In diesem Jahr begeht das Schlesische Museum zu Görlitz ein Doppeljubiläum: Das Museumsgebäude, der Schönhof im Herzen der Görlitzer Altstadt, wird 500 Jahre alt. Nach einem Stadtbrand ab 1526 im Stil der Renaissance wiedererrichtet, hat das Gebäude Blütezeiten und Niedergang erlebt. Vor 20 Jahren wurde das wertvolle Baudenkmal nach jahrelangen Bau- und Restaurierungsarbeiten als Schlesisches Museum wiedereröffnet.
Das Museum lädt vom 31. Mai 2026 bis 14. Februar 2027 in seine Jubiläumsausstellung „Wir sind SCHÖNHOF!“ ein. Sie stellt die Baugeschichte des Schönhofes dar und führt zu seinen architektonischen Sehenswürdigkeiten. Bei einem Rundgang durch das historische Gebäude erleben die Gäste die Meisterschaft der Handwerker und erfahren von der wechselnden Gestalt und Nutzung des Hauses im Laufe der Jahrhunderte. Auch die beeindruckenden Leistungen bei der Sanierung und Restaurierung in den Jahren 1995 bis 2005 werden vor Augen geführt.
Ein zweiter Ausstellungsteil zeigt, welche Bedeutung der Schönhof für Görlitz und seine Menschen hat. An Hörstationen können die Erinnerungen von Zeitzeug*innen und Expert*innen nachvollzogen werden. Sie erzählen von ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen im Haus. Besondere Objekte aus der Sammlung des Museums und Ausstellungsplakate vermitteln einen Eindruck von dem ereignisreichen Entwicklungsweg des Schlesischen Museums. Eine besondere Attraktion der Ausstellung ist ein eigens hergestellter Animationsfilm: Er führt die Besucherinnen und Besucher auf unterhaltsame Weise durch die wechselvolle Geschichte des Schönhofes.
Der Görlitzer Schönhof
Der Schönhof in der Görlitzer Altstadt zählt zu den ältesten profanen Renaissancebauten nördlich der Alpen. Mit seiner prachtvollen Fassade, der reichen Bauplastik und den üppig bemalten Holzdecken gibt er einen Eindruck von Lebensart und Reichtum im alten Görlitz. Er ist das Hauptgebäude des Schlesischen Museums zu Görlitz.
Bereits im Mittelalter war der Schönhof ein zentraler Ort der Stadt und diente als Wohnsitz der vornehmsten Familien der Stadt. Seine Ursprünge reichen bis in die Zeit der Görlitzer Stadtgründung um 1300 zurück. Görlitz entwickelte sich damals zur bedeutendsten Handelsstadt zwischen Breslau und Erfurt. Die Handelsstraße Via Regia führte über den Görlitzer Untermarkt und direkt am Schönhof vorbei. Kaufleute machten dort Station und boten Waid, Salz oder Tuchwaren an. Im 15. Jahrhundert logierten im Haus auch königliche Gäste.
Nach einem verheerenden Stadtbrand 1525 wurde der Schönhof im Stil der Renaissance neu errichtet und zum Vorbild für viele Bürgerhäuser der Stadt. Einen zweiten Umbau erlebte der Schönhof um 1617. Heute ist das Gebäude in den Raumstrukturen und mit den Wand- und Deckenmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu erleben.
Das Schlesische Museum zu Görlitz
Wir laden Sie ein in ein faszinierendes Land mitten in Europa, mit bewegter Geschichte und vielfältiger Kultur! Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte und Kultur Schlesiens vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Präsentiert werden Kunst und Kunsthandwerk des 17. bis 20. Jahrhunderts, Objekte der Alltagskultur und der Politik, des Handwerks und der Industrie. Der digitale Ausstellungsbereich „Schlesien seit 1945“ bietet reiches Foto- und Filmmaterial. Eine Kinder-Insel lädt die Jüngsten ein, Schlesien spielerisch zu entdecken.