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Gil, Karoline/Pletzing, Christian: Granica. Die deutsch-polnische Grenze vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.
München (Meidenbauer) 2010
180 Seiten
Preis: 29,- €
ISBN: 978-3-89975-213-7

 

Die Grenze zwischen Polen und Deutschland war seit dem 19. Jahrhundert ein umstrittenes Politikum. In der Weimarer Republik galt die im Versailler Vertrag gezogene neue Ostgrenze des Deutschen Reichs als blutende Grenze. Nach dem Zweiten Weltkrieg zelebrierten die DDR und die Volksrepublik Polen an der Oder-Neiße-Friedensgrenze eine vordergründige Freundschaft. Dagegen gab es in der Bundesrepublik heftige Auseinandersetzungen um eine Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze an Oder und Neiße. Aber erst der deutsch-polnische Grenzvertrag aus dem Jahr 1990 sowie die Osterweiterung der Europäischen Union trugen dazu bei, der Grenze allmählich ihren konfliktgeladenen und trennenden Charakter zu nehmen.

Historiker, Politologen, Soziologen und Kulturwissenschaftler aus Deutschland und Polen analysieren die vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart geführten Debatten um die deutsch-polnische Grenze. Sie fragen nach dem Bedeutungswandel der Grenze zwischen Deutschen und Polen im Spannungsfeld von Nationalisierung und Europäisierung. (Verlagsmitteilung)

Die Kulturwissenschaftlerin Karoline Gil arbeitet bei der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Berlin. Der Historiker Christian Pletzing leitet die Europäische Akademie Schleswig Holstein / Academia Baltica in Sankelmark.

 

Jahrbuch Polen 22 (2011): Kultur. Herausgegeben vom Deutschen Polen-Institut Darmstadt. Redaktion: Andrzej Kaluza, Jutta Wierczimok
Wiesbaden (Harrassowitz) 2011.
Einzelpreis: 11,80 €
Abonnementspreis: 9,- €
ISSN 1432–5810
ISBN 978-3-447-06482-8
Zu beziehen über den Buchhandel oder beim Verlag:  verlag(at)harrassowitz.de

ESSAYS: Anna Nasiłowska: Polnische Kulturpolitik nach 1989; Przemysław Czapliński: Der Krieg der Erinnerungen; Paweł Dunin-Wąsowicz: Die große Kompensation. Alternative Geschichte in der neuesten polnischen Literatur; Ich mache nicht auf Patriotismus. Gespräch mit dem Komponisten Paweł Mykietyn; Olaf Kühl: Meine Flügel sind so schrecklich / viel größer geworden als ich. Der Höhenflug der Dorota Masłowska; Stefanie Peter/Philipp Goll: In der Schönen Neuen Welt. Wie die Zeitschrift Krytyka Polityczna die Grenzen zwischen Politik und Kunst aufhebt und Polens Kulturszene umkrempelt; Nawojka Cieślińska-Lobkowicz: Berlin auf der Karte der polnischen Kunst; Ich bin ein polnischer Maler. Gespräch mit Wilhelm Sasnal; Anna Weronika Brzezińska: Die polnische Volkskultur – ein ungewolltes, vergessenes oder notwendiges Erbe?; Tomasz Szlendak: Allesfresser und Parakulturmenschen. Über die polnischen Konsumenten der (Pop-)Kultur. MEIN JAHR: Olga Tokarczuk: Mein Jahr 2010; LITERATUR: Łukasz Orbitowski: Omega; Stefan Chwin/Krystyna Lars: Die Republik der Träume; Albrecht Lempp: Mal ehrlich: Der Lärm. Mal ehrlich: Der Verkehr. Mal ehrlich: Das Stehpult; Wiesław Myśliwski: Traktat über das Bohnenenthülsen; Piotr Paziński: Die Pension; Dorota Masłowska: Wir kommen gut klar mit uns (2. Akt); Artur Szlosarek: Gedichte; Bibliographien (Ende April verfügbar ): Manfred Mack: Polnische Literatur in deutscher Übersetzung 2010; Tadeusz Szubiakiewicz: Deutschsprachige Titel in polnischer Übersetzung 2009

 

 

Ludger Udolph / Christian Prunitsch (Hg.): Teschen. Eine geteilte Stadt im 20. Jahrhundert.
Dresden (Thelem-Verlag) 2009
146 Seiten
Preis: 29,80 €
ISBN: 978-3-939888-71-0

 

Deutsch-polnische Konfliktlinien prägen die Wahrnehmung der Neiße- und Oderstädte vor dem Hintergrund des 19. und insbesondere des 20. Jahrhunderts. Von bislang aus deutscher Perspektive unzureichend erforschter Relevanz sind aber auch die Reibungen zwischen Polen und Tschechen, die sich im habsburgisch geprägten Teschener Schlesien mehrfach entluden. Teschen als Konzentrationsort mitteleuropäischer regionalkultureller Dynamisierung eröffnet damit ein interdisziplinär spannendes und aufschlussreiches Forschungsfeld für Fragen nach kultureller Mehrfachco-dierung; am Beispiel Teschens kann die These untersucht werden, ob Mitteleuropa nicht gerade angesichts seiner seit der Renaissance tradierten Polykulturalität vermeintlich postmoderne Lebenspraxen längst modellhaft praktiziert. (Verlagsmitteilung)

 

Jakobsweg Via Regia: Niederschlesien (Brieg - Breslau - Görlitz)
108 Seiten
Preis: 12,95 €

ISBN: 978-83-924296-2-3

 

Seit dem Mittelalter gehörte die via regia, mit bedeutenden Städten wie Aachen, Köln, Leipzig, Breslau, Krakau, Lemberg und Kiew zu den wichtigsten Verbindungswegen in Mitteleuropa. Der rege Handel begünstigte die Entstehung und das Erblühen von weiteren Handelsstädten. Somit zählen auch schlesische Städte wie Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien), Złotoryja (Goldberg) oder Środa Śląska (Neumarkt) zu den ältesten Städten Polens.
Die via regia besaß nie einen festen Verlauf. Der Weg passte sich der politischen Lage oder der jährlichen Überschwemmung an; ebenso wechselten die sicheren Herbergen. Die heutige Pilgerroute führt durch Niederschlesien nach dem Verlauf der via regia im Spätmittelalter, als die Region eine große Blütezeit erlebte.

 

Jakobsweg Gnesen-Görlitz-Prag: Polnischer Teil. Grosspolnischer Jakobsweg Gnesen-Glogau & Niederschlesischer Jakobsweg Glogau-Görlitz

126 Seiten
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-83-924296-4-7

 

Schon in der Römerzeit entstanden Handelswege zwischen dem südlichen Europa und der Ostseeküste, die man Bernsteinstraße nannte. Obwohl es sich hier um eine Vielzahl von Routen handelte, wuchs ihre Bedeutung im 10. Jahrhundert. Eine besondere Wichtigkeit erlangten die Verbindungswege zwischen Böhmen und Großpolen über Schlesien und die Oberlausitz - die lateinische Kultur und das Christentum konnten sich auf diesem Weg nach Polen ausbreiten. Auf einem dieser Wege kam auch der Prager Bischof Adalbert nach Polen. Der Weg zwischen Großpolen und Prag war das polnische Tor zu Europa. Hier bewegten sich nicht nur Gesandte, Kaufleute, Handwerker und Ritter sondern auch Pilger, die Jahrhunderte lang das Antlitz der Region gestalteten.
Im Jahr 1563 erwähnte Jörg Geil aus Augsburg drei Wege, die aus dem Königreich Polen nach Santiago de Compostela führten. Eine von drei Wegverbindungen führte von Gnesen über Posen, Lissa/Leszno, Glogau, Görlitz und Zittau bis Prag. Im Jahr 2005 hat man als erste Etappe des alten Weges den Abschnitt Niederschlesischer Jakobsweg (Dolnośląska Droga św. Jakuba) von Glogau/Głogów-Jakobskirch/Jakubów-Polkwitz/Polkowice-Bunzlau/Bolesławiec-Lauban/Lubań bis Görlitz weiter in Richtung Deutschland den Pilgern freigeben. Im Herbst 2006 kam der Abschnitt "Großpolnischer Jakobsweg" (Droga Wielkopolska) von Gniezno (Gnesen)-Poznań (Posen)-Leszno (Lissa)-Wschowa (Fraustadt)-Głogów (Glogau) dazu. Ab Frühjahr 2008 wurde "Zittauer Jakobsweg" von Görlitz-Zittau-Český Dub bis Prag den Pilger übergeben.

 

Jutta Faehndrich: Eine endliche Geschichte. Die Heimatbücher der deutschen Vertriebenen.
(Visuelle Geschichtskultur, Band 5)
Wien/Köln/Weimar (Böhlau) 2011
303 Seiten
Preis: 44.90 €
ISBN 978-3-412-20588-1

 

Die Heimatbücher der deutschen Vertriebenen sind eine bislang kaum beachtete Form der Heimwehliteratur. Nicht Historiker und Fachleute, sondern die Betroffenen selbst sammelten darin nach 1945 all das, was ihnen von ihrer Heimat erinnernswert schien, und schufen so gleichsam ein kollektives Gedächtnis der Erlebnisgeneration. Zugleich schrieben sie jedoch die endliche Geschichtevon etwas, das verloren war und blieb. Auf diese Weise bewahren die Heimatbücher nicht nur deutsches Kulturerbe im Osten Europas vom Baltikum bis Bessarabien, sondern geben auch Auskunft auf die Frage, was Heimat eigentlich ausmacht, wenn man sie verloren hat. So entsteht ein facettenreiches und nuanciertes Bild, das wenig mit dem oft einseitigen öffentlichen Bild der Vertriebenen in der Bundesrepublik zu tun hat.

Ausgezeichnet mit dem Preis des Botschafters der Republik Polen. 

 

Klaus Liwowsky: Schlesische Adressbücher. Bibliographie und Standortnachweis für Stadt-, Kreis-, Beamten-, Gewerbe- und Güteradressbücher sowie Anschriftenlisten, Telefon- und Gedenkbücher (18. – 20. Jahrhundert). Mit einem Geleitwort von Wolfgang Kessler (Quellen und Darstellungen zur Personengeschichte des östlichen Europa)

 

Adressbücher und ähnliche Werke gehören seit dem 18. Jahrhundert zu den wichtigsten gedruckten Quellen für personen- und familiengeschichtliche Forschungen. Ihr Informationsreichtum reicht jedoch oft weit über die Nennung von Namen und Adressen hinaus. Auch Stadt- und Kreis-Adressbücher enthalten bisweilen detaillierte Angaben zur Zuständigkeit und zum Personal von Behörden, zu Vorständen und Geschäftsführern von Vereinen, Stiftungen, Innungen und Parteien, zu Kirchen, Handelsregistern, Marktterminen, Postverbindungen und vielem mehr. Adressbücher gehören daher für viele historische Forschungen zu den grundlegenden Informationsquellen, die durch Kriegsverluste bei Akten sogar zu Primärquellen werden können. Auch Stadt- und Landesgeschichte, Verkehrs-, Verwaltungs-, Militär-, Wirtschafts- und Firmengeschichte, ja sogar Kultur- und Kunstgeschichte bedienen sich dieser selten gewordenen Bücher.

 

Für den Bereich der ehemaligen Provinz Schlesien liegt nun erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme vor, die die systematische Berücksichtigung der verstreuten Bände überhaupt erst ermöglicht. Neben dem Überblick über das, was seit 1701 und bis weit in die Nachkriegszeit hinein erschienen ist, leistet die Bibliographie auch den Service, die Standorte für jeden Titel und jeden einzelnen Jahrgang mit Signatur (bei Digitalisaten auch die Internetadressen) anzugeben. Damit wird dem Forscher die Suche in Bibliotheken, Archiven und Heimatstuben abgenommen.

Mehrere Register erschließen das Material vielfältig, eine Einleitung führt in die Thematik ein, zahlreiche Abbildungen führen das breite inhaltliche Spektrum vor Augen. (Verlagsmitteilung)

 

Ca. 300 Seiten, zahlr. Abb., Karte, 17 x 24 cm, Festeinband mit Fadenheftung, Ganzleinen.

Selbstverlag der AGoFF, Herne

 

Subskriptionspreis bis 31. März 2011: € 24,00 zzgl. Porto und Versand (anschließend € 32,50). – Erscheinungstermin: Frühjahr 2011

Bestellungen per E-Mail an:  peterbahl(at)gmx.de, Bestellungen per Fax an: 030-20005569, Bestellungen per Brief an: AGoFF, z. Hd. Herrn Dr. Peter Bahl, Gurlittstr. 5, 12169 Berlin

 

Bereits 2010 erschienen: Band 1: Stefan Guzy (Hg.): Das Urbar der Herrschaft Cosel 1578. 239 Seiten, EUR 28,50 zzgl. Porto und Verpackung

 

Albrecht Milnik: Ein Land wie ein Eichenblatt. Schlesische Forstgeschichte in preußischer Zeit (1741-1945).
Remagen (Kessel Verlag) 2010
630 Seiten
Preis: 27 €
ISBN: 978-3-941300-36-1

 

Dr. habil Albrecht Milnik hatte als langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Forstwissenschaften in Eberswalde immer wieder mit Anfragen polnischer Forstleute zur Geschichte ihrer Forsten vor 1945 zu tun. In Eberswalde finden sich hierzu vorzügliche Quellen. Albrecht Milnik beschloss, auf dieser Grundlage einen Abriss der Forstgeschichte der preußischen Provinz Schlesien von 1741 bis 1945 zu verfassen. Das Buch ist dem Nestor der Forsthistoriker gewidmet, Prof. Dr. Józef Broda in Poznań/Posen). Es ist getragen vom Wunsch, eine Brücke zu schlagen von der preußisch-deutschen Vergangenheit zur polnischen Gegenwart der Forstwirtschaft in Schlesien.

Der Autor hebt eingangs hervor, dass die historische Landschaft Schlesien vielfältige landschaftliche Bedingungen für das Forstwesen aufweist - vom Heideland über Hügel bis zum Hochgebirge. Standortfaktoren wie Klima, Geologe und Gewässer stehen am Anfang der Betrachtung. Milnik benennt ursprüngliche Waldbilder und rekonstruiert die Waldgesamtfläche im Untersuchungszeitraum, analysiert die Verteilung auf Waldbesitzer und klassifiziert diesen in seiner starken Spreizung zwischen Großbesitz und Kleinst- und Kleinbesitz. Er stellt die Organisation der Forstverwaltung für die staatlichen, gemeindlichen und privaten Forste dar. Das Buch geht auch auf die Lebensverhältnisse der Forstleute und Waldarbeiter, ihre Ausbildung und ihre Organisation in Verbänden ein. In Eberswalde erhaltene Exkursionsberichte ergeben Aufschlüsse über den Zustand der Wälder. Das Buch erörtert die Bestände vorwiegend heimischer Baumarten, die den Waldbau dominierten. Es folgen Ausführungen über Saatgutgewinnung, Darren und Pflanzenzucht, natürliche und künstliche Verjüngung, den Anbau fremder Arten sowie zur Bestandspflege. Selbstverständlich geht der Autor ausführlich auf Nutzung und Verwertung des Holzes sowie anderer Waldprodukte ein. Gewaltig war der Konstruktionsholzbedarf in Bergbau und Industrie, aber auch der Bedarf an Holz und anderen Waldprodukten als Rohstoffe. Die Forstwirtschaft erarbeitete im Untersuchungszeitraum große Reingewinne. Schlesien war durch die Arbeiten von Salischs eine der ersten Regionen, in der theoretisch und praktisch das neue Konzept der Forstästhetik entwickelt wurde. Eng damit verbunden ist der Naturschutzgedanke. Waldschäden verschiedenster Art, ihre Verhütung und Bekämpfung nehmen im Quellenmaterial breiten Raum ein. Zur Forstwirtschaft gehört auch das Jagdwesen. Wildarten, Organisation und Praxis der Jagd, Wirklichkeit und Legende der Wilderei werden erörtert. Ein Schwerpunkt des Buches sind die 58 Biographien schlesischer Forstleute. Literaturverzeichnis, Zeittafel, Glossar, Personen- und zweisprachiges Ortsverzeichnis schließen den Band ab. Er enthält zahlreiche Abbildungen, Karten und Tabellen. Das Buch wird vom Autor am 14. Juni in Görlitz in einer gemeinsamen Veranstaltung des Kulturreferenten und des Senckenberg Museums für Naturkunde der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Klaus Bachmann: Repression Protest Toleranz. Wertewandel und Vergangenheitsbewältigung in Polen nach 1945.
Dresden (Neiße-Verlag) 2010
364 Seiten
Preis: 28 €
ISBN 978-3-86276-004-6

 

Auf der Grundlage von kaum bekannten, oft sogar geheim gehaltenen Meinungsumfragen aus der Zeit der Volksrepublik Polen untersucht dieses Buch die Veränderungen im Wertewandel der polnischen Gesellschaft. Das Buch liefert zahllose neue Erkenntnisse, die lang gehegten Überzeugungen über Polen widersprechen. Es zeigt auf, warum die Art und Weise, wie nach dem Krieg in Polen die Geschichte interpretiert wurde, sich so sehr von den Strömungen in Westeuropa unterscheidet, wie zugleich aber auch viele gesellschaftliche Strömungen aus Westeuropa ihren Weg durch den Eisernen Vorhang fanden. Das eigentliche Anliegen dieses Buches ist es aber, dem Leser einen Blick zu ermöglichen in die Wertewelt, Sehnsüchte und Absichten jener schweigenden Mehrheit (Nach Informationen des Verlags). Der Verfasser ist Professor für politische Wissenschaften in Breslau und Warschau.

 

Edward Białek, Łukasz Bieniasz (Hg.): Hereditas Culturalis Soraviensis. Beiträge zur Geschichte der Stadt Sorau und zu ihrer Kultur.
Dresden (Neiße-Verlag) 2010
296 Seiten
Preis: 42 €
ISBN 978-3-86276-002-2

 

Sorau, eine niederlausitzische Stadt mit slawischen und germanischen Wurzeln, bildet einen eigenartigen Kulturraum, dessen spezifischer Charakter u.a. aus seiner geographischen und geistigen Nähe zu Schlesien resultiert und dessen Dasein Menschen mitgeprägt hat, die – nicht zuletzt infolge historischer Umwälzungen im 20. Jahrhundert – bedauerlicherweise in Vergessenheit gerieten. Im Institut für Germanische Philologie der Universität Wrocław/Breslau entstand 2009 die Idee, mit einem interdisziplinär ausgerichteten Projekt das kulturelle Gedächtnis über diese für die Mark bzw. Provinz Brandenburg bedeutende Stadt zu stärken. Ein internationales Team von Historikern, Kunsthistorikern, Literatur-, Sprach- und Musikwissenschaftlern fand sich zusammen und steuerte Wesentliches zur Erforschung des kulturellen Geschehens im Sorauischen bei. Das so entstandene Buch berichtet über mehrere in Sorau und dem Sorauer Land geborene wissenschaftliche und künstlerische Kapazitäten sowie etliche berühmte Wahlsorauer. Das Sammelwerk von Einzeldarstellungen zur Geschichte der niederlausitzischen Metropole, zu ihrer literarischen Kultur und ihrem musikalischen Leben erscheint zum 750-jährigen Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte. (Nach Informationen des Verlags). Die Herausgeber sind Germanisten; Edward Białek ist Professor an der Universität Breslau; Łukasz Bieniasz forscht an der Universität Erfurt.

 

Theo Mechtenberg: Polens katholische Kirche zwischen Tradition und Moderne. Mit einem Nachwort von Krzysztof Ruchniewicz.
Dresden (Neiße-Verlag) 2010
240 Seiten
Preis: 28 €
ISBN 978-3-940310-96-5

 

Inhalt: Annäherung auf Pilgerwegen – Symbiose von Kirche und Nation – Kirchenkampf im Kommunismus – Johannes Paul II. - der „polnische“ Papst – Der Kampf der Solidarność und das Verhalten der Kirche – Der schwierige Prozeß kirchlicher Selbstfindung in der Demokratie – Die Schatten der Vergangenheit – Priester im Dienst der Staatssicherheit – Zwischen Skepsis und Bejahung – Polens Bischöfe und der EU-Beitritt ihres Landes – Säkularisierung als Herausforderung – Die Last des Antisemitismus – Der lange Weg der Versöhnung – Die Bedeutung des Briefwechsels polnischer und deutscher Bischöfe von 1965 – Der Dialog zwischen dem deutschen und dem polnischen Episkopat – erfülltes Vermächtnis des Briefwechsels der Bischöfe von 1965. – Theo Mechtenberg gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Bereich der deutsch-polnischen Beziehungen. Er arbeitete in der DDR als Priester in der Studentenseelsorge, nach seiner Laisierung und Heirat sieben Jahre lang in Polen und seit 1979 beim Gesamteuropäischen Studienwerk (GESW) Vlotho (Niedersachsen).

 

Leszek Libera: Der Utopek. Roman. Mit einem Nachwort von Jürgen Joachimsthaler. Dresden (Neiße-Verlag) 2010
260 Seiten
Preis: 18 €
ISBN 978-3-86276-000-8

 

„Ein Text wie dieser, so zornig, so wortlustig bitter und irrwitzig hell, so derb und zart, so feinsinnig prall und traditionsdurchsättigt originell, so widerborstig und so klug komponiert zugleich, ein solches Buch ist schon lange nicht mehr erschienen. … ein wortgewaltig literarisches Kunst-, ein durchaus sensationelles Meisterwerk.“ Jürgen Joachimsthaler im Nachwort. Ein abenteuerlicher Simplizissimus – eine verfremdete Kinder- und Ungeheuer-Sicht auf Kriegsende und Nachkriegszeit in Oberschlesien. Der Ratiborer Leszek Libera ist Literaturwissenschaftler, in der deutschen wie in der polnischen Sprache und Kultur zu Hause. Er lehrt als Professor an der Universität Zielona Góra/Grünberg.

 

Angelika Marsch: Friedrich Bernhard Werner 1690-1776. Corpus seiner europäischen Städteansichten, illustrierten Reisemanuskripte und der Topographien von Schlesien und Böhmen-Mähren.
Weißenhorn (Anton H. Konrad Verlag)
674 Seiten mit 985 Abbildungen
Preis: 128,- €
ISBN: 978-3-87437-534-4

Die Rezension zu diesem Buch finden Sie unter der Rubrik Nachrichten.

 

Wojciech Kunicki, Marek Zybura (Hg.): Germanistik in Polen. Zur Fachgeschichte einer literaturwissenschaftlichen Auslandsgermanistik. 18 Porträts.
(Studia Brandtiana 3)
Osnabrück (Fibre Verlag) 2010
400 Seiten
Preis: 35,- €
ISBN 978-3-938400-56-2

Die Herausgeber - Inhaber der Lehrstühle für Geschichte der deutschen Literatur bis 1848 am Germanistischen Institut der Universität Breslau respekktive für Germanistik am Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien derselben Hochschule - fassen den vorliegenden Band so zusammen: Für die inhaltliche und methodologische Entwicklung der polnischen Germanistik war neben der geographischen Nähe zu Deutschland vor allem die Tatsache von Bedeutung, dass polnische Gebiete nach den Teilungen in den preußischen und österreichischen Staat eingegliedert wurden. Damit fand auch die Pflege der Germanistik bis 1918 in diesem wissenschaftspolitischen und fachgeschichtlichen Kontext statt. Ferner ist die polnische Germanistik nicht identisch mit der Germanistik in Polen, gab es doch in den vor 1945 zum Deutschen Reich gehörenden Gebieten germanistische Institutionen mit eigenen Forschungsprofilen, wie z. B. die Universität Breslau, die Technische Hochschule Danzig oder von 1941-1945 die sog. Reichsuniversität Posen. Nach dem Angriffs- und Vernichtungskrieg Deutschlands gegen Polen hatte die Germanistik einen schweren Stand. Die politische Entwicklung in Polen nach 1945 brachte es dann mit sich, dass die germanistische Literaturwissenschaft aus politischen Gründen nicht ausschließlich eine philologische Wissenschaft bleiben durfte; ihr wurde der Status einer politischen Wissenschaft oktroyiert, mit allen daraus resultierenden Folgen - ein Schicksal, das sie mit anderen Auslandsgermanistiken in Ostmitteleuropa bis 1989 teilte. Vor diesem Hintergrund zeichnen die Autoren des Bandes in 18 Porträts führender, die Entwicklung ihrer Disziplin bis heute prägender Fachvertreter die Geschichte der polnischen Germanistik von 1918 bis zur Gegenwart nach. Dabei geht es neben dem biographischen Hintergrund der porträtierten Germanisten und ihrer fachlichen Einordnung und Einschätzung auch um die wissenschaftspolitischen Implikationen ihrer Arbeit. Bemerkenswert ist die große Rolle, die gerade die schlesische Barockliteratur, aber auch das neuere Schrifttum, in der Forschungsleistung vieler der vorgestellten Germanisten spielt und wie es ihnen gelang, trotz der politischen Vorgaben hierzu wegweisende neue Zugänge zu eröffnen, Quellen zu erschließen und Erkenntnisse zu erzielen. Dies gilt insbesondere für Jan Piprek, Elida Maria Szarota, Mieczysław Urbanowicz, Wilhelm Szewczyk und Marian Szyrocki.