26.03.2026 | 18:00 Uhr

26.03.2026

Vortrag: Zu Hause an Oder und Neiße. Erinnerungen und Bilder von der neuen Heimat in Westpolen

mit Prof. Dr. Beata Halicka, Universität Posen (Poznań), begleitend zur Ausstellung „Zeichen der Zeit“

Prof. Dr. Beata Halicka, Foto: Ewa Konarzewska-Michalak

Prof. Dr. Beata Halicka, Foto: Ewa Konarzewska-Michalak

Der Oderraum gehört zu den Regionen, die vom Zweiten Weltkrieg und den erzwungenen Migrationen besonders stark geprägt wurden. Östlich von Oder und Neiße mussten die meisten Deutschen ihre Heimat verlassen; an ihre Stelle trat eine polnische Bevölkerung, die ihrerseits zum großen Teil aus Geflüchteten und Vertriebenen bestand. Der Prozess der kulturellen Aneignung dieser Region verlief auf unterschiedlichen Wegen. Sinnlose Zerstörungen und die Tilgung des Vorgefundenen gingen häufig mit dem Wiederaufbau des im Krieg Zerstörten sowie mit einem mühsamen Neuanfang einher. Nach turbulenten Nachkriegsjahren, die oft als Zeit von „Polens Wildem Westen“ bezeichnet werden, stabilisierte sich die Situation allmählich. Doch es dauerte noch etwa drei Generationen, bis sich die neuen Bewohnerinnen und Bewohner der Oderregion wirklich zu Hause fühlen konnten.

Warum nahm der Prozess der Beheimatung so viel Zeit in Anspruch? Wie gestaltete sich das Leben in dieser neuen Heimat? Welche Spuren hinterließen Verlust, Neubeginn und das Ringen um Zugehörigkeit? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Beata Halicka in ihrem Vortrag anhand von aufgezeichneten Memoiren und Fotografien aus der Nachkriegszeit nach.

Ausstellung „Zeichen der Zeit“

Eintritt: 3 €
Eingang: Fischmarkt 5