Der Görlitzer Schönhof

Der Schönhof in der Görlitzer Altstadt zählt zu den ältesten profanen Renaissancebauten nördlich der Alpen. Mit seiner prachtvollen Fassade, der reichen Bauplastik und den üppig bemalten Holzdecken gibt er einen Eindruck von Lebensart und Reichtum im alten Görlitz. Er ist das Hauptgebäude des Schlesischen Museums zu Görlitz.

Bereits im Mittelalter war der Schönhof ein zentraler Ort der Stadt und diente als Wohnsitz der wohlhabendsten Familien der Stadt. Seine Ursprünge reichen bis in die Zeit der Görlitzer Stadtgründung um 1300 zurück. Görlitz entwickelte sich damals zur bedeutendsten Handelsstadt zwischen Breslau und Erfurt. Die Handelsstraße „Via Regia“ führte über den Görlitzer Untermarkt und direkt am Schönhof vorbei. Kaufleute machten dort Station und boten Waid, Salz oder Tuchwaren an. Im 15. Jahrhundert logierten im Haus auch königliche Gäste.

Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1525 wurde der Schönhof im Stil der Renaissance neu errichtet und zum Vorbild für viele Bürgerhäuser der Stadt. Einen zweiten Umbau erlebte der Schönhof um 1617. Seit der tiefgreifenden Restaurierung im Vorfeld der Museumseröffnung von 2006 ist das Gebäude wieder in den Raumstrukturen und mit den Wand- und Deckenmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu erleben.

Einen virtuellen Rundgang durch den Schönhof und einen Einblick in die Museumssammlungen finden Sie auf Schönhof digital.

Foto: Die Partner, Görlitz, © SMG