Wandern in Schlesien 2027

"Natur und Kultur": Wanderungen vom März bis Oktober 2027

  • Angebot des Kulturreferates für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Christian Reisen
  • Konzeption und Reiseleitung: Andrzej Paczos
  • Info und Anmeldung direkt bei Christian Reisen

1. Durch die Herrschaft der Benediktinerinnen aus Liebenthal (Lubomierz)
Schosdorf (Ubocze) – Krummöls (Oleszna Podgórska) – Liebenthal (Lubomierz) – (Hennersdorf) Popielówek
↔ 15,2 km, ↗ 169 m, ↘ 39 m
Termine: 20.3., 09.10.
Als die Reformation nach Niederschlesien kam, blieben einige Orte im Besitz der größeren Köster katholisch. Liebenthal (Lubomierz) und einige Dörfer in seiner Nähe waren bis zur Säkularisierung während der napoleonischen Kriege eine katholische Insel inmitten des evangelischen Meeres. Bis heute kann man diese Geschichte in der Kulturlandschaft erkennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier „Sami swoi“, einer der populärsten polnischen Komödienfilme über zwei zerstrittene Bauernfamilien gedreht. Sie waren Nachbarn in dem von Polen verlorenen Osten und zufällig – nach der Zwangsumsiedlung – auch in dem "wieder gewonnenen" Westen.

2. Im Schatten der Burg Kynast (Chojnik)
Hirschberg (Jelenia Góra) – Hermsdorf (Jelenia Góra Sobieszów) – Kynast (Chojnik) – Przesieka (Hain) – Podgórzyn (Giersdorf)
↔ 11 km, ↗ 481 m, ↘ 407 m
Termine: 24.4., 18.9.
Am Fuß des Riesengebirges (Karkonosze) befindet sich ein kleines Gebiet von malerischen Bergen und Tälern. Das Wahrzeichen dieser Gegend ist die pittoreske und mit vielen Sagen umwobene Burgruine Kynast (Chojnik). In ihrem Schatten entstanden die Weberdörfer, wo heute Einwohner und Touristen ihre Ruhe genießen. In Hain (Przesieka) ergänzt diese Idylle auch ein kleiner aber schöner Wasserfall – Hainfall (Wodospad Podgórnej).

3. Durch endlosen Wald und Dreigräben zur Hauptstadt der Lemken
Armadebrunn (Studzianka) – Priemkenau (Przemków)
↔ 13,4 km, ↗ 66 m, ↘ 76 m
Termine: 10.4., 03.07.
Die ehemalige Görlitzer Heide (Puszcza Zgorzelecka) ist nur ein Teil des großen Waldgebietes, das sich im Osten bis fast nach Liegnitz (Legnica) hinzieht. In seinem Hinterland verstecken sich nicht nur viele Tiere und Truppenübungsplätze, sondern auch geheimnisvolle Dreigräben (Wały Śląskie). Lange Zeit dachte man, sie seien Zeugen von prähistorischen Kulturen. Was die Archäologen heute dazu sagen, erfahren Sie während der Wanderung nach Priemkenau (Przemków), der Hauptstadt der in Deutschland unbekannten Lemken, einer nationalen Minderheit in Polen, deren Heimat sich weit weg im Osten befindet.

4. Auf der Via Regia
Jeschkendorf (Jaśkowice) – Blumenrode (Kwietno)
↔ 15,8 km, ↗ 47 m, ↘ 26 m
Termine: 08.05., 10.07.
Schon wieder möchten wir mit Ihnen ein Stück auf der alten Handelsstraße "via regia" wandern. Diesmal führt uns die Strecke durch eins der ältesten, deshalb auch waldlosen Siedlungsgebieten Niederschlesiens. Beim schönen Wetter erstreckt sich aus den Höhen ein schönes Panorama der West- und Mittelsudeten mit der Schneekoppe (Śnieżka). Aus der Perspektive versteht man gut, warum sie früher "Riesenkoppe" genannt wurde.

5. Durch Moränenlandschaft zur Hl. Hedwig
Obernigk (Oborniki Śląskie) – Trebnitz (Trzebnica)
↔ 16 km, ↗ 192 m, ↘ 181 m
Termine: 05.06., 04.09.
Die Heilige Hedwig (poln. św. Jadwiga), die Patronin von Schlesien, lebte im 13. Jh. Ihr Grab befindet sich bis heute in einem von ihr gestifteten Zisterzienserinnenkloster in Trebnitz (Trzebnica). Dieses während des Zweiten Weltkrieges sehr zerstörte Städtchen befindet sich in einer schönen, hügeligen Landschaft nördlich von Breslau (Wrocław). Sie entstand während der Eiszeit als Stirnmoräne einer riesigen Eiskappe, die aus Skandinavien bis nach Schlesien reichte. Heute sind die Hügel oft mit Obstgärten bewachsen und bieten schöne Blicke über die Hauptstadt Schlesiens bis zu den Sudeten (Sudety).

6. Expedition auf den heiligen Berg der Oberschlesier
Kandrzin (Kędzierzyn) – Sankt Annaberg (Góra Św. Anny) – Groß Stein (Kamień Śląski)
↔ 31,1 km, ↗ 310 m, ↘ 283 m
Termine: 19.-20.6., 28.-29.08.
So weit weg von Görlitz sind wir noch nicht gewandert. Als erstes Ziel in Oberschlesien erreichen wir den 408 m hohen St. Annaberg (Góra Św. Anny). Er ist nicht groß aber spannend. Vor 20-30 Mio. Jahren befand sich hier, am Westende eines langen Kalksteinrückens, ein aktiver Vulkan. Seit einigen Jahrhunderten befindet sich auf dem Berggipfel ein Heiligtum mit einer Wunderfigur von St. Anna Selbstdritt. Zu ihr pilgern die Oberschlesier bis heute. An dem Ort lässt sich die komplizierte Geschichte Oberschlesiens und der deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert ablesen. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es hier im Zuge der Neuziehung der deutsch-polnischen Grenze im Dritten Schlesischen Aufstand blutige Kämpfe. Dann entstand an der Stelle ein deutsches Mausoleum und nach dem Zweiten Weltkrieg ein polnisches Gefallenen-Denkmal. Bei gutem Wetter sind von dem Berg Ostsudeten und Westkarpaten (Beskiden) zu sehen.
Tag 1: Kandrzin (Kędzierzyn) – Lenkau (Łąki Kozielskie) – Leschnitz (Leśnica) - St. Annaberg (Góra Św. Anny) || ↔ 15,5 km, ↗ 203 m, ↘ 0 m
Tag 2: Sankt Annaberg (Góra Św. Anny) – Groß Stein (Kamień Śląski) || ↔ 15,6 km, ↗ 107 m, ↘ 283 m

7. Expedition zum schlesischen Olymp (Wiederholung des Angebotes von 2026)
Ingramsdorf (Imbramowice) – Zobten (Sobótka) – Zobtenberg (Ślęża) – Klein Silsterwitz (Sulistrowiczki)
↔ 28 km, ↗ 591 m, ↘ 470 m
Termin: 22.-23.05.
Wer die Geschichte Schlesiens kennenlernen will, darf den Zobtenberg (Ślęża, 718 m) nicht auslassen. Der heilige Berg erhebt sich über dem uralten Siedlungsgebiet in der Schlesischen Ebene (Nizina Śląska) südlich von Breslau (Wrocław). Gut sichtbar, monumental, mit dem Gipfel oft in den Wolken, war der Berg, ähnlich wie Olymp oder Parnass im Griechenland, Sitz der Götter. Spuren dieser Zeit sind als steinerne Wallanlagen bis heute sichtbar. Am Gipfel steht heute eine Kirche, eine touristische Herberge, ein großer Sendermast und ein kleiner Aussichtsturm, von dem man fast ganz Niederschlesien mit Breslau und den Sudeten sehen kann.
Tag 1: Ingramsdorf (Imbramowice) – Domantz (Domanice) – Zobten (Sobótka) || ↔ 18 km, ↗ 75 m, ↘ 71 m
Tag 2: Zobten (Sobótka) – Zobtenberg (Ślęża, 718 m) – Klein Silsterwitz (Sulistrowiczki) || ↔ 10 km, ↗ 516 m, ↘ 399 m