Hier finden Sie aktuelle Nachrichten des Schlesischen Museums und des Kulturreferats für Schlesien.

3.500 Gäste kamen zum Museumsfest in den Schönhof

Am 13. September 2026, dem Tag des offenen Denkmals, wurde der Schönhof zum pulsierenden Festhaus

Mit einem fulminanten Trommelwirbel eröffnete das Schlesische Museum zu Görlitz am 13. September 2026 ein ganztägiges Fest, mit dem es sein diesjähriges Doppeljubiläum feierte: Vor 20 Jahren hatte das Museum im Schönhof seine Dauerausstellung eröffnet. Das inzwischen 500 Jahre alte Renaissancegebäude wurde damit wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Langjährige Umbau- und Restaurierungsarbeiten haben es vor dem Verfall gerettet und seine Gestaltung aus dem 16. und 17. Jahrhundert wieder sichtbar gemacht. Seither gehört der Schönhof wie schon in früheren Jahrhunderten wieder zu den wertvollsten und repräsentativsten Baudenkmälern von Görlitz. Der Tag des offenen Denkmals war ein guter Anlass, um den Schönhof in ein Festhaus zu verwandeln.  

Museumsdirektorin Dr. Agnieszka Gąsior eröffnete um 10 Uhr den Festtag. Mitreißende Rhythmen der Trommler von Time2Groove aus Görlitz zogen die Gäste ins Haus, wo sie ein vielfältiges Programm erwartete. Wer alte Handwerke erleben wollte, konnte dem Glasschleifer Marcin Zieliński, der Klöpplerin Kerstin Ullmann und Margot Adler am Spinnrad über die Schulter sehen. An einer Töpferscheibe und an Arbeitstischen mit Farben und Stempeln probierten sich junge und auch ältere Gäste als Töpfer aus. Diese Werkstatt hatten Kolleginnen und Kollegen des Keramikmuseums in Bunzlau aufgebaut und mit viel Engagement betreut.

Der Förderverein des Museums bot an einem Marktstand auf der Brüderstraße traditionelle Bunzlauer Töpferware zum Kauf an. Der Erlös von rund 600 Euro soll für die Restaurierung von Gemälden eingesetzt werden. Auch eine attraktive Tombola war diesem Zweck gewidmet. Mehr als 20 lokale Sponsoren hatten dafür hochwertige Preise zur Verfügung gestellt. Wie wichtig Spendengelder für das Museum sind, zeigte außerdem eine Präsentation von Neuerwerbungen im Museum. Mit der finanziellen Zuwendung des Fördervereins erwarb das Museum ein Konvolut von Glasprodukten der 1866 gegründeten Firma Heckert in Petersdorf (heute Piechowice) sowie zwei Assemblagen des polnischen Künstlers Jurek Kozieras (*1946). Dank der zahlreichen Sach- und Geldspenden und der Beteiligung vieler Partner konnte das Museumsfest zu einem besonderen gemeinsamen Erlebnis werden. Für diese vielfältige Unterstützung dankt das Mitarbeiterteam herzlich.

Selbst Rübezahl trat als Gastgeber auf erzählte den jungen Besuchern seine Geschichten. Für sie waren spannende Führungen und ein Architektur-Quiz vorbereitet. Große Aufmerksamkeit fand eine kleine Ausstellung oberschlesischer Trachten. Gleich daneben konnten Besucherinnen und Besucher mit verschiedenen Requisiten oder auch zusammen mit einer Museumsmitarbeiterin in Tracht Erinnerungsfotos anfertigen lassen.

Mehrere Führungen durch das Museumsgebäude und die Ausstellung „Wir sind SCHÖNHOF!“ luden zahlreiche Interessierte dazu ein, die Geschichte des Schönhofes kennenzulernen und seine besonderen architektonischen Details zu entdecken. Im Veranstaltungssaal präsentierte das Museum erstmals zwei neu produzierte Filme über den historischen Keller und den Dachstuhl des Hauses. Mit diesen Aufnahmen erhalten die Besucher spannende Einblicke in die sonst verschlossenen Bereiche des Schönhofes.

Besonders stimmungsvolle Programmhöhepunkte waren die ganz und gar verschiedenartigen musikalischen Beiträge von der Görlitzer Band „Colour The Sky“ mit Rock und Pop, von Magdalena und Thomas Maruck mit schlesischen Volksliedern und von der Dresdner Hoftanzgruppe mit Renaissance-Tänzen in stilgetreuer Kleidung. Einen begeisterndes Abschlusskonzert gaben Conrad und Claudius Wecke mit ihren „Aufgeweckten Gartenklängen“, die sie mit viel Witz und großer Virtuosität auf klassischen Instrumenten und sogar auf Gartengeräten vortrugen. Nach diesem Konzert verließ das Publikum am Abend inspiriert und gutgelaunt den Schönhof.

Wer das Museumsfest nicht miterleben konnte, hat weiterhin Gelegenheit, die Trachtenausstellung im Lichthof, die Präsentation der Neuerwerbungen, die neuen Filme auf Youtube und natürlich die Sonderausstellung „Wir sind SCHÖNHOF!“ zu sehen. Bis zum Februar 2027 finden mehrere Veranstaltungen im Begleitprogramm zur Ausstellung statt. Im Museumsladen werden Souvenirs zum Jubiläumsjahr angeboten: Kalender, Puzzels, ein besonderes Jubiläumsbier und viele kleine nützliche Dinge mit Motiven des Schönhofes. In Kürze ist dort auch eine umfangreiche, deutsch- und polnischsprachige Publikation mit Autorenbeiträgen zur Geschichte und Architektur des Renaissancegebäudes zu erhalten.

Fotos: Matthias Wehnert / Axel Lange