Seidentasche,
mit Stickerei, nach 1900
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Ottmachau (Otmuchów), an der
Glatzer Neiße gelegen, gehörte zur Ausstattung des Bistums
Breslau wohl schon seit dessen Gründung. Der slawische Marktort
erhielt 1347 deutsches Recht. Nach der Säkularisation sprach man
die Herrschaft Ottmachau Wilhelm von Humboldt zu, und sie blieb im Besitz
von dessen Familie bis 1928. Ottmachau war eine Ackerbürgerstadt.
1880 wurde hier die größte Zuckerrübenfabrik Oberschlesiens
erbaut und bis heute wird in Ottmachau Weißzucker hergestellt.
1928 bis 1933 wurde bei Ottmachau der mit 24 km damals größte
Stausee Deutschlands erbaut, der auch als "Schlesisches Meer"
bezeichnet wurde. Er verbesserte die Schiffbarkeit der Oder, diente
zur Stromerzeugung und als weithin beliebter Ausflugsort.
1945 erlitt die Stadt durch russische Bombenangriffe Kriegsschäden,
wichtige Baudenkmale wie die Landesburg, Kirche und Rathaus blieben
jedoch erhalten.
Die Heimatgemeinschaft Ottmachau wurde 1948 gegründet. Am 30.
Mai 1955 übernahm die Stadt Peine die Patenschaft über die
Stadt und ihrer ehemaligen Einwohner. Hier hatten viele vertriebene
Ottmachauer eine neue Heimat gefunden.
Seit 30 Jahren präsentiert die Heimatgemeinschaft ihre Heimatstube
in verschiedenen Räumen des Rathauses. Zur Sammlung gehören
Bücher, Gemälde, Fotografien, Grafiken, Gegenstände des
Haushalts und der Kirche, wie z.B. eine um 1900 hergestellte Taufdecke,
eine Burse mit Stickerei und eine gestickte Fahnenschärpe von 1912,
anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Gesellenvereins.
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