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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Ein Wort des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

wer nicht dabei war, hat etwas verpasst: unser Museumsfest anlässlich des Doppeljubiläums „zehn Jahre Museum im Schönhof, zwanzig Jahre Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz“ war ein gewaltiger Erfolg und hat nicht zuletzt uns selbst, den Mitarbeitern des Museums, viel Spaß gemacht. Es war ein heiteres und unbeschwertes Fest, ein Tag voller schöner Erlebnisse und Erinnerungen und ein Wiedersehen mit vielen alten Freunden.

Von ernsten Gedanken über Vergangenheit und Zukunft, wie sie bei einem Jubiläum nicht ausbleiben, war das Fest weitgehend entlastet. Denn die Zukunftsperspektiven des Museums hatten schon bei einer Tagung im November letzten Jahres zur Diskussion gestanden. Die Mitarbeiter des Museums, Mitglieder der Stiftungsgremien und des Vereins der Freunde und Förderer sowie auswärtige Experten nahmen daran teil. In der Diskussion herrschte Einigkeit: Das Schlesische Museum muss nicht neu erfunden werden, aber es gibt durchaus Gründe, die Zielsetzung und Aufgabenbestimmung neu zu justieren, Prioritäten anders zu setzen und ungewohnte Wege zu erproben.

Wichtig ist es vor allem, neue Zielgruppen zu erschließen, denn der Rückgang bei der bislang wichtigsten Besuchergruppe, der „Erlebnisgeneration“ der vor 1945 geborenen Schlesier, ist unvermeidlich und schon weit fortgeschritten. Die jüngere Geschichte und die Gegenwart Schlesiens und der Schlesier sollen in Ausstellungen und Veranstaltungen größere Berücksichtigung finden - auch in der ständigen Ausstellung, in der darüber hinaus Raum für dem Museum anvertraute Sammlungen, für  interaktive und Kinder ansprechende Elemente geschaffen werden soll. Die Arbeitsbereiche Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit müssen gestärkt werden, und das verlangt nicht nur nach neuen Ideen sondern auch nach besserer finanzieller Ausstattung.  Im Ergebnis der Tagung haben die Mitarbeiter des Museums einen Maßnahmenplan für 2016 und 2017 erarbeitet; Stiftungsvorstand und Stiftungsrat haben diesem inzwischen zugestimmt.

Weit in die Zukunft gerichteten Plänen kommen freilich immer wieder die drängenden Aufgaben der Gegenwart in die Quere. Mit großem Erfolg läuft im Breslauer Stadtmuseum derzeit noch (und bis zum 31.Juli) die Ausstellung von Frau Dr. Brade „Verfolgte Kunst“ über den jüdischen Künstlerkreis um Heinrich Tischler im Breslau der 1920er und 1930er Jahre. Auch die von Frau Dr. Pietsch erarbeitete Ausstellung „Die große Not“ über Kriegsende und Nachkriegszeit in Görlitz ist noch für eine Weile zu sehen (bis 24. Juli). Herr Dr. Kügler steckt derzeit bis über beide Ohren in den letzten Vorbereitungen für die Eröffnung der Ausstellung „Barockes Glas aus Schlesien“ am 10. Juni im Riesengebirgsmuseum in Hirschberg. Frau Dr. Franke und ich schließlich beschäftigen sich zur Zeit intensiv mit der „Reformation in Schlesien“. Unsere Wanderausstellung zu diesem Thema soll in den nächsten drei Monaten entstehen. Darüber mehr in Kürze!

Einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Ihr Markus Bauer