Der Maler und Grafiker Friedrich Iwan (* 1889 in Landeshut, Niederschlesien; † 1967 in Wangen im Allgäu) liebte den Schnee und das Riesengebirge. Als passionierter Wanderer erkundete er die abgelegensten Winkel der Berge und hielt die Landschaft in eindrücklichen Bildern fest. Seine Motive waren beliebt und dienten auch als Vorlagen für Postkartenserien, die weite Verbreitung fanden. Die Ausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz lädt mit über 100 Gemälden und Grafiken zu einem Spaziergang durch verschneite Landschaften ein. Außerdem werden originale Druckplatten sowie Postkarten und publizierte Illustrationen des Künstlers gezeigt.
Friedrich Iwan erhielt seine Ausbildung in Breslau und Berlin, doch zum prägenden Thema seines Schaffens wurde seine spätere Wahlheimat: das Riesengebirge. Besonders seine winterlichen Motive zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Farbigkeit und atmosphärische Wirkung aus. Während der aufkommende Tourismus das Riesengebirge zunehmend prägte, zeigte Iwan in seinen Arbeiten vor allem eine stille, nahezu menschenleere und unberührte Natur.
Die Radierungen des Künstlers werden bis heute wegen ihrer handwerklichen Qualität sehr geschätzt. Sie entstanden nach einer von ihm entwickelten Methode, die Iwan als Erster und Einziger im Riesengebirge anwendete. Die Grafiken mussten nicht nachträglich koloriert werden und konnten mit nur einer Platte mehrfach gedruckt werden. Jedes Blatt erhielt den Charakter eines Originals.
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste auch Friedrich Iwan seine schlesische Heimat verlassen. Er ließ sich in Wangen im Allgäu nieder, wo er weiterhin künstlerisch tätig war. Glücklicherweise überstanden Teile seiner originalen Druckplatten den Krieg und gelangten wieder in seinen Besitz. So konnte Iwan Neuauflagen seiner Grafiken anfertigen. Später führte sein Sohn Klaus Iwan diese Arbeit fort. Besonders für Flüchtlinge und Vertriebene wurden die Darstellungen des Riesengebirges zu Bildern der Erinnerung und zu einem emotionalen Bindeglied zwischen verlorener Heimat und Gegenwart.
Die Ausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz steht unter der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsuls in Breslau und entstand in Kooperation mit dem Muzeum Karkonoskie Jelenia Góra (Riesengebirgsmuseum Hirschberg). Es erscheint ein reich bebilderter Katalog.