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Rezension:

 

Angelika Marsch: Friedrich Bernhard Werner 1690-1776. Corpus seiner europäischen Städteansichten, illustrierten Reisemanuskripte und der Topographien von Schlesien und Böhmen-Mähren.

Wer sich für das Kulturerbe Schlesiens interessiert, kennt den Zeichner Friedrich Bernhard Werner. Als Sohn kleiner Leute 1690 in einem Dorf des Zisterzienserstifts Kamenz geboren, erhielt er seine Ausbildung auf dem Jesuitenkolleg in Neisse. Ein unstetes Wanderleben führte ihn mehrfach durch das Königreich Böhmen einschließlich Schlesien, aber auch durch das ganze Reich, ins Baltikum, nach Frankreich, durch die Niederlande und Italien. Für verschiedene Auftraggeber - Augsburger Verleger, Ordenskongregationen, den Bischof von Breslau, die preußische Regierung - fertigte er ausschließlich Ansichten von Städten und Gebäuden bzw. Gebäudekomplexen an. Viele von ihnen dienten als Vorlagen für Stiche. Werner wurde zu einem der populärsten Zeichner europäischer Städteansichten seiner Zeit. Sein über 5000 Stücke zählendes Gesamtwerk ist eine unschätzbare Quelle für die Stadt- und Architekturgeschichte. Besonders vollständig und dicht sind seine Aufnahmen Schlesiens, seiner Städte und katholischen Stifte, sowie insbesondere der Friedens- und Gnadenkirchen und der nach 1740 entstandenen evangelischen Bethäuser.
Nach ihrem 1995 erschienenen Werkporträt des Ansichtenzeichners legt die Verfasserin nun einen nach Maßgabe der heutigen Möglichkeiten vollständigen Katalog aller noch nachzuweisenden oder aufzuspürenden Arbeiten Werners vor. Das Werner-Corpus ragt selbst unter den zahlreichen wertvollen Arbeiten der Verfasserin - für ihre außerordentlichen Verdienste um die Sammlung, Beschreibung und Erschließung der Ansichtengrafik wurde sie mit einem Ehrendoktorat ausgezeichnet - hinsichtlich seiner Vollständigkeit und Akribie heraus. Angelika Marsch dokumentiert Hunderte bisweilen sehr schwer zugängliche Veduten.
Das Werk beginnt mit einem fast hundertseitigen Kapitel über die Person des Zeichners, das seine Selbstbiographie anderen erhaltenen Zeugnissen, insbesondere seinem 418 Zeichnungen umfassenden, in Linz aufbewahrten Skizzenbuch gegenüberstellt und die zahlreichen Widersprüche nachweist. Auf dieser Grundlage ist ein Itinerar von Werners Reisen entstanden; die Entwicklung des Werks kann auf der Grundlage von Marschs Forschungen nun im Wesentlichen in den Lebenslauf des Zeichners eingeschrieben werden. Im Anschluss werden die einzelnen Korpora gedruckter Ansichten vorgestellt; zunächst jene für Augsburger Verleger (J. Wolff und Erben, J.F. und J.C. Leopold, M. Engelbrecht; J. G. Merz, M. G. Crophius, J. G. Böck; G. B. Probst; J. M. Steidlin), für weitere Verleger (Hoffmanns Erben, G. P. Biusch, J. D. Schleuen, B. und J. B. Strahowsky), weiterhin die im Eigenverlag erschienenen Ansichten der Bethöuser und Zisterzienserstifte. Ein weiteres großes und wegen der Zugänglichmachung kaum bekannter Bestände besonders verdienstvolles Kapitel ist den illustrierten Manuskripten des Zeichners gewidmet, seinem Makulaturbuch für J. B. Fasserle, den Peregrinationes mit 318 Kirchenansichten, der Topographie Böhmens und Mährens und den Topographien Schlesiens und der Grafschaft Glatz gewidmet. Die Verfasserin trägt der zentralen Rolle, die Schlesien im Werk Werners einnimmt, durch ein kumuliertes Gesamtverzeichnis der schlesischen Ansichten Rechnung. 746 schlesische Orte sind erfasst, 1470 verschiedene Ansichten; durch Kopien (Werner war, so Marsch, ein eifriger Vervielfältiger der eigenen Werke) wird eine Zahl von rund 3000 Ansichten erreicht. Ein Literaturverzeichnis, eine Ortsnamenkonkordanz und ein Ortsregister zu den Ansichten schließen den schön gestalteten Band ab.
Angelika Marschs Buch ist die Frucht einer bis in die siebziger Jahre zurückreichenden Recherche. Erschlossen wurden Bestände in Archiven, Bibliotheken und Museen in Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen. Insgesamt sind Werke Werners in 68 Sammlungen erfasst, die Städte und Gebäude in heute 14 europäischen Ländern zeigen. Außerhalb des schlesischen Kerns von Werners Arbeit geben 574 Ansichten das Aussehen von 305 Städten und Orten in Deutschland wieder, 1596 Ansichten von 754 Städten in den zwölf weiteren Ländern. Alle ermittelten Ansichten sind in diesem Band mit ihren Standorten verzeichnet, dabei gibt das reich illustrierte Werk einen Einblick in die verschiedenen Kupferstichserien, Reisemanuskripte und Illustrationen zu den Topographien. Das Ergebnis ist ein unersetzliches Hilfsmittel für alle Studien zur Ansichtengrafik des 18. Jahrhunderts und von größtem Wert für die Rekonstruktion von Bauten und Stadtbildern.

Maximilian Eiden

Lebenswege ins Ungewisse. Eine Ausstellung über Migration in Görlitz/Zgorzelec von 1933 bis heute
21.05.2011-25.03.2012, bis 31. Oktober täglich von 10-18 Uhr, Fr bis 21 Uhr, ab 1. November 2011 Di-So 10-17 Uhr

Das Kommen und Gehen der Menschen, meist erzwungen, manchmal freiwillig, bestimmte das Leben in der deutsch-polnischen Doppelstadt an der Neiße in der jüngsten Vergangenheit. Seit acht Jahrzehnten durchlaufen immer wieder Wellen der Migration die Stadt, veranlasst durch Diktatur und Krieg, Flucht und Vertreibung, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen.

Das Schlesische Museum zu Görlitz zeigt vom 21. Mai 2011 bis 25. März 2012 eine Ausstellung über die Lebenswege der Menschen in Görlitz und Zgorzelec von 1933 bis heute. Kooperationspartner ist das Muzeum Łużyckie (Lausitzmuseum) in Zgorzelec. Das Projekt ist ein Beitrag zur 3. Sächsischen Landesausstellung „via regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung“, die in Görlitz präsentiert wird. Es erscheint ein Begleitband mit den Erzählungen zahlreicher Zeitzeugen, die eine alltags- und lebensgeschichtliche Perspektive von drei Generationen darbieten.

In der Ausstellung kommen Deutsche und Polen zu Wort. Aus Interviews, historischen Aufnahmen und Erinnerungsstücken entsteht ein lebendiges Panorama deutsch-polnischer Zeitgeschichte an der Neiße: Verfolgung, Vertreibung und Internierung begannen in der Zeit des Nationalsozialismus. In der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Görlitz einen dramatischen Wechsel seiner Bevölkerung. Die Stadt wurde durch die neue Grenze zerschnitten, die Deutschen mussten ihre Häuser im Ostteil verlassen, und es entstand Zgorzelec mit einer neu angesiedelten polnischen, griechischen und makedonischen Bevölkerung. In den westlichen Stadtteilen suchten Tausende deutscher Vertriebener Zuflucht. Die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft trieb viele Menschen aus dem Land, anderen boten neue Industrien eine Lebensperspektive. Seit der Wende 1989/90 ist die Entwicklung von Görlitz und Zgorzelec erneut durch starke Bevölkerungsbewegungen geprägt.

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4. Schlesisches Nach(t)lesen - 4. Śląski Wieczór Literacki
Samstag, 12. März 2011, 19 - 23 Uhr

Veranstalter: Kulturreferent für Schlesien mit Touristbüro i-vent Görlitz
Verschiedene Veranstaltungsorte in der Görlitzer Altstadt und in Zgorzelec

Beschwingtes im Weinkeller, Deftiges beim Fleischer, Klangvolles beim Geigenbauer, Grundstürzendes am Neißewehr. Ungewöhnliche Orte laden zu einem Literaturvergnügen der besonderen Art. In den Schwesterstädten Görlitz und Zgorzelec werden bekannte Persönlichkeiten Texte über Stadt und Region vortragen – von deutschen und polnischen, auswärtigen und einheimischen Autoren. Sie können einen literarischen Spaziergang durch die Stadt unternehmen. Jeweils zur vollen und halben Stunde – von 19-23 Uhr – werden die Vorführungen, die jeweils ca. 5-10 Minuten dauern, wiederholt.

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Polnisch

Eintritt: 7,00 € / ermäßigt + Vorverkauf 5,00 €

Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende und Schwerbehinderte.

Vorverkauf ab 14. Februar 2011:

-im Schlesischen Museum, Brüderstraße 8, Telefon +49 3581 8791 0

-im Touristbüro i-vent, Obermarkt 33 / Ecke Brüderstraße, 02826 Görlitz, Telefon +49 3581 421362,  info(at)i-vent-online.de

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Geschichte und Gegenwart von Deutschen und Polen in Schlesien
Fortbildungsangebot für Lehrer an Gymnasien und Realschulen in Niedersachsen. Eine Studienreise des Kulturreferenten für Schlesien

16.-24. Oktober 2011

Die Fortbildung umfasst Gespräche und Begegnungen mit Zeitzeugen, Wissenschaftlern und Lehrern. Von Görlitz und Zgorzelec aus werden neben der schlesischen Metropole Breslau/Wroc?aw auch die Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau/Krzyz.owa, die Schweidnitzer Friedenskirche, die KZ-Gedenkstätte Groß-Rosen, die deutsch-polnische Akademie Hedwig in Muhrau/Morawa und das Museum Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf/Jagniątków besucht. Die besonderen Beziehungen zwischen Niedersachsen und Schlesien werden eingehend berücksichtigt.

Ein detailliertes Programm findet sich ab Ende Februar unter  http://www.schlesisches-museum.de

Auskünfte erteilt Maximilian Eiden, Telefon +49 3581 8791-116

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Kulturpreis Schlesien 2011 geht an den Schriftsteller Matthias Kneip und den Bildhauer Stanislaw Wysocki

HANNOVER. Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Uwe Schünemann, hat die Preisträger des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen 2011 bekannt gegeben. Der Schriftsteller Matthias Kneip und der Bildhauer Stanislaw Wysocki wurden von einer unabhängigen Jury aus Deutschland und Polen gewählt. Einen Sonderpreis erhält der Journalist und Herausgeber Alfred Theisen. Minister Schünemann wird die Preisträger am 3. September 2011 in Goslar auszeichnen.

Der 1977 ins Leben gerufene Kulturpreis Schlesien dient der Würdigung von Künstlern, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Die beiden Hauptpreise sind mit je 4000 Euro und der Sonderpreis mit 3000 Euro dotiert.

Schünemann zeigte sich über die Wahl der Jury hoch erfreut: "Die Preisträger haben auch im Rahmen der vorherigen Preisverleihungen wichtige Beiträge geleistet und somit zur deutsch-polnischen Verständigung beigetragen."
Dr. Matthias Kneip gehört zu jener Generation von Deutschen, deren Familien eine Prägung im ostdeutschen Kulturraum durch Vertreibung oder Spätaussiedlung erhalten haben. Seine Eltern stammen aus Oberschlesien und kamen in den fünfziger Jahren in die Bundesrepublik Deutschland. Kneip wurde 1969 in Regensburg geboren. Er studierte Germanistik, Russisch und Politologie an der Universität Regensburg. 1995/96 arbeitete er als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Oppeln. 1999 erfolgt die Promotion an der Universität Regensburg zum Thema "Die politische Rolle der deutschen Sprache in Oberschlesien 1921-1999". Seit März 2000 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Kneip hat eine Vielzahl von Büchern mit Gedichten, Aphorismen und Erzählungen veröffentlicht, sowohl in deutscher als auch in polnischer Sprache. Seine Lesungen und Vorträge an polnischen und deutschen Schulen sind ein wichtiger Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Polen.

Stanislaw Wysocki, 1949 in Elk geboren, studierte an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Posen und an der Hochschule der Künste in Westberlin bei Prof. J.H. Lonas. Zu seinen prägenden Erlebnissen gehörte die vom Bildhauer Henry Moore ausgesprochene Einladung, für ein Jahr in Pery Green (London) zu arbeiten. Er präsentierte seine Werke seit 1984 in 90 Aus-stellungen in Deutschland, Polen, Dänemark, Schweden, Österreich, Tschechien, England, Italien, Türkei und Frankreich. Von Beginn an formt der Künstler weibliche Körper. Seine Figuren tragen Frauennamen oder heißen wie verschiedene Lebenssituationen: Verlangen, Berührung, Erwartung. Wysocki hat auch die Skulptur "Silesia" geschaffen, die bei der Verleihung des Kulturpreises Schlesien verliehen wird.

Alfred Theisen wurde 1959 in Volkesfeld in der Eifel geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Bonn Pädagogik, katholische Theologie und Politikwissenschaft. Von 1982 bis 1990 war er zunächst enger Mitarbeiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Herbert Hupka und später in der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Schlesien tätig. Von 1996 bis 1998 arbeitete Theisen als Chefredakteur des Goldammer-Verlages in Würzburg, wo er für die inhaltliche Gestaltung von 14 schlesischen Heimatzeitungen verantwortlich war.

1998 zog er mit seiner Familie nach Görlitz und gründete den Senfkorn-Verlag, der die unabhängige Zeitschrift "Schlesien heute" herausgibt. In St. Annaberg wird seit 1999 von ihm die Zeitschrift "Oberschlesien" veröffentlicht. Mit seiner von großem Idealismus getragenen Arbeit ragt er nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch in der so wichtigen Meinungsbildung heraus. Mit seinem nachhaltigen Engagement hat er sich für die deutsch-polnische Verständigung in hohem Maße verdient gemacht.

Eine Pressemitteilung des Niedersächsischen Innenministeriums. Quelle:  http://www.mi.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=14797&article_id=92700&_psmand=33

Foto: Radio Opole 

Hörerfotos sollen „die dramatischen Erlebnisse der alten und der neuen Schlesier“ zeigen

Sonntags um 9 Uhr strahlt Radio Opole die „Radioakademie der Fotografie aus“. Die Sendung wird von Krzysztof Dobrowolski moderiert. Sie ist ein Angebot an diejenigen Hörer, die meinen, dass man von Bildern nicht nur erzählen sollte. Der Redakteur startet eine Internet-Fotogalerie „Z domu, do domu“ – „Von zuhause nach Hause“ über die erzwungene Migration von Deutschen und Polen aus und nach Schlesien und bittet um Mithilfe.

„Manchmal sind die Umstände, unter denen eine Fotografie entstand, oder die Dinge im Hintergrund nicht weniger interessant als das, was der Fotograf aufnehmen wollte. Wenn dies in einem besonderen historischen Augenblick geschah, kommt zum emotionalen ein dokumentarischer Wert hinzu.

Ein solcher Augenblick war in Schlesien das Jahr 1945. Innerhalb weniger Monate vollzog sich der Exodus der hiesigen deutschen Bevölkerung, die nach Westen vor der Front und der Roten Armee floh. Ein halbes Jahr später kamen die ersten Polen hierher, die aus den Ostrandgebieten der II. Polnischen Republik ausgesiedelt wurden. Die dramatischen Erlebnisse dieser Menschen – unabhängig von der Nationalität – sind ein Teil unserer gemeinsamen neuesten Geschichte.

Viel Zeit ist vergangen; die Menschen, die diese Ereignisse miterlebt haben, gehen langsam von uns. Für die junge Generation ist diese Vergangenheit etwas Fernes, und die einzige Spur dieser dramatischen Erlebnisse sind die Fotografien. Auf vielen von ihnen sind, außer den Menschen, Dinge zu sehen, die es nicht mehr gibt. Einen solchen Wert hat beispielsweise ein Bild aus dem Jahr 1945, das sowjetische Soldaten zeigt, die auf dem Neisser Ring vor dem Hintergrund barocker Bürgerhäuser stehen. Einige Tage später versanken diese Gebäude durch die Hand der Befreier in Schutt und Asche.

Wir möchten das Vertrauen und das Interesse unserer Hörer aufgreifen. Wir möchten eine Galerie mit Fotografien erstellen, die zeigt, was uns verbindet – die früheren und die jetzigen Bewohner Schlesiens.

Drei Sendungen zum Thema fanden bereits statt. Eingeladen waren u.a. Vertreter des Museums des Oppelner Schlesien (die Volkskundler dort wollen ihre Sammlungen zu dokumentarischen Zwecken nutzen), der Sammlungen der Landsmannschaft Schlesien in Königswinter bei Bonn, wo sich auch Sammlungen von Erinnerungsstücken und Fotografien befinden, die ehemalige Bewohner Schlesiens dort abgegeben haben. Auch das Schlesische Museum zu Görlitz wurde um Unterstützung gebeten. Dort finden sich Erinnerungsstücke, die die Deutschen hinterlassen haben, aber auch Zeugnisse der Ostpolen, die deren verlassene Häuser besiedelten.

Um die Zusendung von Bildern wird gebeten an:
fotoakademia@radio.opole.pl

oder an die Redaktionsadresse

Radio Opole
Red. Krzysztof Dobrowolski
ul.
Strzelców Bytomskich 8
PL-45-082 Opole”

Den polnischen Text dieses Aufrufs finden Sie hier:  http://www.radio.opole.pl/akcje/radiowa-akademia-fotografii.html

 

Studienreisen-Angebote der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin

 

1-wöchige Busrundreise vom 14.-20. Mai 2011 zu Zeugnissen gemeinsamen Kulturerbes nach Breslau und ins Hirschberger Tal im polnischen Niederschlesien

 

Die einstige preußische Provinz Niederschlesien und das Hirschberger Tal mit seinen zahllosen Schlössern und Herrenhäusern stehen im Mittelpunkt dieser Studienreise. Nach dem Besuch Wrocławs (Breslau), des wirtschaftlichen und geistigen Zentrums der Region und weiterer niederschlesischer Städte besichtigen die Teilnehmer im Hirschberger Tal ausgewählte Schlosser und diskutieren mit den Besitzern über die verschiedenen Nutzungskonzepte und Möglichkeiten.
Bildungsreise nach Wrocław, Świdnica (Schweidnitz) Jawor (Jauer), Jelenia Gora (Hirschberg), Cieplice Śląskie-Zdroj (Bad Warmbrunn), Mysłakowice (Erdmannsdorf )

 

Weitere Infos unter: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. Schillerstr. 59, 10627 Berlin-Charlottenburg
Tel.: 030 713 89 213  Fax: 030 713 89 201  E-mail: dpgberlin@t-onlne .de

AUSSCHREIBUNG - Förderprogramm des BKM
Antragsabgabe bis 15.02.2011 

 

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) fördert wissenschaftliche und kulturelle Projekte zur Erforschung und Präsentation von Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Wechselwirkungen mit den Nachbarkulturen.

 

Ausgeschrieben wird ein universitäres Förderprogramm: - Erinnerung und Identität - Die Deutschen und ihre Nachbarn in Mittel- und Osteuropa

 

1. Gegenstand der Förderung

 Ziel des Förderprogramms ist es, Forschungen über die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa anzuregen. Dadurch sollen jene Regionen stärker als bisher in den Fokus der Forschung und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden, in denen Jahrhunderte lang Deutsche mit ihren Nachbarn unter politisch und konfessionell wechselnden Verhältnissen gewirkt und eine Vielfalt kultureller Traditionen geschaffen haben. Durch die wissenschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit soll dem Diskurs über das gemeinsame Kulturerbe eine verlässliche Basis gegeben werden.

 Innerhalb dieses Rahmens ist das Förderprogramm inhaltlich und chronologisch offen, damit innovative Forschungsansätze und -methoden Raum finden und zugleich die Erstellung kurz- bis mittelfristig realisierbarer Grundlagenwerke angeregt wird.

Gefördert werden wissenschaftliche Vorhaben (Projekte, Tagungen, Publikationen, Forschungen u. Ä.) vornehmlich aus den Bereichen Geschichte, Volkskunde/Europäische Ethnologie, Soziologie, Literatur-, Kunst-, Musik- und Medienwissenschaft 

--mit sozial-, mentalitäts- und alltagshistorischen, kulturwissenschaftlichen sowie wissenschaftsgeschichtlichen und historisch-ideologiekritischen Schwerpunkten, die sich an den Methoden, Frage- und Problemstellungen des neueren Wissenschaftsdiskurses orientieren; 

--die in internationaler Kooperation (vornehmlich mit Partnern im östlichen Europa) durchgeführt werden; 

--Grundlagenwerke (Quelleneditionen, Repertorien u. Ä.); 

--die den Einsatz neuer Medien (Online-Publikationen, Digitalisierungsvorhaben u. Ä.) voranbringen.

 

Informationen über die Formalitäten der Antragstellung sowie die Antragsformulare und eine Übersicht über die notwendigen Unterlagen finden Sie auf der Homepage des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa:  http://www.bkge.de/50772.html

 

 

Ausschreibung: "Hieronymus"-Programm zur Förderung des übersetzerischen Nachwuchses

Die Förderung des übersetzerischen Nachwuchses steht im Mittelpunkt
des Hieronymus-Programms. 12 Übersetzer mit der Zielsprache Deutsch,
die noch keine oder nur geringe Publikationserfahrung haben, erhalten
dabei die Gelegenheit, im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen
an einem eigenen Übersetzungsprojekt zu arbeiten. Begleitet werden
sie von erfahrenen Mentoren und Seminarleitern. Das Programm ist
offen für Bewerber mit Projekten aller literarischen Gattungen und
aus allen Ausgangssprachen, der Schwerpunkt liegt auf Übersetzungen
aus "kleineren" Sprachen. In den vergangenen Jahren wurden aufgrund
der hohen Bewerberzahl in diesem Bereich viele Übersetzungen aus den
Literaturen Mittel- und Osteuropas berücksichtigt. Der Deutsche
Übersetzerfonds gestaltet das Hieronymus-Programm in Zusammenarbeit
mit der Robert Bosch Stiftung.

Es findet in diesem Jahr vom 3.-10. April im EÜK Straelen statt;
Einsendeschluß für Bewerber ist der 31.1.2011.

Die Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren (Ausschreibung und
Bewerbungsformular) sind unter  www.uebersetzerfonds.de abrufbar.

 

 

 

„Verlassene Klöster! Die Säkularisierung schlesischer Klöster 1810“

„Opuszczone klasztory! Sekularyzacja klasztorów śląskich w 1810 roku“

Neue Sonderausstellung im ehemaligen Zisterzienserkloster Rauden (Rudy)
24. November 2010 – 29. Mai 2011

 

Der erste Schneefall in Oberschlesien hat zahlreiche Besucher nicht davon abgehalten, am 24. November 2010 in das  Fortbildungszentrum der Diözese Gleiwitz in (Groß) Rauden / Rudy (Wielkie) (zwischen Gleiwitz / Gliwice und Ratibor / Racibórz gelegen) zu kommen, um an der Eröffnung der neuen Wanderausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums  teilzunehmen. Die Präsentation ist eine zweisprachige Adaption der großen Sonderausstellung, die unter dem Titel: „Herrenlos! Schlesische Klöster zwischen Aufhebung und neuer Berufung“ vom Mai bis Oktober 2010 in Ratingen gezeigt wurde.


Die Sonderausstellung zeigt einen kurzen Abriss der Geschichte von Klöstern und Ordensgemeinschaften in der ganzen schlesischen Region. Angefangen von den Gründungen im Mittelalter, über zeitliche Umbrüche während der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges, die Ausfaltung des Glaubenslebens und prachtvolle barocke Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Klöster im preußischen und österreichischen Teil Schlesiens. Die Klosteraufhebungen bieten jedoch nicht den Schlusspunkt der Präsentation. Anhand von ausgewählten Beispielen wird das weitere Schicksal der Klosteranlagen aufgezeigt und auf zahlreiche Neugründungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwiesen. Somit wird deutlich, dass die Säkularisation nicht das Ende des geweihten Lebens in Schlesien bedeutet. Vielmehr hat diese eine neue Form angenommen.


Die Präsentation hat in den Ausstellungsräumen des künftigen Diözesanmuseums des Bistums Gleiwitz einen originellen und passenden Rahmen erhalten. Dieses befindet sich im ehemaligen Zisterzienserkloster (Groß) Rauden, das nach der Säkularisation zum Sitz des Herzogs von Ratibor ausgebaut wurde und bis 1945 in dieser Funktion wirkte. Im Zuge der Kriegshandlungen wurde das ehemalige Klostergebäude von der anrückenden Roten Armee schwer beschädigt. Abgesehen von der Klosterkirche, die seit 1810 als Pfarrkirche wirkt und in den Jahren 1947-1950 renoviert wurde, befand sich das gesamte Klosterareal noch bis vor wenigen Jahren in diesem verfallenen Zustand. Heute gehört der Gebäudekomplex der Diözese Gleiwitz und wird zum Fortbildungs-, Konferenz- und Pilgerzentrum ausgebaut. Die Renovierungsarbeiten schreiten im atemberaubenden Tempo voran. Trotz anders lautender Meinungen seitens zahlreicher Experten ist im Klostergebäude eine Reihe von originalen liturgischen und Kunstobjekten aus der Wirkungszeit der Zisterzienser erhalten geblieben. Diese wurden in die Ausstellung integriert und bereichern die Präsentation.

In seiner Begrüßungsansprache stellte der Leiter des Diözesanbildungshauses, Pater Jan Rosiek, den Verlauf der Renovierungsarbeiten und zukünftige Pläne für die weitere Nutzung des Hauses vor. Gemäß dem Motto der Zisterzienser solle die Einrichtung dem Volk dienen. Die Diözese Gleiwitz repräsentierte der Kurienkanzler des Bistums, Prälat Bernard Koj. Dieser ging auf das Ausstellungskonzept ein und betonte, dass es neben dem Ereignis der Klosteraufhebung (Säkularisation) auch den schleichenden Prozess der Verweltlichung der Gesellschaft (Säkularisierung) gebe, die sich heute besonders deutlich auswirke.
Als Repräsentant des Marschallamtes der Woiwodschaft Schlesien sprach der Leiter der Kulturabteilung, Przemysław Smyczek, und unterstrich die Bedeutung dieser Einrichtung für Oberschlesien. Rauden sei nicht nur in touristischer Hinsicht von Interesse, sondern nehme für die Bewohner Oberschlesiens als kulturelle und geistige Begegnungsstätte eine wichtige Rolle ein.

 

Alle Festredner hoben die Bedeutung der grenzüberschreitenden Wahrnehmung der oberschlesischen Region hervor, die nicht in gegenwärtigen politischen Verwaltungsgrenzen zu denken sei. So war für den Ausstellungskurator, Dr. Gregor Ploch, gerade dieser Aspekt wichtig, dass die Präsentation nicht nur auf den ehemals preußischen Teil Schlesiens eingehe, sondern auch den heutigen tschechischen Teil Oberschlesiens mit einbeziehe. Das sei durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Landesmuseum in Troppau / Opava gelungen, die den Organisatoren einige Exponate aus eigenen Sammlungen überlassen hätten. Die Anwesenheit einer größeren Delegation dieses Museums bei der Ausstellungseröffnung in Rauden wurde von allen Gästen wohlwollend aufgenommen.


OSLM-Direktor Dr. Stephan Kaiser freute sich sehr, dass die Ausstellung an diesem Ort realisiert werden konnte. Das schaffe Vertrauen und biete Basis für künftige gemeinsame Projekte mit der Bildungseinrichtung, die sich künftig auch als Diözesanmuseum kulturell betätigen wird.

 

(Pressemitteilung des Oberschlesischen Landesmuseums)

 

Adresse:
Ośrodek Formacyjno-Edukacyjny Diecezji Gliwickiej
ul. Cysterska 4
PL - 47-430 Rudy
Tel.: +48 (32) 410 33 11
Internet:
 http://rudy-opactwo.pl/