Wünschelburg (Radków) liegt
am Rand des Heuscheuergebirges und ist seit 1341 eindeutig als "civitas"
belegt. Bedeutender Wirtschaftsfaktor war die Tuchmacherei, Wünschelburger
Tuche wurden bis Italien exportiert. Mit dem Anschluss an die Eisenbahn
seit 1903 erstarkte die Sandsteinindustrie in der Region, die nach 1945
weitergeführt und ausgebaut wurde. Das Berliner Reichstagsgebäude
und andere Bauten der Stadt wurden z.T. mit Wünschelburger Sandstein
errichtet.
Seit 1994 befindet sich eine kleine Heimatstube in der alten Schule
von Anröchte. Eingerichtet wurde sie von Paul und Hannelore Menzel
sowie Hermann Gerwin.
Im Erdgeschoss des Gebäudes werden die Objekte in verschlossenen
Glasschränken und Tischvitrinen gezeigt. Der Bestand setzt sich
zusammen aus Textilien, Gegenständen des Haushalts, Porzellan,
einigen Gemälden sowie Archivalien und Kartenmaterial. Von Bedeutung
sind vor allem die Vereinsfahnen, die Fahne des katholischen Gesellenvereins
und ein Klingelbeutel aus dem 19. Jahrhundert.
Die Betreuung erfolgt ehrenamtlich durch das Ehepaar Gerwin, das auch
stetig bemüht ist, Familiennachlässe sicherzustellen.