Früher wie heute suchen Menschen nach Erklärungen für Unwetter, Naturkatastrophen, Kriege oder Krankheiten. Vor 500 Jahren schrieb man sie meist dem Wirken übernatürlicher Mächten zu.
Als Erklärungsmodell entwickelte sich ein übersinnliches Weltbild, das Magisches und Christliches miteinander verknüpfte, ohne wirklich zwischen Glauben und Aberglaube zu unterscheiden. Amulette, Symbole und Zaubersprüche sollten vor Unheil schützen, Krankheiten heilen und Vorteile im Alltag bringen. Wer dabei an schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel oder grimmige Wasserspeier denkt, liegt richtig. Doch das uns heute irrational scheinende Selbstverständnis der damaligen Lebenswirklichkeit wird erst nachvollziehbar, wenn man magische Alltagsgegenstände, Schmuck und Bauplastiken konsequent mit Darstellungen in der bildenden Kunst sowie mit historischen Beschreibungen in Büchern und Briefen vergleicht.
Friederike Koch-Heinrichs ist Leiterin des Museums der Westlausitz in Kamenz. Hier wurde bis Ende April 2026 die Sonderausstellung „800 Jahre Aberglaube und Magie“ gezeigt, zu der auch ein umfangreicher Katalog erschien. In ihrem Vortrag am 30. Oktober 2026 im Schlesischen Museum zu Görlitz wird sie sich schließlich auch der Frage widmen, ob vielleicht im Görlitzer Schönhof Spuren einer früheren magischen Vorstellungswelt zu finden sind.
Begleitend zur Ausstellung „Wir sind Schönhof!“
Eingang: Brüderstraße 8
Eintritt: 3 Euro










