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Łaszewski, Witold; Rollauer, Tadeusz: Legnica.  Dzieje miasta
Wrocław, Wydawn. Dolnośląskie, 2004
244 Seiten
ISBN: 83-7384-106-7

Eine reich illustrierte Stadtgeschichte von Liegnitz von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart – bereits 2004 erschienen – ist ein interessantes Seitenstück zu den unüberschaubar vielen Publikationen über Breslau. Das Buch ist zunächst ein reich bebildertes Panorama der Ereignisgeschichte, in dem die Mongolenschlacht und große Naturkatastrophen breiten Raum einnehmen. Bemerkenswert ist, dass die Autoren, ein Archäologe und ein Journalist, sich bemühen, das ältere, oft einseitige polnisch-nationale Geschichtsbild der Nachkriegsjahrzehnte zu weiten. Die deutsche Prägung der Stadt über Jahrhunderte wird nicht mehr geleugnet; in die Darstellung werden auch zahlreiche Einflüsse und die Rolle der Minderheiten mit einbezogen.  So werden die jüdischen Anteile an der Stadtgeschichte ebenso gewürdigt, wie böhmische Einflüsse oder die Anwesenheit von Ukrainern, Griechen, Lemken und der starken sowjetischen Garnison nach dem Krieg.

 

Sommer, Piotr: Im Dunkeln auch
Gedichte, zweisprachig
in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall
224 Seiten
Preis: 24,80 €
ISBN 978-3-88221-692-9

Ein Lagerfeuer am See, ein Traum von einer nahen Person, eine Zigarette auf dem Balkon in einer unbekannten Stadt – es sind die kleinen Ereignisse, die bei Piotr Sommer zum Wichtigsten werden auf der Welt. Mit schwebender Leichtigkeit und im Plauderton erzählt er von den großen Dingen im Kleinen: von Werden und Vergehen, Gegenwärtigem und Vergangenem, dem Leben, das manchmal sein eigenes Leben führt – und nicht zuletzt vom Ticken der Zeit in einem selbst. Piotr Sommers Gedichte sind Gespräche, sein Ton ist wie beiläufig, das Merkmal seiner Poesie ist Bewegung – ein Wägen der Gedanken, dessen Ziel ein möglichst genaues Verzeichnis der Lebensechos ist, denn: „Auch ich suche ein Atelier, wo alles registriert ist, Tag für Tag, und die Negative weiterhin aufbewahrt und registriert werden, auch jetzt." (Verlagsmitteilung Matthes & Seitz, Berlin). Der Waldenburger Lyriker hat im April den Breslauer Silesius-Literaturpreis erhalten.

 

Ziemiański, Adrzej: Ucieczka z Festung Breslau
Wrocław, Wydawn. Dolnośląskie, 2009
449 Seiten
Preis: 34,90 PLN
ISBN: 978-83-245-8895-4

Sensacyjna, rozgrywająca się w błyskawicznym tempie akcja ma za scenerię Festung Breslau – od zimy 1945 r. broniącej się przed atakami Armii Czerwonej i kapitulującej dopiero 6 maja. W tych dramatycznych okolicznościach agenci różnych wywiadów tropią zagadkę tajemniczych zgonów ludzi powiązanych z wywożeniem z miasta dzieł sztuki. Główni bohaterowie, oficer Abwehry (absolwent Oksfordu i pacyfista) Schielke oraz tajemniczy osobnik o nazwisku Holmes, próbują nie tylko przetrwać wojnę, ale i zapewnić sobie lepsze życie, planując wielki przekręt w gangsterskim stylu.

Nach Marek Krajewskis düsterem, auch ins deutsche übersetzten Eberhard-Mock-Krimi „Festung Breslau" ist der Untergang der Stadt Breslau im Frühjahr 1945 mit dem vorliegenden Buch endgültig in den Bereich der „Pulp Fiction", der - mit historischen Fakten spielenden - Sensations- und Unterhaltungsliteratur eingegangen. Der Thriller beschreibt laut Verlagsmitteilung die Untersuchungen verschiedener Geheimdienste rund um rätselhafte Todesfälle, die mit dem Abtransport von Kunstschätzen aus der Stadt zu tun haben. Die Hauptpersonen sind Schielke, ein Offizier der Abwehr, Oxford-Absolvent und Pazifist und eine geheimnisvolle Figur namens Holmes. Beide versuchen, nicht nur den Krieg zu überstehen, sondern sich auch ein besseres Leben zu sichern, indem sie einen groß angelegten Gangstercoup planen.

 

Haberland, Detlef in Verbindung mit Weronika Karlak und Bernhard Kwoka:
Kommentierte Bibliographie zum Buch- und Bibliothekswesen in Schlesien bis 1800.

Oldenbourg Verlag
München 2010
(Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der deutschen im östlichen Europa 39)
498 Seiten
Preis: 44,80 €
ISBN 978-3-486-58877-4.

Die Bibliographie erschließt zum ersten Mal die weitverzweigte Forschungsgeschichte zum Buch- und Bibliothekswesen in Schlesien von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis heute. Das Land besaß zahlreiche Offizinen und Verlage, die die Region seit dem späten 15. Jahrhundert mit Literatur versorgten. Der neu erschienene Band berücksichtigt neben Breslau auch Nieder- und Oberschlesien, die Lausitz und Österreichisch-Schlesien. Als Voraussetzung für die Entwicklung eines eigenständigen Buchwesens finden handwerkliche Zweige wie Papiermacherei, Buchbinderei und Druckerei gleichermaßen Berücksichtigung wie der in Schlesien rasch gewachsene Buchhandel, der bereits um 1700 an überregionaler Bedeutung gewann und weit über Schlesien hinaus ausstrahlte. Ein substanzieller Teil des Buchwesens ist die Geschichte der Bibliotheken. Weil Schlesien erst seit 1702 eine Universität besaß, war die Bibliophilie aus Neigung oder aus wissenschaftlichem Interesse eine notwendige Voraussetzung für die Teilhabe am regionenüberschreitenden gelehrten Diskurs. Die Sammlungen von Privatleuten wie auch die bedeutenden Kirchen- und Schulbibliotheken zeugen von dem hohen Niveau des intellektuellen Lebens in Schlesien, das geradezu eines der „Schatzhäuser" Europas in der Frühen Neuzeit war. Seit 1989/90 sind alle Buchbestände in polnischen Bibliotheken uneingeschränkt zugänglich: Katalogdaten sind heute vielfach elektronisch erfasst und abrufbar. Dennoch widmet sich die Untersuchung einem immer noch wenig erforschten Bereich der Geistesgeschichte. Mit Hilfe der Bibliographie ist es möglich, die Entwicklung der Forschung zu einzelnen Orten, Institutionen, Personen und Sachbereichen nachzuvollziehen, die durch Register erschlossen werden. Erfasst sind 1.652 Titel, vor allem in deutscher, lateinischer, polnischer und tschechischer Sprache, die zwischen 1601 und 2009 erschienen und den Zeitraum von 1475 bis etwa 1800 behandeln. Auch der jüdische Buchdruck ist berücksichtigt.

 

Eine Reihe von Büchern zur jüdischen Geschichte in Schlesiens sollen im Folgenden angezeigt werden.

Brann, Markus:
Geschichte des Jüdisch- Theologischen Seminars (Fraenckel`sche Stiftung) in Breslau.
Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum der Anstalt. Breslau [1904].
ND Hildesheim/ Zürich/ New York 2009
Mit einem Vorwort von Peter Maser
Georg Olms Verlag
(Rara zum deutschen Kulturerbe des Ostens).
Preis:  74 €
ISBN: 978-3-487-13948-7 

Eine überaus wichtige Schrift zur Geschichte des jüdischen Geisteslebens nicht nur Schlesiens, sondern Europas, die jahrzehntelang sehr selten war, liegt nun in einem Nachdruck vor. Markus Branns Geschichte des Breslauer Rabbinerseminars hat, wie Peter Maser in seinem kenntnisreichen Vorwort zum Nachdruck schreibt, eine „nicht mehr zu übertreffende Bedeutung […] in dem Reichtum der Quellen, die Ihr Autor noch verarbeiten konnte." Das Buch des Breslauer Historikers Brann (1849-1920), der selbst am Seminar lehrte, rekonstruiert nicht nur Vorgeschichte und Geschichte dieser 1854 gegründeten, führenden jüdischen Lehranstalt Mitteleuropas, sondern geht auch auf Organisation, Strukturen und Lehrangebot  des Seminars ein.  Der relativ hohe Preis des Nachdrucks wird die Verbreitung leider umso mehr erschweren, als ein kostenloses Digitalisat im Internet zu finden ist. Es wäre dennoch zu wünschen, dass zumindest interessierte Bibliotheken und Liebhaber das Werk erwerben, schon wegen des Vorworts, das wichtige Hinweise zur Wirkungsgeschichte des Seminars gibt. (me)

 

Dudek, Beata:
Juden als Stadtbürger in Schlesien.
Glogau und Beuthen im Vergleich 1808–1871.

Hamburg 2009
Verlag Dr. Kovač
458 Seiten
Preis: 98 €

ISBN: 978-3-8300-4505-2

„Wie in vielen Teilen Mitteleuropas war auch im Selbstverständnis der schlesischen Juden das Ende des 18. Jahrhunderts eine Zeit des Aufbruchs, als die jüdische wie die nichtjüdische Aufklärung und die daraus resultierende Emanzipationsdiskussion immer mehr an Einfluss gewannen und den Weg für die gleichberechtigte Teilnahme der Juden an der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bahnten.
So wird in dem Buch der Weg der jüdischen Bevölkerung aus ihrer gesellschaftlichen Marginalität in die bürgerliche Lebenswelt des 19. Jahrhunderts analysiert. Den Mittelpunkt der Studie bildet der Emanzipations- und Verbürgerlichungsprozess der Juden in zwei Städten der preußischen Provinz Schlesien. Auf der einen Seite steht die mittelgroße, speziell für Juden traditionsreiche Verwaltungs- und Garnisonsstadt Glogau (Niederschlesien) und auf der anderen Seite die expandierende, für Juden wie für andere Zuwanderer attraktive Industriestadt Beuthen (Oberschlesien). Am Beispiel der beiden Städte, die von ihrer sozialen, ökonomischen und politischen Struktur her sehr unterschiedlich waren, wird die Teilnahme der jüdischen Bürger am gesellschaftlichen Leben in Glogau und Beuthen skizziert. Neben der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tätigkeit der Juden, werden die Organisation der jüdischen Gemeindeverwaltung, der Bau der neuen Synagogen sowie der Wandel innerhalb der beiden jüdischen Gemeinden untersucht.
Der zeitliche Rahmen dieses Buches erstreckt sich von 1808 (Einführung der Städteordnung und Verleihung des städtischen Bürgerrechts an Juden) bis 1871 (die volle staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden). Auch die Geschichte der Glogauer und Beuthener Judengemeinden von der frühesten Ansiedlung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Studie beschrieben.
Das Werk stellt gleichermaßen einen Beitrag zur Stadtgeschichte, zur deutsch-jüdischen Geschichte und zur Geschichte des deutschen Bürgertums dar." (Verlag Dr. Kovac)

 

Cohn, Willy: Kein Recht, nirgends. Tagebuch vom Untergang des Breslauer Judentums 1933-1941
Hg. von Norbert Conrads
Köln, 3. unveränderte Aufl. 2007
Böhlau Verlag
(Neue Forschungen zur Schlesischen Geschichte 13)
1121 Seiten, gebunden
Preis: 59,90 €
ISBN: 978-3-412-32905-1

„Willy Cohn (1888–1941) beschreibt in seinen Tagebüchern das Schicksal und Leid der Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Diese Texte zählen zu den eindringlichsten Zeugnissen der Zeit. In ihnen schildert der Historiker und Studienrat die Entrechtung und Verzweiflung der jüdischen Menschen in seiner Vaterstadt Breslau. Cohn war durch Beruf, wissenschaftliche Interessen, politische Ämter und die Aktivität in der jüdischen Gemeinde weit bekannt und gut informiert. Nicht zuletzt war er ein frommer Jude, der regelmäßig die Synagoge besuchte und dort die Neuigkeiten des jüdischen »Mundfunks« erfuhr. Das macht seine Tagebücher so gehaltvoll und bewegend. In der hier vorgenommenen Auswahl läßt sich daher nicht nur das Schicksal eines deutschen Juden und seiner Familie nachlesen. Cohn schildert auch, wie eine so bedeutende jüdische Gemeinschaft wie die Breslauer binnen weniger Jahre stigmatisiert, vertrieben, aufgelöst und eliminiert wurde. Der Autor und seine Familie haben es am eigenen Leibe erfahren müssen, sie wurden bereits Ende 1941 deportiert und ermordet. Da Willy Cohn zuletzt ahnte, was ihm bevorstand, fand er einen Weg zur Rettung seiner Tagebücher. Somit ließ sich wenigstens sein letzter Wunsch erfüllen, der Nachwelt berichten zu können, was jüdische Menschen im nationalsozialistischen Deutschland zu erleiden hatten." (Böhlau Verlag).  Außer den Dresdner Tagebüchern Victor Klemperers gibt es keinen vergleichbaren Erlebnisbericht. Der Herausgeber, Norbert Conrads war bis 2003 ordentlicher Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart. Er leitete dort den Projektbereich Schlesische Geschichte.

 

 

 

Cohn, Willy: Kein Recht, nirgends- Breslauer Tagebücher 1933–1941. Eine Auswahl
Hg. von Norbert Conrads
Köln 2009
Böhlau-Verlag
369 Seiten, gebunden
Preis: 22,90 €
ISBN: 978-3-412-20139-5

Im Jahr 2009 erschien eine Auswahl aus Cohns Tagebüchern, die für einen größeren Leserkreis, gerade auch für jüngere Leser und den Einsatz im Schulunterricht geeignet erscheint.

Von dieser Auswahlausgabe gibt es eine lizenzierte Sonderausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung im Taschenbuchformat.
Bonn 2009, BpB, 388 S.,  4,- €.
Bestellung über  www.bpb.de , Bestellnummer 1768.

Eine polnische Ausgabe der Auswahl, in der Übersetzung von Viktor Grotowicz, ist soeben erschienen.

Cohn, Willy: Żadnego Prawa - Nigdzie. Dziennik z Breslau 1933-1941.
Wybór i opracowanie: Norbert Conrads
Tłumaczenie: Viktor Grotowicz
Wrocław 2010
Wydawnictwo Via Nova
464 Seiten, gebunden
Preis: 42 PLN
ISBN: 978-83-60544-74-7

 

Eiden, Maximilian (Hg.): Von Schlesien nach Israel. Juden aus einer deutschen Provinz zwischen Verfolgung und Neuanfang.
Eine Veröffentlichung des Schlesischen Museums zu Görlitz.
Görlitz 2010
112 Seiten, Broschur
Preis: 12,80 €
ISBN: 978-3-9813510-0-2

Dieses Buch ist aus einer Vortragsreihe am Schlesischen Museum zu Görlitz in den Jahren 2008–2009 hervorgegangen. Die Autoren fragen nach dem Schicksal jener jüdischen Schlesier, denen es gelang, vor dem Holocaust nach Eretz Israel, ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina, zu fliehen und dort ein neues Leben aufzubauen. In allen Beiträgen kommen die Geretteten, aber auch der Ermordeten mit ihren Selbstzeugnissen zu Wort. Sichtbar werden auch schlesische Spurenelemente im Beitrag der deutschen Juden zum sozialen und kulturellen Leben ihrer neuen Heimat, des Staates Israel. (me)

 

Spiro, Peter: Nur uns gibt es nicht wieder
Erinnerungen an meinen Vater Eugen Spiro, meine Vettern Balthus und Pierre Klossowski, die Zwanziger Jahre und das Exil. Mit autobiographischen Texten von Eugen Spiro, einem Nachwort von Hartmut Zelinsky und 32 Farbtafeln
Hürth bei Köln 2010
Edition Memoria
160 Seiten
Preis 29,80 €
ISBN: 978-3-930353-29-3

Erinnerungen von Peter Spiro, 1918 geborener Sohn des Malers Eugen Spiro (1874 Breslau – 1972 New York), an seinen einst berühmten Vater und seine weitverzweigte jüdische Familie […], ferner Reminiszenzen an Gerhart Hauptmann und Hans Purrmann, an Hiddensse und Salem, die goldenen Zwanziger Jahre und das bittere Exil – ein berührendes Dokument einer untergegangenen Welt, verfasst von einem der letzten Zeitzeugen. (Edition Memoria)