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Veranstaltungen des Schlesischen Museums zu Görlitz und des Kulturreferenten für Schlesien

 

Buchvorstellung: Granica – die Grenze
Donnerstag, 14. April, 19 Uhr
Eingang Fischmarkt 5

Herausgeberin Karoline Gil stellt ihren Sammelband vor. Darin analysieren Historiker, Politologen, Soziologen und Kulturwissenschaftler aus Deutschland und Polen die seit dem 19. Jahrhundert geführten Debatten um die deutsch-polnische Grenze. Sie fragen nach ihrem Bedeutungswandel im Spannungsfeld von Nationalisierung und Europäisierung. Autor Dawid Smolorz vertieft eines der Themen des Buches und fragt nach dem Alltag an der Grenze in dem 1922 zwischen Deutschland und Polen geteilten Oberschlesien.

 

 

„Mit Migrationshintergrund“: Görlitz und Zgorzelec im 20. Jahrhundert

Vortrag und Buchvorstellung
Freitag, 13. Mai, 19 Uhr
Kulturreferent
Eingang Fischmarkt 5

Die Breslauer Historikerin Dr. Elżbieta Opiłowska stellt ihre Forschungen über Erinnerung und Identität der Menschen in Görlitz und Zgorzelec vor. Sie wurden wesentlich durch Vertreibung und Zuweisung einer neuen Heimat geprägt. Opiłowskas Buch „Kontinuitäten und Brüche deutsch-polnischer Erinnerungskulturen. Görlitz-Zgorzelec 1945-2006“ wird erhältlich sein.

 

Durchflug. E. T. A. Hoffmann und Schlesien

Buchpräsentation und Filmvorführung
Mittwoch, 25. Mai, 19 Uhr
Kulturreferent
Theater Görlitz, Demianiplatz 2

Der Schriftsteller, Übersetzer und Theatermacher Peter Lachmann hat erstmals alle Texte Hoffmanns, die in Schlesien entstanden sind oder sich auf seine Aufenthalte dort beziehen, zusammengestellt und kommentiert. Hans-Peter Struppe liest aus dem Band vor. Der Herausgeber diskutiert mit Bernhard Schemmel, dem Vorsitzenden der E. T. A.-Hoffmann-Gesellschaft.

Nach einer Pause folgt der Spielfilm „Die Elixiere des Teufels“ (DDR/ČSSR 1972). Frei nach Hoffmann erzählt er die Geschichte zweier Liebenden im Bann dunkler Mächte. Er wurde teilweise in Görlitz gedreht.

Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam, in Kooperation mit dem Kulturreferenten für Schlesien und dem Filmclub von der Rolle ´94.

Eintritt: 3 €

Schlosshotel in Kunzendorf/Trzebieszowice. A. Franke, Berlin© 

Ausstellung: Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz, 27.04.-17.05.2011
Stadtbibliothek Bautzen, Schloßstraße 10/12, 02625 Bautzen
Ausstellungseröffnung am 26.04.2011 mit Vorträgen des Kurators der Ausstellung, Arne Franke (16 Uhr und 19 Uhr)

 

Wie kaum eine andere Kulturlandschaft Mitteleuropas wird Schlesien durch mehr als zweitausend durch den Kurator der Ausstellung registrierte Adelssitze geprägt. Die seit 1740 zu Preußen gehörende Provinz zog schon im 19. Jahrhundert als das „Land der Schlösser und Herrenhäuser“ zahlreiche Kulturreisende an, geriet jedoch aufgrund der Folgen des Zweiten Weltkrieges nahezu in Vergessenheit.

Im Fokus der Ausstellung steht nun exemplarisch die durch Friedrich den Großen zu Schlesien hinzugeschlagene Grafschaft Glatz, deren Reichtum und Geschichte von nahezu achtzig herrschaftlichen Bauten auf zwanzig chronologisch angeordneten Ausstellungstafeln nachgezeichnet wird. 26 bebilderte Objektbiographien bieten zudem eine exemplarische Vertiefung in die Bau- und Eigentümergeschichte der wichtigsten Schlösser und Herrenhäuser.

 

Die Kabinettausstellung entstand als deutsch-polnische Gemeinschaftsarbeit, in der u. a. das Museum des Glatzer Landes/Muzeum Ziemia Kłodzkiej und die Denkmalbehörde in Waldenburg/Walbrzych auf polnischer Seite wichtige Kooperationspartner waren. Auch zahlreiche deutsche Institutionen, wie beispielsweise das Schlesische Museum zu Görlitz, das Johann-Gottfried-Herder Institut in Marburg oder das Kulturforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg unterstützten das Projekt, das aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums des Innern und des Kulturreferenten des Schlesischen Museums zu Görlitz finanziert wurde.

 

Als Begleitbuch liegt seit Dezember 2009 ein Kulturreiseführer vor, der zu jedem der herrschaftlichen Bauten des Glatzer Landes ausführliche Informationen bietet. Gleichzeitig versteht sich das Buch auch als Bestandsdokumentation, die nicht nur die heute noch erkennbaren künstlerischen Spuren festhält, sondern auch den derzeitigen Stand der deutschen und polnischen Schlösserforschung ebenso wie das denkmalpflegerische Bemühen um den Erhalt dieses „gemeinsamen Kulturerbes von Deutschen und Polen“ reflektiert. (ISBN: 978-3-87057-297-6)

„Deutsch-polnisches Geschichtsbuch“ auf gutem Weg

Empfehlungen des Expertenrates veröffentlicht

 

Bereits im Herbst 2006 regte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch an. Im Januar 2008 griffen die Außenminister Polens und Deutschlands die Idee auf und beauftragten die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, ein Konzept hierfür zu entwickeln. Im Mai 2008 hat das Projekt offiziell begonnen. Es konstituierte sich eine deutsch-polnische Projektgruppe, bestehend aus wissenschaftlichen und politischen Akteuren beider Länder.

Am 1. Dezember 2010 hat die Projektgruppe in Warschau Empfehlungen für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuchs an hochrangige Vertreter der Politik aus Polen und Deutschland übergeben. Der Expertenrat des Projektes macht darin konzeptionelle Vorschläge für die Gestaltung der Schulbuchbände. Diese Vorschläge umfassen ein didaktisches Rahmenkonzept sowie fünf Epochenteile von der Antike bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts und nähern sich zentralen Fragen der europäischen und der globalen Geschichte aus deutsch-polnischer Perspektive.

Für die nun bevorstehende Arbeit eines deutsch-polnischen Verlagstandems liefern diese Empfehlungen wichtige Grundlagen.

Die Empfehlungen sind auf Anfrage beim Georg-Eckert-Institut in einer gedruckten Fassung erhältlich oder hier abrufbar:

 

„Schulbuch Geschichte. Ein deutsch-polnisches Projekt – Empfehlungen“,„Podręcznik do historii: Projekt polsko-niemiecki – Zalecenia“.

Die Projektgruppe ruft deutsche und polnische Schulbuchverlage auf, sich um die Realisierung dieses einzigartigen Projektes zu bewerben und ist zuversichtlich, dass sich ein exzellentes deutsch-polnisches Verlagstandem bilden wird.

 

Ziel ist eine Schulbuchreihe, die im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in identischer Form, lediglich in unterschiedlichen Sprachfassungen, eingesetzt werden soll. Bedeutsam ist, dass es sich nicht um ein Zusatzmaterial, sondern um ein staatlich zugelassenes Schulbuch für das Fach Geschichte handeln wird, das den Lehrplänen beider Länder entspricht. Der erste Band soll 2013 erscheinen.

Neben einem deutsch-polnischen Steuerungsrat wurde ein binationaler Expertenrat eingerichtet, der den Arbeits- und Publikationsprozess redaktionell betreut. Dessen Vorsitzende sind die Vorsitzenden der Schulbuchkommission Prof. Michael G. Müller (Halle) und Prof. Robert Traba (Berlin/Warschau). Die wissenschaftliche Koordination des Projekts wurde Prof. Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław) und Prof. Simone Lässig, der Direktorin des Georg-Eckert-Instituts übertragen. Auf der deutschen Seite vertritt der Kultusminister des Landes Brandenburg die Interessen der Kultusministerkonferenz in diesem Projekt, auf der polnischen Seite fungiert der Staatssekretär im Bildungsministerium Mirosław Sielatycki als nationaler Projektbeauftragter.

Alle Gremien sind paritätisch besetzt. Das Georg-Eckert-Institut hat auf der deutschen Seite die wissenschaftliche Koordination des Projektes übernommen. Das Projekt wird gleichermaßen von den Regierungen beider Länder finanziert, auf deutscher Seite durch das Auswärtige Amt.

 

(Informationen: Thomas Strobel, Georg-Eckert-Institut Braunschweig,  0531 123103-272,   http://www.gei.de)

 

„Oberschlesien und sein kulturelles Erbe – Erinnerungspolitische Befunde, bildungspolitische Impulse und didaktische Innovationen“ 
Ein Forschungsprojekt zu Bildungspolitik und Unterrichtspraxis in und um Oberschlesien

 

Das Projekt (Leitung Prof. Dr. Simone Lässig; Bearbeitung Marcin Wiatr, M.A.) will einen wissenschaftlichen Beitrag zur Rekonstruktion, aber auch zur Versachlichung und Weiterentwicklung des seit 1989 in Polen geführten bildungspolitischen Diskurses über das vielfältige Kulturerbe der Region leisten. „Oberschlesien“ ist dabei einerseits Gegenstand einer erinnerungspolitischen Untersuchung. Andererseits wird es als ein aktueller Schauplatz virulenter bildungspolitischer Entwicklungen untersucht. Das derzeit geplante Geschichtsbuch zur Regionalkunde Oberschlesiens, das die kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt der Region spiegelt, spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Zentrale Fragen sind: Warum ist die in Polen aufgrund ihrer lebendigen kulturellen und ethnischen Vielfalt hervorstechende Region Oberschlesien bisher kaum ins Wahrnehmungsfeld der Bildungspolitik und Schulbuchforschung gerückt? Warum wurde ihr Potential als transnationaler Erinnerungsort und historischer Begegnungsraum bislang kaum für die Schulbuchentwicklung in Polen genutzt? Öffnen sich polnische Bildungspolitiker und -praktiker gegenwärtig für eine solche erweiterte Sicht auf die Geschichte dieser multikulturell geprägten Region, und wenn ja, wie?

 

Es wird eine erstmalige umfassende Analyse polnischer Schulbücher nach 1989 in Bezug auf die Präsenz und Darstellung Oberschlesiens, seiner Geschichte und seiner Kultur geleistet; in einem zweiten Zugriff erfolgt eine Untersuchung der polnischen Lehrpläne, Bildungsprogramme und -debatten seit 1989, mit denen – untermauert durch Leitfaden-Interviews mit Repräsentanten maßgeblicher regionaler Bildungsträger, Interessenverbände und wissenschaftlicher Einrichtungen – die Befunde der Schulbuchanalyse kontextualisiert werden; anschließend entstehen drei exemplarische Unterrichtsmodule, die Oberschlesien auf der Basis aussagekräftiger Quellen und innovativer didaktischer Erschließung für Lehrer und Schüler (in Polen wie in Deutschland) begehbar machen, d.h. andeuten, wie diese traditionelle europäische Grenzregion von kultureller Vielfalt als ein multikulturell geprägter Erinnerungsort im Unterricht erfolgversprechend vermittelt werden kann.

 

Es handelt sich hier um ein binational angelegtes Vorhaben, in dem Projektmitarbeiter und -leiterin an der TU Braunschweig mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, einem weiteren universitären Partner aus Deutschland und drei polnischen Partnern aus dem universitären, bildungspolitischen und zivilgesellschaftlichen Bereich zusammenarbeiten. Das Projekt wird wissenschaftlich, pädagogisch und organisatorisch unterstützt durch das Regionale Fortbildungszentrum für Methodik in Oppeln (WOM), das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HdpZ), den Studiengang „European Studies“ an der  Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und durch das Willy-Brandt-Zentrum an der Universität Breslau (WBZ).

 

(Informationen: Marcin Wiatr, Georg-Eckert-Institut Braunschweig, 0531 123103-243,  http://www.gei.de)

 

 

Zweite Tagung zur Beratung schlesischer Heimatsammlungen

Anlässlich der zweiten Tagung zur Beratung schlesischer Heimatsammlungen fanden sich am 1. und 2. März 2011 mehr als dreißig Betreiber und Leiter aus dem gesamten Bundesgebiet in HAUS SCHLESIEN ein. Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Heinz Stirken und die Projektleiterin Nicola Remig erhielten die Teilnehmer durch die Projektmitarbeiterin Dorothee Herbert zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand des Projektes und die Entwicklungen in den schlesischen Heimatsammlungen. Der Bedarf und die Nachfrage nach Beratung sind in den vom Verlust ihrer Räumlichkeiten bedrohten Sammlungen deutlich angestiegen. Auch die Suche nach Nachfolgern in der ehrenamtlichen Betreuung wird zunehmend drängender.

Im ersten Themenblock standen die Themen Inventarisierung und Dokumentation im Mittelpunkt. Silke Findeisen, Betreuerin der umfangreichen Sammlung von HAUS SCHLESIEN, stellte die Grundlagen von Registrierung und Inventarisierung als unverzichtbaren Bestandteil der Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit dar und skizzierte die verschiedenen Schritte der Aufnahme eines Objektes in eine Sammlung.

Der zweite Abschnitt der Veranstaltung war dem Themenbereich Präsentation gewidmet. Unter der Führung von Nicola Remig, Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrums für schlesische Landeskunde, fand eine Führung durch die Ausstellungsräume statt. Anhand verschiedener Sammlungsteile und einzelner Objekte wurden die verschiedenen Aspekte der didaktischen Aufbereitung von Kulturgut und Erinnerungsstücken aufgezeigt.

Anschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich je nach Interesse zwei Arbeitsgruppen zuzuordnen, in denen verschiedene Möglichkeiten der Konzeption einer Ausstellung bzw. Präsentation dargestellt wurden.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages referierte Dr. Gregor Ploch, wissenschaftlicheR Mitarbeiter am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen-Hösel und Experte für die Geschichte Oberschlesiens, über Möglichkeiten der Kooperation mit polnischen Städten, Museen und anderen Institutionen. Auch Verbände und politische Vertreter können als Kontaktpartner herangezogen werden. Persönliche Kontakte spielen dabei die wichtigste Rolle.

Die Vorsitzenden der Heimatkreisgemeinschaften Militsch-Trachenberg und Bolkenhain, Hans Joachim Nitschke und Hans-Jochen Meier, stellten anschließend konkrete Beispiele der Kooperation dar. Nicola Remig erläuterte die Möglichkeit, komplette Ausstellungen in die Heimatsammlungen, verschiedene andere öffentliche Räume oder auch in polnische Gemeinden zu übernehmen. HAUS SCHLESIEN verfügt über mehrere landeskundliche bzw. historische Ausstellungen, die bereits an zahlreichen Orten in Deutschland und Polen mit großer Resonanz gezeigt wurden und immer wieder angefragt werden.

Auf besonderen Wunsch der Teilnehmer der ersten Tagung zur Beratung der schlesischen Heimatsammlungen im November 2010 standen im letzten Abschnitt der Veranstaltung die rechtlichen Aspekte der Arbeit in den Heimatstuben im Vordergrund. Klaus Gladischefski, Jurist und Experte für Erbrecht, stellte verschiedene Besonderheiten des Erbrechtes dar, die Sammlungsbetreiber beachten sollten, wenn sie Nachlässe übernehmen.

Prof. Jochen Dieckmann, ehemaliger Justiz- und Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, zeigte den Teilnehmern die rechtlichen Hintergründe der Arbeit in Stiftungen und Vereinen auf und informierte über finanzielle und versicherungstechnische Aspekte des Ehrenamts.

Die Betreiber und Leiter der schlesischen Heimatsammlungen zeigten sich über die Themenvielfalt und Fülle an Informationen sehr erfreut. Die Tagung verlief in einer sehr freundschaftlichen Atmosphäre und die Teilnehmer tauschten sich lebhaft untereinander und mit den Experten aus. Ihr Interesse verdeutlicht einmal mehr die besondere Bedeutung des Projektes zur Beratung der schlesischen Heimatsammlungen, das in Zeiten drohender Raumschließungen und sich rapide verstärkenden Mangels an Betreuern nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Dorothee Herbert

 

 

„…die Mutter aller andern Schlesischen Land=Charten“
Sonderausstellung zum 450. Jubiläum der Schlesienkarte von Martin Helwig (1516-1574) vom 15. Mai bis zum 18. September 2011 im HAUS SCHLESIEN

 

Vor 450 Jahren, am 14. September 1561, erschien die Erstausgabe der Schlesienkarte des aus Neisse stammenden Humanisten Martin Helwig. Über ein Jahrhundert war dieses handwerklich und ästhetisch herausragende Kartenwerk die Vorlage für alle schlesischen Landkarten. Aus diesem Anlass widmet HAUS SCHLESIEN dieser bedeutenden Karte und ihrem Schöpfer eine große Sonderausstellung. Die Schau wird von Manfred Spata aus Bonn, einem Kenner der schlesischen Kartographie, kuratiert. Neben verschiedenen Ausgaben der Helwig-Karte (darunter das einzige Exemplar der Erstausgabe aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe) werden in der Ausstellung auch mehrere nachahmende Karten präsentiert. Die damals herrschenden technischen Möglichkeiten und Kenntnisse und das Umfeld Martin Helwigs werden verdeutlicht. Ein zweisprachiger Katalog ist geplant.

 

Ausschreibung 2012: Geschichtswerkstatt Europa. Krieg, Nachkrieg, Kalter Krieg. Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg im Zeichen des Neuanfangs (1945 bis 1960)

 

Ausschreibung: Förderung internationaler Projekte zur europäischen Erinnerung

Förderzeitraum: Januar bis Oktober 2012

Einsendeschluss für Projektskizzen: 15. Mai 2011

 

Die Geschichtswerkstatt Europa ist ein Programm der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), das internationale Projekte zur Analyse europäischer Erinnerungskulturen fördert. Ziel ist ein Dialog junger Europäer über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten nationaler, regionaler und lokaler Erinnerungen an die kollektiven Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts.

 

Das Programm fördert im Jahr 2012 internationale Projekte, die sich mit Krieg, Nachkrieg, Kalter Krieg – Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg im Zeichen des Neuanfangs (1945 bis 1960) auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht das Nachwirken des Zweiten Weltkrieges in den europäischen Gesellschaften in den ersten 15 Jahren nach Kriegsende. Wie wurde im Zeichen des gesellschaftlich intendierten Neubeginns mit den noch gegenwärtigen individuellen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg umgegangen?

 

Das Institut für angewandte Geschichte ist in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina für die Förderung der Projekte verantwortlich. Das Institut begleitet Projektideen beratend von der Skizzenentwicklung über die Antragstellung bis zur Abrechnung und organisiert im Januar 2012 ein Treffen in Frankfurt an der Oder, das für die Teilnehmer der geförderten Projekte  verpflichtend ist. Das Treffen trägt zur inhaltlichen sowie methodischen Vorbereitung und zur Vernetzung der Teilnehmer bei.

 

Die Ausschreibung richtet sich an interessierte Personen zwischen 18 Jahren und 35 Jahren weiterzuleiten: Nachwuchswissenschaftler, Journalisten oder andere Akteure der Zivilgesellschaft, die gemeinsam mit einem Partner (Person oder Institution) aus Mittel- bzw. Osteuropa oder Israel ein Projekt zu unserem Ausschreibungsthema realisieren wollen. Eine Projektskizze kann vom 1. April bis zum 15. Mai 2011 über das Online-Formular unserer Webseite eingereicht werden.

 

Die Ausschreibung und alle weiteren relevanten Informationen sowie Kontaktdaten finden Sie unter:  http://www.geschichtswerkstatt-europa.org

 

Studienreisen-Angebote der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin

 

1-wöchige Busrundreise vom 14.-20. Mai 2011 zu Zeugnissen gemeinsamen Kulturerbes nach Breslau und ins Hirschberger Tal im polnischen Niederschlesien

 

Die einstige preußische Provinz Niederschlesien und das Hirschberger Tal mit seinen zahllosen Schlössern und Herrenhäusern stehen im Mittelpunkt dieser Studienreise. Nach dem Besuch Wrocławs (Breslau), des wirtschaftlichen und geistigen Zentrums der Region und weiterer niederschlesischer Städte besichtigen die Teilnehmer im Hirschberger Tal ausgewählte Schlosser und diskutieren mit den Besitzern über die verschiedenen Nutzungskonzepte und Möglichkeiten.
Bildungsreise nach Wrocław, Świdnica (Schweidnitz) Jawor (Jauer), Jelenia Gora (Hirschberg), Cieplice Śląskie-Zdroj (Bad Warmbrunn), Mysłakowice (Erdmannsdorf )

 

Weitere Infos unter: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. Schillerstr. 59, 10627 Berlin-Charlottenburg
Tel.: 030 713 89 213  Fax: 030 713 89 201  E-mail: dpgberlin@t-onlne .de

„George Sand – Frédéric Chopin Programm“. Residenzprogramm auf Schloss Genshagen

04.09.2011 - 20.11.2011

Bereich: Kunst- und Kulturvermittlung in Europa

 

Auf Initiative der Kulturminister aus Deutschland und Polen hat die Stiftung Genshagen ein deutsch-französisch-polnisches Residenzprogramm für Künstlerinnen und Künstler verschiedener künstlerischer Sparten entwickelt: das „George Sand - Fréderic Chopin Programm“. In diesem Residenzprogramm werden erstmals ab Herbst 2011 jährlich für zehn Wochen drei Künstler und Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich und Polen im Schloss Genshagen zusammenkommen, wohnen und arbeiten, sich austauschen und neue Wege der Kunst- und Kulturvermittlung in Europa gehen. Das Programm wird trilateral starten, und nach und nach Künstler und Künstlerinnen aus anderen europäischen Ländern mit einbeziehen.

Der Residenzaufenthalt setzt voraus, dass die Stipendiat/inn/en die Bereitschaft mitbringen, neben ihrem eigenen Schaffen im gemeinsamen Austausch ein künstlerisches Projekt umzusetzen - im weitesten Sinne sollen sie sich im künstlerischen Austausch von der Liebes- und Schaffensbeziehung zwischen Frédéric Chopin und George Sand inspirieren lassen. Ferner wird erwartet, dass sie ihr Kunstschaffen in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang stellen und Offenheit für Interaktionen mit der Bevölkerung mitbringen.
Als „Artistes associés“ werden die Stipendiat/inn/en während ihres Aufenthaltes als eine Art Beirat in die Programmgestaltung des Stiftungsbereiches „Kunst- und Kulturvermittlung in Europa“ einbezogen.

Partner: Villa Decius (Krakow), Théâtre des Bernardines (Marseille)

Ansprechpartnerin: Christel Hartmann-Fritsch, Ausschreibungsunterlagen unter:  http://www.stiftung-genshagen.de

 

 

 

Ausstellungsvorschau:
Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte

23. September 2011 bis 9. Januar 2012

Veranstalter: Berliner Festspiele. Das Projekt wird realisiert vom Königsschloss in Warschau und dem Martin-Gropius-Bau in Berlin. Ermöglicht durch eine Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen.

Schirmherrschaft: Bronisław Komorowski, Staatspräsident der Republik Polen, Christian Wulff, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

Gemeinsam mit dem Martin-Gropius-Bau Berlin erarbeitet das Warschauer Königsschloss die Ausstellung „Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte“, die vom 23. September 2011 bis 9. Januar 2012 in Berlin gezeigt wird. Anlass ist die polnische EU-Ratspräsidentschaft, die im Juli 2011 beginnt.

Das Ausstellungsprojekt wird von einem wissenschaftlichen Beirat unter der Leitung von Prof. Władysław Bartoszewski inhaltlich begleitet. Chefkuratorin ist die polnische Kunsthistorikerin Anda Rottenberg, die bereits als Kuratorin zahlreicher international beachteter Ausstellungen und als langjährige Leiterin der Nationalgalerie für moderne Kunst Zachęta in Warschau tätig war.

Polen und Deutschland blicken auf eine gemeinsame, mehr als 1000-jährige Geschichte zurück. Die komplexe Historie dieser Nachbarschaft ist vor allem von politischen Ereignissen geprägt, welche kulturelle Gemeinsamkeiten der beiden Länder oft zu unrecht in den Hintergrund treten ließen. Gegenseitige Einflüsse zeigen sich in Kultur, Religion, Sprache und Wirtschaft.

Das deutsche und das polnische kulturelle Gedächtnis sind bisweilen von Emotionen und Vorurteilen bestimmt. Dennoch herrscht auf beiden Seiten der Oder Einigkeit darüber, dass vor 20 Jahren ein neuer Prozess des gegenseitigen Kennenlernens begonnen hat, der die Grundlage für eine beständige Freundschaft sein wird. Die Ratspräsidentschaft Polens bietet eine außergewöhnliche Gelegenheit, diesen wichtigen Dialog für Europa mit einer Ausstellung zu vertiefen. Zum ersten Mal wird die 1000-jährige Geschichte der wechselseitigen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland umfassend dargestellt.

In 19 Sälen, die das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes einnehmen und eine Gesamtfläche von 3200 Quadratmetern umfassen, werden etwa 700 historische und zeitgenössische Exponate ausgestellt – darunter etwa 250 Gemälde, 30 Skulpturen, 60 Inkunabeln, 80 Handschriften und 60 Grafiken. Zusätzlich werden mehr als 60 Dokumente, 100 kunsthandwerkliche Objekte, 150 Fotografien, Filmmaterial und Bücher gezeigt. Auch Klangbeispiele, unter anderem von Arnold Schönberg, J.F. Telemann und J.S. Bach werden zu hören sein. Die Leihgaben sind Zeugnisse Polens und Deutschlands. Die Exponate stammen aus zahlreichen polnischen, deutschen und internationalen Museen und Sammlungen. Darunter befinden sich u. a. das National Museum in Warschau, das Kunstmuseum Łodz, das Victoria & Albert Museum in London und die Vatikanische Bibliothek.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Präsentation von Jan Matejkos Monumentalwerk „Preußische Huldigung“ aus dem Nationalmuseum in Krakau. Blicke in die Zukunft wagen auch zeitgenössische Künstler mit Auftragsarbeiten, die eigens für den Martin-Gropius-Bau kreiert werden.

Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, das sich auch an Schüler und Studenten wendet, soll den kulturellen Austausch zwischen Polen und Deutschland fördern. Das Programm vermittelt Wissen und leistet einen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und gegenseitigen Verständnis.

Katalog
Erscheint im DuMont Verlag, Preis: € 19,–
Zur Ausstellung „Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte“ erscheint ein Katalog im DuMont-Verlag in einer deutschen und polnischen Ausgabe unter der wissenschaftlichen Redaktion der polnischen Kunsthistorikerin Prof. Małgorzata Omilanowska. Der etwa 700-seitige, reich illustrierte Katalog wird Essays herausragender Fachleute aus Deutschland und Polen sowie bekannter Gastautoren aus anderen Ländern enthalten.

 

Weitere Informationen finden Sie  hier.