Nadodrze ist ein besonders kontrastreiches Viertel in Breslau und zeigt eine faszinierende Verbindung von Geschichte und Gegenwart, unter anderem mit einer Vielzahl deutscher Inschriften (mehr dazu in der Ausstellung „Zeichen der Zeit“).
Im Zweiten Weltkrieg wurde es im Vergleich zum Rest Breslaus nur wenig zerstört, und viele Vorkriegshäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert stehen auch heute noch unverändert dort. Einige sind dem Verfall preisgegeben, andere wurden aufwendig renoviert, und manche warten noch auf ihr Erwachen aus dem Dornröschenschlaf.
Vielerorts verbindet sich die Geschichte mit der Gegenwart – in Form alter deutscher Inschriften an den Gebäuden, die langsam unter dem Putz wieder zum Vorschein kommen. So ist es vollkommen normal, dass über dem polnischen Schild eines Friseursalons ein „Möbelgeschäft“ auf Deutsch beworben wird. Mitten auf einer Wohnhausfassade findet sich, halb überstrichen, noch der Hinweis auf eine „Balltafel“ und „Gastwirtschaft“ aus Vorkriegszeiten. Teilweise im Original erhalten, teilweise unwiederbringlich verloren oder übermalt, manchmal auch fehlerhaft renoviert – all diese Varianten zeigen, wie willkommen Kontraste in diesem Viertel sind. Eine Mischung aus Alt und Neu, Polnisch mit einer Prise Deutsch, zeigt eindrucksvoll, wie sich ein Stadtteil, der einst als gefährlich galt, zum Treffpunkt der Kunst- und Kreativszene wandelt.
Mirko Seebeck, Blogger von WroclawGuide.com und Autor von „Alternativer Reiseführer Wrocław“, lädt in seinem bilderreichen Vortrag zu einem virtuellen Spaziergang durch Nadodrze ein und zeigt unbekanntere sowie spannende Seiten Breslaus – abseits von Marktplatz und Jahrhunderthalle.
Eintritt: 3 €








