Brieg (Brzeg) liegt an der Oder zwischen
Breslau und Oppeln. Schon um 1200 ist die Fischer- und Marktsiedlung
"Wisokebrzeg" (Am hohen Ufer) in Urkunden erwähnt. Um
1248 wurde die "Civitas in alta ripa" Brieg als Stadt nach
Neumarkter Recht gegründet. Sie war von 1311 bis 1675 Residenz
der Piastenherzöge von Liegnitz und Brieg. Nach umfangreichen Zerstörungen
durch die Hussiten im 15. Jahrhundert und nach wiederholten Stadtbränden
im 16. Jahrhundert erlebte sie ihren Wiederaufbau und eine wirtschaftliche
Blütezeit. In dieser Zeit wurde das Schloss der Piastenherzöge,
das berühmte "Gymnasium Illustre" und das Rathaus als
bedeutende Bauwerke der Renaissance errichtet. Sie prägen noch
heute - nach aufwendigen Restaurierungen in der Nachkriegszeit - das
Stadtbild. In preußischer Zeit erlebte Brieg einen erneuten Aufschwung.
Der Festungsring wurde in der Zeit Napoleons geschleift und zu ausgedehnten,
parkartigen Wallanlagen umgestaltet. Eine gute Verkehrsanbindung förderte
Wachstum und Handel. Neue Manufakturen und Fabriken entstanden, Brieg
wurde "Industrie-, Schul- und Gartenstadt".
1950 bot Goslar als erste westdeutsche Stadt den geflohenen und vertriebenen
Briegern aus Kreis und Stadt die Patenschaft an. Besonders engagierten
sich dafür Goslars Oberbürgermeister Dr. Hermann Pfaffendorf,
Oberstadtdirektor Helmut Schneider und Schriftleiter Walter Schulz,
ehemals Brieg. Sie fanden in der entstehenden "Bundesvereinigung
der Brieger" aufgeschlossene Partner. Seit 1992 wurde die Patenschaft
zu einer Partnerschaft mit dem jetzt polnischen Brzeg erweitert.
Im Ausstellungsraum des "Großen Heiligen Kreuzes" sind
Zeichnungen, Stiche, Landkarten, Gold- und Silberschmiedekunst, Münzen,
Militaria und verschiedene Andenken aus Brieg zu besichtigen. Über
Persönlichkeiten Brieger Herkunft wie u.a. Oskar Moll, Max Drischner
und Kurt Masur sowie die Ortschaften im Landkreis Brieg findet man umfangreiches
Bildmaterial und Schriftgut. Hervorzuheben sind diverse Urkunden aus
dem 16./17. Jahrhundert und ein Brief Friedrichs II. an seine Gemahlin
aus dem Feldlager bei Mollwitz (Kreis Brieg).
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Blick in die Sammlung, Modell des
Rathauses
Das Goslarer Stadtarchiv besitzt
eine Kartei mit 20000 Einträgen über Brieger und deren Angehörige.
Nach Übernahme der Patenschaft wurde sie für den Suchdienst
"Goslar sucht Brieger" genutzt und heute dient sie der Familienforschung.
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