für die regionale Oberschlesienhistoriographie typischen Konzentrierung auf sozial-politische Ereignisse wird die Konstruktion Oberschlesiens thematisch und methodologisch offen und autonom gestaltet, wobei nach Möglichkeit bisher wenig beachteten Themenstellungen und Sichtweisen größere Beachtung geschenkt wird. Es werden neben wissenschaftlichen Studien und Quellentexten auch essayistische Beiträge sowie Übersichten oberschlesischer Archivbestände veröffentlicht.“
 
Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe (nur Artikel):

Andreas M. Smarzly: Kolonia Rajdyna w powiecie prudnickim jako przyklad osadnictwa fryderycjanskiego na lewym brzegu Odry (Die Kolonie Reitersdorf im Kreis Neustadt OS als Beispiel einer friderizianischen Siedlung links der Oder)

Arnulf Hein: Auf dem Weg zu einer Kreisziegenfarm. Ziegenzucht im Zeichen sozialer Kommunalpolitik im Kreis Tarnowitz (Ku powiatowej fermie koziej. Hodowla koz jako element komunalnej polityki spolecznej w powiecie tarnogorskim)

Gerzegorz Bebnik : Bytomscy „Afrikanie“. Przyczynek do udzialu Gornoslazakow w niemieckich podbojach kolonialnych (Die Beuthener „Afrikaner“. Ein Beitrag über die oberschlesischen Angehörigen der kaiserlichen Schutztruppen in Übersee)

Marius Urbanik : „Der Wahnsinn von Paris“. Die liberale Reichspresse und die oberschlesischen Schicksalsjahre („Paryskie szalenstwo“. Liberalna prasa niemiecka wobec przelomowych wydarzen na Gornym Slasku po 1918 r.)

Miroslaw Sikora: Gornoslaski Okreg Przemyslowy w prodkcji zbrojeniowej III Rzeszy (Oberschlesien als Standort der Rüstungsindustrie im Dritten Reich)

Tomasz Heller: Udzial ludnosci rodzimej w zyciu politycznym „Slaska Opolskiego“ w latach 1945-1948 (Beteiligung der Oberschlesier am politischen Leben im „Oppelner Schlesien“ 1945-1948)

Boguslaw Tracz: Obchody 70. rocznicy urodzin Jozefa Stalin w wojewodtzwie slaskim (Die Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag von Josef Stalin in der Wojewodschaft Schlesien)

Sebastian Rosenbaum: Operation „Posel“. Herbert Czaja im Visier des polnischen Sicherheitsdienstes (Operacja “Posel”. Herbert Czaja w polu widzenia Sluzby Bespieczenstwa PRL)

Gregor Ploch: Die Identität der Oberschlesier im Wandel. Gesellschaftspolitische Einflüsse auf die Selbstwahrnehmung der Oberschlesier seit 1945 (Tozsamosc Gornoslazakow w procesie zmiany. Spoleczno-polityczne wplywy na obraz wlasny Gornoslazakow od 1945 r.)

Tomasz Kurpierz: Katowice w okresie „karnawalu Solidarnosci“ w latach 1980-1981 (Kattowitz in der Periode des „Karnevals der Solidarnosc“ in den Jahren 1980 und 1981)
Außerdem: Quellen und Miscellanea.
 
In Polen kostet Confinium 30 PLN, in Deutschland 20 Euro, jeweils zuzüglich Versandkosten. Bestelladressen sind die Email-Adressen der Herausgeber,  confinium(at)online.de (Arnulf Hein),  confinium(at)wp.pl (Sebastian Rosenbaum)

 

Rösler, Andreas:
Wegweiser für genealogische und historische Forschungen in ehemals deutschen Siedlungsräumen im östlichen Europa. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V.

6. Aufl. 2009
515 S.
Preis: 24,80 €
ISBN: 978-3-929744-40-8
Bezug über Graphische Werkstätten Zittau,  info(at)gwz.io.

„Etwa jeder vierte Deutsche hat Vorfahren im östlichen Europa. Will er sich auf die Suche nach diesen begeben oder deren Herkunftsregion historisch erforschen, stößt er schnell an Grenzen. Genau hier setzt der vorliegende Wegweiser an. Allgemein und gegliedert nach den ehemaligen Siedlungsgebieten der Deutschen im östlichen Europa werden Hinweise zu genealogischen Vereinen und Forschungshilfen, Behörden, Archiven, wissenschaftlichen, kulturellen, kirchlichen und landsmannschaftlichen Institutionen, Verbänden und Bibliotheken aufgeführt, dazu eine Auswahl wichtiger Bibliographien, aktueller Literatur und kleinräumiger Landkarten.“ (Verlag)

Die im Selbstverlag erschienene, deutlich erweiterte 6. Auflage des Handbuchs bietet auf den Seiten 153-207 zahlreiche Hinweise für Familienforschung in Schlesien. Hilfreich für Familienforscher ist aber auch der Teil A mit allgemeinen Hinweise zu den ehemaligen deutschen Ostgebieten und den deutschen Siedlungsgebieten außerhalb des Reichs (S. 12-63). Eine wissenschaftliche Bibliographie wird man nicht erwarten dürfen. Die hier konzentrierten Kenntnisse engagierter Laien können aber im Einzelfall selbst für Historiker interessant sein. Gerade zu einzelnen Orten werden andernorts nicht nachgewiesene Findmittel genannt. Wertvoll sind insbesondere die Kontaktdaten von Familienforschern, die sich mit einzelnen Orten beschäftigen, und der Nachweis „grauer“ Literatur. Die Freude über die Vielfalt der hier zusammengetragenen Materialien wird durch ihre Uneinheitlichkeit und die zahllosen Abschreibfehler insbesondere bei Literatur- und Adressangaben in polnischer Sprache getrübt. Ein speziell auf Schlesien zugeschnittenes Hilfsmittel zu Recherchemöglichkeiten und Archiven bleibt ein Desiderat.

 

Opiłowska, Elżbieta:
Kontinuitäten und Brüche deutsch-polnischer Erinnerungskulturen
Band 1.
408 S.
Preis: 24,00 € / Subskriptionspreis bis 31.12.2009: 18,00 €
ISBN 978-3-940310-56-9

Den Schwerpunkt dieser Studie bildet die Geschichtspolitik in Görlitz und Zgorzelec, von der Teilung der Stadt und der Aufnahme der Vertriebenen über den Görlitzer Vertrag, die Freundschaftspropaganda und die Grenzöffnung der siebziger Jahre bis zur jüngsten Entwicklung zur Europastadt. Polnische und deutsche Archive, Erinnerungen und Tagebücher sowie biographische Interviews mit zwei Generationen der Bürger sind Grundlage der Darstellung.

 

Nemtsov, Jascha:
Oskar Guttmann und Alfred Goodman. Mit 9 Abbildungen.

Jüdische Miniatruen 89.
Verlag Hentrich & Hentrich 2009.
Teetz, Berlin.
62 S. Kartoniert.
Preis: 5,90 €
ISBN 978-3-941450-13-4  

Der Komponist, Synagogenmusiker und Musikschriftsteller Oskar Guttmann (1885-1943) und sein nicht minder begabter Sohn Alfred (1919-1999) konnten noch 1939 aus Nazi-Deutschland fliehen. Nachdem Oskar Guttmann in New York verstarb, geriet sein Schaffen in Vergessenheit, die meisten Musikwerke sind verschollen. Sein Sohn, der sich schon als Jugendlicher im Berliner Jüdischen Kulturbund vielfältig engagierte, startete in den USA zunächst eine Karriere als Komponist von Unterhaltungsmusik. In den 1960er Jahren kam er als Alfred Goodman zurück nach Deutschland. 

Titelbild: Schlesier in der DDR 

Parak, Michael (Hrsg.):
Schlesier in der DDR. Berichte von Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern
Görlitz: Schlesisches Museum 2009
137 S.
Preis: 8,00 EUR
ISBN 978-3-00-027299-8

 

Titelbild des Katalogs 

Rollenwechsel. Künsterlinnen in Schlesien um 1880 bis 1945
Katalog zur Sonderausstellung vom 05.09.2009 bis 28.02.2010
Schlesisches Museum zu Görlitz;
Preis: 39,90 €
ISBN  978-3-938583-44-9

Viel ist schon über Künsterlinnen geforscht worden, nur wenig jedoch über die Künsterlinnen in Schlesien. Der 150. Geburtstag der Breslauer Malerin Gertrud Staats (1859–1938) ist der Anlass für einen ersten Überblick über das erstaunlich breite Leistungssprektrum der in Schlesien wirkenden Künstlerinnen. Mittlerweise sind fast 600 Namen von Frauen bekannt, die zwischen 1880 und 1945 in Schlesien künstlerisch tätig waren.

 

Ilkosz, Jerzy:
Die Jahrhunderthalle und das Ausstellungsgelände in Breslau - das Werk Max Bergs.

Aus dem Polnischen übersetzt von Beate Störtkuhl.
München (R. Oldenbourg Verlag) 2006 ( = Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 28);
340 S.
Presi: 39,80 € 
ISBN 3-486-57986-X.

Die Breslauer Jahrhunderthalle wurde 1913 von Max Berg als Zentrum des zur "Jahrhundertfeier der Freiheitskriege" geschaffenen großzügigen städtischen Ausstellungsgeländes am Scheitniger Park errichtet. Sie gilt seit ihrer Entstehung als ein Meisterwerk des Neuen Bauens und wurde schnell zu einem Wahrzeichen Breslaus. Ilkoszs Werk ist die erste grundlegende Monographie über den Bau.Sie ordnet ihn auf Grundlage umfassender Quellenstudien ein in das kreative Umfeld, aus dem er erwuchs und das er noch zu weiteren Leistungen beflügelte, und in den konkreten Stadtraum, für den er entstand. Gute Gliederung und Lesbarkeit zeichnen die Darstellung aus. Der Band ist opulent bebildert. Die Übersetzung des 2005 als überarbeitete Fassung von Ilkosz' Dissertation bei Via Nova erschienenen Werks ist vorzüglich. Neben Anmerkungen und Bibliographie gibt es einen Objektkatalog, ein Personenregister und eine Konkordanz der Straßen- und topographischen Namen. Ein in jeder Hinsicht geglücktes, hervorragend gestaltetes Standardwerk.