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Lachmann, Peter (Hg.): DurchFlug – E. T. A. Hoffmann in Schlesien
Ein Lesebuch von Peter Lachmann
Deutsches Kulturforum östliches Europa 2011
Bebildert, mit umfangreichem Anhang
328 Seiten
Preis: 14,80 €
ISBN 978-3-936168-49-5

E. T. A. Hoffmann (1776–1822) wird spontan mit vielem in Zusammenhang gebracht: mit Preußen, Polen, Geistern und Geistersehern, mit Berlin, Königsberg, Bamberg, Dresden und Leipzig, mit Nussknackern und Kater Murr, Kapellmeister Kreisler und anderen Doppelgängern, übermäßigem Alkoholgenuss, skandalträchtigen Karikaturen und Liebschaften, mit Julia Marc, der Oper undine und Offenbachs hoffmanns erzählungen. Dass er einen Teil seines unsteten Lebens in Schlesien zubrachte, dass er dort Texte schrieb, die über das hinausgehen, was man mit Hoffmann verbindet, ja, dass er unter dem Einfluss der schlesischen Aura zu einem eindrucksvollen Landschaftsmaler mit der Feder geworden ist – wobei auch die fantastische Seelenlandschaft des Autors wie seiner Protagonisten nicht zu kurz kam –, wissen zwar Hoffmannspezialisten. Doch scheint auch sie das Außerordentliche dieser Begegnung des großen deutschen Romantikers mit den, so Hoffmann selbst, »schönen romantischen Gegenden des Riesengebirges«, nicht so sehr gereizt zu haben wie Peter Lachmann, den Schriftsteller, (Video-) Theatermacher und Übersetzer. Er hat in diesem Buch erstmals die Texte Hoffmanns, die in Schlesien entstanden sind oder auf seine Schlesienaufenthalte Bezug nehmen, zusammengestellt und neu gelesen.

»Ganz sicher dürfte Hoffmann – trotz dieser Anthologie und ihres Titels – gegen jeden Verdacht erhaben sein, je den Rang eines Heimat- oder Regionaldichters beansprucht zu haben. Das bewahrte ihn wahrscheinlich auch davor, in einschlägige Schlesien-Anthologien Aufnahme zu finden, sehr zu unrecht allerdings und mit Verlust für diese Publikationen. Seine schlesienbezogenen Texte sind nicht nur ein Beweis dafür, dass er dieser Region vieles abgewinnen konnte, sondern auch dafür, mit welcher Selbstverständlichkeit er hier wie andernorts die eng gezogenen Grenzen hinter sich ließ und von jedem der einzelnen Orte – sei es nun Glogau, Bad Warmbrunn, Hirschberg oder den höher gelegenen Partien des Riesengebirges – direkte und indirekte, die Geografie ignorierende Abstecher in weit entfernte Zeiträume startet.«
Aus der Vorbemerkung von Peter Lachmann

 

Kabus, Ronny: „… weine ich täglich um meinen Vater.“ In der Gewalt Stalins und der SED
Books on Demand 2011
224 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN 9783842331020

Der Historiker Ronny Kabus, geborener Görlitzer, greift ein schmerzliches Thema auf. Sein Buch handelt von den zivilen Opfern des Zusammenwirkens der sowjetischen Geheimpolizei, der KPD/SED und der SBZ/DDR-Machtorgane von 1945 bis 1955.

Das Buch zeigt am Beispiel der damaligen Großstadt Görlitz, wie die „antifaschistisch Demokratische Neuordnung“ in Wirklichkeit aussah, wie die in der Bevölkerung fest verankerte Sozialdemokratie im Zuge der Stalinisierung ausgeschaltet und die sich neu gründenden bürgerlichen Block-Parteien CDU und LDP ebenfalls gewaltsam „gesäubert“ und gleichgeschaltet wurden. „Kapitalisten“, Vertreter von Politik, Verwaltung, Kultur und Kirchen, aber auch einfache Bürgerinnen und Bürger landeten unter oft irrsinnigen Anschuldigungen in den sowjetischen Speziallagern der SBZ, in den GULags der Sowjetunion oder vor den Hinrichtungskommandos. Die Überlebenden verbrachten oft weitere Jahre in DDRZuchthäusern. Erinnert wird an geschätzte 1.000 Görlitzer Opfer der stalinistischen Gewaltexzesse, die mehr als ein Drittel der Betroffenen nicht überlebten.

 

Pietsch, Martina (Hg.): Lebenswege ins Ungewisse | Drogi w nieznane
Migration in Görlitz-Zgorzelec von 1933 bis heute.
151 Seiten
Preis: 21,80 €
ISBN 978-3-9813510-5-7

Deutsch-polnischer Begleitband zur Ausstellung Lebenswege ins Ungewisse.

Kraftwerk Zabrze, Foto: Thomas Voßbeck, europareportage Berlin 

Europareportage (Hg.): Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens.
Deutsch-polnischer Bildband mit Fotografien von Thomas Voßbeck und einer CD des Klangkünstlers Richard Ortmann
200 Seiten
Preis: 19,80 €
ISBN 978-3-936168-57-0

Begleitbuch zur Ausstellung: Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe

 

 

Kerski, Basil: Die Dynamik der Annäherung in den deutsch-polnischen Beziehungen. Gegenwart und Geschichte einer Nachbarschaft.
Düsseldorf (Düsseldorf University Press) 2011
(Reihe: Europäischer Dialog der Adalbert Stiftung)
492 Seiten

Preis: 19,50 €

ISBN: 978-3-940671-66-0

 

„Basil Kerski ist ein deutsch-polnischer Essayist, Journalist und Politexperte. Seit 1998 leitet er das zweisprachige Deutsch-Polnische Magazin DIALOG. Geboren wurde Basil Kerski 1969 in Danzig, seit 1979 lebt er in Berlin. An der Freien Universität Berlin studierte er Politologie und Slawistik. Nach Abschluss des Studiums  arbeitete er als Politexperte im deutsch-amerikanischen Aspen Institute Berlin, im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im Deutschen Bundestag sowie für das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB), Von 1998 bis 2001 war er ehrenamtlicher Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband. Als Autor und Herausgeber veröffentlichte er zahlreiche deutsche und polnische Bücher zu historischen und politischen Themen. Für sein Engagement wurde er vielfach geehrt (Verdienstkreuz in Gold der Republik Polen; Jablonowski-Preis der Societas Jablonoviana und der Universität Leipzig, Georg-Dehio-Kulturpreis).“ (Verlagsmitteilung) Kerski legt ein brilliantes, thesenfreudiges Buch über die „Dynamik der Annährung in den deutsch-polnischen Beziehungen“ vor. Wie üblich, finden sich hier auch überarbeitete Texte des Verfassers, doch insgesamt ergibt sich ein äußerst bemerkenswerter Querschnitt an Themen und neuen Sichtweisen. Wohltuend ist die durchgehend europäische, bisweilen kosmopolitische Sichtweise, die immer wieder vor deutsch-polnischer Nabelschau warnt (me). Inhalt: Vorwort von Botschafter Marek Prawda. – I. Berlin aus der Perspektive eines deutsch-polnischen Flaneurs: Polski Berlin; Homer auf dem Potsdamer Platz. Ein Essay über Berlin; Auf den Spuren Döblins. Berlin-Warschau. – II. Deutsche und Polen – Erbe und Erinnerung: Dynamik der Annäherung. Nichtstaatliche Initiativen in den deutsch-polnischen Beziehungen vor 1989; „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Der Briefwechsel zwischen den polnischen und deutschen Bischöfen von 1965; Zwangsverordnete Freundschaft? Die Beziehungen zwischen der DDR und Polen. Versuch einer Bilanz; Die Gegenwart der Vergangenheit. Geschichte und Erinnerung in den politischen Debatten zwischen Deutschland und Polen; Solidarność, eine europäische Revolution; „Sie lieben das Wort, aber wie steht es mit der Tat?“. Chancen für eine europäische Erinnerungskultur; Zerrbilder aus Deutschland. Zur Perzeption polnischer Geschichtsdebatten in Deutschland; Nachdenken und Gedenken. Eine deutsch-polnische Ausstellung in Berlin; Ungleiche Opfer. Das christlich-jüdische Verhältnis in Polen; Migrationsgeschichte als Demokratiegeschichte. Ein polnisch-irakisches Puzzle im Schatten deutscher Geschichte. – III. Umbrüche – Deutsch-polnische Beziehungen von 1989 bis heute: Zweiter Motor in Europa. Perspektiven für die deutsch-polnische Partnerschaft; Historische Höhepunkte und Krisen. Vom janusköpfigen Charakter der deutsch-polnischen Beziehungen nach 1989; Streit um Europa. Zur Krise der deutsch-polnischen Beziehungen. – IV. Polenbilder im 21. Jahrhundert: Ende und Neuanfang. Das polnische Jahr 2010; Idealist und Realist. Eine Würdigung des verunglückten Staatspräsidenten Lech Kaczyński; Erneuerung aus der Peripherie heraus. Hauptströmungen der polnischen Kultur; Polnisch-russisches Tauwetter, polnisch-amerikanische Verstimmungen; Polnische Autoritäten; Donald Tusk. Porträt eines Danziger Liberalen; Neuanfang im Schneckentempo. Schwieriger Neubeginn unter Donald Tusk; Von der Avantgarde der Freiheit zum Sorgenkind Europas? Polens politische Kultur unter der PiS-Regierung; Ein Experiment namens „Vierte Republik“; Polnische und europäische Identitäten. – V. Kosmopolen und andere Europäer: Hybride Identitäten. Migrationen aus Polen nach Deutschland. Geschichte und Gegenwart; Die „Zweite Große Emigration“. Die polnische Exilzeitschrift „Kultura“; Jerzy Giedroyc als Wegbereiter des deutsch-polnischen Dialogs nach dem Zweiten Weltkrieg; Der Kosmopole Jerzy Stempowski; Aleksander Bregman -- Ein früher Visionär der deutsch-polnischen Verständigung; Im Zeitalter der Globalisierung. Deutsche und polnische Perspektiven. – VI. Auf dem Bergpfad. Nachwort des Autors. - Literatur zu den deutsch-polnischen Beziehungen und zu Polen in deutscher Sprache (Bibliografie).

 

 

INTER FINITIMOS. Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte. Jahrbuch 8 (2010). Themenschwerpunkt: Regionen.
Hrsg. v. Peter Fischer, Basil Kerski, Isabel Röskau-Rydel, Krzysztof Ruchniewicz, Sabine Stekel, Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e.V.
301 Seiten

Preis: 18,- € (im Abonnement: 15,- € inkl. Versand)
ISBN 978-3-938400-65-4

20 Jahre Weimarer Dreieck
*Adam Krzeminski: Das Weimarer Dreieck - Vergangenheit, aktuelle Entwicklung, Perspektiven (S. 13-20)
*Pierre-Frédéric Weber: Frankreich in den deutsch-polnischen Beziehungen (1991–2010). Alte Ängste - neue Herausforderungen - offene Fragen (S.21-31)

Themenschwerpunkt: Regionen

*Die Entwicklung der politischen Kultur im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Eine Bilanz der beiden letzten Jahrzehnte. Basil Kerski im Gespräch mit Andrzej Kotula (S. 33-46)
*Janusz A. Majcherek: Der Mythos der Multikulturalität (S. 47-61)
*Robert Traba: "Offener Regionalismus" - Bürgerinitiativen für die Entwicklung der polnischen Kultur (S. 61-72)
*Zbigniew Kurcz: Grenzquerungen zwischen Deutschland und Polen. Prolegomena (S. 73-81)
*Cezary Trosiak: Von der "lebenden Mauer der nationalen Bevölkerung" zum Kulturerbe der West- und Nordgebiete. Soziokulturelle Prozesse in den West- und Nordgebieten vor und nach 1989 (S. 82-100)
*Elzbieta Opilowska: Erinnerungspolitik im deutsch- polnischen Grenzgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg (S. 101-118)
*Natalia Niedzwiecka: Die Sorben - komplexe ethnische Identitätsaspekte von Grenzlandbewohnern (S. 119-134)
*Julita Makaro: Das Bild des deutschen Nachbarn in den Augen von Grenzstadtbewohnern (S. 135-148)
*Marzena Sasnal: Ein uneinheitliches Bild deutsch-polnischer Nachbarschaft. Forschungen zu den Ansichten von Einwohnern der Grenzstadt Zgorzelec (S. 148-167)
*Anna Kurpiel: Die Wahrnehmung Niederschlesiens durch makedonische Flüchtlinge des griechischen Bürgerkrieges (S. 167-182)
*Beata Halicka: Ist das Oderland eine Region? Überlegungen zu einer europäischen Kulturlandschaft (S. 183-192)
*Brygida Solga: Doppelte Staatsbürgerschaft im Oppelner Schlesien (S. 192-201)
*Krzysztof Okonski: Unbekannte Landschaften der deutsch-polnischen "kleinen Heimaten". Literarisch-publizistische Nahaufnahmen vor und nach der Wende (S. 201-209)
*Christiane Kohser-Spohn: Wege und Irrwege der Regionalismusbewegungen im Elsass 1870-1982 (S. 210-226)

Porträts
*Susanne Peters-Schildgen: Gemeinsames Kulturerbe und regionale Identität. Grenzüberschreitende Aufgaben des Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen (S. 227-233)
*Lisaweta von Zitzewitz: Pommerland ist gar nicht abgebrannt. Ein Porträt der Europäischen Akademie Külz-Kulice (S. 233-239)
*Cezary Obracht-Prondzynski: Das Kaschubische Institut – Regionalforschung im deutsch-polnischen Kontext (S. 239-247)
*Christian Pletzing: Die Academia Baltica (S. 247-250)
*Wojciech Kucharski: Das Zentrum Erinnerung und Zukunft in Wroclaw/Breslau (S. 251-253)

 

Rezensionen (S. 255-297)

Die deutsch-polnischen Beziehungen in polnischen wissenschaftlichen Zeitschriften 2009 (S. 290-298).

 

Ditt, Thomas: „Stoßtruppfakultät Breslau“. Rechtswissenschaft im „Grenzland Schlesien“ 1933-1945
Mohr Siebeck 2011
318 Seiten
Preis: 79,- €
ISBN 978-3-16-150374-0

Die (rechts-)historische Forschung zum Nationalsozialismus hat bislang die Breslauer Universität weitgehend ausgeklammert, obwohl sie zu den größten Preußens zählte. Die Entwicklung der Juristischen Fakultät der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität in der Nazi-Zeit ist nun erstmals von Thomas Ditt untersucht worden. Dabei geht es dem Autor nicht darum, eine klassische Fakultätsgeschichte zu schreiben, sondern das Spannungsverhältnis von Politik und Wissenschaft aufzuzeigen. Er analysiert die Entwicklung einer Fakultät, die in zweierlei Hinsicht eine Sonderstellung einnahm. Die Breslauer Rechtsfakultät wurde - zusammen mit den Fakultäten in Kiel und Königsberg - im Januar 1935 vom Berliner Wissenschaftsministerium zur "politischen Stoßtruppfakultät" erklärt. Eine besondere Aufgabe fiel ihr auch dadurch zu, dass sich die Breslauer Hochschule als "Grenzland-Universität" verstand. Die Analyse zeigt, dass beide Begriffe nicht nur Schlagworte blieben. Durch eine gezielte Personalpolitik wurde die Fakultät in kurzer Zeit personell umgestaltet und inhaltlich neu ausgerichtet. Eine herausgehobene Rolle spielte dabei der Völkerrechtler und Rechtsphilosoph Gustav Adolf Walz, der im Herbst 1933 nach Breslau berufen und zum Rektor ernannt wurde. Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Auswertung von Archivquellen sowie einer Analyse der von den Breslauer Juristen verfassten Schriften.

Das im Tübinger Mohr-Siebeck-Verlag im Januar 2011 erschienene Buch basiert auf einer im Jahr 2009 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main eingereichten Dissertation.

 

Smolorz, Dawid: Grenzgänger. Erzählte Zeiten, Menschen, Orte. / Na granicy. Rzecz o czasach, ludziach i miejscach.
Eine Publikation zur gleichnamigen Ausstellung des Hauses der deutsch-polnischen Zusammenarbeit.
Gliwice (Dom Współpracy Polsko-Niemieckiej) 2008.
Text in Polnisch und Deutsch
113 Seiten
Preis: ca. 50,- PLN
ISBN: 978-83-604-7006-0

„Grenzgänger zwischen Deutschen und Polen. Erzählte Zeiten, Menschen, Orte“ gehört zur gleichnamigen Ausstellung, die im November und Dezember 2007 erstmals in Gleiwitz präsentiert wurde. Das Album konnte dank der Unterstützung der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen herausgegeben werden. Das Buch enthält, zahlreiche Archivbilder, Landkarten und Dokumente. Im Album finden sich ebenso viele Zeitzeugengeschichten - Leute „von der Grenze“, deren Schicksal nicht nur die stürmischen politischen Ereignisse in Oberschlesien, sondern der damalige Alltag war, der auf der friedlichen Koexistenz von Deutschen und Polen basierte. Das Ganze wird im Buch u. auch a. durch Kommentare der Historiker Piotr Hnatyszyn sowie Dr. Guido Hitze ergänzt. Buch und Ausstellung wollen das komplexe Thema der Grenze popularisieren. Hunderttausende Oberschlesier wohnen heute im ehemaligen Grenzstreifen, doch nur wenige sind sich der vielfältigen Vergangenheit ihrer Städte, Ortschaften und Dörfer bewusst. Die Publikation ruft - neben den letzten Zeitzeugen - auch die „stummen Zeugen“ der Geschichte zum Erzählen auf: an vielen Orten stehen weiterhin polnische und deutsche Zollhäuser, eingewachsen halten Grenzbefestigungen und Grenzpfähle die Stellung. Die Ausstellung zeigt, dass trotz der stürmischen Ereignisse im Oberschlesien der 20er und 30er Jahre ein „Überschreiten der teilenden Grenzen“ im konkreten und im übertragenen Sinn möglich war.

 

Müller, Winfried / Steinberg, Swen (Hg.): Menschen unterwegs. Die via regia und ihre Akteure.

Dresden (Sandstein) 2011
240 Seiten
Preis: 20,- €
ISBN: 978-3-942422-33-8

 

„Die via regia war eine der bedeutendsten Ost-West-Verbindungen der Vormoderne, an ihr lagen Städte wie Erfurt, Leipzig, Bautzen, Lauban oder Breslau und Görlitz, der Veranstaltungsort der 3. Sächsischen Landesausstellung ‚Via regia 800 Jahre Bewegung und Begegnung‘. Auf der via regia wurden Waren und Ideen bewegt, durch Kaufleute und Pilger, wandernde Scholaren und Künstler, Soldaten und Viehtreiber, aber auch durch Bettler und Vaganten, Postreiter und Boten.

Dieses Ensemble der ‚Menschen unterwegs‘ stand im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Tagung, die im November 2010 von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden, sowie der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz zur Vorbereitung der Landesausstellung durchgeführt wurde und deren Vorträge in diesem Essayband präsentiert werden.“ (Verlagsmitteilung).

Es handelt sich um einen vorab veröffentlichten Essayband, nicht aber um den Katalog der 3. Sächsischen Landesausstellung!

 

Zu jedem Beitrag gibt es einen Überblick in polnischer, tschechischer und englischer Sprache. Der Herausgeber Winfried Müller ist Professor für Sächsische Landesgeschichte an der Technischen Universität Dresden und Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. in Dresden. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der 3. Sächsischen Landesausstellung. Swen Steinberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte.

 

Otto, Joachim: Görli und Gregorek: Eine fabelhafte Katzenliebe an der Neiße
Görlitz 2011
In deutscher und polnischer Sprache
320 Seiten, mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Abbildungen

Preis: 19,90 €

ISBN-10: 3939721255

 

„Ich werde jetzt öfter nach Görlitz kommen, ist ja ganz einfach über die Brücke“, sagt die polnische Katzendame Malina gegen Ende dieser Fabel, in der eine bunte Katzenschar mit zutiefst menschlichem Denken vorlebt, wie grenzübergreifendes Miteinander gelingen kann. Ihr katzentypisches, oftmals wunderliches Gebaren liefert dabei viel Anlass zum Schmunzeln. Der Leser begleitet die Vierbeiner auf ihren abenteuerlichen Streifzügen durch die Straßen und Parks von Görlitz und Zgorzelec und am Ende fühlt sich auch der Ortsunkundige geradezu heimisch in der historischen Brückenstadt. Kleine Anekdoten am Rande schildern auf unterhaltsame Weise das Leben an der Neiße gestern und heute. Die Titelhelden sind das Görlitzer Jungkätzchen Görli und der polnische Draufgänger Gregorek, die sich unsterblich ineinander verlieben. Dass auch die „Zweibeiner“ diesseits und jenseits der Neiße ihre Vorbehalte mehr und mehr beiseite schieben und einfach über die Brücken gehen, um fremdes Revier zu erkunden, ist Joachim Ottos Wunsch. Mit diesem Buch möchte er Görlitzer und Zgorzelecer sowie Gäste aus nah und fern ermuntern, die Idee der europäischen Verständigung noch lebendiger zu gestalten und sich in der Europastadt GörlitzZgorzelec grenzenlos zu begegnen.

 

Albrecht Milnik: Ein Land wie ein Eichenblatt. Schlesische Forstgeschichte in preußischer Zeit (1741-1945).
Remagen (Kessel Verlag) 2010
630 Seiten
Preis: 27 €
ISBN: 978-3-941300-36-1

 

Dr. habil Albrecht Milnik hatte als langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Forstwissenschaften in Eberswalde immer wieder mit Anfragen polnischer Forstleute zur Geschichte ihrer Forsten vor 1945 zu tun. In Eberswalde finden sich hierzu vorzügliche Quellen. Albrecht Milnik beschloss, auf dieser Grundlage einen Abriss der Forstgeschichte der preußischen Provinz Schlesien von 1741 bis 1945 zu verfassen. Das Buch ist dem Nestor der Forsthistoriker gewidmet, Prof. Dr. Józef Broda in Poznań/Posen). Es ist getragen vom Wunsch, eine Brücke zu schlagen von der preußisch-deutschen Vergangenheit zur polnischen Gegenwart der Forstwirtschaft in Schlesien.

Der Autor hebt eingangs hervor, dass die historische Landschaft Schlesien vielfältige landschaftliche Bedingungen für das Forstwesen aufweist - vom Heideland über Hügel bis zum Hochgebirge. Standortfaktoren wie Klima, Geologe und Gewässer stehen am Anfang der Betrachtung. Milnik benennt ursprüngliche Waldbilder und rekonstruiert die Waldgesamtfläche im Untersuchungszeitraum, analysiert die Verteilung auf Waldbesitzer und klassifiziert diesen in seiner starken Spreizung zwischen Großbesitz und Kleinst- und Kleinbesitz. Er stellt die Organisation der Forstverwaltung für die staatlichen, gemeindlichen und privaten Forste dar. Das Buch geht auch auf die Lebensverhältnisse der Forstleute und Waldarbeiter, ihre Ausbildung und ihre Organisation in Verbänden ein. In Eberswalde erhaltene Exkursionsberichte ergeben Aufschlüsse über den Zustand der Wälder. Das Buch erörtert die Bestände vorwiegend heimischer Baumarten, die den Waldbau dominierten. Es folgen Ausführungen über Saatgutgewinnung, Darren und Pflanzenzucht, natürliche und künstliche Verjüngung, den Anbau fremder Arten sowie zur Bestandspflege. Selbstverständlich geht der Autor ausführlich auf Nutzung und Verwertung des Holzes sowie anderer Waldprodukte ein. Gewaltig war der Konstruktionsholzbedarf in Bergbau und Industrie, aber auch der Bedarf an Holz und anderen Waldprodukten als Rohstoffe. Die Forstwirtschaft erarbeitete im Untersuchungszeitraum große Reingewinne. Schlesien war durch die Arbeiten von Salischs eine der ersten Regionen, in der theoretisch und praktisch das neue Konzept der Forstästhetik entwickelt wurde. Eng damit verbunden ist der Naturschutzgedanke. Waldschäden verschiedenster Art, ihre Verhütung und Bekämpfung nehmen im Quellenmaterial breiten Raum ein. Zur Forstwirtschaft gehört auch das Jagdwesen. Wildarten, Organisation und Praxis der Jagd, Wirklichkeit und Legende der Wilderei werden erörtert. Ein Schwerpunkt des Buches sind die 58 Biographien schlesischer Forstleute. Literaturverzeichnis, Zeittafel, Glossar, Personen- und zweisprachiges Ortsverzeichnis schließen den Band ab. Er enthält zahlreiche Abbildungen, Karten und Tabellen. Das Buch wird vom Autor am 14. Juni in Görlitz in einer gemeinsamen Veranstaltung des Kulturreferenten und des Senckenberg Museums für Naturkunde der Öffentlichkeit präsentiert.