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Foto: J. Rasim 

Das Schlesische Museum zu Görlitz auf der Buchmesse in Breslau (30.11.-3.12.2017)

Das Schlesische Museum zu Görlitz hatte in diesem Jahr zum dritten Mal einen Stand auf der Breslauer Buchmesse, zum ersten Mal gemeinsam mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und in guter Gesellschaft zu anderen Kultureinrichtungen, wie dem Nationalmuseum Breslau, dem Architekturmuseum und dem Stadtmuseum Breslau. Etwa 60.000 Besucher bummelten, blätterten und kauften Bücher innerhalb dieser vier Tage. Viele davon besuchten uns am Stand. Noch immer begehrt zeigten sich die Kataloge zur Ausstellung „Adel in Schlesien“, die 2014 in Kooperation mit dem Kupfermuseum in Liegnitz, dem Museum der Universität Breslau und dem Kulturhistorischen Museum Görlitz realisiert wurde. Die Zweisprachigkeit fast aller Publikationen des Schlesischen Museums stellte sich wieder als Vorteil heraus. Beim Kulturforum wurden gerne Bücher aus der Serie „Literarische Reiseführer“ angesehen und gekauft. Druckfrisch wurde der Band zu Pressburg/Bratislava von Renata SakoHoess angeboten. Die deutsche Sprache war nicht immer ein Hindernis, aber viele Leser werden sich sicherlich über die angekündigte polnische Fassung von Marcin Wiatrs „Literarischer Reiseführer Oberschlesien“  freuen.
Zu den Neuerscheinungen auf der Messe, die uns besonders gefielen, gehörte „Ratownicy. Niepubliczne strategie ratowania zabytków Dolnego Śąska“ [Retter. Nicht-öffentliche Strategien zur Rettung niederschlesischer Denkmäler]. Es wurde von der Kulturhauptstadt Breslau 2016 veröffentlicht und erzählt in Schrift und Bild die Geschichten engagierter Personen, die einen großen Teil ihrer Zeit und ihrer privaten Mittel darin investierten, um Schlösser, Kirchen und Denkmäler in Niederschlesien zu erhalten. Sein neues Buch in polnischer Sprache „Wrocław. Wędrówka przez wieki“ [Breslau. Eine Wanderung durch die Jahrhunderte] stellte Dr. Maciej Łagiewski, Direktor der Städtischen Museen Breslau, vor. Der Verlag Studio Emka gibt in einer Serie publizistische Texte und Feuilletons heraus, die der beliebte Museumsdirektor über die Jahre für  lokale Zeitungen zur Stadtgeschichte geschrieben hat. Der erste Band hatte auf der Buchmesse seine Premiere. Eine Überraschung für uns war die Präsentation eines neuen Titels von Olga Tokarczuk: „Zgubiona dusza“ [Die verlorene Seele]. Gemeinsam mit der Illustratorin Joanna Concejo hat sie zum ersten Mal ein Kinderbuch gestaltet.

Foto: Maciej Łagiewski zeigt am Stand des Schlesischen Museums Annemarie Franke sein neues Buch. Foto: J.Rasim

Ausstellungskatalog

Ku nowemu życiu. Żydzi na Dolnym Śląsku w latach 1945-1970. Towards new life. Jews in Lower Silesia in 1945-1970. Herausgegeben von Tamara Wlodarczyk,  Muzeum Narodowe we Wrocławiu, Wrocław 2017 
Siehe Sonderausstellungen

 

Hans-Henning Hahn, Robert Traba (Hrsg.)

20 Deutsch-Polnische Erinnerungsorte 
unter Mitarbeit von Maciej Górny, Kornelia Konczal und Sabine Bamberger-Stemmann

Zwischen 2012 und 2015 sind fünf Bände zum Thema „Deutsch-Polnische Erinnerungsorte“, initiiert durch das Zentrum für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, von polnischen und deutschen Wissenschaftlern erarbeitet worden. Aus dieser Vielzahl von Beiträgen liegt jetzt eine Auswahl von 20 Deutsch-Polnischen Erinnerungsorten vor. Dabei geht es entsprechend dem Konzept von Erinnerungskultur nicht nur um Örtlichkeiten, sondern auch um Ereignisse, Personen und historische Phänomene, die Bezugspunkte für die kulturelle Identität der Menschen in Polen und Deutschland sind. Dazu zählen beispielsweise im Kapitel „Geteilt/Gemeinsam“ der Beitrag von Heidi Hein-Kircher „Der Akt von Gnesen. Ein Gipfeltreffen im Jahr 1000“ oder „Annaberg. Die Heilige und der Vulkan“ von Piotr Przybyla. Das vollständige Inhaltsverzeichnis kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.
Wer bisher vor dem Umfang der 5 Bände kapituliert hat, sollte sich diese 20 Kostproben nicht entgehen lassen.

1. Aufl. 2018, 501 Seiten, 40 s/w Abb., Festeinband; ISBN: 978-3-506-78716-3; Preis: 29,90

 

Festschrift

Zehn Jahre Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (2007–2017) | Bilanz und Zukunft 
- siehe Nachrichten

Herausgeber: Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz / Sonstige Guido Hinterkeuser, Klaus-Henning von Krosigk, Peter Schabe / Mit Texten von Barbara Bielinis-Kopeć, Mariusz Czuba, Erhard Drachenberg, Annemarie Franke, Tessen von Heydebreck, Guido Hinterkeuser, Wolfram Jäger, Agnieszka Kowalska, Kazimierz Kozica, Klaus-Henning von Krosigk, Beata Makowska, Marie-Luise Niewodniczanska, Barbara Nowak-Obelinda, Sławomir Oleszczuk, Ulrich Schaaf, Peter Schabe, Ewa Stanecka, Tomasz Torbus, Manfred Torge, Konrad Vanja, Hannah C. Wadle, Barbara Zalewska, P. Paul Zalewski, Tadeusz J. Żuchowski

408 Seiten, 284 Abb., 210 x 260 mm, durchgängig vierfarbig. Festeinband mit Schutzumschlag, alle Beiträge mit polnischsprachigen Zusammenfassungen November 2017 
ISBN 978-3-86732-293-5

 

Tagungsband

Colloquium Opole. Polen – Deutsche-Tschechen. Nachbarschaft im 21. Jahrhundert.

Tagungsband des Colloquium Opole 2016: Polen, Deutschland, Tschechien und die Herausforderungen von Migration und Integration, herausgegeben von Marek Mazurkiewicz, Annemarie Franke, Tadeusz Siwek, Magdalena Moj, Opole 2017

Seit 2011 ist das Schlesische Museum zu Görlitz und das Kulturreferat für Schlesien Partner des Staatlichen Instituts Schlesisches Institut Oppeln bei der Durchführung der jährlichen deutsch-polnisch-tschechischen Tagung „Colloquium Opole“ in Oppeln/Opole. Ergebnis dieser traditionsreichen Konferenzen ist jeweils ein dreisprachiger Tagungsband, wobei die Beiträge in der Originalsprache mit Zusammenfassungen in den jeweils zwei anderen Sprachen gedruckt werden.
Der jetzt erschienen Band versammelt in vier Sektionen Beiträge zum Thema Migrationserfahrungen in Geschichte und Gegenwart. Anlass für die Wahl des Themas war die Flüchtlingskrise in Europa 2015 und ihre Folgen. So sprachen in den Eröffnungsvorträgen Europa- und Landespolitiker, darunter der sächsische CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Meyer und die EP-Abgeordnete Danuta Jazłowiecka. Die erste Sektion behandelte Unterschiede in der Migrations/ und Integrationspolitik zwischen den drei Nachbarländern. Historische Erfahrungen, exemplifiziert für die Region Schlesien, wurden in der vierten Sektion behandelt, ebenso wie methodische Fragen. Markus Bauer gab einen Überblick über Migration in der schlesischen Geschichte, Adriana Dawid (Universität Oppeln, Lehrstuhl Geschichte Schlesiens) sprach über Erfahrungen mit oral history Zeitzeugenberichten, die sie für das Archiv  www.e-historie.pl gesammelt hat.

Bestellungen der Tagungsbände über die Seite des Instituts:  http://www.instytutslaski.com/ksiegarnia-2/

 

 

Doktorarbeit  -  in eigener Sache
 
Vor zwei Jahren habe ich an der Historisch-Pädagogischen Fakultät der Universität Wrocław meine Doktorarbeit über die Entstehungsgeschichte der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und das erste Jahrzehnt ihrer Arbeit in Krzyzowa/Kreisau in Niederschlesien verteidigt. Ich habe mich mit der Nachkriegsentwicklung Kreisaus beschäftigt – einerseits als früherem Gutsbesitz der Familie von Moltke im jetzt polnischen Niederschlesien und andererseits als Bezugspunkt für verschiedene Aktivitäten der deutsch-polnischen Aussöhnung. Über die Jahrzehnte hat sich ein „unsichtbares Netzwerk“ von Akteuren und Initiativen entwickelt, die den Gutshof vor dem Verfall retten und für die europäische Verständigung über den Eisernen Vorhang hinweg nutzbar machen wollten. Das „annus mirabilis“ 1989 hat diese Fäden zusammenlaufen lassen und entstanden ist ein einzigartiges Projekt der Zivilgesellschaft. In den 1990er-Jahren wurde die Einrichtung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Kreisau durch die Regierungen unterstützt, die bereits seit den 1970er-Jahren mit dem Thema Gedenken an den Widerstand des „Kreisauer Kreises“ in Krzyżowa befasst waren. Wie sich die Interessen der Regierungen und der Nichtregierungsorganisation Stiftung Kreisau/Fundacja „Krzyżowa“ getroffen haben, welche Konfliktlinien es gab, aber auch welche Synergien entstanden sind, behandelt der zweite Teil des Buches. Im dritten Teil geht es um die Herausbildung der Strukturen und Programme der Stiftung und ihrer Begegnungs- und Gedenkstätte.
 

Annemarie Franke: Das neue Kreisau. Die Entstehungsgeschichte der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944, Bd. 22.
Wißner-Verlag, Augsburg 2017
ISBN: 978-3-95786-105-4  Preis: 34,90 Euro

Das Buch ist zugleich in polnischer Sprache unter dem Titel „Wspólna droga, wspólny duch“ Fundacja „Krzyżowa“ dla Porozumienia Europejskiego 1989-1998 im Verlag Nauka i Innowacje in Poznań erschienen.